{"id":215,"date":"2025-08-12T17:17:33","date_gmt":"2025-08-12T17:17:33","guid":{"rendered":"https:\/\/mom.univie.ac.at\/?p=215"},"modified":"2025-08-22T08:52:28","modified_gmt":"2025-08-22T08:52:28","slug":"herschel-grynszpans-rezeption-in-australischen-zeitungen-zwischen-november-1938-und-februar-1939","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/mom.univie.ac.at\/?p=215","title":{"rendered":"Herschel Grynszpans Rezeption in australischen Zeitungen zwischen November 1938 und Februar 1939 &#8211; Carla Vordermayer, Klara Mosr"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese Aufsatzsammlung analysiert die Darstellung und Diskussion von Flucht und Migration in der australischen Presse der sp\u00e4ten 1930er Jahre. Im Zentrum steht die Frage, wie Presseberichte zur Konstruktion von Fremdheit, Zugeh\u00f6rigkeit und nationaler Identit\u00e4t beitrugen, insbesondere im Kontext globaler Fluchtbewegungen aus dem nationalsozialistischen Europa. Die Blogbeitr\u00e4ge untersuchen anhand diskursanalytischer Methoden, welche Narrative \u2013 etwa Bedrohung, \u00dcberfremdung, \u00f6konomische Belastung oder Humanit\u00e4t \u2013 in f\u00fchrenden australischen Zeitungen reproduziert und verhandelt wurden. Besonderes Augenmerk gilt dabei der restriktiven \u201eWhite Australia Policy\u201c und der grundlegenden Pr\u00e4gung nationaler Identit\u00e4t durch Medienrhetorik. Die unterschiedlichen Beitr\u00e4ge nehmen spezifische Fallbeispiele in den Blick, darunter die Berichterstattung \u00fcber die \u00c9vian-Konferenz, die Aufnahme j\u00fcdischer Fl\u00fcchtlinge, die Darstellung unbegleiteter Migrant:innen und die spezifischen Narrative zu einzelnen Gruppen oder Ereignissen. Ebenso werden die Wechselwirkungen von Politik, Presse und \u00d6ffentlichkeit sowie die Spielr\u00e4ume f\u00fcr solidarische oder ausgrenzende Diskurse beleuchtet. Methodisch basiert das Projekt auf der Auswertung digitalisierter Zeitungsquellen und einer multiperspektivischen Herangehensweise im Rahmen eines universit\u00e4ren Lehrprojekts. Insgesamt verdeutlicht die Beitr\u00e4ge die historische Verwobenheit von medialen Diskursen, migrationspolitischer Praxis und gesellschaftlicher Identit\u00e4tsbildung, deren Nachwirkungen bis in die Gegenwart reichen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"195\" height=\"315\" src=\"https:\/\/mom.univie.ac.at\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Herschel1.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-217\" srcset=\"https:\/\/mom.univie.ac.at\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Herschel1.png 195w, https:\/\/mom.univie.ac.at\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Herschel1-186x300.png 186w\" sizes=\"auto, (max-width: 195px) 100vw, 195px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">\u00a0<br>Erstes Bild von Herschel Grynszpan nach dem Attentat.<br>No Title (1938, November 19.)\u00a0<em>News<\/em>\u00a0<em>(Adelaide,\u00a0<\/em>SA: 1923-1954), p. 1.\u00a0(Letzter Zugriff am 28.07.25, URL: https:\/\/trove.nla.gov.au\/newspaper\/article\/131913090?searchTerm=Herschel%20Grynszpan#)<br>\u00a9\u00a0<em>National Library of Australia.