Diese Aufsatzsammlung analysiert die Darstellung und Diskussion von Flucht und Migration in der australischen Presse der späten 1930er Jahre. Im Zentrum steht die Frage, wie Presseberichte zur Konstruktion von Fremdheit, Zugehörigkeit und nationaler Identität beitrugen, insbesondere im Kontext globaler Fluchtbewegungen aus dem nationalsozialistischen Europa. Die Blogbeiträge untersuchen anhand diskursanalytischer Methoden, welche Narrative – etwa Bedrohung, Überfremdung, ökonomische Belastung oder Humanität – in führenden australischen Zeitungen reproduziert und verhandelt wurden. Besonderes Augenmerk gilt dabei der restriktiven „White Australia Policy“ und der grundlegenden Prägung nationaler Identität durch Medienrhetorik. Die unterschiedlichen Beiträge nehmen spezifische Fallbeispiele in den Blick, darunter die Berichterstattung über die Évian-Konferenz, die Aufnahme jüdischer Flüchtlinge, die Darstellung unbegleiteter Migrant:innen und die spezifischen Narrative zu einzelnen Gruppen oder Ereignissen. Ebenso werden die Wechselwirkungen von Politik, Presse und Öffentlichkeit sowie die Spielräume für solidarische oder ausgrenzende Diskurse beleuchtet. Methodisch basiert das Projekt auf der Auswertung digitalisierter Zeitungsquellen und einer multiperspektivischen Herangehensweise im Rahmen eines universitären Lehrprojekts. Insgesamt verdeutlicht die Beiträge die historische Verwobenheit von medialen Diskursen, migrationspolitischer Praxis und gesellschaftlicher Identitätsbildung, deren Nachwirkungen bis in die Gegenwart reichen.
Die Australienreise des Journalisten Egon Erwin Kisch 1934/1935 im Spiegel der australischen Presse
Peter Gerhalter, Josef Gruber
Einleitung
Egon Erwin Kisch – ein bekannter Reporter – war ein Kommunist jüdischer Abstammung. Sein bewegtes Leben prägte seine Schriften und sein Engagement als politischer Journalist. Er nahm an den politischen Entwicklungen in Europa intensiven Anteil, wurde Mitglied der österreichischen und tschechoslowakischen Kommunistischen Partei und verfasste viele Publikationen. 1934 reiste er als internationaler Vertreter der „Organisation gegen Krieg und Faschismus“ nach Australien, um an der kommunistisch ausgerichteten Internationalen Schriftstellerkonferenz in Sydney teilzunehmen.[1] Die Behörden wollten seine Einreise verhindern, was Kisch durch einen Sprung vom Schiff vereitelte. Damit wurde er in den australischen Medien so publik, dass seine Vorträge in Australien gegen Krieg und Faschismus tausende Menschen anzogen. Die Behörden fürchteten seine kommunistische Infiltration und schoben ihn trotz anhängiger Gerichtsverfahren ab. 1937 veröffentlichte er seine Erlebnisse und Beobachtungen im umfassenden Werk „Landung in Australien.“
Wir unterziehen die Zeitungsartikel, die über Reise und Aufenthalt Egon Erwin Kischs in Australien berichteten, der quellenkritischen und der qualitativen Inhaltsanalyse.
Zuerst stellen wir Kisch anhand von Sekundärliteratur vor. Er war ein international anerkannter Journalist, überzeugter Kommunist und Antifaschist mit jüdischer Abstammung. Wir analysieren, wie weit er als Kommunist und wie weit er als Jude in australischen Medienberichten abgelehnt wurde undhinterfragen, wie über die Verweigerung seiner Einreise als Delegierter des von der Komintern gesteuerten Weltkomitees gegen Krieg und Faschismus, durch die Behörden, in der australischen Presse berichtet und kommentiert wurde.
Wir folgern schließlich, dass für die Ablehnung der Einreise von Egon Erwin Kisch durch die australischen Behörden seine internationalen Aktionen als Kommunist ausschlaggebend waren. Die Behörden wollten eine Ausweitung der bisher sehr weitreichenden kommunistischen Aktionen im Staat verhindern. Seine jüdische Abstammung war ein unterschwelliges Nebenthema.
Die Presselandschaft in Australien der 1930er Jahre war zersplittert und polarisiert. Linksliberale Ausgaben standen der „Communist Party of Australia“ nahe. Sie wurde in vielen Bereichen von der Komintern, der internationalen Organisation der Sowjetunion, unterstützt. Die Einreise des deklarierten Kommunisten Kisch in Australien wurde von den Behörden mit Anklagen bei Polizeigerichten behindert. Die Prozessberichterstattung bot den Printmedien Anlass, Kischs Aktivitäten aus ihrer politischen Perspektive publizistisch auszuschlachten, was wir hier einer Quellenkritik unterziehen.
Für die politische Erklärung zur qualitativen Inhaltsanalyse der Printmedien als Quellen, stellen wir den historischen Kontext umfassend dar. Nur so können die brisanten Pressemeldungen zugeordnet werden.
Zur Australienreise Kischs gibt es in den Medien Australiens und in der Sekundärliteratur ausführliche Hinweise auf das internationale Auftreten Kischs als Kommunist. Das wurde als Begründung der Behörden für die Ablehnung der Einreise genannt. Daneben gibt es aber Andeutungen, dass der Antisemitismus gegenüber dem Juden Kisch auch die Entscheidungsfindung beeinflusst hätte.[2]
Egon Erwin Kisch wurde als zweiter von fünf Söhnen des jüdischen Tuchhändlers Hermann Kisch und seiner Frau Ernestine am 29. April 1885 in Prag geboren. Er studierte an der Prager deutschen Universität und an der Journalistenschule in Berlin. 1906 startete er seine journalistische Laufbahn als Reporter bei deutschsprachigen Zeitungen.[3] Im Ersten Weltkrieg wurde er 1917 nach Verwundungen an der russischen Front in das Kriegspressequartier nach Wien versetzt. Dabei traf er mit Josef Roth und Robert Musil zusammen.[4]
Die Erfahrungen der Gräuel des Krieges veränderten seine persönliche und politische Entwicklung nachhaltig. 1918 beteiligte er sich in Wien am Januarstreik, er wurde Pazifist und Sympathisant von illegalen Soldatenräten und den Wiener Roten Garden.
