{"id":175,"date":"2025-08-12T13:39:40","date_gmt":"2025-08-12T13:39:40","guid":{"rendered":"https:\/\/mom.univie.ac.at\/?p=175"},"modified":"2025-08-22T08:59:13","modified_gmt":"2025-08-22T08:59:13","slug":"school-a-place-of-australianization","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/mom.univie.ac.at\/?p=175","title":{"rendered":"School, a Place of \u201cAustralianization\u201d? Der Diskurs um die Aufnahme europ\u00e4ischer Fl\u00fcchtlingskinder in australischen Schulen: Eine Analyse australischer Zeitungsberichte (1938-1942) &#8211; Agnes Hammerschmied, Johanna Salomon-Petschnigg"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese Aufsatzsammlung analysiert die Darstellung und Diskussion von Flucht und Migration in der australischen Presse der sp\u00e4ten 1930er Jahre. Im Zentrum steht die Frage, wie Presseberichte zur Konstruktion von Fremdheit, Zugeh\u00f6rigkeit und nationaler Identit\u00e4t beitrugen, insbesondere im Kontext globaler Fluchtbewegungen aus dem nationalsozialistischen Europa. Die Blogbeitr\u00e4ge untersuchen anhand diskursanalytischer Methoden, welche Narrative \u2013 etwa Bedrohung, \u00dcberfremdung, \u00f6konomische Belastung oder Humanit\u00e4t \u2013 in f\u00fchrenden australischen Zeitungen reproduziert und verhandelt wurden. Besonderes Augenmerk gilt dabei der restriktiven \u201eWhite Australia Policy\u201c und der grundlegenden Pr\u00e4gung nationaler Identit\u00e4t durch Medienrhetorik. Die unterschiedlichen Beitr\u00e4ge nehmen spezifische Fallbeispiele in den Blick, darunter die Berichterstattung \u00fcber die \u00c9vian-Konferenz, die Aufnahme j\u00fcdischer Fl\u00fcchtlinge, die Darstellung unbegleiteter Migrant:innen und die spezifischen Narrative zu einzelnen Gruppen oder Ereignissen. Ebenso werden die Wechselwirkungen von Politik, Presse und \u00d6ffentlichkeit sowie die Spielr\u00e4ume f\u00fcr solidarische oder ausgrenzende Diskurse beleuchtet. Methodisch basiert das Projekt auf der Auswertung digitalisierter Zeitungsquellen und einer multiperspektivischen Herangehensweise im Rahmen eines universit\u00e4ren Lehrprojekts. Insgesamt verdeutlicht die Beitr\u00e4ge die historische Verwobenheit von medialen Diskursen, migrationspolitischer Praxis und gesellschaftlicher Identit\u00e4tsbildung, deren Nachwirkungen bis in die Gegenwart reichen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading has-text-align-center\"><strong>School, a Place of \u201cAustralianization\u201d?<\/strong> &#8211; Der Diskurs um die Aufnahme europ\u00e4ischer Fl\u00fcchtlingskinder in australischen Schulen: Eine Analyse australischer Zeitungsberichte (1938-1942)<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Agnes Hammerschmied, Johanna Salomon-Petschnigg<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-right wp-block-paragraph\">\u201eThey are all of very good type and so intelligent and eager to learn that I would like to have a school of them.\u201d<a href=\"applewebdata:\/\/52000957-414E-4117-B221-4218C17CDA05#_ftn1\"><sup>[1]<\/sup><\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center has-black-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-1 wp-block-paragraph\"><strong>Einleitung<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-2 wp-block-paragraph\">Die Aufnahme gefl\u00fcchteter Kinder in bestehende Schulsysteme ist ein Thema, das heute vielfach in den Medien diskutiert wird und eine hohe gesellschaftliche Relevanz aufweist. Dabei stehen oft die Herausforderungen im Vordergrund, die sich f\u00fcr Schulen als zentrale Bildungs- und Integrationsinstitutionen ergeben \u2013 meist anhand spezifischer Erwartungen und Narrativen verhandelt. Diese Beobachtung hat den Impuls gegeben, den Diskurs zur schulischen Integration gefl\u00fcchteter Kinder in einem anderen historischen und geografischen Kontext zu untersuchen. Vor diesem Hintergrund orientiert sich diese Untersuchung an folgender Forschungsfrage: Wie wurde die Aufnahme europ\u00e4ischer Fl\u00fcchtlingskinder zwischen 1938 und 1942 an australischen Schulen in der zeitgen\u00f6ssischen Presse dargestellt? Welche Erwartungshaltungen und Werte spiegelten sich in diesen Berichten wider?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-3 wp-block-paragraph\">W\u00e4hrend die Migration von Kindern nach Australien w\u00e4hrend des Zweiten Weltkriegs in der Forschung Beachtung gefunden hat, ist die Frage nach ihrer Integration in das australische Schulsystem bislang kaum thematisiert worden. Die vorliegende Arbeit soll als Impuls verstanden werden, um diese Forschungsl\u00fccke zu schlie\u00dfen. Dies wird anhand einer diskursanalytischen Untersuchung von 13 ausgew\u00e4hlten Zeitungsartikeln durchgef\u00fchrt, die in verschiedenen australischen Publikationen erschienen sind.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-4 wp-block-paragraph\">Als Quellenbasis dienten alle Best\u00e4nde des Onlinearchivs&nbsp;<em>Trove<\/em>. Um unseren Korpus zu bilden, haben wir die F\u00fclle an Quellen im ersten Schritt mit folgenden Suchkriterien gefiltert:&nbsp;<em>\u201erefugee children schools\u201c \/ Zeitraum: 1938-01-01 bis 1942-12-31<\/em>. Im zweiten Schritt, und nach Recherche bez\u00fcglich des historischen Kontextes, haben wir geographisch auf die beiden Zentren Sydney und Melbourne eingegrenzt. Um eine gute Basis f\u00fcr die Diskursanalyse zu schaffen, beschlossen wir im finalen Schritt sowohl eher liberale bis konservative Zeitungen (<em>The Herald, Melbourne; The Age, Melbourne; The Argus, Melbourne<\/em>), als auch eine regionale j\u00fcdische Zeitung (<em>The Australien Jewish Herald, Melbourne<\/em>) im Vergleich zu analysieren. Durch eine erweiterte Schlagwortsuche erg\u00e4nzten wir noch wenige Zeitungen zur Ausweitung der Analyse.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-5 wp-block-paragraph\">Die methodische Ann\u00e4herung erfolgt dabei auf zwei Ebenen: Einerseits wird analysiert, welche Themen im Zusammenhang mit der Aufnahme gefl\u00fcchteter Kinder aufgegriffen wurden. Andererseits wird untersucht, wie dar\u00fcber gesprochen wurde \u2013also welche Begriffe, Beschreibungen und rhetorischen Mittel konkret verwendet wurden. Diese Ebenen bieten ein n\u00fctzliches Werkzeug, um die sprachlichen und inhaltlichen Nuancen des Diskurses sichtbar zu machen. Da sie meist nicht eindeutig trennbar sind, werden die erlangten Ergebnisse in einem Analyseteil zusammenfassend pr\u00e4sentiert.