\u00a0<\/em><\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading has-text-align-center has-black-color has-text-color has-link-color has-x-large-font-size wp-elements-1\"><strong>Herschel\u00a0Grynszpans Rezeption in australischen Zeitungen zwischen November 1938 und Februar 1939<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Carla Vordermayer, Klara Mosr<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center has-black-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-2 wp-block-paragraph\"><strong>1. Einleitung<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-3 wp-block-paragraph\">Die Novemberpogrome 1938 markieren eine entscheidende Eskalation des antisemitischen Terrors in Deutschland. Eingeleitet durch das Attentat von Herschel Grynszpan auf den deutschen Diplomaten Ernst vom Rath, gipfelten die Ausschreitungen in der Nacht vom 9. auf den 10. November in einem reichsweiten, \u00f6ffentlich inszenierten Gewaltexzess gegen j\u00fcdische B\u00fcrger:innen. Diese Pogrome sind jedoch nicht isoliert zu betrachten, sondern als H\u00f6hepunkt einer jahrelangen systematischen Radikalisierung des Antisemitismus im nationalsozialistischen Deutschland.<a href=\"applewebdata:\/\/3EDEDF5F-52EA-459B-AA91-D5D31140E725#_ftn1\"><sup>[1]<\/sup><\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-4 wp-block-paragraph\">Bereits in den fr\u00fchen Jahren nach der Macht\u00fcbernahme der NSDAP 1933 setzte eine Welle antisemitischer Gewalt ein. Sturmabteilung-Truppen organisierten Boykotte j\u00fcdischer Gesch\u00e4fte, drangen in Wohnungen ein und griffen j\u00fcdische Menschen auf offener Stra\u00dfe an. Die Bev\u00f6lkerung nahm vielfach passiv zuschauend teil, w\u00e4hrend der sogenannte \u201eDoppelstaat\u201c, wie ihn der j\u00fcdische Jurist Ernst Fraenkel beschrieb, eine ambivalente Rolle einnahm: Einerseits schien der b\u00fcrgerliche Rechtsstaat mit seinen traditionellen Normen weiterzubestehen, andererseits etablierten Sturmabteilung (SA), Schutzstaffel (SS) und andere Parteiorganisationen einen parallelen Terrorstaat, der zunehmend die Kontrolle \u00fcber das Schicksal der j\u00fcdischen Bev\u00f6lkerung \u00fcbernahm.<a href=\"applewebdata:\/\/3EDEDF5F-52EA-459B-AA91-D5D31140E725#_ftn2\"><sup>[2]<\/sup><\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-5 wp-block-paragraph\">In einer zweiten Gewaltwelle 1935 versch\u00e4rfte sich die Lage weiter. \u00d6ffentliche Angriffe auf j\u00fcdische Personen und Gesch\u00e4fte erreichten neue Dimensionen. Trotz dieser Brutalit\u00e4t schien f\u00fcr viele j\u00fcdische B\u00fcrger:innen das Ausharren in Deutschland oft die einzige Option, insbesondere f\u00fcr \u00e4ltere und wirtschaftlich schw\u00e4chere Mitglieder der Gemeinschaft.<a href=\"applewebdata:\/\/3EDEDF5F-52EA-459B-AA91-D5D31140E725#_ftn3\"><sup>[3]<\/sup><\/a>&nbsp;Gerade \u00e4ltere Menschen hatten oft ihr ganzes Leben in Deutschland verbracht. Sie sprachen meist keine Fremdsprachen, hatten keinen Zugang zu internationalen Netzwerken und sahen sich au\u00dferstande, sich in einem fremden Land eine neue Existenz aufzubauen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-6 wp-block-paragraph\">Die antij\u00fcdische Gewalt diente nicht nur der Einsch\u00fcchterung, sondern hatte auch eine strategische Funktion. Durch gezielten Terror auf den Stra\u00dfen wurde Druck auf die staatlichen Beh\u00f6rden ausge\u00fcbt, die sogenannte systematische Ausgrenzung der j\u00fcdischen Bev\u00f6lkerung durch Gesetze und Verordnungen weiter voranzutreiben. Dies f\u00fchrte zu einer sich wechselseitig verst\u00e4rkenden Dynamik zwischen Basisterror und staatlicher Judenverfolgung. Mit den Novemberpogromen sprengte der nationalsozialistische Terror den Rahmen dessen, was viele f\u00fcr m\u00f6glich gehalten hatten. Die offene und umfassende Gewalt gegen j\u00fcdische Gesch\u00e4fte, Synagogen und Einzelpersonen zerst\u00f6rte jede Hoffnung auf Sicherheit und markierte den Beginn der finalen Phase der systematischen Verfolgung der j\u00fcdischen Menschen in Deutschland.