1920 verurteilten ihn deshalb die österreichischen Behörden zu drei Monaten Haft und er wurde in die Tschechoslowakei ausgewiesen. In Prag erlangte er die tschechoslowakische Staatsbürgerschaft und trat 1921 in die Kommunistische Partei der Tschechoslowakei „Kommnistická strana Československa“ ein.[5]1921 zog er nach Berlin und unternahm weltweite Reisen. Seine literarischen Reportagen erschienen im bürgerlichen Erich Riess Verlag und in der kommunistischen Universum Bücherei.
Mit dem Machtantritt der Nationalsozialisten im Jänner 1933 erfolgte Kischs Internierung als Kommunist und möglicherweise auch wegen seiner jüdischen Abstammung. Nur durch die Intervention des tschechoslowakischen Botschafters wurde er freigelassen und nach Prag abgeschoben.[6]
Von Prag aus unternahm er wieder viele Reisen, eine davon führte ihn nach Australien. In Melbourne kam er am 30.10.1934 an und nach turbulenten Ereignissen, wie in folgenden Kapiteln beschrieben, reiste er am 11.3.1935 wieder ab.[7] 1935 zog es ihn nach Paris, von wo aus er literarischen Widerstand gegen das Nazi-Regime leistete. 1937/1938 beteiligte er sich am spanischen Bürgerkrieg gegen das Franco-Regime.
Egon Erwin Kisch und einer seiner Brüder, Friedrich überlebten die Schoah, da sie als Kommunisten gezwungen waren, früher und damit rechtzeitig vor dem Nationalsozialismus aus Prag zu flüchten.[8] Bis 1933 hatte Kisch seine jüdische Abstammung ignoriert und betrachtete sie als den „Zufall der Geburt.“[9]
1939, mit dem Ausbruch des Zweiten Weltkrieges, rettete er sich mit seiner Gattin Gisela nach New York. 1940 wurde er nach Mexiko abgeschoben. Nach den Kriegswirren kehrte er 1946 nach Prag zurück, wo er als kommunistischer Stadtrat wirkte und am 31.3.1948 verstarb.[10]
Historischer Kontext der Biografie von Kisch als Mikrogeschichte
Egon Erwin Kisch bietet ein Spiegelbild der sehr turbulenten politischen Entwicklungen. Sein Leben war geprägt von ständigen Migrationen, anfangs selbst gewählt, seit seinem Engagement für die kommunistische Ideologie von den politischen Machthabern erzwungen. In seinem Leben als Journalist hat er die Geschehnisse in Europa dieser Zeit ganz besonders miterlebt und dokumentiert. Er gilt als Zeitzeuge für die letzten Jahrzehnte der Habsburger-Monarchie, für den Ersten Weltkrieg, die Gründungen der jungen Republiken, die Kommunisten und Nationalsozialisten sowie für den Zweiten Weltkrieg.
Kisch gehörte der bürgerlichen deutsch-jüdischen Oberschicht in Prag an. Mit dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges fand die „trügerische Idylle“ ein jähes Ende. Um die Öffentlichkeit regelmäßig mit Kriegsberichten aus der Warte der Militärführung zu informieren, wurde 1914, das k. u. k. Kriegspressequartier (KPQ) gegründet.[11] Gegen die unzureichende Versorgung[12] begehrte die Bevölkerung 1918 im „Januarstreik“ auf. Nach dem Zerfall der Monarchie mussten die Bewohner, in die Kronländer, aus denen sie zuzogen waren und wo sie in einer Gemeinde das Heimatrecht besaßen, zurückzukehren.[13]
Die Tschechoslowakei wurde am 28.10.1918 gegründet. Erster Präsident war Tomáš Masaryk. Die „marxistischen Linken“ (Kommunisten) spalteten sich am 14.5.1921 von den tschechischen und deutschsprachigen Sozialdemokraten ab. Bei den Wahlen 1925 wurden sie zur zweitstärksten Partei, nach den Agrariern aber vor den Sozialisten. In den folgenden Wahlen erreichten sie je 30 Mandate.[14] 1929 wurde Klement Gottwald Generalsekretär und beschritt bis 1935 einen radikalen, nach Moskau orientierten, Kurs. Die Weltwirtschaftskrise 1929 bestärkte die „Sudetendeutsche Partei“ von Konrad Henlein. Er forderte Autonomie mit dem Ziel des Anschlusses an Nazi-Deutschland.[15]
Nach der Australienreise Kischs traten am 15.Sept.1935 die Nürnberger Rassengesetze in Kraft. Die nachhaltigsten Folgen hatte das Gesetz zum Schutze des deutschen Blutes und der deutschen Ehre (RGBl. I S. 1146) – „Blutschutzgesetz“. Es verfolgte die Trennung der als „Deutsche“ qualifizierten Menschen von sogenannten Juden, Zigeunern“ und Schwarzen samt ihren Angehörigen.[16]
In der australischen Musikwelt waren lange Dirigenten aktiv, die deutsche Komponisten sehr schätzten. Bis 1935 wurden jüdischen Künstler aus Europa noch mit offenen Armen für interessante Auftrittsmöglichkeiten eingeladen. Danach ist dieses Wohlwollen rasch gesunken.[17]
Die „Communist Party of Australia“ (CPA) wurde 1920 in Sydney gegründet, wobei sich einige linksextreme sozialistische Gruppen zusammenschlossen. Die Mitglieder orientierten sich am Bolschewismus und wollten mit ihrer radikalen Ideologie in Australien eine kommunistische Gesellschaftsordnung durchsetzen. Ihre Anhängerschaft war gering, aber umso kampfbereiter. Sie initiierte und organisierte Bergarbeiter- und Generalstreiks.[18] Sie lehnte die britische Kolonialherrschaft als imperialistisch ab. Die Zusammenarbeit mit der Labourpartei wurde beendet, weil sie als opportunistisch und abweichend qualifiziert wurde. Die CPA orientierte sich sehr stark an der Sowjetunion, von deren internationaler Organisation „Komintern“ sie finanzielle Zuwendungen erhielt. [19] In einem Bericht an die Komintern wurde dokumentiert: Die Mitgliederzahl war 1928 mit 500 noch sehr gering (100 in Sydney). Auf der Jahreskonferenz der Partei 1929 und im neuen Zentralkomitee hat sich die Moskauer Linie durchgesetzt. 1931 erlangte die CPA bei den Senatswahlen erstmals 28.000 und 1934 75.000 Stimmen. 1935 zählte die CPA 3.000 Mitglieder und verstärkte die Zusammenarbeit mit der Labourpartei.[20] Die CPA beeinflusste die Gewerkschaft, das Verhältnis blieb aber angespannt.