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-6 wp-block-paragraph\">Der gew\u00e4hlte Untersuchungszeitraum, 1938 bis 1942, spiegelt eine Phase wider, in der die Thematik besonders brisant war. Mit dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs und der Einf\u00fchrung des National Security Act im Jahr 1939, der gefl\u00fcchtete Personen als &#8220;enemy aliens&#8221; klassifizierte<a href=\"applewebdata:\/\/52000957-414E-4117-B221-4218C17CDA05#_ftn2\"><sup>[2]<\/sup><\/a>, r\u00fcckte die gesellschaftliche Wahrnehmung von gefl\u00fcchteten Personen in den Fokus. Geografisch umfasst die Analyse vor allem Zeitungen aus dem S\u00fcdosten Australiens, darunter insbesondere Melbourne. Die Vielfalt der untersuchten Publikationen \u2013 von Massenbl\u00e4ttern wie&nbsp;<em>The Herald&nbsp;<\/em>bis hin zu j\u00fcdischen Publikationen wie dem&nbsp;<em>Australian Jewish Herald<\/em>&nbsp;\u2013 bietet einen differenzierten Einblick in die mediale Konstruktion und Verhandlung des Aufnahmediskurses. Ziel dieser Arbeit ist es, durch die Analyse dieser unterschiedlichen Perspektiven einen Beitrag zum Verst\u00e4ndnis der historischen Verhandlung von gesellschaftlichen Integrationsprozessen und ihren zugrunde liegenden Erwartungen zu leisten.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center has-black-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-7 wp-block-paragraph\"><strong>Historischer Kontext<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-8 wp-block-paragraph\">Bevor nun n\u00e4her auf die in der Einleitung vorgestellte, zentrale Forschungsfrage eingegangen wird, soll ein kompakter Abriss des historischen Kontextes gegeben werden. Dies ist notwendig, um den im Analyseabschnitt behandelten Diskussionslinien und -themen besser folgen zu k\u00f6nnen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-9 wp-block-paragraph\">Im Zusammenhang mit der australischen Fl\u00fcchtlingspolitik vor und w\u00e4hrend der ersten Jahre des Zweiten Weltkriegs dominierte eine sogenannte \u201eCulture of Control\u201c. Diese Politik zeichnete sich durch eine starke staatliche Regulierung der Immigration aus, die die \u201eZusammensetzung\u201c der Bev\u00f6lkerung ma\u00dfgeblich beeinflusste.<a href=\"applewebdata:\/\/52000957-414E-4117-B221-4218C17CDA05#_ftn3\"><sup>[3]<\/sup><\/a>&nbsp;Insbesondere Ende der 1930er Jahren herrschte eine weit verbreitete Ablehnung von Fl\u00fcchtlingen, vor allem aus L\u00e4ndern, mit denen Australien aktiv im Krieg stand. Diese Haltung, die sp\u00e4ter als \u201canti-refro feeling\u201d<a href=\"applewebdata:\/\/52000957-414E-4117-B221-4218C17CDA05#_ftn4\"><sup>[4]<\/sup><\/a>&nbsp;bezeichnet wurde, manifestierte sich in der Vorzugsbehandlung von Migrant:innen aus Gro\u00dfbritannien. Dies war nicht nur eine kulturelle und politische Pr\u00e4ferenz, sondern auch ein Ausdruck des rassischen \u00dcberlegenheitsverst\u00e4ndnisses der australischen Bev\u00f6lkerung, die sich als \u201ebritische Untertanen\u201c und ethnisch als \u201e\u00fcberlegen\u201c betrachtete.<a href=\"applewebdata:\/\/52000957-414E-4117-B221-4218C17CDA05#_ftn5\"><sup>[5]<\/sup><\/a>&nbsp;In dieser Phase, die von politischen Spannungen gepr\u00e4gt war, fielen die Fl\u00fcchtlingsbewegungen nach Australien in einen Kontext der Unsicherheit und Ablehnung.<a href=\"applewebdata:\/\/52000957-414E-4117-B221-4218C17CDA05#_ftn6\"><sup>[6]<\/sup><\/a>Ausdruck f\u00fcr diese restriktive Haltung ist der 1939 eingef\u00fchrte National Security Act, der der australischen Regierung weitreichende Vollmachten \u00fcber die bestehende Verfassung hinaus erteilte.<a href=\"applewebdata:\/\/52000957-414E-4117-B221-4218C17CDA05#_ftn7\"><sup>[7]<\/sup><\/a>&nbsp;Dieser rechtliche Rahmen verst\u00e4rkte die Kontrolle \u00fcber alle Migrant:innen, insbesondere derjenigen aus \u201efeindlichen\u201c Staaten. Insbesondere Personen, die als \u201enon-British subjects\u201c galten, befanden sich in einer \u00e4u\u00dferst schwierigen Situation. Fl\u00fcchtlinge, etwa aus dem nationalsozialistischen Deutschland, die im Rahmen des National Security Acts als \u201eenemy aliens\u201c klassifiziert wurden, erfuhren eine Gleichstellung mit \u201egew\u00f6hnlichen\u201c Migrant:innen &#8211; unabh\u00e4ngig von der lebensbedrohlichen Situation, aus der sie flohen.<a href=\"applewebdata:\/\/52000957-414E-4117-B221-4218C17CDA05#_ftn8\"><sup>[8]<\/sup><\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-10 wp-block-paragraph\">Diese Problematik wurde durch das Fehlen eines international anerkannten Fl\u00fcchtlingsbegriffs bis 1951 noch versch\u00e4rft.<a href=\"applewebdata:\/\/52000957-414E-4117-B221-4218C17CDA05#_ftn9\"><sup>[9]<\/sup><\/a>&nbsp;Ohne rechtliche Grundlage f\u00fcr ihre spezielle Schutzbed\u00fcrftigkeit wurden Fl\u00fcchtlinge vor allem vor dem Hintergrund ihrer finanziellen Selbstst\u00e4ndigkeit betrachtet. Die australische Regierung setzte voraus, dass Migrant:innen \u2013 einschlie\u00dflich (Kriegs-)Fl\u00fcchtlingen, die zu dem Zeitpunkt nach dem Recht offiziell gar nicht existierten \u2013 eigenes Kapital mitbrachten. Es wurde zeitweise eine \u201elanding money\u201c-Geb\u00fchr erhoben, die nur jene vorweisen konnten, die \u00fcber entsprechende Mittel verf\u00fcgten.<a href=\"applewebdata:\/\/52000957-414E-4117-B221-4218C17CDA05#_ftn10\"><sup>[10]<\/sup><\/a>&nbsp;Es erscheint logisch, dass gerade jene durch den Krieg mittellos gewordene Personen diese oftmals nicht aufbringen konnten und somit eine klare (\u00f6konomische) H\u00fcrde von Seiten der australischen Regierung gesetzt wurde.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-11 wp-block-paragraph\">Ende 1938 \/ Anfang 1939 kam es aufgrund der st\u00e4rker werdenden Gef\u00e4hrdung der (vor allem) j\u00fcdischen Personen im Deutschen Reich zu einem langsamen Umdenken in Australien bez\u00fcglich humanit\u00e4rer Hilfestellungen f\u00fcr fl\u00fcchtende Personen. Es kam zur Einf\u00fchrung einer Aufnahmequote von 15.000 Menschen \u00fcber einen Zeitraum von 3 Jahren.<a href=\"applewebdata:\/\/52000957-414E-4117-B221-4218C17CDA05#_ftn11\"><sup>[11]<\/sup><\/a>&nbsp;Obwohl schleichend Anerkennung f\u00fcr die Notlage mancher Gruppen von gefl\u00fcchteten Personen aufkam, blieb die Aufnahmequote dennoch sehr restriktiv. Wie oben bereits erw\u00e4hnt war diese Quote weiterhin zus\u00e4tzlich an strikte Aufnahmekriterien gekoppelt, wodurch Australien auch sp\u00e4ter noch eine stark selektive Migrationspolitik (\u201cCulture of control\u201d) verfolgte: Nur wer ins System passt und gen\u00fcgend Kapital mitbringt, wird auch immigriert. Die Sicherstellung der Aufrechterhaltung der britischen Kultur und einer Stabilit\u00e4t im australischen Wirtschafts- und Gesellschaftssystem waren das oberste Anliegen der australischen Politikma\u00dfnahmen.