<a href=\"applewebdata:\/\/3EDEDF5F-52EA-459B-AA91-D5D31140E725#_ftn4\"><sup>[4]<\/sup><\/a><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"716\" src=\"https:\/\/mom.univie.ac.at\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Herschel2-1024x716.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-220\" srcset=\"https:\/\/mom.univie.ac.at\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Herschel2-1024x716.jpg 1024w, https:\/\/mom.univie.ac.at\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Herschel2-300x210.jpg 300w, https:\/\/mom.univie.ac.at\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Herschel2-768x537.jpg 768w, https:\/\/mom.univie.ac.at\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Herschel2-1536x1074.jpg 1536w, https:\/\/mom.univie.ac.at\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Herschel2.jpg 1895w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Abb. 1: Am 9. November 1938 wurde die Synagoge in Bamberg w\u00e4hrend der Novemberpogrome bei gewaltsamen Ausschreitungen gegen j\u00fcdische Menschen und Einrichtungen in Brand gesetzt.<br>\u00a0Gerd Schneider, Christiane Toyka-Seid, \u201ePogrom\/Reichspogromnacht,\u201c\u00a0<em>Das junge Politik-Lexikon. Bundeszentrale f\u00fcr politische Bildung<\/em><br>Foto:\u00a0\u00a9 picture alliance\/CPA Media)<br>https:\/\/www.bpb.de\/kurz-knapp\/lexika\/das-junge-politik-lexikon\/320945\/pogrom-reichspogromnacht\/ (16.04.25).<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-7 wp-block-paragraph\">Herschel Feibel Grynszpan wurde am 28. M\u00e4rz 1921 in Hannover als Sohn polnisch-j\u00fcdischer Eltern geboren. Sein Vater Sendel Grynszpan, ein Schneider, stammte aus Dmenin im damaligen Russland und wanderte 1911 zusammen mit seiner Frau Regina, geborene Silberberg, nach Deutschland aus, um den antisemitischen Verfolgungen des zaristischen Russlands zu entkommen. Die Familie lebte in bescheidenen Verh\u00e4ltnissen; wirtschaftliche Schwierigkeiten und die Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise pr\u00e4gten ihre Lebensumst\u00e4nde. Herschel besuchte die Volksschule in Hannover und galt als intelligenter Sch\u00fcler, dessen schulischer Erfolg jedoch durch einen Mangel an Flei\u00df und Disziplin beeintr\u00e4chtigt wurde.<a href=\"applewebdata:\/\/3EDEDF5F-52EA-459B-AA91-D5D31140E725#_ftn5\"><sup>[5]<\/sup><\/a>&nbsp;1935 verlie\u00df Herschel seine Heimatstadt und zog nach Frankfurt am Main, um an einer Rabbinischen Lehranstalt eine Ausbildung in j\u00fcdischer Religionswissenschaft zu beginnen. Diese brach er jedoch 1936 vorzeitig ab und kehrte nach Hannover zur\u00fcck. Ohne berufliche Perspektiven und unter zunehmendem Druck durch die antisemitischen Ma\u00dfnahmen des NS-Regimes entschied er sich, nach Belgien und schlie\u00dflich nach Frankreich zu emigrieren, wo er bei seinem Onkel in Paris Unterkunft fand.