Diese Aufsatzsammlung analysiert die Darstellung und Diskussion von Flucht und Migration in der australischen Presse der späten 1930er Jahre. Im Zentrum steht die Frage, wie Presseberichte zur Konstruktion von Fremdheit, Zugehörigkeit und nationaler Identität beitrugen, insbesondere im Kontext globaler Fluchtbewegungen aus dem nationalsozialistischen Europa. Die Blogbeiträge untersuchen anhand diskursanalytischer Methoden, welche Narrative – etwa Bedrohung, Überfremdung, ökonomische Belastung oder Humanität – in führenden australischen Zeitungen reproduziert und verhandelt wurden. Besonderes Augenmerk gilt dabei der restriktiven „White Australia Policy“ und der grundlegenden Prägung nationaler Identität durch Medienrhetorik. Die unterschiedlichen Beiträge nehmen spezifische Fallbeispiele in den Blick, darunter die Berichterstattung über die Évian-Konferenz, die Aufnahme jüdischer Flüchtlinge, die Darstellung unbegleiteter Migrant:innen und die spezifischen Narrative zu einzelnen Gruppen oder Ereignissen. Ebenso werden die Wechselwirkungen von Politik, Presse und Öffentlichkeit sowie die Spielräume für solidarische oder ausgrenzende Diskurse beleuchtet. Methodisch basiert das Projekt auf der Auswertung digitalisierter Zeitungsquellen und einer multiperspektivischen Herangehensweise im Rahmen eines universitären Lehrprojekts. Insgesamt verdeutlicht die Beiträge die historische Verwobenheit von medialen Diskursen, migrationspolitischer Praxis und gesellschaftlicher Identitätsbildung, deren Nachwirkungen bis in die Gegenwart reichen.

„Undesirable migrants“ – Darstellungen jüdischer Einwanderer:innen in „The Daily Telegraph“ im Zeitraum von 1938 bis 1939
Anna-Maria Schierhuber, Thomas Leitner
1. Einleitung
Die Jahre 1938 und 1939 stellten für die Minderheiten in Österreich, darunter auch die große Gruppe der jüdischen Bevölkerung, einen einschneidenden Wendepunkt im alltäglichen Leben dar. Hatte man vor dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich am 11. März 1938 noch stets die geringe Hoffnung, die Brutalität und Grausamkeit der Nationalsozialisten zu umgehen, zeigte der breite Jubel am Heldenplatz, aber auch die Reichspogromnacht im November desselben Jahres, dass die eigene Heimat für viele nicht mehr sicher war.[1] Zahlreiche Jüdinnen und Juden flohen nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten in der Weimarer Republik zunächst nach Frankreich, Belgien und in die Tschechoslowakei, um so dem Terror des Naziregimes kurzfristig zu entkommen. Als jedoch Österreich 1938 in das Deutsche Reich eingegliedert wurde, schwand die Hoffnung eines baldigen Kollapses des Regimes, was zu einer globaleren jüdischen Migrationswelle in fernere Gebiete, wie den USA, Kanada oder Australien, führte.[2] Jene großen Einwanderungsströme von deutschsprachigen Migrant:innen wurden jedoch von vielen Gesellschaften rund um den Globus oftmals als negativ erachtet, was sich ebenso in der fehlenden internationalen Hilfsbereitschaft für jene jüdischen Vertriebenen widerspiegelte.[3]
Der vorliegende Text befasst sich mit der Flucht nach Australien nach der NS-Übernahme. Die Rezeption vieler Deutschsprachiger war nach dem Ersten Weltkrieg in zahlreichen Ländern, darunter auch Australien, schlecht. Viele Teile der Bevölkerung sahen in den deutschen Migrant:innen potentielle Spion:innen für das Deutsche Reich. Gleichzeitig war Australien in dieser Zeit geprägt von einer Isolationspolitik, der „White Australia Policy“, was die Stimmung gegenüber jenen Hilfsbedürftigen weiter trübte. Diese Arbeit hinterfragt, wie sich die wesentlichen Ereignisse in Europa, speziell der Anschluss Österreichs und die Novemberpogrome, auf die allgemeine Darstellung und Meinung gegenüber den jüdischen Einwander:innen auswirkten. Welches Bild wurde von deutschsprachigen-jüdischen Migrant:innen in der Öffentlichkeit gezeichnet? Hierbei analysiert der Text die rechts-konservative Tageszeitung „The Daily Telegraph“ anhand der qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring auf zwei zentrale Leitthemen: die ethnische Zuschreibung und die wirtschaftliche Darstellung von deutschsprachigen-jüdischen Migrant:innen. Die vorliegende Arbeit ist hierbei in zwei Hauptabschnitte eingeteilt: Das erste Kapitel liefert eine Kontextualisierung der beschreibenden Hauptereignisse und der gesellschaftlichen und politischen Verhältnisse Australiens der Zwischenkriegszeit, während das zweite Hauptkapitel die Analyse wiedergibt. Somit soll beschrieben werden, ob sich das Bild von deutschsprachigen jüdischen Migranten:innen binnen weniger Jahre in der australischen Gesellschaft verändert hat.