<a href=\"applewebdata:\/\/52000957-414E-4117-B221-4218C17CDA05#_ftn12\"><sup>[12]<\/sup><\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-12 wp-block-paragraph\">In diesem Kontext stellt die Integration von gefl\u00fcchteten Kindern in das australische Schulwesen von 1938 bis 1942 einen besonders spannenden Aspekt dar. Die Auseinandersetzung mit Zeitungsartikeln aus dieser Zeit bietet die M\u00f6glichkeit, die Bem\u00fchungen und Ma\u00dfnahmen des australischen Bildungssystems im Kontext der restriktiven Migrationspolitik zu analysieren. Durch die diskursanalytische Auseinandersetzung mit repr\u00e4sentativen Zeitungsartikeln wird versucht, die Bem\u00fchungen und Ma\u00dfnahmen des australischen Bildungssystems in Relation zur restriktiven Migrationspolitik zu setzen und das Bild zu vervollst\u00e4ndigen.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center has-black-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-13 wp-block-paragraph\"><strong>Diskursanalyse des Quellenkorpus<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-14 wp-block-paragraph\">Im Hauptteil der Arbeit wird anhand der vorgestellten Methodik analysiert, wie sich der Diskurs \u00fcber gefl\u00fcchtete Kinder und Jugendliche, die sich ins australische Schulwesen integrierten beziehungsweise integriert wurden, in den australischen Medien zwischen 1938 und 1942 gestaltete. Einerseits soll eine n\u00e4here Betrachtung zentral angesprochener Themen erfolgen, andererseits sollen zentrale Begriffe analysiert werden, um eine Abbildung des Diskurses auf rhetorischer Ebene zu erreichen.\u00a0<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"261\" height=\"168\" src=\"https:\/\/mom.univie.ac.at\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Kinder1.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-178\" style=\"width:413px;height:auto\"\/><figcaption class=\"wp-element-caption\"><em>Abbildung 1<\/em>: [National Media Museum].\u00a0A Modern Village School-Education in Cambridgeshire, England, UK, 1944 D23615. Wikimedia Commons. Zugriff am 24. April 2025. https:\/\/commons.wikimedia.org\/wiki\/File:A_Modern_Village_School-_Education_in_Cambridgeshire,_England,_UK,_1944_D23615.jpg.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-15 wp-block-paragraph\">Zun\u00e4chst wird im Folgenden auf die Darstellung des Diskurses in australischen Leitmedien eingegangen. In den untersuchten Artikeln wurde selten ausschlie\u00dflich \u00fcber eine bestimmte, sei es ethnisch oder national definierte, Gruppe von gefl\u00fcchteten Kindern berichtet. Stattdessen erfolgte meist eine generalisierte Darstellung europ\u00e4ischer Gefl\u00fcchteter ohne Differenzierung nach Herkunftsl\u00e4ndern. Dies verdeutlicht eine Tendenz zur Homogenisierung von gefl\u00fcchteten Schulkindern in der \u00f6ffentlichen Berichterstattung. Ein Beispiel hierf\u00fcr ist ein Artikel des&nbsp;<em>The Herald<\/em>&nbsp;vom 10. Februar 1939 mit dem Titel \u201eThey Will All Be Good Australians: Foreign Children in our Schools\u201c, in dem \u00fcberhaupt auf alle ausl\u00e4ndischen Kinder als einheitliche Gruppe referenziert wird.<a href=\"applewebdata:\/\/52000957-414E-4117-B221-4218C17CDA05#_ftn13\"><sup>[13]<\/sup><\/a>&nbsp;Bei genauerer Lekt\u00fcre des Quellenkorpus finden sich jedoch auch differenzierte Einsch\u00e4tzungen, die Fl\u00fcchtlingskinder deutscher Herkunft aufwerten, w\u00e4hrend im Gegensatz insbesondere s\u00fcdeurop\u00e4ische Gefl\u00fcchtete tendenziell abgewertet werden: So berichtete&nbsp;<em>The Newcastle Sun<\/em>&nbsp;am 2. November 1938, dass Lehrkr\u00e4fte \u201eaustrian-German refugees\u201c als k\u00f6rperlich und intellektuell \u00fcberlegen gegen\u00fcber s\u00fcdeurop\u00e4ischen Kindern wahrnehmen.<a href=\"applewebdata:\/\/52000957-414E-4117-B221-4218C17CDA05#_ftn14\"><sup>[14]<\/sup><\/a>&nbsp;Diese Bewertungen zeigen, dass die Wahrnehmung von Fl\u00fcchtlingen nicht nur durch ihre Herkunft, sondern auch durch gesellschaftliche Vorstellungen von Assimilationsf\u00e4higkeit gepr\u00e4gt war. W\u00e4hrend des Zweiten Weltkriegs erlebten deutschsprachige Gefl\u00fcchtete in Australien besondere Bedingungen: Trotz ihrer Flucht vor dem NS-Regime wurden sie als \u201eenemy aliens\u201c (feindliche Ausl\u00e4nder) eingestuft, zugleich vielfach offensichtlich auch als gut integrierbar wahrgenommen. S\u00fcdeurop\u00e4ische Gefl\u00fcchtete hingegen wurden als weniger assimilationsf\u00e4hig betrachtet und als \u201cracially inferior\u201d angesehen. Dies geht auf einen im 19. Jahrhundert begr\u00fcndeten Mythos der \u201crassischen\u201d \u00dcberlegenheit zur\u00fcck, wonach Personen aus Australien lediglich britische Personen und Personen aus nordeurop\u00e4ischen L\u00e4ndern f\u00fcr gleichwertig ansahen.<a href=\"applewebdata:\/\/52000957-414E-4117-B221-4218C17CDA05#_ftn15\"><sup>[15]<\/sup><\/a>&nbsp;Dies zeigte sich sogar in der versuchten Verhinderung der Einwanderung s\u00fcdeurop\u00e4ischer Fl\u00fcchtlinge in den 1930er Jahren und hatte auch noch Anfang der 1950er Jahre politische Konsequenzen f\u00fcr die australische Immigrationspolitik.<a href=\"applewebdata:\/\/52000957-414E-4117-B221-4218C17CDA05#_ftn16\"><sup>[16]<\/sup><\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-16 wp-block-paragraph\">In der Berichterstattung zur Aufnahme von Fl\u00fcchtlingskindern in australischen Schulen wird konsequent der Begriff der Assimilation verwendet, was die Erwartung einer vollst\u00e4ndigen Anpassung an die australische Gesellschaft widerspiegelt.&nbsp;So hei\u00dft es in einem Artikel: \u201eIf it were not for the remarkable intelligence shown by the refugee children the Australian teachers and pupils might have faced an impossible task in \u2018assimilating\u2019 the foreigners.\u201c<a href=\"applewebdata:\/\/52000957-414E-4117-B221-4218C17CDA05#_ftn17\"><sup>[17]<\/sup><\/a>&nbsp;Der Begriff der Assimilation bezieht sich dabei auf die vollst\u00e4ndige Anpassung an eine gesellschaftliche Ordnungseinheit, die typischerweise durch den Nationalstaat repr\u00e4sentiert wird, und impliziert letztlich einen umfassenden Wechsel kultureller Identit\u00e4t.<a href=\"applewebdata:\/\/52000957-414E-4117-B221-4218C17CDA05#_ftn18\"><sup>[18]<\/sup><\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-17 wp-block-paragraph\">Die damit verbundene Erwartung einer kulturellen Anpassung zeigt sich besonders deutlich in einer Passage aus einem Artikel von 1938: \u201cAbout four any day in Darlinghurst can be seen a pack of boys, one of girls, and another of well-dressed members of both.&nbsp;The last are refugee children. Different countries, different manners. No doubt the segregation of the sexes is one of the peculiar Anglo-Saxon customs they will learn later.