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-8 wp-block-paragraph\">Grynszpan lebte dort in prek\u00e4ren Verh\u00e4ltnissen, ohne legale Aufenthaltserlaubnis und ohne geregelte Arbeit. Seine Isolation und die Berichte \u00fcber die Deportation seiner Familie trugen wesentlich zu seiner Verzweiflung bei.<a href=\"applewebdata:\/\/3EDEDF5F-52EA-459B-AA91-D5D31140E725#_ftn6\"><sup>[6]<\/sup><\/a>&nbsp;In diesem Zustand ver\u00fcbte er schlie\u00dflich das Attentat auf den deutschen Diplomaten Ernst von Rath, ein Ereignis, das die NS-Propaganda instrumentalisiert nutzte, um die Novemberpogrome 1938 zu rechtfertigen.<a href=\"applewebdata:\/\/3EDEDF5F-52EA-459B-AA91-D5D31140E725#_ftn7\"><sup>[7]<\/sup><\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-9 wp-block-paragraph\">Das Ziel dieser Arbeit ist es, die Darstellung von Herschel Grynszpan in australischen Zeitungen im Zeitraum vom 7. November 1938 bis zum 28. Februar 1939 zu analysieren. Dabei liegt der Fokus darauf, wie Grynszpan, der v.a. von den Nationalsozialisten als Ausl\u00f6ser der Novemberpogrome 1938 instrumentalisiert wurde, in australischen Publikationen dargestellt wurde. Die Wahl australischer Medien bietet dabei eine spannende Perspektive, da Australien aufgrund seiner geographischen Entfernung einen distanzierten, aber dennoch westlich gepr\u00e4gten Blick auf die Ereignisse in Europa einnahm. Zudem existieren bereits Studien zur medialen Darstellung Grynszpans in europ\u00e4ischen und amerikanischen Kontexten \u2013 die australische Presse erg\u00e4nzt diesen Forschungsstand und erlaubt R\u00fcckschl\u00fcsse auf globale Wahrnehmungs- und Deutungsmuster. Unsere Forschungsfrage lautet daher: \u201eWie wurden das Attentat von Herschel Grynszpan und seine Person in australischen Zeitungen zwischen dem 7. November 1938 und dem 28. Februar 1939 dargestellt?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-10 wp-block-paragraph\">Die Analyse st\u00fctzt sich auf die Auswertung von\u00a0Prim\u00e4rquellen (historischen Zeitungsartikeln), die in Kapitel 4 untersucht werden. Diese Artikel bieten einen direkten Einblick in die zeitgen\u00f6ssische Berichterstattung und medialen Diskurse.Erg\u00e4nzend dazu wird\u00a0Sekund\u00e4rliteratur\u00a0herangezogen.<a href=\"applewebdata:\/\/3EDEDF5F-52EA-459B-AA91-D5D31140E725#_ftn8\"><sup>[8]<\/sup><\/a>\u00a0Diese Werke bieten Hintergrundinformationen und wissenschaftliche Analysen zur internationalen Wahrnehmung des Nationalsozialismus, der Novemberpogrome und Herschel Grynszpans Rolle in der Propaganda und \u00f6ffentlichen Meinung.\u00a0\u00a0<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center has-black-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-11 wp-block-paragraph\"><strong>2. Historischer Kontext<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-12 wp-block-paragraph\"><br>Am 7. November 1938 betrat Herschel Grynszpan, ein junger polnisch-j\u00fcdischer Emigrant, die deutsche Botschaft in Paris.<a href=\"applewebdata:\/\/3EDEDF5F-52EA-459B-AA91-D5D31140E725#_ftn9\"><sup>[9]<\/sup><\/a>\u00a0Er war zweifellos gut gekleidet, in einem Nadelstreifenanzug, billig, aber ordentlich.