2. „On passage to 1939“
2.1. Anschluss und Radikalisierung
Wie bereits erwähnt, stellten die Jahre 1938 und 1939 einen massiven Einschnitt im Leben tausender Jüdinnen und Juden in Österreich dar. Der Anschluss an das Deutsche Reich brachte eine Radikalisierung der Bevölkerung mit sich. In Deutschland gab es bereits seit der Machterlangung der NSDAP 1933 eine stetige Verfolgung und Entmenschlichung der jüdischen Gesellschaft und anderen vom Regime erachteten Gegnern.[4] Die „Nürnberger Gesetze“ aus dem Jahr 1935 zeigen dabei die klar antisemitisch- geprägte Ideologie der Nationalsozialisten. „Rassenhygiene“ und „Rassenanthropologie“ zählten zu den nationalsozialistischen „Leitwissenschaften“ und gaben eine Methodik und Legitimation für die Gesundheits- und Rassenpolitik des NS-Staates. Die Nationalsozialisten wollten der eigenen Aussage nach jene selbsternannten „Minderwertigen“, „Unerwünschten“ und als „Gegenrasse“ definierten Menschen systematisch ausrotten“.[5] Diese Ideologie wurde nun mit dem Anschluss an das Deutsche Reich ebenfalls im zuvor unabhängigen Österreich stimuliert. Rund 250.000 der schätzungsweise 1,8 Millionen Wiener:innen jubelten am 15. März am Heldenplatz Adolf Hitler bei seiner Rede zu. Zahlreiche nun durch den Anschluss „marginalisierte“ Gruppen erkannten die Gefahr früh und versuchten, das Land sicher zu verlassen. Kommunisten, Juden, Sozialisten und anderen Randgruppen wurde die Ausreise an den Grenzen verboten. Sie wurden zurück in ihre Heimat geschickt und oftmals nach einer kurzen Zeit in ein Konzentrationslager deportiert. Der erste Transport sogenannter „Schutzhäftlinge“ geschah bereits am 1. April 1938 nach Dachau.[6]
Der Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich unterdrückte Störungen innerhalb der Gesellschaft zum Vorschein. Bereits vor dem Einzug Hitlers kam es in der Ersten Republik zu vielen Aufständen und Demonstrationen von NS-Anhängern gegen den Parlamentarismus und später den Austrofaschismus. Der Anschluss ermöglichte nun, dass die rassistische und antisemitische NS-Ideologie in die Öffentlichkeit getragen werden konnte, Tendenzen, die sich, wie bereits erwähnt, in Österreich schon seit langem abgezeichnet hatten. Ebenso kam es am 11. März 1938 zur von der Führungsetage der Nationalsozialisten proklamierten „Revolution von Unten“. Dieser Aufstand begann zunächst mit friedlichen und unbewaffneten, jedoch äußerst prominenten Straßendemonstrationen. In den nächsten Tagen sollte diese „Revolution“ jedoch eine Eigendynamik entfalten, welche deutlich aggressiver war. Jene „Aggressivität“ spiegelte sich in häufig spontanen, von örtlichen Partei- und Formationsführern inszenierten Aktionen gegen Einrichtungen des alten Regimes oder politischer Gegner. Oftmals reichten einfache Drohungen aus, um ein kurzfristiges Ziel zu erreichen: Entlassungen „unerwünschter“ Personen, Übergabe von Posten oder Auszahlungen von Sonderzulagen. Sachbeschädigungen jüdischen Eigentums waren dabei nicht selten. Der Anschluss Österreichs kann wie eine Explosion beschrieben werden, welche die soziale, wirtschaftliche und politische Unzufriedenheit der letzten Jahre darstellte, und dessen Wucht jenes Potential von Antisemitismus letztendlich freisetzte.[7]
Den Höhepunkt der Ausschreitungen gegen die jüdische Bevölkerung stellten die Novemberpogrome desselben Jahres dar. In Österreich kam es in Wien, Klagenfurt, Villach, Linz, Graz, Salzburg, Innsbruck und in mehreren burgenländischen und niederösterreichischen Stadtgemeinden zur massiven Zerstörung jüdischen Eigentums und Synagogen und gewalttätigen Übergriffen auf die jüdischen Gemeinden. 27 Menschen wurden getötet, darunter ebenfalls der Vorstand der Innsbrucker Judengemeinde Richard Berger.[8] Eine der gewalttätigsten Ausschreitungen im November 1938 im gesamten Deutschen Reich gab es dabei in Wien, wo es schon im Oktober zu kleineren pogromartigen Exzessen kam. [9] Jene Novemberpogrome stellten hierbei nicht einen, wie von den NS-Anhängern oftmals bezeichneten, Rachefeldzug aufgrund eines „spontanen Ausbruch des Volkszorns“ dar, sondern es waren von der höchsten Stelle angeordnete und von der NSDAP auf Gau- und Kreisebene organisierte Ausschreitungen gegen die jüdische Bevölkerung. Neben Demütigungen kam es ebenfalls zu zahlreichen Massenverhaftungen Angehöriger der jüdischen Gemeinde, welche vorläufig festgenommen, dokumentiert und nach Stunden oder Tagen wieder freigelassen wurden. In Wien allein wurden über 6.800 Jüdinnen und Juden festgenommen.
Die Novemberpogrome im gesamten (erweiterten) Deutschen Reich stellten sowohl die ausgeweitete Radikalisierung der Bevölkerung, die propagandistische Durchdringung, als auch die breite allgemeine Bereitschaft vieler Sozialgruppen zum Antisemitismus dar. Die Pogrome wurden zwar nicht von den Höherrangigen des NS-Regimes direkt offiziell angeordnet. Die Rede von Goebbels in München gegen Herschel Grünspan implizierte jedoch eindeutig eine Zustimmung zu allgemeinen Ausschreitungen gegen Jüdinnen und Juden. Trotzdem zeigen die Zerstörungen, Konfrontationen und Denotationen, auf welche Basis von Frust und Gewaltbereitschaft die Nationalsozialisten zurückgreifen konnten.[10]Wolfgang Benz formuliert es in seiner Monografie „Gewalt im November 1938“ 2018, in der Überschrift für das zwölfte Kapitel, treffend: „Der Holocaust begann im November 1938“.[11]
Der Gedanke, die Heimat zu verlassen, war in der deutschen Reichshälfte deutlich schwerer gefallen. In der neu etablierten Ostmark, dem neuen Namen des ehemaligen Österreich im Deutschen Reich, waren es der Anschluss und die deutliche Darstellung der Plünderung jüdischen Eigentums durch die Nationalsozialisten, welche die Fluchtbestrebungen auslösten. Die „Reichskristallnacht“, wie sie von den Nationalsozialisten betitelt worden war, war für viele Jüdinnen und Juden des „Altreichs“ der zentrale Anstoß das Land zu verlassen – für Österreich verschärfte sie die bestehende Tendenz zur Flucht weiter.[12] „Nun musste niemand mehr von der Notwendigkeit zur grössten [sic!] Eile überzeugt werden. Alle, alle, bis auf die ganz Alten oder zur Auswanderung wegen Krankheit Unfähigen hatten nur einen Gedanken: ‚Wie entkomme ich‘“.[13] Die geschätzte Gesamtzahl, der zwischen dem Anschluss und November 1941 aus Österreich emigrierten Jüdinnen und Juden, beträgt 130.000 Menschen.[14]