\u201d<a href=\"applewebdata:\/\/52000957-414E-4117-B221-4218C17CDA05#_ftn19\"><sup>[19]<\/sup><\/a>Diese Beobachtung verdeutlicht, dass Assimilation nicht nur als wirtschaftliche oder sprachliche Eingliederung verstanden wurde, sondern auch soziale Normen und Verhaltensweisen umfasste. Die Anpassung an australische Gepflogenheiten wurde als unausweichlicher Bestandteil des Integrationsprozesses betrachtet, wodurch Fl\u00fcchtlingskinder nicht nur als Lernende, sondern als zuk\u00fcnftige Australier:innen wahrgenommen wurden, deren europ\u00e4ische Herkunft zunehmend in den Hintergrund r\u00fcckte. Dabei geht es um die \u00dcbernahme \u201ekultureller Muster\u201c der Mehrheitsgesellschaft \u2013 wie Sprache, aber auch \u00e4u\u00dfere Merkmale wie Kleidung, oder innere Aspekte wie Werte und Einstellungen.<a href=\"applewebdata:\/\/52000957-414E-4117-B221-4218C17CDA05#_ftn20\"><sup>[20]<\/sup><\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-18 wp-block-paragraph\">Die Assimilation gefl\u00fcchteter Kinder in Australien wurde vor allem \u00fcber den Erwerb der englischen Sprache definiert und verfolgt. So wird etwa der erfolgreiche Weg zur Assimilierung einer polnischen Sch\u00fclerin in einem Artikel geschildert: \u201eTake the case of Nelly Berkowicz, [\u2026].&nbsp;She has been in Australia for a month and spoke no English when she arrived. Yet she now knows enough English to write exercises, do sums and chatter with her Australian classmates.\u201c<a href=\"applewebdata:\/\/52000957-414E-4117-B221-4218C17CDA05#_ftn21\"><sup>[21]<\/sup><\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-19 wp-block-paragraph\">Dieses Beispiel unterstreicht die zentrale Bedeutung der Sprachbeherrschung als Voraussetzung f\u00fcr die schulische \u2013 und in weiterer Folge auch gesellschaftliche \u2013Eingliederung der Kinder. Der Gro\u00dfteil der Berichterstattung \u00fcber gefl\u00fcchtete Kinder im Kontext ihrer schulischen Integration konzentriert sich auf deren sprachliche Fortschritte und hebt hervor, wie schnell dadurch ihr anf\u00e4ngliches sprachliches Handicap \u00fcberwunden wurde. In einem \u2013 gewiss als Extremfall zu betrachtenden \u2013 Artikel wurde beispielsweise berichtet, dass eine Familie nun darum bem\u00fcht sei, rasch Englisch zu lernen, um mit ihren Kindern weiterhin kommunizieren zu k\u00f6nnen, da diese nur noch Englisch spr\u00e4chen.<a href=\"applewebdata:\/\/52000957-414E-4117-B221-4218C17CDA05#_ftn22\"><sup>[22]<\/sup><\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-20 wp-block-paragraph\">Beim Verst\u00e4ndnis von Sprache als Schl\u00fcssel zur Assimilation ging es nicht allein um das Erlernen der englischen Sprache, sondern explizit um den Verlust sprachlicher Herkunftsmerkmale. Kinder, die nicht nur flie\u00dfend Englisch sprachen, sondern auch regionale Dialekte \u00fcbernahmen und ihren urspr\u00fcnglichen Akzent vollst\u00e4ndig ablegten, wurden besonders positiv hervorgehoben<a href=\"applewebdata:\/\/52000957-414E-4117-B221-4218C17CDA05#_ftn23\"><sup>[23]<\/sup><\/a>, wie auch folgendes Beispiel veranschaulicht: \u201eHannah Schultz, aged 10, only left Silesia late last year, but she declares in the dialect of Carlton that she is no longer European but Australian.\u201c<a href=\"applewebdata:\/\/52000957-414E-4117-B221-4218C17CDA05#_ftn24\"><sup>[24]<\/sup><\/a>&nbsp;Die Anpassung an die spezifische Sprachvariet\u00e4t wurde als Zeichen einer besonders gelungenen Assimilation gewertet. Sprache diente in diesem Kontext nicht allein als Kommunikationsmittel, sondern wurde als zentrales Instrument der kulturellen Anpassung verstanden. Der Erwerb eines akzentfreien, regional gepr\u00e4gten Englisch galt als Indikator f\u00fcr eine erfolgreiche Eingliederung und vollst\u00e4ndige \u00dcbernahme der australischen Identit\u00e4t. Diese Sichtweise verweist auf ein enges Verst\u00e4ndnis von Zugeh\u00f6rigkeit, das kulturelle und sprachliche Vielfalt nicht als Bereicherung, sondern als Hindernis f\u00fcr die angestrebte Assimilation ansah. Indem der vollst\u00e4ndige Verlust der Muttersprache und der Herkunftsmerkmale als erstrebenswert dargestellt wurde, wird die v\u00f6llige kulturelle Angleichung als Zielsetzung deutlich. Dies verweist auf eine tiefgehende Erwartungshaltung: Anpassung war nicht nur ein pragmatischer Prozess zur gesellschaftlichen Teilhabe, sondern eine ideologisch gepr\u00e4gte Forderung nach Homogenit\u00e4t. Besonders der Bezug auf regionale Sprachvariet\u00e4ten zeigt, dass Assimilation nicht nur auf nationaler Ebene gedacht wurde, sondern bis in die feinen sozialen und kulturellen Nuancen des Alltags hineinreichte.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-21 wp-block-paragraph\">Die Bedeutung der Sprache als Integrationsfaktor findet sich auch in strukturellen Ma\u00dfnahmen des Schulsystems. So wurde berichtet, dass gefl\u00fcchtete Kinder m\u00fcndliche Tests bestehen mussten, um Zugang zu weiterf\u00fchrenden Schulen in Sydney zu erhalten.<a href=\"applewebdata:\/\/52000957-414E-4117-B221-4218C17CDA05#_ftn25\"><sup>[25]<\/sup><\/a>&nbsp;Eine z\u00fcgige, sprachliche Eingliederung gilt auch heute noch als eines der zentralsten Kriterien f\u00fcr eine gelungene Integration. Dies zeigt beispielsweise eine vom \u00d6sterreichischen Integrationsfond (OIF) durchgef\u00fchrte Studie, nach der 98% der befragten Personen die Befolgung spezifischer Regeln und Normen des Landes und die Beherrschung der Sprache als Zeichen f\u00fcr eine gelungene Integration betrachten.<a href=\"applewebdata:\/\/52000957-414E-4117-B221-4218C17CDA05#_ftn26\"><sup>[26]<\/sup><\/a>&nbsp;Dass Sprachtests bis heute in vielen Aufnahmel\u00e4ndern als Form sozialer Kontrolle dienen, verweist auf die anhaltende Bedeutung von Sprache als Mittel der Regulierung von Zugeh\u00f6rigkeit.<a href=\"applewebdata:\/\/52000957-414E-4117-B221-4218C17CDA05#_ftn27\"><sup>[27]<\/sup><\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-22 wp-block-paragraph\">Obwohl der Sprache die zentrale Rolle im Assimilationsprozess der gefl\u00fcchteten Kinder in australischen Schulen zukam, wurden nur sehr zur\u00fcckhaltend Forderungen nach separaten Klassen f\u00fcr ausl\u00e4ndische Kinder, in denen man ihnen zun\u00e4chst Englischunterricht erm\u00f6glichen wollte, bevor sie mit australischen Sch\u00fclern mithalten sollten, kolportiert beziehungsweise dieses Konzept \u00fcberhaupt erw\u00e4hnt.<a href=\"applewebdata:\/\/52000957-414E-4117-B221-4218C17CDA05#_ftn28\"><sup>[28]<\/sup><\/a>&nbsp;Der bewusste Verzicht auf separate Klassen f\u00fcr gefl\u00fcchtete Kinder kann nach Analyse der Berichterstattung als wichtige Ma\u00dfnahme zur grunds\u00e4tzlichen Assimilierung ausl\u00e4ndischer Sch\u00fcler verstanden werden und wurde auch als solcher kommuniziert. Statt die ausl\u00e4ndischen Kinder als \u201eforeign\u201c zu kategorisieren, tritt in den analysierten Zeitungsartikeln klar der Assimilierungsprozess der\/durch \u201eAustralianisierung\u201c (original: \u201eAustralinization\u201c) in den Vordergrund.