<a href=\"applewebdata:\/\/3EDEDF5F-52EA-459B-AA91-D5D31140E725#_ftn10\"><sup>[10]<\/sup><\/a>\u00a0Er verlangte, einen Botschaftssekret\u00e4r zu sprechen, da er angeblich ein wichtiges Dokument \u00fcbergeben wollte. Nachdem er von einem Amtsgehilfen in das Wartezimmer gef\u00fchrt wurde, empfing ihn der Legationssekret\u00e4r Ernst vom Rath. Grynszpan zog w\u00e4hrend des Gespr\u00e4chs einen Revolver und schoss zweimal auf vom Rath. Dieser wurde schwer verletzt und unmittelbar ins Krankenhaus gebracht, wo er operiert wurde. Die Kugeln trafen ihn im Brust- und Bauchbereich, was die Entfernung seiner Milz erforderlich machte.<a href=\"applewebdata:\/\/3EDEDF5F-52EA-459B-AA91-D5D31140E725#_ftn11\"><sup>[11]<\/sup><\/a>\u00a0Grynszpan lie\u00df sich nach der Tat widerstandslos von einem Botschaftsangestellten festnehmen und wurde der Polizei \u00fcbergeben.<a href=\"applewebdata:\/\/3EDEDF5F-52EA-459B-AA91-D5D31140E725#_ftn12\"><sup>[12]<\/sup><\/a><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"195\" height=\"315\" src=\"https:\/\/mom.univie.ac.at\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Herschel1-1.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-219\" srcset=\"https:\/\/mom.univie.ac.at\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Herschel1-1.png 195w, https:\/\/mom.univie.ac.at\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Herschel1-1-186x300.png 186w\" sizes=\"auto, (max-width: 195px) 100vw, 195px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Abb. 2: Erstes Bild von Herschel Grynszpan nach dem Attentat.<br>No Title (1938, November 19.)\u00a0<em>News<\/em>\u00a0<em>(Adelaide,\u00a0<\/em>SA: 1923-1954), p. 1.\u00a0(Letzter Zugriff am 28.07.25, URL: https:\/\/trove.nla.gov.au\/newspaper\/article\/131913090?searchTerm=Herschel%20Grynszpan#)<br>\u00a9\u00a0<em>National Library of Australia.\u00a0<\/em><\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-13 wp-block-paragraph\">In seiner Vernehmung erkl\u00e4rte Grynszpan, er habe mit seiner Tat gegen die Verfolgung seiner j\u00fcdischen Glaubensgenossen protestieren wollen. Er begr\u00fcndete dies mit den Ereignissen rund um die Abschiebung seiner Eltern und anderer polnischer j\u00fcdischer Menschen nach Polen. Eine Postkarte, die er wenige Tage zuvor von seiner Familie aus Zb\u0105szy\u0144 erhalten hatte, berichtete von den dramatischen Umst\u00e4nden der Abschiebung: Sie waren ohne Vorwarnung aus ihren Wohnungen herausgeholt und an die polnische Grenze deportiert worden, wo sie unter katastrophalen Bedingungen in Lagern untergebracht wurden. Grynszpan beschloss daraufhin, ein Mitglied der deutschen Botschaft zu t\u00f6ten, um auf das Leid der j\u00fcdischen Bev\u00f6lkerung aufmerksam zu machen.<a href=\"applewebdata:\/\/3EDEDF5F-52EA-459B-AA91-D5D31140E725#_ftn13\"><sup>[13]<\/sup><\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-14 wp-block-paragraph\">Die Tatwaffe, ein Revolver Kaliber 6,35 mm, wurde am Tatort gefunden. Grynszpan gab an, dass er gezielt in die K\u00f6rpermitte seines Opfers geschossen habe. Sein Motiv, die Rache f\u00fcr die Leiden der j\u00fcdischen Menschen, hatte er sowohl vor Ort als auch in den Vernehmungen mehrfach betont. Vom Rath erlag sp\u00e4ter seinen Verletzungen, was die nationalsozialistische Propaganda dazu nutzte, die Novemberpogrome 1938 zu rechtfertigen.<a href=\"applewebdata:\/\/3EDEDF5F-52EA-459B-AA91-D5D31140E725#_ftn14\"><sup>[14]<\/sup><\/a><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"590\" height=\"676\" src=\"https:\/\/mom.univie.ac.at\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Herschel3.