2.2. Einwanderung nach Australien
Die stetig wachsenden Migrationszahlen führten dazu, dass die internationale Staatengemeinschaft 1938 eine Konferenz im französischen Évian-les-Bains organisierte. Die Verhandlungen führten jedoch zu keinem erfolgreichen Ergebnis. [15]Nur wenige Staaten wollten aktiv eine große Anzahl von Flüchtlingen aufnehmen. So präsentierte sich Australien, eines der Konferenzmitglieder, distanziert. Man befürchtete, wie andere Mitgliedstaaten, eine massive Einwanderung. Deswegen wollte man jede Geste, welche eine zahlenmäßig hohe Immigration auslösen konnte, in der Konferenz vermeiden.[16]
Die australische Bevölkerung war nach dem Ersten Weltkrieg stets stark britisch geprägt. Weniger als 2,8% der zwischenkriegszeitlichen Gesellschaft in Australien entstammten dabei nicht aus Großbritannien. Aus dieser Überdominanz des Britischen entstand mit der Zeit der Mythos, dass Australien stets britisch bleiben sollte, was eine Migration aus West- und Mitteleuropa in der zweiten Hälfte der 1930er Jahre zunehmend hemmen sollte. Jene Vorstellungen der Überlegenheit der britischen Kultur, welche die Australier:innen prägte, stützte sich in weiterer Folge auf rassistische Vorurteile.[17] Die Herkunft einer Person, in diesem Fall von Migrant:innen, spielte eine zentrale Rolle und deren Diskriminierung wurde zum „normalen und gesellschaftlich akzeptierten Verhalten“[18]. Weiters kam es ab den 1920er Jahren in der Einwanderungspolitik zur Einführung eines Quotensystems, welche die Zuwanderung aus Ost- und Südeuropa stark beschränkte, um so „das Britische“ zu schützen.[19] Nun konnte der australische Staat ebenfalls rechtlich gegen eine unerwünschte Einwanderung vorgehen. Diese „White Australia Policy“ bestimmte die australische Einwanderungspolitik noch bis nach dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs.[20]
Die „Jewish Crisis“, wie sie Katrina Stats in ihrem Aufsatz „‘Characteristically Generous‘? Australian Responses to Refugees Prior to 1951“ nennt, galt als eine der stärksten Gegensätze gegen die rein-britische Ideologie des zwischenkriegszeitlichen Australiens. Jüdische Migrant:innen waren in Australien genauso unerwünscht wie die süd- und osteuropäischen Flüchtlinge.[21] Seit den frühen 1930ern entwickelte sich eine eigene Ideologie der Rassifizierung der Jüdinnen und Juden in Australien. Die australische Regierung zeigte sich zunehmend besorgt gegenüber der steigenden jüdischen Einwanderung.[22] Jüdische Migrant:innen galten als eine der zentralsten Gefahren für die australisch-britische Kultur und deren Arbeiterschaft, welche sich noch immer von der Weltwirtschaftskrise erholte. Gleichzeitig schrieb man ihnen das Vorurteil zu, dass die jüdische Gemeinde unfähig wäre, sich in das Australische zu assimilieren.[23] Die eingegliederten Jüdinnen und Juden kamen dabei hauptsächlich aus dem anglophilen Milieu. Sie wurden als „gute Juden“ betitelt, welche im Gegensatz zu den afrikanischen oder europäischen der weißen-christlichen Bevölkerung gleichgestellt wurden. Nicht-angegliederte „außer-australische” jüdische Einwander:innen wären hingegen „international organisiert“ und würden unter „jeder Flagge“ handeln.[24] Somit würden sie der australischen Wirtschaftskraft nur Schaden zufügen. Zu dieser pessimistischen Zuschreibung kam es ebenfalls im australischen Innenministerium, in welchem T.H. Garrett, der leitende Sachbearbeiter für allgemeine Verwaltungsangelegenheiten, 1936 Juden „als Klasse“ von „unerwünschten Immigranten“ darstellte. Als Grund dafür sah er die Unfähigkeit der Jüdinnen und Juden, sich nicht zu assimilieren. In den Jahren nach dem Anschluss Österreichs, dem Novemberpogrom und dem Ausbruch des Zweiten Weltkrieges änderte sich die Meinung des Innenministers zumindest in einem Aspekt. Die wirtschaftliche Erfahrung und Industrie, welche jene Migrant:innen nach Australien brachten, wurden ab dieser Zeit von ihm als positiv dargestellt, während die Kultur und Religion weiter negativ konnotiert wurden.[25]
Jene hitzige Debatte wurde ebenfalls begleitet von einer nationalen Verachtung des Deutschen, welche noch aus dem Ersten Weltkrieg stammte.[26] Dass die Jüdinnen und Juden von großen Teilen der deutschen Bevölkerung, darunter auch Staatsvertretern, wie der Gestapo, ausgestoßen wurde, war in der breiten australischen Bevölkerung unbekannt, und schmälerte daher jene Vorurteile gegenüber die Migrant:innen nicht. Es bestanden vor allem im Bereich der nationalen Sicherheit ebenfalls Zweifel, ob sich diese Deutschsprachigen überhaupt an die australischen Gesetze halten und sich angemessen der örtlichen Kultur verhalten würden. Diese Argumente zeigten deutlich, dass die Flucht alleine keine wohlwollende Aufnahme in das Zufluchtsland garantierte. Vielen deutschen Einwander:innen wurde zudem nach dem Ausbruch des Weltkrieges eine Spionagetätigkeit für das Dritte Reich zugesprochen. Australien blieb während des Zweiten Weltkrieges treuer Verbündeter des Britischen Empires, obwohl es Vorbehalte gegenüber dessen tatsächlicher strategischer Priorität gab. Somit ergab sich die paradoxe Vorstellung, dass Jüdinnen und Juden aus dem nationalsozialistischen Regime flohen, tatsächlich jedoch genau für das Regime spionieren könnten, was das Misstrauen gegen jene Flüchtlinge weiter vorantrieb.[27]
Im Juni 1938 erklärte sich Australien zwar bereit, eine Zahl von 30.000 jüdischen Migrant:innen aufzunehmen – verteilt auf 5100 Einwanderer pro Jahr. Im Dezember 1938 wurde diese Zahl auf 15.000 reduziert.[28] Diese Quote war hierbei jedoch nicht exklusiv für Jüdinnen und Juden ausgelegt, sondern beinhaltete alle weiteren außerbritischen Einwanderungsanträge. Somit wurde prominent dargestellt, dass jüdische Fluchtbestrebungen als ein europäisches, nicht ein australisches Problem angesehen wurden.[29] „Australia has no racial problem, and does not desire to import one (…).“[30], wie es vom australischen Delegierten in Évian hieß, zeigt dabei jene geringe Bereitschaft der australischen Regierung für eine breite jüdische Migration.[31] Trotz dieser Änderung kam es in den folgenden Jahren zu einem langsamen Umdenken in der Einwanderungspolitik, da sich die Repressionen und die Gewalt gegen die jüdische Bevölkerung im Dritten Reich weiter verstärkten. Zur Aufnahme der angegebenen 15.000 Flüchtlinge kam es jedoch aufgrund des Ausbruches des Weltkrieges nicht. Insgesamt schafften es schätzungsweise bis dahin etwa nur 5.000 deutschsprachige Migrant:innen nach Australien.[32]