<a href=\"applewebdata:\/\/52000957-414E-4117-B221-4218C17CDA05#_ftn29\"><sup>[29]<\/sup><\/a>&nbsp;Diese Strategie sollte klar eine m\u00f6glichst rasche und vollst\u00e4ndige Assimilation f\u00f6rdern und von vornherein keinen Raum f\u00fcr (kulturelle) Diversit\u00e4t erm\u00f6glichen. Die \u2013 zwar nicht lautstark ausgetragene, aber doch offensichtlich existente \u2013 Kontroverse \u00fcber separate Klassen f\u00fcr gefl\u00fcchtete Kinder in Australien zeigt allerdings auch, dass es keine einheitliche Meinung dar\u00fcber gab, wie Integration beziehungsweise Assimilation am besten gelingen k\u00f6nne. Diese mediale Darstellung spiegelt ein vermutlich grundlegendes Spannungsverh\u00e4ltnis in der \u00f6ffentlichen Debatte wider: Soll Integration durch m\u00f6glichst schnelle Eingliederung in bestehende Strukturen, oder durch gezielte F\u00f6rderma\u00dfnahmen erfolgen?&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-23 wp-block-paragraph\">Weiters hebt die Berichterstattung die positive Aufnahme von Fl\u00fcchtlingskindern durch australische Mitsch\u00fcler:innen hervor und betont die aktive Unterst\u00fctzung durch die einheimischen Kinder. So wird beschrieben, dass australische Sch\u00fcler:innen eigene Willkommenskomitees einrichteten und darauf achteten, dass ihre neuen Mitsch\u00fcler:innen respektvoll behandelt wurden.<a href=\"applewebdata:\/\/52000957-414E-4117-B221-4218C17CDA05#_ftn30\"><sup>[30]<\/sup><\/a>\u00a0Besonders interessant ist die Schilderung der Situation an innerst\u00e4dtischen Schulen, wo Kinder aus bis zu sieben verschiedenen Nationalit\u00e4ten gemeinsam unterrichtet wurden. Hier wird explizit betont, dass es keine nationalen Streitigkeiten g\u00e4be<a href=\"applewebdata:\/\/52000957-414E-4117-B221-4218C17CDA05#_ftn31\"><sup>[31]<\/sup><\/a>\u00a0\u2013 die Implikation des vorherrschenden Integrationsverst\u00e4ndnisses: Vielfalt wohnt ein Konfliktpotential inne, und dies unterst\u00fctzt diskursiv die integrationspolitische Zielsetzung Australiens nach vollst\u00e4ndiger Assimilation der zugezogenen Kinder und Jugendlichen. Es sei nur am Rand erw\u00e4hnt, dass es sich hierbei meistens um eine mediale Idealvorstellung handelte und nicht die Realit\u00e4t widerspiegelte.<br>Dar\u00fcber hinaus wurde etwa auch ein Programm hervorgehoben, das gezielt gegen die Viktimisierung gefl\u00fcchteter Kinder an Schulen vorging. Dass es jedoch notwendig war explizit darauf hinzuweisen, dass \u201efriendly aliens\u201c nicht wie \u201eenemies\u201c behandelt werden sollten, legt nahe, dass es trotz des offiziellen Diskurses der Akzeptanz durchaus Herausforderungen und Widerst\u00e4nde im Schulalltag, eine Art\u00a0\u00a0Differenzierung zwischen \u201eguten\u201c und \u201eschlechten\u201c Ausl\u00e4ndern, gegeben haben wird.<a href=\"applewebdata:\/\/52000957-414E-4117-B221-4218C17CDA05#_ftn32\"><sup>[32]<\/sup><\/a>\u00a0W\u00e4hrend also eine freundliche Aufnahme betont wurde, l\u00e4sst sich gleichzeitig \u2013 auch in Anbetracht der bereits erw\u00e4hnten Schlechterstellung s\u00fcdeurop\u00e4ischer Gefl\u00fcchteter \u2013 eine diskursive Unterscheidung zwischen erw\u00fcnschten, integrationswilligen Fl\u00fcchtlingen und potenziell unerw\u00fcnschten Fl\u00fcchtlingen erkennen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"534\" height=\"340\" src=\"https:\/\/mom.univie.ac.at\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Kinder2.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-180\" srcset=\"https:\/\/mom.univie.ac.at\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Kinder2.png 534w, https:\/\/mom.univie.ac.at\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Kinder2-300x191.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 534px) 100vw, 534px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\"><em>Abbildung 2<\/em>: Rosenthal, Newman. &#8220;Australia Can Do With Them Refugee Children Begin New Lives.&#8221;\u00a0<em>The Australian Jewish Herald<\/em>, August 3, 1939. nla.gov.au\/nla.news-article261590902.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-24 wp-block-paragraph\">Die Perspektive der australischen Leitmedien zeigt zusammenfassend jedenfalls eine grunds\u00e4tzlich positive Haltung gegen\u00fcber der Aufnahme der gefl\u00fcchteten Kinder und ihrer in Folge erwarteten Assimilation, die als erfolgreich und erreichbar dargestellt wird. Nur am Rande und in einigen wenigen Artikeln wurde erw\u00e4hnt, dass durch den Zustrom von Fl\u00fcchtlingskindern Probleme entstehen k\u00f6nnten.<a href=\"applewebdata:\/\/52000957-414E-4117-B221-4218C17CDA05#_ftn33\"><sup>[33]<\/sup><\/a>\u00a0Es wurde angedeutet, dass den Kindern wom\u00f6glich zun\u00e4chst mehr Aufmerksamkeit als \u00fcblich zuteilwerde oder der Unterricht aufgehalten werden k\u00f6nnte, was das Lehrpersonal in eine potentiell herausfordernde Situation bringt.<a href=\"applewebdata:\/\/52000957-414E-4117-B221-4218C17CDA05#_ftn34\"><sup>[34]<\/sup><\/a>\u00a0Diese Bedenken wurden gesamt-diskursiv jedoch klar relativiert, indem darauf hingewiesen wurde, dass kein Kind Vorrang vor einem anderen habe<a href=\"applewebdata:\/\/52000957-414E-4117-B221-4218C17CDA05#_ftn35\"><sup>[35]<\/sup><\/a>. Au\u00dferdem wird darauf verwiesen, dass die Kinder \u00fcberdies au\u00dferordentlich intelligent und flei\u00dfig seien und sowohl Lehrer:innen als auch Kinder die Situation gut und rasch gemeistert h\u00e4tten beziehungsweise meistern w\u00fcrden.<a href=\"applewebdata:\/\/52000957-414E-4117-B221-4218C17CDA05#_ftn36\"><sup>[36]<\/sup><\/a>\u00a0In den Medien wurde sich also um die Darstellung einer fairen und gerechten Bildungspolitik bem\u00fcht, wenn auch gleichzeitig eine unterschwellige Sorge um die Belastung des Schulsystems erkennbar ist. Summa summarum legt die mediale Darstellung um die Assimilation der Fl\u00fcchtlingskinder diese als einen kurzfristig l\u00f6sbaren Prozess nahe, der insbesondere durch die Anpassung an die englische Sprache und die schulische Umgebung unterst\u00fctzt wurde.\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-25 wp-block-paragraph\">Die ausdr\u00fcckliche Dankbarkeit j\u00fcdischer Eltern f\u00fcr die Bildungschancen ihrer Kinder \u2013 sei es in Form finanzieller Beitr\u00e4ge oder aktiven Engagements \u2013 k\u00f6nnte auf eine zugrundeliegende Erwartungshaltung hindeuten. Dankbarkeit und Anpassungsbereitschaft galten als erw\u00fcnschte Reaktionen von Fl\u00fcchtlingsfamilien, was sich auch in \u00f6ffentlichen \u00c4u\u00dferungen und Gesten widerspiegelte. Ein Beispiel hierf\u00fcr findet sich in der j\u00fcdischen Publikation&nbsp;<em>The Australian Jewish Herald<\/em>&nbsp;vom 29. August 1940, in der berichtet wird, dass das&nbsp;<em>Migrants Consultative Committee<\/em>&nbsp;einen Dankesbrief an den Bildungsdirektor verfasste. In diesem Schreiben wurde die gro\u00dfe Wertsch\u00e4tzung f\u00fcr die Bem\u00fchungen zur Integration gefl\u00fcchteter Kinder in Victorias Schulen betont und mit einer Spende von 50 US-Dollar unterstrichen \u2013 gesammelt von j\u00fcdischen Gefl\u00fcchteten aus \u00d6sterreich und Deutschland.