Seit 1932 gründete die Komintern eine “Einheitsfront gegen den Faschismus” und wollte alle antifaschistischen Bewegungen unter diesem Dachverband zusammenfassen. Die 1933 gegründete australischen Teilorganisation „Movement Against War and Fashism“ (MAWF) hatte 1934/35 die Durchsetzungskraft für die juristische, propagandistische und finanziellen Unterstützung Kischs gegen die behördliche Abweisung.[21] Die australische Regierung und die Beamten sahen in der CPA den verlängerten gefährlichen Arm der sowjetischen Außenpolitik.
Stationen der Australienreise
Kischs Wirken als Reporter, und sein politisches Engagement wurden legendär. Er war eine tonangebende Persönlichkeit im kommunistischen Weltkomitee gegen den Krieg und Faschismus. 1934 wurde Egon Erwin Kisch als Delegierter dieses Weltkomitees nach Australien zum Antikriegskongress des ebenfalls kommunistischen „National Council of Australia des Movements Against War and Fascism in Melbourne gesandt.“ [22] Dafür erhielt er ein Visum.
Kisch wurde jedoch kurzfristig vom Innenminister Harrison und vom Generalstaatsanwalt Menzies zu einem unerwünschten Besucher erklärt, weil ihm bereits zweimal die Einreise nach England verboten worden war. Dabei berief sich der Innenminister auf den § 3 gh des Einwanderungsgesetzes aus dem Jahr 1925. Das Commonwealth konnte Einreisewillige zurückweisen, wenn Behörden über offizielle oder diplomatische Kontakte erfahren hatten, dass diese Person in England oder einem Commonwealth-Staat als unerwünscht erklärt worden war.[23]
Dem Department of external affairs wurde dieser Sachverhalt über einen geheimen Brief des Inspectors in Charge Commonwealth Investigation Branch Perth H.E. Jones to the Department of External affairs am 16.10.1934 mitgeteilt.[24]
Dazu gab es auch einen regen Austausch zwischen den Geheimdiensten Englands, MI5, und Australiens. Meistens betraf das vermutete Kommunisten, die auf eine schwarze Liste gesetzt wurden, die vermutlich auch Kisch enthielt. Verweigert wurde erstens Kischs Zeugenaussage im Londoner Prozess Münzenbergs, Aktivist des Weltkongresses, zweitens eine Vortragsreise zur Kommunistischen Partei GBs.[25] Vermutet wurde dahinter eine Intervention der NS-Regierung. Sehr gewichtig war ein Telegramm vom 12.10.1934 aus London, in dem das Eireiseverbot nach England bestätigt wurde. Daraufhin wurde sofort mit den Überlegungen und Vorbereitungen begonnen, um Kisch juristisch abzulehnen.[26]
Es entbrannte ein Rechtsstreit zwischen den ordentlichen – unabhängigen – Gerichten, die vom Justizministerium verwaltet wurden und den Polizeigerichten, die als Verwaltungsbehörden an die Weisungen des Innenministeriums gebunden waren. In Melbourne durfte Kisch nicht von seinem Schiff gehen, deshalb sprang er aus fünfeinhalb Meter Höhe von der Reling auf den Kai und brach sich ein Bein. Australische Unterstützer brachten dagegen die Klage beim unabhängigen obersten Bundesgericht ein. Nach einer schmerzhaften Überfahrt nach Sydney konnten seine Anwälte die Behandlung des verletzten Autors in einem städtischen Krankenhaus durchsetzen. Bei der Berufungsverhandlung erlaubte das oberste Bundesgericht seine Einreise. Aber die leitenden Behördenvertreter Harrison und Menzies ignorierten die Urteilsbegründung.[27]
Generalstaatsanwalt Menzies beantragte einen Sprachtest nach Section 5(2) des Immigration Act. Wenn Kisch die Prüfung nicht bestehen würde, gebe es eine gesetzliche Handhabe gegen die Einreise. Kisch wurde vom Schiff zur weisungsgebundenen Polizei gebracht und sofort geprüft. Um offiziell in das Commonwealth einreisen zu dürfen, mussten die Kandidaten nach dem Immigrations Act 1901-1933 das Diktat in einer vorgegebenen europäischen Sprache bestehen. Kisch aber beherrschte acht europäische Sprachen, was die Behörden wussten und deshalb Gälisch, eine schottische Minderheitensprache vorgaben. Kisch erkannte das Täuschungsmanöver, er verweigerte den Test und protestierte an Ort und Stelle gegen die prüfenden Detektive.[28]
Die Prüfung war damit nicht bestanden und Kisch wurde nach dem „Immigration Restriction Amendment Act 1905 Section 3(a)“ am 28.11.1934 vom Polizeigericht zum unerlaubten Einwanderer erklärt und zur Zwangsarbeit verurteilt. Der weisungsbefugte Innenminister stellte sofort den Deportationsbefehl für Kisch aus.[29]
Kischs Anwalt Piddington meldete Berufung an. Kisch wurde nach Erlag einer Kaution auf freien Fuß gesetzt. Die Berufung erreichte über den Instanzenzug das unabhängige Oberste Bundesgericht. Es hob am 19.12.1934 das Urteil auf, weil nur 2,8% der schottischen Bevölkerung Gälisch sprachen und der Prüfer selbst Gälisch nur unzureichend beherrschte.[30] Kischs Unterstützer organisieren eine breite Kampagne mit den Botschaften „Kish [sic!] must land“ und „Kish [sic!] must speak“.[31].