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-221\" srcset=\"https:\/\/mom.univie.ac.at\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Herschel3.jpg 590w, https:\/\/mom.univie.ac.at\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Herschel3-262x300.jpg 262w\" sizes=\"auto, (max-width: 590px) 100vw, 590px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Abb. 3: Franz\u00f6sische Ermittler f\u00fchren Herschel Grynszpan nach dem Attentat auf den deutschen Diplomatem Ernst vom Rath im November 1938 aus dem Pariser Polizeipr\u00e4sidium.<br>17-Year-Old Assassin For Trial (1939, Februar 14).\u00a0<em>The Daily News (Perth,\u00a0<\/em>WA: 1882-1995), p. 5.\u00a0(Letzter Tugriff am 28.07.25, URL: https:\/\/trove.nla.gov.au\/newspaper\/article\/81957727#)\u00a0<br>\u00a9\u00a0<em>National Library of Australia<\/em>, Foto: o. Ang.,\u00a0<strong>http:\/\/nla.gov.au\/nla.news-article81957727 20.04.25.<\/strong><\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-15 wp-block-paragraph\"><strong>2.2. Australien als Zufluchtsland f\u00fcr j\u00fcdische Menschen<\/strong><br>Nach der Macht\u00fcbernahme der Nationalsozialisten 1933 begannen Vertreibungen von als \u201erassisch minderwertig\u201c oder politisch unerw\u00fcnscht geltenden Personen.<a href=\"applewebdata:\/\/3EDEDF5F-52EA-459B-AA91-D5D31140E725#_ftn15\"><sup>[15]<\/sup><\/a>\u00a0Zu den ersten Gefl\u00fcchteten geh\u00f6rten Regimegegner:innen sowie j\u00fcdische, Romani und slawische B\u00fcrger:innen. Bis 1939 flohen Hunderttausende aus Deutschland, \u00d6sterreich und der Tschechoslowakei, meist j\u00fcdischer Herkunft. Internationale Schutzma\u00dfnahmen blieben weitgehend wirkungslos.\u00a0In den 1930er Jahren verfolgte Australien eine restriktive Einwanderungspolitik, die j\u00fcdische Gefl\u00fcchtete\u00a0nicht ausdr\u00fccklich willkommen hie\u00df.\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-16 wp-block-paragraph\">Die Haltung war von&nbsp;Angst vor \u201eunerw\u00fcnschten\u201c Eingewanderten&nbsp;und wirtschaftlicher Unsicherheit gepr\u00e4gt.<a href=\"applewebdata:\/\/3EDEDF5F-52EA-459B-AA91-D5D31140E725#_ftn16\"><sup>[16]<\/sup><\/a>&nbsp;Die Migrationspolitik bevorzugte britische Einwanderer:innen und begegnete nicht-britischen Gefl\u00fcchteten, besonders j\u00fcdischer Herkunft, mit Skepsis.<a href=\"applewebdata:\/\/3EDEDF5F-52EA-459B-AA91-D5D31140E725#_ftn17\"><sup>[17]<\/sup><\/a>&nbsp;Antisemitische Vorbehalte pr\u00e4gten die \u00f6ffentliche Debatte. Die Regierung unterschied nicht zwischen regul\u00e4ren Migrant:innen und Gefl\u00fcchteten, verlangte hohe Einreisegeb\u00fchren und schr\u00e4nkte Aufnahmezusagen stark ein. J\u00fcdische Gefl\u00fcchtete aus Deutschland und \u00d6sterreich wurden als \u201eAliens\u201c eingestuft. Assimilationszweifel, wirtschaftliche Sorgen und antisemitische Ressentiments verst\u00e4rkten die Ablehnung.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-17 wp-block-paragraph\">W\u00e4hrend des Zweiten Weltkriegs wurden sie pauschal als \u201efeindliche Ausl\u00e4nder\u201c betrachtet, \u00fcberwacht und teilweise interniert. Die Situation j\u00fcdischer Gefl\u00fcchteten in Australien zeigt, wie politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Faktoren eine restriktive Einwanderungspolitik bestimmten. Trotz einiger Aufnahmen verhinderten Vorurteile und strenge Bedingungen umfassende humanit\u00e4re Hilfe. Die Gefl\u00fcchteten erlebten doppelte Marginalisierung: Verfolgung in der Heimat und Diskriminierung im Zufluchtsland.