<a href=\"applewebdata:\/\/52000957-414E-4117-B221-4218C17CDA05#_ftn37\"><sup>[37]<\/sup><\/a>&nbsp;Gleiches wurde auch in einer nicht-j\u00fcdischen Zeitung, dem&nbsp;<em>The Herald<\/em>, publiziert.<a href=\"applewebdata:\/\/52000957-414E-4117-B221-4218C17CDA05#_ftn38\"><sup>[38]<\/sup><\/a>&nbsp;Diese Form der \u00f6ffentlichen Anerkennung verweist nicht nur auf die kommunizierte Bedeutung von Bildung f\u00fcr die gefl\u00fcchtete j\u00fcdische Gemeinschaft, sondern impliziert damit auch eine bewusste Demonstration von Anpassungswillen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-26 wp-block-paragraph\">Gleichzeitig reflektierten j\u00fcdische Publikationen den Assimilationsprozess innerhalb der eigenen Gemeinschaft und betonten die sogenannte \u201eAustralianization\u201c. Dieser Begriff bezeichnete einen Prozess, in dem gefl\u00fcchtete j\u00fcdische Kinder aktiv zu \u201ehealthy Australians\u201c geformt werden sollten.<a href=\"applewebdata:\/\/52000957-414E-4117-B221-4218C17CDA05#_ftn39\"><sup>[39]<\/sup><\/a>\u00a0Die Wortwahl impliziert, dass Assimilation nicht nur als schrittweise Anpassung verstanden wurde, sondern als umfassende Transformation, die mit der Annahme einer neuen nationalen Identit\u00e4t einherging. Besonders eindr\u00fccklich ist die Berichterstattung \u00fcber j\u00fcdische Kinder, die erkl\u00e4rten, sie seien keine \u201eEurop\u00e4er\u201c mehr, sondern \u201eAustralier\u201c.<a href=\"applewebdata:\/\/52000957-414E-4117-B221-4218C17CDA05#_ftn40\"><sup>[40]<\/sup><\/a>Dies verdeutlicht, dass die Erwartung an die sprachliche und kulturelle Anpassung innerhalb der j\u00fcdischen Gemeinschaft bewusst war und die Akzeptanz dieser Erwartungshaltung kommuniziert wurde.<br>Narrative wie diese waren h\u00e4ufig mit einer positivistischen Sprache verbunden, die Zukunftsorientierung und Gestaltungsprozesse in den Vordergrund stellte.\u00a0So formulierte besipielsweise\u00a0<em>The Australian Jewish Herald<\/em>: \u201eHere were lives to be moulded: here were futures to be built.\u201c<a href=\"applewebdata:\/\/52000957-414E-4117-B221-4218C17CDA05#_ftn41\"><sup>[41]<\/sup><\/a>\u00a0Die bewusste Verkn\u00fcpfung mit optimistischen Begrifflichkeiten diente dabei nicht nur der Konstruktion eines positiven Selbstbildes, sondern stellte auch eine strategische Rhetorik dar, um in potenziellen Problemsituationen eine hoffnungsvolle Perspektive zu vermitteln.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-27 wp-block-paragraph\">Dennoch blieb die Bewahrung der j\u00fcdischen Identit\u00e4t ein zentrales Anliegen. Einige Jahre nach der ersten Aufnahme j\u00fcdischer, gefl\u00fcchteter Kinder wurde in j\u00fcdischen Medien eine ver\u00e4nderte Wahrnehmung sichtbar. Ein ver\u00f6ffentlichter Appell thematisierte den wachsenden Antisemitismus in Australien und betonte die Notwendigkeit, die j\u00fcdische Kultur \u2013 insbesondere durch Bildung \u2013 zu bewahren. In diesem Kontext wurden j\u00fcdische Schulen als essentiell f\u00fcr den Fortbestand der religi\u00f6sen und kulturellen Identit\u00e4t betrachtet.<a href=\"applewebdata:\/\/52000957-414E-4117-B221-4218C17CDA05#_ftn42\"><sup>[42]<\/sup><\/a>&nbsp;Dies verweist auf ein Spannungsfeld: Einerseits wurde Assimilation als Erfolgsmodell bef\u00fcrwortet und gef\u00f6rdert, andererseits erkannten j\u00fcdische Vertreter:innen die Notwendigkeit, zentrale Elemente ihrer Kultur und Religion zu erhalten und daf\u00fcr entsprechende \u2013 auch schulische \u2013 Institutionen zu etablieren. Diese Dynamik korrespondiert mit migrationssoziologischen Erkenntnissen. W\u00e4hrend \u00e4u\u00dferliche Merkmale \u2013 wie Sprache oder Kleidung \u2013 h\u00e4ufig rasch adaptiert werden, gelten intrinsische kulturelle Elemente, insbesondere Religion, als stabilere Faktoren, die seltener aufgegeben werden.<a href=\"applewebdata:\/\/52000957-414E-4117-B221-4218C17CDA05#_ftn43\"><sup>[43]<\/sup><\/a><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center has-black-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-28 wp-block-paragraph\"><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-29 wp-block-paragraph\">Das untersuchte Quellenmaterial l\u00e4sst den Schluss zu, dass trotz der restriktiven Migrationspolitik Australiens in der ersten H\u00e4lfte des 20. Jahrhunderts, die Integration gefl\u00fcchteter Kinder im Schulwesen \u00fcberwiegend positiv dargestellt wurde. Anstatt Barrieren und Herausforderungen zu betonen, wie man aufgrund der politischen Lage erwarten k\u00f6nnte, berichteten die Medien vorwiegend \u00fcber die erfolgreichen Bem\u00fchungen um die rasche Eingliederung dieser Kinder in das australische Schulsystem. Die Kinder wurden als \u201eneue Australier\u201c beschrieben, was die Erwartung weckte, dass sie sich schnell den Normen und Werten des Landes anpassen w\u00fcrden. Der Diskurs \u2013 sowohl in australischen Leitmedien als auch in j\u00fcdischen Medien \u2013 spiegelte den Prozess einer umfassenden Umgestaltung der Identit\u00e4t der Kinder wider \u2013 \u201eThe process of Australianization is meeting with complete success and the young migrants are growing up into healthy Australians.\u201d<a href=\"applewebdata:\/\/52000957-414E-4117-B221-4218C17CDA05#_ftn44\"><sup>[44]<\/sup><\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-30 wp-block-paragraph\">Zentraler Bestandteil dieses Integrationsprozesses war die F\u00f6rderung der \u201eAustralianization\u201c, insbesondere durch das schnelle Erlernen der englischen Sprache. Diese Strategie, die auch heute noch als entscheidend f\u00fcr die Integration angesehen wird, war nicht nur auf die Sprachkompetenz der Kinder fokussiert, sondern auch auf die Anpassung an die kulturellen Eigenheiten Australiens. Die Medien hoben wiederholt hervor, wie erfolgreich und zielstrebig die Kinder bei der \u00dcbernahme der australischen Kultur waren, was die positive Darstellung der Assimilation unterstrich. Die Berichterstattung \u00fcber diese Entwicklungen legt nahe, dass eine rasche und vollst\u00e4ndige Assimilation als eine Art Modellprozess angesehen wurde, der sowohl den Kindern als auch der Gesellschaft zugutekommen sollte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-31 wp-block-paragraph\">Insgesamt l\u00e4sst sich festhalten, dass die Medien in ihrer Darstellung der Integration von gefl\u00fcchteten Kindern weniger die Schwierigkeiten betonten, sondern vielmehr den Erfolg und die positiven Auswirkungen der Assimilation hervorhoben. Diese narrative Ausrichtung spiegelt nicht nur die damaligen gesellschaftlichen und politischen Ideale wider, sondern auch die Erwartung, dass gefl\u00fcchtete Kinder als schnelle und vollst\u00e4ndige Mitglieder der australischen Gesellschaft integriert werden sollten.