Der Fall weitete sich zu einer Staatsaffäre aus, sodass sich sogar der Premierminister Lyons einschaltete. Er forderte von London wieder ein Dokument, das Kisch als unerwünschten Besucher des Commonwealth bestätigte. Damit verurteilte das Polizeigericht Kisch am 21.1. 1935 und wurde vom Obersten Gericht wiederum „abgeschmettert.“[32]
Im Gegenzug klagte Kisch den Sidney Morning Herald (SMH) wegen dessen tendenziöser Berichterstattung, um das Gericht zu beeinflussen und ein faires Verfahren zu vereiteln[33]
Nach der australischen (und britischen) Gesetzeslage war es – und ist es heute noch – nicht erlaubt, öffentlich in Medien laufende Verfahren zu kommentieren und diese damit zu beeinflussen. Das könnte die unparteiische Rolle des Gerichtes stören, und den Angeklagten kein faires Verfahren sicherstellen. Eingriffe in schwebende Verfahren werden als „Contempt of Court“, Missachtung des Gerichtes streng sanktioniert.[34]
Am 29.1.1935 eröffnete Richter J. Evatt das Verfahren gegen den Chefredakteur Fletcher und den Herausgeber des SMH, John Fairfax & Sons Ltd, wegen Missachtung des Gerichtes vor dem High Court mit folgenden zwei Anklagepunkten:
“An Application was made to the High Court by E.E. Kisch that C. Brunsdon Fletcher and John Fairfax & Sons Ltd., the editor an proprietor respectively of the Sydney Morning Herald punished for contempt of that Court, on the grounds that (a) the letters published on the 7,th and 8.th January 1935 were calculated to interfere with the fair trial in the Court of Petty Sessions of a new information laid against the applicant, and (b) that all the articles and letters published between 21st December and 8.th January constituted to serious and attack on the court and its members that the respondents should be punished.”[35]
Der Richter verhängte gegen den SMH keine Strafe, aber Evatt hielt fest , dass der SMH seine Pflicht einer fairen Berichterstattung missachtet hatte. Die Anklage wurde zurückgezogen, weil das Gericht würdigte, dass der SMH zwei Leserbriefe veröffentlichte, welche den Sachverhalt fair und unverzüglich darstellten. Das Urteil wurde verlesen und der Verteidiger des SMH verlas eine Entschuldigung für: „some oft the statements contained therein, with on examination are found to be inaccurate, intemperate an, unfortunately offensive.“[36]
Alle diese Gerichtsverfahren schürten Proteste in Australien, mit der Forderung einer baldigen Streitbeilegung. Im Feb. 1935 bot die neu gewählte Regierung einen außergerichtlichen Vergleich an: sie würde alle Anklagen fallen lassen, wenn Kisch an keinen weiteren Kundgebungen teilnimmt und das Land schnellstens verlässt. Die Regierung beendete alle Verfahren und übernahm die Prozesskosten.[37]
Vor dem Abreisetermin 11.3.1935 absolvierte Kisch, auf Krücken gestützt und humpelnd, Vortragsreisen durch den ganzen Kontinent. Bei seinen Farewell-Auftritten Ende Februar zog er bis zu 40.000 Teilnehmer an.[38]Seine wichtigste Botschaft war die Aufklärung der australischen Menschen darüber, welche Gefahr von der deutschen NS-Ideologie für den Weltfrieden ausging. Hitler wurde von den Medien oft als Witzfigur dargestellt, die nicht ernst zu nehmen sei.[39]
Im Februar 1935 trat Kisch in West-Melbourne bei einer großen Demonstration mit dem einprägsamen Slogan auf: „Mein Englisch ist gebrochen, mein Bein ist gebrochen, nur mein Herz ist nicht gebrochen.“[40] Bei den Auftritten unterstützte die kommunistische Partei Australiens (CPA) Kisch und die Anliegen der Aborigines.
Die Ablehnung Kischs durch nationalistisch orientierte Amtsträger
Mit der Einstellung der Gerichtsverfahren blieben für die wissenschaftliche Forschung viele Fragen offen. Noch immer sind viele Dokumente vor allem im Nationalarchiv Canberra nicht zugänglich. Als Begründungen dient die Sicherheit, die Verteidigung und internationale Beziehungen. Daher ist ein Nahverhältnis zur rechten New Guard im Land und zu diversen deutschen Institutionen anzunehmen. [41] Hitler genoss in westlichen Demokratien lange das Vertrauen. Sie sahen in Deutschland einen Verbündeten gegen den Kommunismus. Hitlers Expansionspläne wurden dagegen kaum ernst genommen.