<a href=\"applewebdata:\/\/3EDEDF5F-52EA-459B-AA91-D5D31140E725#_ftn18\"><sup>[18]<\/sup><\/a><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center has-black-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-18 wp-block-paragraph\">\u00a0<strong>3. Methodik<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-19 wp-block-paragraph\">F\u00fcr die Untersuchung wurde eine qualitative Inhaltsanalyse nach Mayring<a href=\"applewebdata:\/\/3EDEDF5F-52EA-459B-AA91-D5D31140E725#_ftn19\"><sup>[19]<\/sup><\/a>&nbsp;angewendet, um eine systematische und nachvollziehbare Auswertung des Quellenmaterials sicherzustellen. Insgesamt wurden 141 australische Zeitungsartikel, die mithilfe der Datenbank \u201eTrove\u201c recherchiert wurden, im Zeitraum vom 7. November bis zum 28. Februar 1939 analysiert. Der gew\u00e4hlte Zeitraum umfasst das Attentat selbst, die darauffolgenden Novemberpogrome sowie die internationale Diskussion \u00fcber antisemitische Ma\u00dfnahmen des NS-Regimes und die Vorbereitungen f\u00fcr den Schauprozess gegen Grynszpan, die bis Ende Februar 1939 anhielten. Im Mittelpunkt der Analyse stand die Forschungsfrage: \u201eWie wurden das Attentat von Herschel Grynszpan und seine Person in australischen Zeitungen zwischen dem 7. November 1938 und dem 28. Februar 1939&nbsp;dargestellt?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-20 wp-block-paragraph\">Die Auswertung der Artikel erfolgte anhand eines deduktiven Kategoriensystems, das es erm\u00f6glicht, verschiedene Argumentationsmuster und Darstellungsformen herauszuarbeiten. Die Kategorien, die zur Analyse herangezogen wurden, lauten:&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-21 wp-block-paragraph\"><strong>Zeitungsartikel<\/strong>, die Identifikation der jeweiligen Publikationen, um potentielle Tendenzen in der Berichterstattung einzelner Bl\u00e4tter zu erkennen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-22 wp-block-paragraph\"><strong>Datum<\/strong>, die Erfassung des Ver\u00f6ffentlichungszeitpunkts, um zeitliche Entwicklungen in der Berichterstattung zu untersuchen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-23 wp-block-paragraph\"><strong>Sprache und Rhetorik<\/strong>, die Analyse der sprachlichen Mittel und rhetorischen Techniken, die zur Beschreibung des Attentats verwendet wurden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-24 wp-block-paragraph\"><strong>Fokus und Narrativ<\/strong>, die Untersuchung des inhaltlichen Schwerpunkts der Berichterstattung, z.B. ob der Fokus auf Grynszpans Motiv, den politischen Konsequenzen oder der Opferperspektive lag.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-25 wp-block-paragraph\"><strong>Perspektive und Wertung<\/strong>, die Einsch\u00e4tzung der Haltung des Artikels gegen\u00fcber Grynszpan und seiner Tat- empathisch, kriminalisierend oder kritisch.