3. Analyse der Zeitungsartikel
Die Zeitung „The Daily Telegraph“ wurde 1879 als Konkurrent der Zeitung „Sydney Morning Herald“ gegründet und war in ihren Ansichten dem konservativen „Sydney Morning Herald“ ähnlich.[33]1935 wurde der in Abb. 1 zu sehende Medienunternehmer Frank Packer Besitzer des „Daily Telegraph“[34] und startete als Ort für moderne und progressive Ideen, entwickelte sich aber mit Packers Annäherung an rechte Kreise allmählich zu einem rechteren Medium.[35] Außerdem gelang es dem „Daily Telegraph“ in den 1940ern den „Sydney Morning Herald“ zu überflügeln.[36]

3.1. Die Kategorie „Ethnizität“
Der erste Artikel unter diesem Gesichtspunkt der Analyse erschien begleitend zur Konferenz von Évian am 9. Juli 1938. Der „Daily Telegraph“ berichtete über die Worte des australischen Delegierten, der sich in seiner Aussage, wie soeben bereits erwähnt, gegen eine großangelegte Migration nach Australien aussprach[37]: „Australia has no racial problem, and does not desire to import one by any scheme of large-scale migration.”[38]
Außerdem wurde im Artikel betont, dass man die von Großbritannien kommende Migration weiterhin aufrechterhalten wolle, solange diese bestünde. Wenn man auch zugestand, eine bestimmte Anzahl österreichischer und deutscher Jüdinnen und Juden mithilfe der „Jewish Welfare Society“ aufzunehmen, schien eine weitere Aufnahme von Flüchtlingen nicht möglich. Als Hauptargument galt, dass man als junges Land Menschen aus der britischen Heimat bevorzugen würde. Auch wurde festgehalten, dass man nicht-britischen Einreisenden nicht dieselben Privilegien geben könnte, ohne Ungerechtigkeit zu erzeugen.[39]
Im November 1938 blieb die Stimmung ähnlich gegenüber jüdischen Flüchtlingen. In diesem Artikel vom 2. November ging es u. a. konkreter um die „Jewish Welfare Society“. Ähnlich wie im Juli sollte keine große Massenmigration jüdischer Flüchtlinge nach Australien stattfinden, wenn es nach der Organisation ging.[40] Im Artikel wurden dafür allerdings, anders als im Juli, keine Abgrenzungstendenzen gegenüber Migrant:innen mit anderer Herkunft als Großbritannien sichtbar.[41] Stattdessen wurden wirtschaftliche Gründe genannt. Aus einer ähnlichen Richtung schienen die im Artikel vorgebrachten Argumente der Verantwortlichen der Gewerkschaften zu kommen.[42] Sie fürchteten, dass durch „alien migrants“[43] in vielen Branchen Arbeitslosigkeit entstehen würde. Dass man die Menschen aus rassistischen Gründen nicht aufnehmen wollte, verneinte der Artikel, da man Sympathie mit den Opfern der nationalsozialistischen Unterdrückung habe. Ein anderes Bild könnte aber entstehen, wenn man miteinbezieht, dass man die Migrant:innen als „alien“ bezeichnete.[44]

Im März 1939 erschien ein Artikel mit äußerst spannenden Tendenzen, beruhend auf Aussagen eines Bediensteten des Commonwealths, welcher auch in Abb. 2 zu sehen ist. Zum einen wurde in der Schlagzeile von „refugees“ gesprochen, zum anderen war im Artikel dann aber beinahe nur von „aliens“ die Rede.[45] Damit ist der Artikel ein Beleg für die Ambiguität und Unschärfe, mit der die neuen australischen Einwohner:innen betrachtet wurden, wie auch June Factor in ihrer Analyse feststellte.[46] Zwei drängende Fragen des Artikels im Punkt „Ethnizität“ sollen kurz näher behandelt werden. Einerseits kritisierte die zitierte Person die für Migrant:innen nach fünf Jahren Leben im “Empire” geplante Einbürgerungsfrist als zu lang. Andererseits bestimmte die Ethnizität auch, wer für Australien in einen Krieg ziehen durfte. „Aliens“ wurde nämlich nicht gestattet, in der Armee zu dienen.[47] Es gab zwar Anfragen von Flüchtlingen, der australischen Armee beizutreten, doch für viele australische Entscheidungsträger bestand zu diesem Zeitpunkt kein Unterschied zwischen deutschsprachigen Flüchtlingen und Anhänger:innen des Nationalsozialismus.[48]. Oder in Worten des Security Services von Sydney: “‘a person born and bred in Germany, of German parents, will never be anything but a German at heart’; in the event of an invasion, ‘such a person would unhesitatingly resume his German obedience’.“[49] Gleichzeitig zeigten die Aussagen aber auch, dass Grenzen in Bezug auf Nationalität, Grenzen und Sympathien allmählich verschwammen, was z. B. daran sichtbar wurde, dass der Artikel Unsicherheit dahingehend zeigte, dass man in Zeiten eines Krieges nicht wusste, wie man sich etwa gegenüber Österreicher:innen und deutschen Menschen verhalten sollte.[50]
Jüdinnen und Juden wurden allerdings nicht explizit erwähnt. Ebenfalls in diese Richtung ging der Bericht über die „Aliens‘ Registration Bill“, in der Einwanderer:innen in den ersten drei Monaten ihrer Einreise die Möglichkeit zur Registration gegeben wurde, wobei der zitierte Vertreter befürchtete,[51] dass ein „hostile alien“[52] in dieser Zeit in Australien sein Unwesen treiben könnte. Stattdessen sollten sich Flüchtlinge gleich bei ihrer Einreise registrieren, um die eigene Bevölkerung und die zukünftigen Bürger:innen zu schützen.[53]
Im Mai berichtete der „Daily Telegraph“ über das Novum im Registrierungsprozess, dass Flüchtlinge neben ihrer Nationalität angeben mussten, ob sie jüdisch waren. Das wurde allerdings vom zitierten Innenminister nicht mit religiöser Bedeutung begründet, sondern mit verschärften Einreiseregeln für “aliens”. Auch in diesem Artikel kam die „Jewish Welfare Society“ zu Wort. Indem sie ein Register über die neu angekommenen Jüdinnen und Juden der letzten zwei Jahre an die föderale Regierung geschickt hatte, sollte so im Falle einer Krise ein Beleg für die Regierung geschaffen werden, dass die jüdischen Flüchtlinge gute Einwohner:innen waren. Zudem grenzten sie sich von anderen Konfessionen ab, indem sie sagten, dass einige von ihnen ausländische Spion:innen sein könnten. Interessant ist außerdem, dass der Artikel im Zusammenhang mit der „Jewish Welfare Society“ von Flüchtlingen berichtete. Als es im ersten Teil um staatliche Regulationen ging, war allerdings von „aliens“ und “alien migrants”[54] die Rede. Somit wurden die jüdischen Migrant:innen vom “Daily Telegraph”, abhängig vom Kontext, verschieden bezeichnet.[55]