Egon Erwin Kisch wurde schon in den ersten Artikeln als „German Jewish Journalist“ dargestellt, womit klar war, dass man ihm grundsätzlich sehr kritisch gegenüberstand und seine jüdische Abstammung mit ins Spiel brachte. Kisch hatte aber viele gute Kontakte zu bekannten australischen Autoren wie E. J. Brady oder Vance Palmer. Das stärkte seine Position, konnte die antisemitische Ablehnung aber nicht verhindern.[42]
Obwohl viele Australier dem Judentum skeptisch gegenüberstand, mussten die Behörden Juden und damit auch Egon Erwin Kisch, akzeptieren. Man wollte ihn aber schnell außer Landes bringen, bevor er eine zu große Popularität gewann.[43]Eine „fragwürdige Haltung zu den faschistischen Regimes in Europa“ sehen Autoren bis heute auch beim Generalstaatsanwalt Robert Menzies, der von 1939 bis 1941 und 1949 bis 1966 australischer Premierminister war.[44] Im National Archive of Australia existieren Hinweise, dass Dokumente vom australischen Geheimdienst entfernt wurden. Bereits Kisch selbst vermutete, dass Kollaborationen von Teilen der australischen Regierung mit Nazi-Akteuren im Gang waren.
In der australischen Presse der 1930er Jahren fand sich kaum Kritik an den Ereignissen im NS-Deutschland. Wie weit für die Abwehrhaltung gegen Kisch seine jüdische Herkunft ausschlaggebend war, kann in der wissenschaftlichen Forschung nicht abschließend beantwortet werden.[45]
1. Quellenkritische Analyse der Zeitungsartikel
Am 13.Nov . 1934, zwei Wochen nach Eintreffen von Kisch in Melbourne brachte The West Australien (Perth), HERR KISCH’S EXCLUSION, 13. Nov. 1934, Page 15 eine ausführlichere Meldung. Kisch reiste auf dem Schiff „Strathaird“ unter Kapitän E. A. Carter nach Australien. Er wurde bei der Ankunft vom Kapitän trotz juridischer Bemühungen und der Leistung einer Bürgschaft seitens Mrs. Jane Aaron vorerst auf dem Schiff als „illegaler Immigrant“ festgehalten. Zu sehr hatte man Respekt vor seinem Auftreten als Kommunist innerhalb des Commonwealth. Aus dem Zeitungsartikel geht eindeutig hervor, dass man sich über die Legalität des ausgesprochenen Einreiseverbotes nicht ganz sicher war, und man setzte auf eine starke Zeitverzögerung in der Behandlung des Falles. Kommunismus wurde gemeinhin als politische Gefahr gesehen und so geriet auch Kisch als überzeugter Kommunist in heftige Kritik.[46]
Am selben Tag erschien in The Age (Melbourne), mit NOT WANTED HERE, ein kritischer Artikel. Die Ablehnung Kisch’s als Kommunist nahm immer unterschiedlichere Formen an und seine Einreise erzeugte von Anfang an heftige politische Diskussionen. Speziell bildeten sie sich zwischen der Regierung und der Arbeiterpartei, die sich aus Angst um die Sicherheit ihrer Arbeitsplätze gegenüber Immigranten heftig gegen Kisch einsetzten.[47]
Am 14.Nov. erschien eine Beobachtung im The Courier-Mail (Brisbane), THE CASE OF KISCH. Kischs Popularität stieg durch die sogenannte „Negativwerbung“ in Australien enorm an. Er wurde als Teilnehmer des „Anti-War Congress“ als Kommunist gebrandmarkt und mit einem Einreiseverbot belegt, mit dem Effekt, dass man äußerst aufmerksam wurde. Man versuchte ihn in der Presse als Kommunist „lächerlich“ hinzustellen, dies aber mit der Folge, dass seine Popularität mit jeder Zeile in den Zeitungen stieg.[48]
Am 15. Nov. beleuchtete The Sun (Sydney), LOCKED IN, die politische Dimension dieses ausländischen Besuches. Kisch verletzte sich am Knöchel beim Versuch, von der Straithard an Land zu gehen. Kish erhob starken Protest gegen seine Behandlung. Er erklärte, dass er von vielen ranghohen politischen Personen zum „Anti-Kriegskongress“ eingeladen worden war. Am Kai bildeten sich Demonstrationsgruppen von Sympathisanten und von Gegnern Kisch’s. Kommunisten plädierten für eine freie Einreise Kisch’s. Im Gegensatz dazu protestierten Gewerkschafter – sie sahen in Kisch als Kommunist die Gefahr, dass viele Flüchtlinge als „Arbeiter“ ins Land kommen könnten und damit den hiesigen Arbeitsmarkt negativ beeinflussen würden.[49]
Schon am 19.Nov. erschien der Aufmacher im The Daily Telegraph (Sydney), KISCH GIVES MESSAGE TO CROWD. Kisch sprach vor einer großen Menge über den Faschismus in Europa und erklärte, dass dieser unbedingt verhindert werden müsse. Damit prägte sich aber die Ablehnung gegen den Kommunismus noch tiefer ein. Obwohl Kisch erklärte, im Sinne der Vermeidung des Faschismus und des Kapitalismus unterwegs zu sein, klang seine kommunistische Ausrichtung immer durch. Das bot den Angriffspunkt gegen ihn, da der Kommunismus als große internationale politische Gefahr gesehen wurde, vor der man sich als Staat schützen musste.[50]
Am selben Tag erschien auch ein Aufmacher im Border Morning Mail (Albury, NSW), EGON ERWIN KISCH. Kisch galt auch als „bedeutender Kommunist,“ er war ein fundamentales Mitglied der Kommunistischen Internationale und hatte damit eine sehr weitreichende Reputation. Seine Person wurde immer mit dieser Ideologie in Verbindung gebrachte, was ihm verständlicherweise auch viel Ablehnung brachte.[51]