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"applewebdata:\/\/52000957-414E-4117-B221-4218C17CDA05#_ftnref1\"><sup>[1]<\/sup><\/a>&nbsp;&#8220;Refugee Children in N.S.W. Schools,&#8221;&nbsp;<em>The Newcastle Sun<\/em>, November 2, 1938,&nbsp;http:\/\/nla.gov.au\/nla.news-article167353350, 6.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"applewebdata:\/\/52000957-414E-4117-B221-4218C17CDA05#_ftnref2\"><sup>[2]<\/sup><\/a>&nbsp;\u201cNational Security Act 1939. No 15 of 1939,\u201d Australasian Legal Information Institute, accessed February 26, 2025,&nbsp;https:\/\/classic.austlii.edu.au\/au\/legis\/cth\/num_act\/nsa193915o1939257\/.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"applewebdata:\/\/52000957-414E-4117-B221-4218C17CDA05#_ftnref3\"><sup>[3]<\/sup><\/a>&nbsp;Philipp Strobl,&nbsp;<em>A History of Displaced Knowledge. Austrian Refugees from National Socialism in Australia&nbsp;<\/em>(Verlag Brill, 2025),&nbsp;49\u201350.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"applewebdata:\/\/52000957-414E-4117-B221-4218C17CDA05#_ftnref4\"><sup>[4]<\/sup><\/a>&nbsp;Philipp Strobl<em>, &#8220;Collective Refugee Agency and the Negotiation of Migration Laws in Wartime Australia, 1939\u20131943<\/em>,&#8221;&nbsp;<em>The Historical Journal<\/em>&nbsp;(2025): 4.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"applewebdata:\/\/52000957-414E-4117-B221-4218C17CDA05#_ftnref5\"><sup>[5]<\/sup><\/a>&nbsp;Strobl, \u201cCollective Refugee Agency,\u201d 4\u00ad\u20136.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"applewebdata:\/\/52000957-414E-4117-B221-4218C17CDA05#_ftnref6\"><sup>[6]<\/sup><\/a>&nbsp;Strobl, \u201cCollective Refugee Agency,\u201d 4\u20136.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"applewebdata:\/\/52000957-414E-4117-B221-4218C17CDA05#_ftnref7\"><sup>[7]<\/sup><\/a>&nbsp;\u201cNational Security Act 1939. No 15 of 1939.\u201d Australasian Legal Information Institute, accessed February 26, 2025,&nbsp;https:\/\/classic.austlii.edu.au\/au\/legis\/cth\/num_act\/nsa193915o1939257\/.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"applewebdata:\/\/52000957-414E-4117-B221-4218C17CDA05#_ftnref8\"><sup>[8]<\/sup><\/a>&nbsp;Strobl, \u201cCollective Refugee Agency,\u201d 4\u20135.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"applewebdata:\/\/52000957-414E-4117-B221-4218C17CDA05#_ftnref9\"><sup>[9]<\/sup><\/a>&nbsp;Strobl, \u201cCollective Refugee Agency,\u201d 4\u20135.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"applewebdata:\/\/52000957-414E-4117-B221-4218C17CDA05#_ftnref10\"><sup>[10]<\/sup><\/a>&nbsp;Katrina Stats, \u201c\u2018Characteristically Generous\u2019? Australian Responses to Refugees Prior to 1951,\u201d Australian Journal of Politics and History 60, no. 2 (2014), 182\u2013183.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"applewebdata:\/\/52000957-414E-4117-B221-4218C17CDA05#_ftnref11\"><sup>[11]<\/sup><\/a>&nbsp;Stats, \u201c\u2018Characteristically Generous\u2019?\u201d, 177\u2013178.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"applewebdata:\/\/52000957-414E-4117-B221-4218C17CDA05#_ftnref12\"><sup>[12]<\/sup><\/a><em>&nbsp;<\/em>Stats, \u201c\u2018Characteristically Generous\u2019?\u201d, 182\u2013183.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"applewebdata:\/\/52000957-414E-4117-B221-4218C17CDA05#_ftnref13\"><sup>[13]<\/sup><\/a><em>&nbsp;<\/em>\u201cThey Will All Be Good Australians. Foreign Children In Our Schools,\u201d&nbsp;<em>The Herald<\/em>, February 10, 1939,&nbsp;http:\/\/nla.gov.au\/nla.news-article243375762, 6.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"applewebdata:\/\/52000957-414E-4117-B221-4218C17CDA05#_ftnref14\"><sup>[14]<\/sup><\/a><em>&nbsp;<\/em>&#8220;Refugee Children in N.S.W. Schools,&#8221; 6.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"applewebdata:\/\/52000957-414E-4117-B221-4218C17CDA05#_ftnref15\"><sup>[15]<\/sup><\/a>&nbsp;Philipp Strobl, eds.,&nbsp;<em>Die Fl\u00fcchtlingskrise der 1930er Jahre in australischen Tageszeitungen. Eine medienhistorische Diskursanalyse&nbsp;<\/em>(Verlag Dr. Kova\u010d 2019), 10\u201312.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"applewebdata:\/\/52000957-414E-4117-B221-4218C17CDA05#_ftnref16\"><sup>[16]<\/sup><\/a>Strobl,&nbsp;<em>Fl\u00fcchtlingskrise<\/em>, 10\u201311; Joan Beaumont, Ilma Martinuzzi O\u2019Brien, and Mathew Trinca,&nbsp;<em>Under Suspicion: Citizenship and Internment in Australia during the Second World War<\/em>&nbsp;(National Museum of Australia Press, 2008), 1\u20134; Astrid Tumpold-Juri,&nbsp;<em>\u201eSkim off the cream\u201d: Auswanderung von \u00d6sterreich nach Australien 1945\u20131978<\/em>&nbsp;(Dissertation, Karl-Franzens-Universit\u00e4t Graz, 2008), 247\u2013248.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"applewebdata:\/\/52000957-414E-4117-B221-4218C17CDA05#_ftnref17\"><sup>[17]<\/sup><\/a><em>&nbsp;<\/em>\u201cThey Will All Be Good Australians,\u201d 6.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"applewebdata:\/\/52000957-414E-4117-B221-4218C17CDA05#_ftnref18\"><sup>[18]<\/sup><\/a>&nbsp;Jutta Aum\u00fcller,&nbsp;<em>Assimilation: Kontroversen um ein migrationspolitisches Konzept,&nbsp;<\/em>1st ed, (Transcript Verlag, 2015), 36.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"applewebdata:\/\/52000957-414E-4117-B221-4218C17CDA05#_ftnref19\"><sup>[19]<\/sup><\/a>&nbsp;&#8220;Refugee Children in N.S.W. Schools,&#8221; 6.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"applewebdata:\/\/52000957-414E-4117-B221-4218C17CDA05#_ftnref20\"><sup>[20]<\/sup><\/a>&nbsp;Richard Alba and Victor Nee,&nbsp;<em>Remaking the American Mainstream: Assimilation and Contemporary Immigration,<\/em>&nbsp;1st ed. (Harvard University Press, 2003), 23\u201324.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"applewebdata:\/\/52000957-414E-4117-B221-4218C17CDA05#_ftnref21\"><sup>[21]<\/sup><\/a>&nbsp;\u201cThey Will All Be Good Australians,\u201d 6.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"applewebdata:\/\/52000957-414E-4117-B221-4218C17CDA05#_ftnref22\"><sup>[22]<\/sup><\/a><em>&nbsp;<\/em>&#8220;Refugee Children in N.S.W. Schools,&#8221; 6.