Im letzten Artikel war mit dem damaligen Bundesstaatsanwalt bzw. Justizminister William Hughes[56] eher ein Kritiker der Flüchtlinge am Wort. Für ihn waren durchschnittliche Australier:innen zu gutgläubig gegenüber den laut ihm teilweise arroganten „foreigners“. Er behauptete, dass Australien den „aliens“ mehr Spielraum lassen würde, etwa bei der Gründung von Organisationen, als das umgekehrt der Fall sei. Außerdem bestand der gesamte Artikel nur aus Zitaten von Mr. Hughes und die Zitate verwendeten nie das Wort „migrant“ oder „refugee“, sondern nur „alien“ und “foreigner”.[57]
Im Untersuchungszeitraum ist in Bezug auf “Ethnizität” zu beobachten, dass es insgesamt schwierig ist, größere Trends zur Abbildung von Flüchtlingen in den analysierten Berichten der australischen Zeitung “The Daily Telegraph” aufzuzeigen, da die Darstellung sehr stark von den jeweils zu Wort kommenden Akteur:innen abhing. Auch der Anschluss Österreichs und die Novemberpogrome schienen keinen direkten Einfluss auf die Darstellung von Flüchtlingen im Blatt gehabt zu haben, allerdings änderten sich die Beschreibungen für Flüchtlinge. Um die Zeit der Konferenz von Évian wurden die Einwanderer:innen als nicht-britische Migrant:innen beschrieben.[58] Daraufhin verschwand die Schilderung als nicht-britisch. Stattdessen benutzte man für die Migrant:innen die Bezeichnung „alien“ alleinstehend[59] oder als Zusatz zu „migrant“.[60] Daneben tauchte für diese Gruppe auch der Begriff „refugee“ auf, häufig in Zusammenhang mit der „Jewish Welfare Society“.[61] Daher ist ein Deutungsmuster, dass der Ausdruck „alien“ verwendet wurde, wenn sich zitierte Personen von den bzw. einigen Einwanderer:innen distanzieren wollten. Eine andere Interpretation der Begriffsvielfalt könnte auch die vorherrschende Unschärfe in Bezug auf ihre Einordnung in die australische Gesellschaft und eine nicht-eindeutige Haltung gegenüber den Einwanderer:innen sein, wie sie auch von June Factor beschrieben wird.[62] Eine besondere Rolle nahm die „Jewish Welfare Society“ ein, die sich durch Religionszugehörigkeit abgrenzte. Beispielsweise passierte dies, indem sie Angehörige anderer Religionen der Spionage bezichtigte. [63]
3.2. Die Kategorie „Wirtschaft“
Im ersten Artikel vom 8. Februar 1939, hier in Abb. 3 zu sehen, berichtete der „Daily Telegraph“ über Verschärfungen der Einreisebedingungen nach Australien für männliche Flüchtlinge, die nur noch problemlos einreisen konnten, wenn ihre Expertise in von Arbeitskräftemangel betroffenen Industriezweigen gebraucht wurde. Zudem wurde das sogenannte „landing money“ auf 500£ erhöht. Der Hintergrund war, dass Flüchtlinge keine zusätzlichen Kosten für die australischen Einwohner:innen schaffen sollten und ihnen Arbeitsplätze wegnahmen.[64] Dieses Motiv kam auch schon im November 1938 vor.[65] Derselbe Ton wurde ebenso Anfang März 1939 angeschlagen, als die Zeitung den damaligen Innenminister McEwen zitierte, dass „alien immigrants“[66] keinen Vorrang gegenüber australischen Menschen bei der Jobvergabe haben durften. Im Worst-Case wollte das Commonwealth Migration so weit einschränken, dass Arbeitsplätze von Australier:innen nicht gefährdet waren.[67] Für ein Abrücken von dieser protektionistischen Arbeitsmarktpolitik gab es Ende Februar 1939 erste Anzeichen. Hier wurde auf die Wichtigkeit eines schnellstmöglichen Jobantritts für Flüchtlinge hingewiesen, da sie so zu besseren Bürger:innen werden würden. Zudem wurde in einem Abschnitt besonders betont, dass man österreichische und deutsche Jungen als Bauern trainierte.[68]

Dieselben Tendenzen zeigten sich auch Anfang Mai, als der ehemalige Innenminister McEwen appellierte, dass von europäischen Migrant:innen[69] keine „foreign invasion“[70] ausgehen würde, die australischen Lebensstandards nicht gesenkt werden würden und dass ein Anstieg von Migration wünschenswert für Verteidigung und Wirtschaft Australiens seien. Das argumentierte er damit, dass migrierende Männer nicht nur Arbeitnehmer seien, sondern auch Arbeitsplätze für australische Arbeitskräfte schaffen könnten. Zudem dachte er, dass man die zusätzliche Bevölkerung brauchen könnte, um die Abnahme von britischen Einwanderer:innen abzufedern und nicht in Gefahr zu laufen, von einem stärker bevölkerten Land herausgefordert zu werden.[71]
Dieses Abrücken von der Meinung, dass Migration, die den Arbeitsbereich für Australier:innen gefährdete, unterbunden werden musste,[72] setzte sich im Juni 1939 fort, indem “The Daily Telegraph” schon im Titel „Clear Thinking About Migration“[73] forderte. Außerdem appellierte man erneut für mehr Arbeitskräfte, jedoch mit dem Zusatz, dass man britische Einwanderung bevorzugte.[74] Es ließ sich somit immer noch eine ähnliche Haltung wie in Évian feststellen.[75] Wegen der abnehmenden Verfügbarkeit der Brit:innen setzte man auf Migrant:innen als Arbeiter:innen. Sie sollten beim Weiterentwickeln der ökonomischen und sozialen Struktur des Landes helfen. Hervorgehoben wurden etwa die Fähigkeiten von deutschen und österreichischen Industriellen. Eine genauere Definition der gewünschten Arbeitskräfte stellte der Artikel allerdings nicht bereit.[76] Ebenso positiv wurde über zwei deutsche jüdische Mädchen berichtet, die in ihrer Heimat in einer landwirtschaftlichen Schule ausgebildet wurden und in Begleitung von anderen jungen jüdischen[77] „farm migrants“[78] eintrafen.[79]
Somit lässt sich als Fazit bezüglich der Kategorie Wirtschaft feststellen, dass es v. a. in den ersten Artikeln Ablehnung gegenüber den neuen Arbeitskräften gab.[80] Gewissermaßen einen Ausreißer stellte der chronologisch zweite Artikel vom 28. Februar 1939 dar.[81] Zudem ist festzustellen, dass nur in einem Artikel explizit von Jüdinnen und Juden als Migrant:innen gesprochen wurde.[82] Die Religion von Migrant:innen im wirtschaftlichen Bereich wurde von der Zeitung daher nicht so stark thematisiert, wie in der Kategorie “Ethnizität”.[83] Stattdessen entwickelte sich im „Daily Telegraph“ einigermaßen linear die Vorstellung, dass besonders Migrant:innen aus dem deutschsprachigen Raum nützlich für die Wirtschaft seien.[84] Trotz allem hoben aber speziell die Artikel vom 8. Mai und 27. Juni 1939 hervor, dass man britische Einwanderer:innen bevorzugen würde, nun aber gut ausgebildete Arbeitskräfte aus anderen europäischen Ländern nehmen müsse.[85] Damit war britische Migration in der Wirtschaft länger wichtig als in allgemeineren Darstellungen zur Einwanderung.[86]