Einige Tage später am 22. Nov. veröffentlichte The Argus (Melbourne), „NEW KISCH PROBLEM,“ 22.ein politisches Resümee. Die staatlich öffentliche Intervention gegen Kisch war hauptsächlich danach ausgerichtet, ihn als Kommunist anzuprangern, da dies in der Öffentlichkeitsmeinung das viel größere Gewicht hatte. Seine jüdische Abstammung wurde auch ins Spiel gebracht, aber man konnte Antisemitismus in Australien nicht wirklich rechtfertigen, obwohl man den Juden sehr wohl skeptisch gegenüberstand. Da man aber seine Allianz mit der kommunistischen Partei Australiens und die Folgen daraus fürchtete, setzt man ihn als „unerwünschten Kommunisten“ unter Druck, in der Hoffnung, dass er möglichst das Land wieder verlassen würde. Ihn als Kommunist bloßzustellen war im Gegensatz zum Antisemitismus in vollem Umfang möglich und stieß auf keine Hindernisse, dies in aller Vehemenz durch die tägliche Presse zu betreiben.[52]
In diesem Sinne muss man klar festhalten, dass Egon Erwin Kisch während seines Australienaufenthaltes 1934 / 35 hauptsächlich als Kommunist hingestellt wurde
Am 29.Nov., als mehrere Gerichtsverfahren gegen Kisch bereits anhängig waren resümierte Advocate auf Seite 7: Kisch Gailed. TO BE DEPORTED SOON AS POSSIBLE. Kischs Rechtsstreit über seinen Aufenthalt in Australien begann mit vielen Widersprüchlichkeiten in der Beweisführung. Viele Zeugen wurden an ihrer Aussage verhindert, ein Sprachentest in gälischer Sprache wurde als Beweis gegen ihn herangezogen. Das wurde wiederum als absolut absurd hingestellt, und bei allen Anschuldigungen war der „ätzende antisemitische Beisatz“ immer hörbar und spürbar. Obwohl man dem Judentum sehr skeptisch und ablehnend gegenüberstand, war es von staatlicher Seite nicht möglich, Juden und damit auch Egon Erwin Kisch vollständig abzulehnen. Die spitzfindigen Bemerkungen und Anspielung waren aber trotzdem immer präsent und wurden bei dem Versuch, Kisch wieder außer Landes zu bringen, miteingesetzt. Man wollte in dieser Angelegenheit schnell handeln, bevor Kisch eine zu große Popularität gewann.[53]
Am 1. Dez. erschien die politische Einschätzung von The Westralien Judean (Perth), THE JEWISH COMMUNIST. Die öffentlichen Auftritte von Kisch als Kommunist in Australien wirbelten sehr viel Staub auf. Seine Theorien eines neuen Staatssystems, um „Armut inmitten des Reichtums“ zu beseitigen, wurden äußerst kritisch gesehen und galten eigentlich als nicht umsetzbar. Sein kommunistisches Auftreten erzeugte Gegendruck. Hier wurde wiederum jede Argumentation über den Kommunismus als Staatsform bei Kisch mit seiner jüdischen Abstammung negativ konnotiert.[54]
Fazit
In den 1930er Jahren wurde die Politik in Australien von einer kleinen, aber sehr aktiven kommunistischen Partei beeinflusst. Hauptangriffspunkte waren Streiks als Belastung der Gesamtwirtschaft. Die Regierung und Verwaltungsbehörden setzten sehr strenge polizeiliche Mittel ein, um deren Erstarken zu verhindern. Den sogenannte „Friedenskongress“ der kommunistisch dominierten Bewegung gegen Krieg und Faschismus empfanden sie als Bedrohung. Daher schreckten die Behörden nicht davor zurück, auch ausländische, kommunistisch ausgerichtete Staatsbürger mit Polizeigewalt an der Kongressteilnahme zu hindern. Durch das spektakuläre Auftreten von Kisch bei den Gerichtsverhandlungen und öffentlichen Vorträgen wurden diese Polizeiaktionen publik und boten den australischen Kommunisten eine aktuelle Propagandaplattform.
Zusätzlich wiesen Medien leitenden Beamten ein Naheverhältnis zur NS-Ideologie und zu NS-Diplomaten nach. Als Argument zur Bekräftigung wurde von einigen Zeitungen die jüdische Abstammung Kischs ins Treffen geführt, um den Behörden auch rassistische Neigungen anzulasten. Auf Kischs jüdische Abstammung sind begrenzt Hinweise in Geheimdienstakten zu finden. In der Staatsaffäre, dem Auftreten von Kisch, wollten die Behörden einen Popularitäts- und Machtzuwachs der Kommunisten verhindern.
Das offizielle Australien hat die autoritären Regimes in Europa als Bollwerke gegen die weltweiten kommunistischen Machtinteressen gesehen. Den dortigen Menschenrechtsverletzungen wurden keine Aufmerksamkeit geschenkt. Australien hat die kriegerischen Expansionspläne Nazideutschlands nicht ernst genommen. Deshalb wurde der kommunistisch ausgerichtete „Friedenskongress“ als überflüssig, ja abzulehnen, eingeschätzt.
[1] Daniela Ihl, Egon Erwin Kischs Reportagebuch „Landung in Australien“: Eine historisch-literarische Studie (Sydney: University of New South Wales, 2009), 87. Kisch wurde von Henri Barbusse, dem französischen Leiter des Weltkomitees gegen Krieg und Faschismus, entsandt.
[2] The Westralian Judean (Perth, WA : 1924 – 1925; 1929 – 1955) View title info Sa. 1 Dez. 1934, Page 4, THE JEWISH COMMUNIST
[3] Padraic Gibson, “Egon Erwin Kisch and Black Australia,” In: Smith Evan (Hg.) Persian Jayne (Hg.), Vashti Jane (Hg.), Histories of fascism and anti-fascism in Australia. Abingdon, Oxon: New York, NY: Routledge; 2023. 61–79. S. 61–62.
[4] https://www.geschichtewiki.wien.gv.at/Egon_Erwin_Kisch (abgerufen 20.12.2024)
[5] Daniela Ihl, Egon Erwin Kischs Reportagebuch, Landung in Australien; Eine historisch-literarische Studie. (University of New South Wales, Sydney 2009), 13–22.