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"applewebdata:\/\/52000957-414E-4117-B221-4218C17CDA05#_ftnref23\"><sup>[23]<\/sup><\/a><em>&nbsp;<\/em>&#8220;Gratitude of Refugee Parents,&#8221;&nbsp;<em>The Herald<\/em>, September 26, 1940,&nbsp;http:\/\/nla.gov.au\/nla.news-article244460148, 15; &#8220;Gratitude of Refugee Parents,&#8221;&nbsp;15.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"applewebdata:\/\/52000957-414E-4117-B221-4218C17CDA05#_ftnref24\"><sup>[24]<\/sup><\/a><em>&nbsp;<\/em>\u201cThey Will All Be Good Australians,\u201d 6.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"applewebdata:\/\/52000957-414E-4117-B221-4218C17CDA05#_ftnref25\"><sup>[25]<\/sup><\/a>&nbsp;&#8220;Refugee Children in High Schools,&#8221;&nbsp;<em>Barrier Miner<\/em>, May 30, 1939,&nbsp;http:\/\/nla.gov.au\/nla.news-article48318168, 1; \u201cRefugee Children. Admission to High Schools,\u201d&nbsp;<em>Glen Innes Examiner<\/em>, May 30, 1939, http:\/\/nla.gov.au\/nla.news-article178531049, 1.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"applewebdata:\/\/52000957-414E-4117-B221-4218C17CDA05#_ftnref26\"><sup>[26]<\/sup><\/a><em>&nbsp;<\/em>Rudolf Bretschneider,&nbsp;<em>Integration und Zusammenleben. Was denkt \u00d6sterreich?,<\/em>&nbsp;(\u00d6sterreichischer Integrationsfonds,&nbsp;2016), https:\/\/www.integrationsfonds.at\/fileadmin\/user_upload\/OEIF_Studie_Integration_und_Zusammenleben_Was_denkt_OEsterreich_Web.PDF.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"applewebdata:\/\/52000957-414E-4117-B221-4218C17CDA05#_ftnref27\"><sup>[27]<\/sup><\/a>&nbsp;Tim McNamara and Elama Shohamy, \u201cViewpoint, Language Tests and Human Rights,\u201d&nbsp;<em>International Journal of Applied Linguistics&nbsp;<\/em>18, no. 1 (2008): 89-95, https:\/\/doi.org\/10.1111\/j.1473-4192.2008.00191.x, 89\u201391.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"applewebdata:\/\/52000957-414E-4117-B221-4218C17CDA05#_ftnref28\"><sup>[28]<\/sup><\/a>&nbsp;&#8220;News of the Day. The Refugee,&#8221;&nbsp;<em>The Age<\/em>, February 23, 1939,&nbsp;http:\/\/nla.gov.au\/nla.news-article205956082, 10; \u201cThey Will All Be Good Australians,\u201d 6.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"applewebdata:\/\/52000957-414E-4117-B221-4218C17CDA05#_ftnref29\"><sup>[29]<\/sup><\/a><em>&nbsp;<\/em>&#8220;Gratitude of Refugee Parents,&#8221;&nbsp;15.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"applewebdata:\/\/52000957-414E-4117-B221-4218C17CDA05#_ftnref30\"><sup>[30]<\/sup><\/a><em>&nbsp;<\/em>&#8220;Gratitude of Refugee Parents,&#8221;&nbsp;15; \u201cThey Will All Be Good Australians,\u201d 6.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"applewebdata:\/\/52000957-414E-4117-B221-4218C17CDA05#_ftnref31\"><sup><em><sup><strong>[31]<\/strong><\/sup><\/em><\/sup><\/a><em>&nbsp;<\/em>&#8220;Gratitude of Refugee Parents,&#8221;&nbsp;15.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"applewebdata:\/\/52000957-414E-4117-B221-4218C17CDA05#_ftnref32\"><sup>[32]<\/sup><\/a>&nbsp;&#8220;Protection in Schools,&#8221;&nbsp;<em>The Argus<\/em>, October 23, 1939,&nbsp;http:\/\/nla.gov.au\/nla.news-article11265796.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"applewebdata:\/\/52000957-414E-4117-B221-4218C17CDA05#_ftnref33\"><sup>[33]<\/sup><\/a>&nbsp;\u201cRefugee Problem,\u201d 6; \u201cRefugee Problems. Immigration and Refugee Problems,\u201d 2; &#8220;News of the Day,\u201d 10; \u201cThey Will All Be Good Australians,\u201d 6.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"applewebdata:\/\/52000957-414E-4117-B221-4218C17CDA05#_ftnref34\"><sup>[34]<\/sup><\/a><em>&nbsp;<\/em>&#8220;Gratitude of Refugee Parents,&#8221;&nbsp;15;<em>&nbsp;<\/em>&#8220;News of the Day,\u201d 10; \u201cThey Will All Be Good Australians,\u201d 6;<em>&nbsp;<\/em>&#8220;Educating Children,&#8221;&nbsp;<em>The Argus<\/em>, December 14, 1939,&nbsp;http:\/\/nla.gov.au\/nla.news-article11274502, 8; \u201cRefugee Children in High Schools,\u201d 1.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"applewebdata:\/\/52000957-414E-4117-B221-4218C17CDA05#_ftnref35\"><sup>[35]<\/sup><\/a>&nbsp;&#8220;Educating Children,&#8221; 8.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"applewebdata:\/\/52000957-414E-4117-B221-4218C17CDA05#_ftnref36\"><sup>[36]<\/sup><\/a>&nbsp;\u201cThey Will All Be Good Australians,\u201d 6; &#8220;Gratitude of Refugee Parents,&#8221;&nbsp;15; &#8220;Refugee Children in N.S.W. Schools,&#8221; 6.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"applewebdata:\/\/52000957-414E-4117-B221-4218C17CDA05#_ftnref37\"><sup>[37]<\/sup><\/a>&nbsp;&#8220;Gratitude of Refugees,\u201d 3.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"applewebdata:\/\/52000957-414E-4117-B221-4218C17CDA05#_ftnref38\"><sup>[38]<\/sup><\/a><em>&nbsp;<\/em>&#8220;Gratitude of Refugee Parents,&#8221;&nbsp;15.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"applewebdata:\/\/52000957-414E-4117-B221-4218C17CDA05#_ftnref39\"><sup>[39]<\/sup><\/a>&nbsp;\u201cAbout the Communities. \u2019Lareno\u2019 Children,\u201d&nbsp;<em>The Australian Jewish Herald<\/em>, August 1, 1940, http:\/\/nla.gov.au\/nla.news-article261413267, 4.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"applewebdata:\/\/52000957-414E-4117-B221-4218C17CDA05#_ftnref40\"><sup>[40]<\/sup><\/a>&nbsp;\u201cThey Will All Be Good Australians,\u201d 6; \u201cRefugee Problem,\u201d&nbsp;<em>The Herald<\/em>, March 23, 1939,&nbsp;http:\/\/nla.gov.au\/nla.news-article243336213, 6.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"applewebdata:\/\/52000957-414E-4117-B221-4218C17CDA05#_ftnref41\"><sup>[41]<\/sup><\/a>&nbsp;Newman Rosenthal, &#8220;Australia Can Do With Them! Refugee Children Begin New Lives,&#8221;&nbsp;<em>The Australian Jewish Herald<\/em>, August 3, 1939, http:\/\/nla.gov.au\/nla.news-article261590902, 6\u20137.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"applewebdata:\/\/52000957-414E-4117-B221-4218C17CDA05#_ftnref42\"><sup>[42]<\/sup><\/a>&nbsp;\u201cRefugee Problems. Immigration and Refugee Problems,\u201d&nbsp;<em>The Australian Jewish Herald<\/em>, October 15, 1942,&nbsp;http:\/\/nla.gov.au\/nla.news-article261393297, 2.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"applewebdata:\/\/52000957-414E-4117-B221-4218C17CDA05#_ftnref43\"><sup>[43]<\/sup><\/a>&nbsp;Alba and Nee,&nbsp;<em>Remaking the American Mainstream<\/em>, 23\u201324.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"applewebdata:\/\/52000957-414E-4117-B221-4218C17CDA05#_ftnref44\"><sup>[44]<\/sup><\/a>&nbsp;\u201c\u2019Lareno\u2019 Children,\u201d The Australian Jewish Herald, 4.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Diese Aufsatzsammlung analysiert die Darstellung und Diskussion von Flucht und Migration in der australischen Presse der sp\u00e4ten 1930er Jahre. 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