Abschließend kann man auch in der Kategorie Wirtschaft feststellen, dass der Anschluss Österreichs und die Novemberpogrome punktuell keine Auswirkungen auf die Darstellungen des „Daily Telegraphs“ hatten. Zudem wurde der Begriff „alien“ in der Kategorie Wirtschaft in drei von fünf Artikeln als Begriff für Migrant:innen verwendet,[87] in den anderen wurde „migrant“ alleine oder mit anderen Zusätzen benutzt.[88]
4. Fazit
Abschließend kann festgestellt werden, dass sowohl der Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich als auch die Novemberpogrome für die österreichischen Jüdinnen und Juden einschneidende Ereignisse darstellten.[89] Bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkriegs im September 1939 ließen sich nur ca. 5.000 aller Migrant:innen, die das Land verließen, in Australien nieder. Das hatte mehrere Gründe, z. B. bestand in Australien eine starke Präsenz bzw. Präferenz britischer Migration, die die britische Kultur anhand von rassistischen Vorurteilen als überlegen darstellten. Erst im Laufe des Jahres 1939 zeigte sich auch in Australien allmählich ein Umdenken gegenüber jüdischen Flüchtlingen.[90]
Diese Ablehnung gegenüber den Migrant:innen spiegelte sich auch in den Zeitungsartikeln des „Daily Telegraph“ wider. Sowohl in der Kategorie „Ethnizität“ als auch in der Kategorie „Wirtschaft“ wurde einige Male die Präferenz für britische Migrant:innen erwähnt.[91] Gleichzeitig wurde im Zusammenhang mit den Flüchtlingen oft von „aliens“ gesprochen. Somit zeigten sich auch in der Berichterstattung stark die eben erwähnten rassistischen Vorstellungen von nicht-britischen Migrant:innen.[92] In der Kategorie „Wirtschaft“ bestimmte v. a. die berufliche Expertise die Darstellung der Migrant:innen.[93] Bei der Betrachtung der Artikel in der Kategorie „Ethnizität“ hingegen hing die Darstellung der Migrant:innen stark von den jeweils zitierten Akteur:innen ab, wodurch ein Rückschluss auf größere Trends schwierig ist. In der Kategorie „Wirtschaft“ ließ sich eine Trendumkehr der Abbildung von deutschen Migrant:innen als ökonomische Gefahr,[94] hin zu einer gewissen Nützlichkeit der Arbeitskräfte für die Wirtschaft beobachten.[95]
Somit konnte die These, dass die Ereignisse des Anschlusses Österreichs und die Novemberpogrome Einfluss auf die Darstellung der jüdischen Migrant:innen in „The Daily Telegraph“ hatten, nicht vollständig belegt werden, da es scheint, dass besonders inneraustralische Entwicklungen die Artikel stärker beeinflussten als internationale.[96] Weiterführend könnte analysiert werden, wie sich die Darstellung der Flüchtlinge im Verlauf des Zweiten Weltkriegs und danach in „The Daily Telegraph“ veränderte und wie diese in anderen vergleichbaren Zeitungen aussah.
[1] Rupnow, Anderl. „Die Zentralstelle für jüdische Auswanderung als Beraubungsinstitution.“ Wien, 2004, S. 33-38; Haupt, Herbert. „Der Heldenplatz: Ein Stück europäischer Geschichte im Herzen von Wien“ Douer, Alisa (Hg.). Wien Heldenplatz. Mythen und Massen. 1848 bis 1998.Wien, 2000, S. 19; Herzig, Arno. „1933-1945: Verdrängung und Vernichtung.“ https://www.bpb.de/shop/zeitschriften/izpb/juedisches-leben-in-deutschland-304/7687/1933-1945-verdraengung-und-vernichtung/, zugegriffen am 17.04.2025.
[2] Strobl Philipp; Korbel, Susanne. “Meditations Through Migrations: An Introduction on Cultural Translation and Knowledge Transfer”. Korbel, Susanne; Strobl, Philipp (Hg.). Cultural Translation and Knowledge Transfer on Alternative Routes of Escape from Nazi Terror: Meditations through Migrations. New York (NY), 2022. S. 2.
[3] Ebd. S. 1-2.
[4] Herzig, Arno. „1933-1945: Verdrängung und Vernichtung.“, zugegriffen am 17.04.2025; Loose, Ingo. „Das Reichswirtschaftsministerium und die nationalsozialistische Judenverfolgung 1933-1945.“ Abelshauser, Werner; Fisch, Stefan; Hoffmann, Dierk; Holtfrerich, Carl-Ludwig; Ritschl, Albrecht (Hg.). Wirtschaftspolitik in Deutschland 1917-1990. Berlin; Boston, 2016, S.357-258; Benz, Wolfgang. „Der Ort des Terrors: Die Welt der nationalsozialistischen Zwangslager“. S:I.M.O.N. – Shoah: Intervention. Methods, Documentation, Wien, 2010, S. 1-2,8.
[5] Brechtken, Magnus; Jasch, Hans-Christian. „Die Nürnberger Gesetze. 80 Jahre danach.“ Brechtken, Magnus; Jasch, Hans-Christian; Kreutzmüller, Christoph; Weise, Niels (Hg.). Die Nürnberger Gesetze – 80 Jahre danach: Vorgeschichte, Entstehung, Auswirkungen. Göttingen, 2017, S. 8-9.
[6] Bollauf, Traude. „Dienstmädchen – Emigration: Die Flucht jüdischer Frauen aus Österreich und Deutschland nach England 1938-1939.“ Wiener Studien zur Zeitgeschichte 3, Wien, 2011, S. 109-110.
[7] Botz, Gerhard. „Nationalsozialismus in Wien: Machtübernahme, Herrschaftssicherung, Radikalisierung 1938/39.“ Historical Social Research / Historische Sozialforschung. Supplement, Nr. 28 (2016): S. 258-259; Triendl, Mirjam; Wahl, Niko. „Teil II: Spuren des Verlustes. Über die Arisierung des Alltags“. Anderl, Gabriele; Blaschitz, Edith; Loitfellner, Sabine; Triendl, Mirjam; Wahl, Niko (Hg.). „Arisierung von Mobilien“. Wien, 2004, S. 255-256; Schrabauer, Andreas. “‘Ich muss insbesondere aus sicherheitspolizeilichen Gründen auf einer lückenlosen Erfassung aller jüdischen Mischlinge bestehen‘: Die antisemitische Gesetzgebung während der NS-Zeit in Österreich und den Niederlanden“. Juridikum 2, Wien (2021): S. 202.
[8] Peham, Andreas. „Antisemitismus in Österreich: Ein (unvollständiger) Überblick.“ Antisemitismus2018.at. Wien, 2018, S. 20-21.
[9] Botz, Gerhard. „The Jews of Vienna from the ‘Anschluß’ to the Holocaust.” Historical Social Research / Historische Sozialforschung. Supplement, Nr. 28 (2016): S. 326.
[10] Albrich, Thomas. „Der Novemberpogrom oder die „Reichskristallnacht“ vom 9./10. November 1938: Eine Einleitung.“ Albrich, Thomas (Hg.). Die Täter des Judenpogroms 1938 in Innsbruck. Innsbruck, 2016, S. 7-8.
[11] Benz, Wolfgang. „Gewalt im November 1938: „Die Reichskristallnacht“. Initial zum Holocaust.“ Bonn, 2018, S. 185.
[12] Bollauf, Traude. „Dienstmädchen – Emigration: Die Flucht jüdischer Frauen aus Österreich und Deutschland nach England 1938-1939.“ S. 111; 115.
[13] Ebd. S. 115.
[14] Ebd. S. 115.