Kisch hätte als aus Böhmen stammender Einwohner Wiens durch Option die österreichische Staatsbürgerschaft erlangen können, vgl: Hannelore Burger, Heimatrecht und Staatsbürgerschaft österreichischer Juden, ( Wien 2014 ) 132-138
https://www.geschichtewiki.wien.gv.at/Egon_Erwin_Kisch (abgerufen 20.11.2024)
[6] Karl Rössel, “Landung in Australien: Auf den Spuren von Egon Erwin Kisch,in: ” SoZ Sozialistische Zeitung Nr.25, (Köln Dezember 2001), 16-18.
http://www.die-welt-ist-keine-ware.de/vsp/soz/012516.htm, (abgerufen 16.12.2024)16.
[7] Marcus G Patka, Egon Erwin Kisch / Stationen im Leben eines streitbaren Autors. (Wien: Böhlau 1997); Kapitel: Triumph in Australien, 204-276.
[8] Marcus G. Patka, “Egon Erwin Kisch und sein Wandel vom gläubigen Kommunisten zum bekennenden Juden im Spiegel seiner Literatur,” in Judentum und Arbeiterbewegung, Hrsg. Markus Börer, Anja Jungfer und Jakob Stürman (De Gruyter, 2018, 239–253).239–240.
[9] Patka, Kisch Wandel vom gläubigen Kommunisten, 241.
[10] Marcus G Patka, Egon Erwin Kisch / Stationen im Leben eines streitbaren Autors. (Wien: Böhlau 1997);
Walter Kleindel: Das große Buch der Österreicher. 4500 Personendarstellungen in Wort und Bild, Namen, Daten, Fakten. Unter Mitarbeit von Hans Veigl. (Ueberreuter Wien 1987) 243.
https://www.geschichtewiki.wien.gv.at/Egon_Erwin_Kisch (abgerufen 21.11.2024)
[11] https://wk1.staatsarchiv.at/propaganda-kuenstler-und-kpq/kriegspressequartier/index.html.“Kriegspressequartier,” Österreichisches Staatsarchiv, zuletzt abgerufen 6. Dezember 2014,
[12], Vajda Stephan, Felix Austria, Eine Geschichte Österreichs (Wien 1980), 567, Die Versorgung war seit 1915 unzureichend, es mussten Lebensmittelkarten eingeführt werden
[13] Hannelore Burger, Heimatrecht, 132-138
[14] https://www.bpb.de/shop/zeitschriften/apuz/archiv/526586/die-tschechoslowakei-von-1918-bis-1939/.Gottfried Rhode, “Die Tschechoslowakei von 1918 – 1939,” APuZ Politik und Zeitgeschichte 1962 49.
[15] Radio Prague International, Czech Radio “Die Geschichte der Tschechoslowakei und ihre Teilung vor 10 Jahren,”, (zuletzt abgerufen 22. Dezember 2024)
https://deutsch.radio.cz/die-geschichte-der-tschechoslowakei-und-ihre-teilung-vor-10-jahren-8068712.
[16] https://www.dhm.de/lemo/kapitel/ns-regime/ausgrenzung-und-verfolgung/nuernberger-gesetze-193 (abgerufen 20.1.2025)
[17] Dümling, Albrecht, Die verschwundenen Musiker: Jüdische Flüchtlinge in Australien. Köln: Böhlau Verlag; Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht, 2011. 143-162, 145-147.
[18] https://www.kommunismusgeschichte.de /forschen/archive/article/detail/akten-der-communist-party-of-australia-bundesstaat-victoria-melbourne-australien. Akten der Communist Party of Australia (Bundesstaat Victoria), Melbourne, Australien”, abgerufen am 22. Dezember 2024, https://www-auscp-org-au (27.1.2025);
https://www.aph.gov.au/About_Parliament/Parliamentary_departments/Parliamentary_Library/Research/FlagPost/2020/October/100th_Anniversary_Communist_Party_of_Australia
[19] David W. Lovell , Kevin Windle, Our Unswerving Loyalty, “A documentary survey of relations between the Communist Party of Australia and Moscow, 1920–1940” Taschenbuch (ANU E Press, 2011).
[20] https://www.jstor.org/stable/44926455 Kommunismusgeschichte; Aus den Annalen der Kommunisten Australiens, Parteichronik… (abgerufen 8.12.2025)
[21]https://www.aph.gov.au/About_Parliament/Parliamentary_departments/Parliamentary_Library/Research/FlagPost/2020/October/100th_Anniversary_Communist_Party_of_Australia(abgerufen 27.1.2025)
Rodney Gouttman, The Communist Party of Australia and the Jewish Problem, in: MENORAH Australian Journal of Jewish Studiens, Volume 2, Issue 3 (1988) 68-76. Die CPA war offiziell ein Gegner des Zionismus
[22] Daniela Ihl, , Kischs Reportagebuch,. 87-99, Landung in Australien; Kapitel 4.3. Der Fall Kisch als Medienereignis: Die Berichterstattung in der australischen Presse. 148-165.
Markus G. Patka, Egon Erwin Kisch / Stationen im Leben eines streitbaren Autors. (Wien: Böhlau 1997), Kapitel: Triumph in Australien, 204-276.
Karl Rössel, SoZ – Sozialistische Zeitung, Nr.25, 16-18.
[23] Original Wortlaut des § 3 gh des Einwanderungsgesetzes: „Any Person declared by the minis-ter to be, in his opinion from information received from Government of the United Kingdom, or of any other part of the British Dominions, or from any foreign government through official or diplomatic channels, undesirable as inhabitant of, or visitor to the Commonwealth” zitiert in: Commonwealth of Australia Parliamentary Debates. 145 Senate and House of Representa-tives, 23.10.1934-4.12.1934. Case of Herr Kisch. S. 256, zit. Nach: Daniela Ihl, Kischs Reportagebuch, 89.
[24] National Archives of Australia: Series A 432 1934/1736 Part 1.
[25] Daniela Ihl, Kischs Reportagebuch, 89.