[15] Strobl, Philipp. „Die Flüchtlingskrise der 1930er Jahre in australischen Tageszeitungen: Eine medienhistorische Diskursanalyse.“ Strobl, Philipp (Hg.). Die Flüchtlingskrise der 1930er Jahre in australischen Tageszeitungen: Eine medienhistorische Diskursanalyse. Hamburg, 2018, S. 10-11.
[16] Neumann, Klaus. “10 Uses and Abuses of Refugee Histories.” Refugee Journeys: Histories of Resettlement, Representation and Resistance. Acton, 2021, S. 219-220.
[17] Strobl, Philipp. „Die Flüchtlingskrise der 1930er Jahre in australischen Tageszeitungen: Eine medienhistorische Diskursanalyse.“ S. 10.
[18] Ebd. S. 11.
[19] Ebd. S. 11.
[20] Stats, Katrina. “’Characteristically Generous’?: Australian Responses to Refugees Prior to 1951.” Australian Journal of Politics and History 60, Nr. 2 (2014): S. 182; Balint, Ruth; Simic, Zora. “Histories of Migrants and Refugees in Australia.” Australian Historical Studies 49, Nr.3 (2018): S. 379, 382-383; Rutland, Suzanne D. “Australia and Refugee Migration, 1933-1945: Consensus or Conflict”. Menorah: Australian Journal of Jewish Studies 2, Nr. 2 (1998): S. 82.
[21] Rutland, Suzanne D. “Australia and Refugee Migration, 1933-1945: Consensus or Conflict”. S. 82.
[22] Stratton, Jon. “The Colour of Jews: Jews, Race and the White Australia Policy.” Journal of Australian Studies 21, Nr.53 (2009): S. 58.
[23] Stats, Katrina. “’Characteristically Generous’?: Australian Responses to Refugees Prior to 1951.” S. 182.
[24] Kampmark, Binoy. “‚Spying for Hitler‘ and ‘Working for Bin Laden’: Comparative Australian Discourses on Refugees.” Journal of Refugee Studies 19, Nr.1 (2006): S. 11-12.
[25] Ebd. S. 12; zu T.H. Garrett: Carnell, Ian. Thomas Hugh (Tom) Garrett (1890-1943). Australian Dictionary of Biography. https://adb.anu.edu.au/biography/garrett-thomas-hugh-tom-10280, zugegriffen am 7.4.2025.
[26] Fischer, Gerhard. „Enemy Aliens: Internment and the Homefront War in Australia, 1914-1920.” Anglica – An International Journal of English Studies Nr.3 (2021): S. 115; Rutland, Suzanne D. “Australia and Refugee Migration, 1933-1945: Consensus or Conflict”. S. 82.
[27] Kampmark, Binoy. “‚Spying for Hitler‘ and ‘Working for Bin Laden’: Comparative Australian Discourses on Refugees.”. S. 8.
[28] Stats, Katrina. „’Characteristically Generous’?: Australian Responses to Refugees Prior to 1951.” S. 183-184.
[29] Ebd. S.183-184.
[30] “No Race Issue For Australia.” The Daily Telegraph 3, Nr. 94, (1938): S. 3, 09.07.1938. https://trove.nla.gov.au/newspaper/article/247348320?searchTerm=No%20Race%20Issue%20for%20Australia.
[31] Ebd. S. 3.
[32] Strobl, Philipp. „Die Flüchtlingskrise der 1930er Jahre in australischen Tageszeitungen: Eine medienhistorische Diskursanalyse.“ S. 11-12.
[33] Isaacs, Victor; Kirkpatrick, Rod. Two Hundred Years of Sydney Newspapers: A Short History. North Richmond, 2003. S. 6.
[34] Tiffen, Rodney. “The rise and fall of an Australian dynasty.” Inside Story, November 22, 2021. https://insidestory.org.au/the-rise-and-fall-of-an-australian-dynasty/.
[35] Griffen-Foley, Bridget. “Sir Douglas Frank Packer (1906-1974).” Australian Dictionary of Biography. 2006. https://adb.anu.edu.au/biography/packer-sir-douglas-frank-11326.
[36] Tiffen, Rodney. “The rise and fall of an Australian dynasty.” Inside Story.
[37] “No Race Issue For Australia.” The Daily Telegraph 3, Nr. 94, S. 3.
[38] Ebd. S. 3.
[39] Ebd. S. 3.
[40] “Would Stop Mass Migration: Jewish Society Moves.” The Daily Telegraph 3, Nr. 193, (1938): S. 8, 02.11.1938. https://trove.nla.gov.au/newspaper/article/247435631?searchTerm=Would%20Stop%20Mass%20Migration.
[41] “No Race Issue For Australia.” The Daily Telegraph 3, Nr. 94, S. 3.
[42] “Would Stop Mass Migration: Jewish Society Moves.” The Daily Telegraph 3, Nr. 193, S. 8.
[43] Ebd. S. 8.
[44] Ebd. S. 8.
[45] “Refugees’ Fate in Wartime: Muddle Over Aliens, Official Asserts.” The Daily Telegraph 4, Nr. 1, (1939): S. 8, 23.03.1939. https://trove.nla.gov.au/newspaper/article/247553516?searchTerm=Refugees%27%20Fate%20in%20Wartime.
[46] Factor, June, “Soldiers and Aliens : Men in the Australian Army’s Employment Companies During World War II.” Melbourne, 2022. S. 15.
[47] “Refugees’ Fate in Wartime: Muddle Over Aliens, Official Asserts.” The Daily Telegraph 4, Nr. 1, S. 8.
[48]Neumann, Klaus.” Across the seas: Australia’s Response to Refugees, A history.” Collingwood Vic, 2015, S. 57-58
[49] Neumann, Klaus.” Across the seas: Australia’s Response to Refugees, A history.” S. 58.
[50] “Refugees’ Fate in Wartime: Muddle Over Aliens, Official Asserts.” The Daily Telegraph 4, Nr. 1, S. 8.
[51] Ebd. S. 8.
[52] Ebd. S. 8.
[53] Ebd. S. 8.
[54] “Aliens To Say If Jews: <<Not Religious Move>> – Foll.” The Daily Telegraph 4, Nr. 49 (1939): S. 10, 18.05.1939. https://trove.nla.gov.au/newspaper/article/247606368?searchTerm=Aliens%20To%20Say%20if%20Jews.
[55] Ebd. S. 10.
[56] National Archives of Australia, “William Hughes: after office.” https://www.naa.gov.au/explore-collection/australias-prime-ministers/william-hughes/after-office.
[57] “<<Too Trustful Of Foreigners>>”. The Daily Telegraph 4, Nr. 110 (1939): S. 5, 28.07.1939. https://trove.nla.gov.au/newspaper/article/247773032?searchTerm=aliens.
[58] “No Race Issue For Australia.” The Daily Telegraph 3, Nr. 94, S. 3.
[59] “Would Stop Mass Migration: Jewish Society Moves.” The Daily Telegraph 3, Nr. 193, S. 8., “Refugees’ Fate in Wartime: Muddle Over Aliens, Official Asserts.” The Daily Telegraph 4, Nr. 1, S. 8., “Aliens To Say If Jews: <<Not Religious Move>> – Foll.” The Daily Telegraph 4, Nr. 49, S. 10.
[60] Beispielsweise “Would Stop Mass Migration: Jewish Society Moves.” The Daily Telegraph 3, Nr. 193, S. 8.
[61] “Would Stop Mass Migration: Jewish Society Moves.” The Daily Telegraph 3, Nr. 193, S. 8., “Aliens To Say If Jews: <<Not Religious Move>> – Foll.” The Daily Telegraph 4, Nr. 49, S. 10.
[62] Factor, June,” Soldiers and Aliens : Men in the Australian Army’s Employment Companies During World War II.” S. 15.
[63] “Aliens To Say If Jews: <<Not Religious Move>> – Foll.” The Daily Telegraph 4, Nr. 49, S. 10.
[64] “Aliens Must Bring £500: Entry Made Harder.” The Daily Telegraph 3, Nr. 277 (1939): S. 8, 08.02.1939. https://trove.nla.gov.au/newspaper/article/247450182?searchTerm=aliens.
[65] “Would Stop Mass Migration: Jewish Society Moves.” The Daily Telegraph 3, Nr. 193, S. 8.
[66] “Jobs Safe From Aliens: Official Stand: Minister Promises Safeguard.” The Daily Telegraph 3, Nr. 300 (1939): S. 1, 07.03.1939. https://trove.nla.gov.au/newspaper/article/247550399?searchTerm=Jobs%20Safe%20From%20Aliens.
[67] Ebd. S. 1.
[68] “Refugee Migrants As Unemployed: Equal Rights In Call-Ups At Labor Exchanges.” The Daily Telegraph 3, Nr. 294 (1939): S. 5, 28.02.1939. https://trove.nla.gov.au/newspaper/article/247452442?searchTerm=Refugee%20Migrants%20As%20Unemployed.
[69] “Disproving A Dreary Falsehood.” The Daily Telegraph 4, Nr. 40 (1939): S. 6, 08.05.1939. https://trove.nla.gov.au/newspaper/article/247598618?searchTerm=aliens.
[70] Ebd. S. 6.
[71] Ebd. S. 6.
[72] “German Jew Migrants To Be Admitted.” The Daily Telegraph 2, Nr. 277, S. 7. “Jobs Safe From Aliens: Official Stand: Minister Promises Safeguard.” The Daily Telegraph 3, Nr. 300 (1939): S. 1.
[73] “Clear Thinking About Migration.” The Daily Telegraph 4, Nr. 83 (1939): S. 6, 27.06.1939. https://trove.nla.gov.au/newspaper/article/247604827?searchTerm=Clear%20Thinking%20About%20Migration.
[74] Ebd. S. 6.
[75] “No Race Issue For Australia.” The Daily Telegraph 3, Nr. 94, S. 3.
[76] “Clear Thinking About Migration.” The Daily Telegraph 4, Nr. 83, S. 6.
[77] “Girl Refugees Here To Farm.” The Daily Telegraph 4, Nr. 103 (1939): S. 8, 20.07.1939. https://trove.nla.gov.au/newspaper/article/247782360?searchTerm=Girl%20Refugees%20Here%20To%20Farm.
[78] Ebd. S. 8.
[79] Ebd. S. 8.
[80] “Aliens Must Bring £500: Entry Made Harder.” The Daily Telegraph 3, Nr. 277, S. 8., “Jobs Safe From Aliens: Official Stand: Minister Promises Safeguard.” The Daily Telegraph 3, Nr. 300, S. 1.
[81] “Refugee Migrants As Unemployed: Equal Rights In Call-Ups At Labor Exchanges.” The Daily Telegraph 3, Nr. 294, S. 5
[82] “Girl Refugees Here To Farm.” The Daily Telegraph 4, Nr. 103, S. 8.
[83] “No Race Issue For Australia.” The Daily Telegraph 3, Nr. 94, S. 3., “Would Stop Mass Migration: Jewish Society Moves.” The Daily Telegraph 3, Nr. 193, S. 8., “Aliens To Say If Jews: <<Not Religious Move>> – Foll.” The Daily Telegraph 4, Nr. 49, S. 10.
[84] “Clear Thinking About Migration.” The Daily Telegraph 4, Nr. 83, S. 6.
[85]“Disproving A Dreary Falsehood.” The Daily Telegraph 4, Nr. 40, S. 6., “Clear Thinking About Migration.” The Daily Telegraph 4, Nr. 83, S. 6.
[86] “No Race Issue For Australia.” The Daily Telegraph 3, Nr. 94, S. 3.
[87] “Aliens Must Bring £500: Entry Made Harder.” The Daily Telegraph 3, Nr. 277, S. 8., “Jobs Safe From Aliens: Official Stand: Minister Promises Safeguard.” The Daily Telegraph 3, Nr. 300, S. 1., “Disproving A Dreary Falsehood.” The Daily Telegraph 4, Nr. 40, S. 6.
[88] “Refugee Migrants As Unemployed: Equal Rights In Call-Ups At Labor Exchanges.” The Daily Telegraph 3, Nr. 294, S. 5., “Clear Thinking About Migration.” The Daily Telegraph 4, Nr. 83, S. 6., “Girl Refugees Here To Farm.” The Daily Telegraph 4, Nr. 103, S. 8.
[89] Peham, Andreas. „Antisemitismus in Österreich: Ein (unvollständiger) Überblick.“. S. 20.
[90] Strobl, Philipp. „Die Flüchtlingskrise der 1930er Jahre in australischen Tageszeitungen: Eine medienhistorische Diskursanalyse.“ S. 11-12.
[91] “No Race Issue For Australia.” The Daily Telegraph 3, Nr. 94, S. 3. “Disproving A Dreary Falsehood.” The Daily Telegraph 4, Nr. 40, S. 6., “Clear Thinking About Migration.” The Daily Telegraph 4, Nr. 83, S. 6.
[92] Etwa in “Jobs Safe From Aliens: Official Stand: Minister Promises Safeguard.” The Daily Telegraph 3, Nr. 300, S. 1. und “Would Stop Mass Migration: Jewish Society Moves.” The Daily Telegraph 3, Nr. 193, S. 8.
[93] Beispielsweise “Aliens Must Bring £500: Entry Made Harder.” The Daily Telegraph 3, Nr. 277, S. 8.
[94] “Refugee Migrants As Unemployed: Equal Rights In Call-Ups At Labor Exchanges.” The Daily Telegraph 3, Nr. 294, S. 5.
[95] “Clear Thinking About Migration.” The Daily Telegraph 4, Nr. 83, S. 6.
[96] Beispielsweise “Disproving A Dreary Falsehood.” The Daily Telegraph 4, Nr. 40, S. 6., “Clear Thinking About Migration.” The Daily Telegraph 4, Nr. 83, S. 6.