[26] Daniela Ihl, Kischs Reportagebuch, 90
[27] Padraic Gibson, Egon Erwin Kisch and Black Australia, 61–62.
https://usearch.univie.ac.at/primo-explore/search?query=any,
contains,10.4324~2F9781003120964&tab=default_tab&search_scope=UWI_UBBestand&vid=UWI&offset=010.4324/9781003120964(Gerichtsverfahren)
Padraic Gibson, Egon Erwin Kisch and Black Australia. S. 63
[28] Daniela Ihl, Kischs Reportagebuch, 94.
[29] Daniela Ihl, Kischs Reportagebuch, 94. Deportation Order unterzeichnet vom Innenminister Paterson. In: National Archives of Australia: A 446 2003 /1957/21371
[30] Daniela Ihl, Kischs Reportagebuch, 95
[31] Karl Rössel, SoZ – Sozialistische Zeitung, Nr.25, 17.
[32] Daniela Ihl, Kischs Reportagebuch, 95
[33] Daniela Ihl, Kischs Reportagebuch, 96.
Egon Erwin Kisch : Gesammelte Werke in Einzelausgaben 12 Bände. (Hrsg. Bodo Uhse und Gisela Kisch ) Berlin, Aufbau Verlag.: Band IV. Paradies Amerika. Landung in Australien. 3. Auflage. Berlin Weimar 1978. S. 426 ff.
[34] Daniela Ihl, Kischs Reportagebuch, 161
[35] Daniela Ihl, Kischs Reportagebuch, 162, Commonwealth Law Reports. Case determined in the High Court of Australia: The King Against Fletcher and Another. Ex Parte Kisch. Jan 29,30,31 1934; Feb. 1,6. 1935. Vol. 52 1934-1935. S 249
[36] Daniela Ihl, Kischs Reportagebuch, 163, Commonwealth Law Reports. Case determined in the High Court of Australia: The King Against Fletcher and Another. Ex Parte Kisch. Jan 29,30,31 1934; Feb. 1,6. 1935. Vol. 52 1934-1935. S 252.
[37] Karl Rössel, SoZ – Sozialistische Zeitung Nr.25, 18.
[38] The Argus (Melbourne, ,Vic.: 1848-1957) 28.2.1935, Page 12
[39] Karl Rössel, SoZ – Sozialistische Zeitung Nr.25, 18.
[40] Karl Rössel, SoZ – Sozialistische Zeitung Nr.25, 18.
[41] Philipp Strobl, Die Flüchtlingskrise der 1930er Jahre in australischen Tageszeitungen, Eine medienhistorische Diskursanalyse, in: Studien zur Zeitgeschichte, Band 109, (Verlag Dr. Kovac, Hamburg 2019), 10.;
Karl Rössel, SoZ – Sozialistische Zeitung Nr.25, 16-18
[42] The Sun News-Pictorial (Melbourne, Vic. : 1922 – 1954; 1956) View title info Mo. 29 Okt. 1934, Page 5
Rodney Gouttman, Was it ever so? Anti-Semitism in Australia 1860 1950, in: Humanities Research Vol. XII No 1, Australian Jewich Historical Society, (2005) 59-61.
[43] Advocate, 29 Nov. 1934, 7, Kisch Gaoled. TO BE DEPORTED SOON AS POSSIBLE.
[44] Sir Robert Gordon, Menzies (* 20.12.1894 in Jeparit, Victoria; † 15. 5.1978 in Melbourne) Jurist und Politiker. Premierminister von 1939 bis 1941 und von 1949 bis 1966.
Karl Rössel, SoZ – Sozialistische Zeitung Nr.25, Kapitel Nachkriegsaktualität 18.
[45] Daniela Ihl, Kischs Reportagebuch, 97,98
[46]n. A. “Herr Kisch’s Exclusion,” The West Australian, 13. November 1934,
https://trove.nla.gov.au/newspaper/article/32817156?searchTerm=egon%20erwin%20kisch%20melbourne%20communist%2C%20jewish#
[47]n.A. “Not Wanted Here,” The Age, 8. November 1934, Link.
https://trove.nla.gov.au/newspaper/article/205084479?searchTerm=egon%20erwin%20kisch
[48] The Courier-Mail (Brisbane, Qld. : 1933 – 1954), Mi 14 Nov 1934, Page 12 – THE CASE OF KISCH
https://trove.nla.gov.au/newspaper/article/35634269/1953649
[49] The Sun (Sydney, NSW : 1910 – 1954), Do 15 Nov 1934, Page 27 – LOCKED IN
https://trove.nla.gov.au/newspaper/article/230152786?searchTerm=egon%20erwin%20kisch%20communist%2C%20jewish
[50] The Daily Telegraph (Sydney, NSW : 1931 – 1954) View title info Mo. 19 Nov. 1934, Page 1, Kisch Gives Message To Crowd
https://trove.nla.gov.au/newspaper/article/246997924?searchTerm=egon%20erwin%20kisch%2C%20conference%2C%20fascism%20kisch%2C%20congress%2C%20fascism#
[51] Border Morning Mail (Albury, NSW : 1934 – 1935; 1938 – 1954), Mo 19 Nov 1934, Page 1 – EGON ERWIN KISCH
https://trove.nla.gov.au/newspaper/article/271683699/30685662
[52] The Argus (Melbourne, Vic. : 1848 – 1957) View title info Do. 22 Nov. 1934, Page 9 NEW KISCH PROBLEM
[53] Advocate (Burnie, Tas. : 1890 – 1954) View title info Do. 29 Nov. 1934 Page 7, Kisch Gaoled. TO BE DEPORTED SOON AS POSSIBLE.
https://trove.nla.gov.au/newspaper/article/10995512?searchTerm=egon%20erwin%20kisch%2C%20speech%2C%20communist
[54]n.A. “The Jewish Communist,” The Westralian Judean, 1. Dezember 1934,
https://trove.nla.gov.au/newspaper/article/260742580?searchTerm=kisch%20communism%20jewish