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-26 wp-block-paragraph\">Die Fragestellungen f\u00fcr die Textanalyse leiteten sich direkt aus der zentralen Forschungsfrage des Projekts ab. Ziel der Untersuchung war es, diese Fragen zu beantworten und zu ergr\u00fcnden, wie verschiedene Artikel mit einem polarisierenden Ereignis wie dem Attentat von Herschel Grynszpan umgingen. Durch die systematische Kategorisierung konnten wiederkehrende Muster in der Berichterstattung identifiziert und verglichen werden. Die Resultate der Codierung wurden in Tabellenform zusammengefasst, um die Verteilung der Argumentationsmuster \u00fcber den gesamten Analysezeitraum sichtbar zu machen und fundierte Einblicke in die journalistischen Darstellungsstrategien zu erm\u00f6glichen, die im weiteren Verlauf der Arbeit untersucht werden.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center has-black-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-27 wp-block-paragraph\"><strong>4. Analyse; Darstellung des Attentats in ausgew\u00e4hlten Zeitschriften<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-28 wp-block-paragraph\">Die Analyse zeigt, dass die untersuchten australischen Zeitungsartikel unterschiedliche Narrative und Argumentationsmuster verwenden, um das Attentat zu beschreiben. Diese lassen sich in zwei Hauptkategorien (4.1 und 4.2) unterteilen:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-29 wp-block-paragraph\"><strong>4.1.\u00a0\u00a0Empathische und kontextualisierende Darstellungen<\/strong><br>Der Artikel des\u00a0<strong>Sydney Morning Herald<\/strong>\u00a0vom 9. November 1938 richtet seine Aufmerksamkeit auf die Folgen\u00a0\u00a0des Attentats, die nachfolgenden Pogrome und deren Auswirkungen auf die j\u00fcdische Bev\u00f6lkerung; \u201eThe first reprisals oft the shooting have been announced.\u00a0All Jewish cultural performances have been banned until the end of the year. [\u2026] A new anti-Jewish law is being considered. [\u2026] A mob at Cassel smashed the windows of Jewish shops, forced an entrance to the Synagogue and destroyed furniture.[\u2026]\u201d<a href=\"applewebdata:\/\/3EDEDF5F-52EA-459B-AA91-D5D31140E725#_ftn20\"><sup>[20]<\/sup><\/a>.\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-30 wp-block-paragraph\">Der Artikel hebt ebenfalls hervor, dass die Tat in einem breiteren internationalen Kontext gesehen werden muss: \u201eThe shooting of Dr. vom Rath is regarded as most regrettable in view of the international situation.\u201c<a href=\"applewebdata:\/\/3EDEDF5F-52EA-459B-AA91-D5D31140E725#_ftn21\"><sup>[21]<\/sup><\/a>&nbsp;Dies deutet darauf hin, dass das Attentat als destabilisierender Faktor in einer ohnehin angespannten geopolitsichen Lage wahrgenommen wurde. Zus\u00e4tzlich wird ein Brief von Grynszpans Eltern erw\u00e4hnt, der die verzweifelte Lage der Familie nach ihrer Ausweisung beschreibt:&nbsp;<em>\u201eWe are on the train approaching the Polish frontier.&nbsp;<\/em><em>We have been roughly expelled from Germany, and have been left without a farthing.&nbsp;We do not know what we can do.\u201c<\/em><a href=\"applewebdata:\/\/3EDEDF5F-52EA-459B-AA91-D5D31140E725#_ftn22\"><sup>[22]<\/sup><\/a>&nbsp;Der Artikel beschreibt diesen Brief als&nbsp;<em>\u201eeloquent letter\u201c<\/em><a href=\"applewebdata:\/\/3EDEDF5F-52EA-459B-AA91-D5D31140E725#_ftn23\"><sup>[23]<\/sup><\/a>&nbsp;und hebt damit dessen emotionale Wirkung und Dramatik hervor. Durch die Wahl dieses Begriffes wird die menschliche Dimension der Verfolgung betont, ohne dass die Zeitung explizit Stellung bezieht. Dies schafft Raum f\u00fcr eine empathische Interpretation der Ereignisse. Dieser Brief wird direkt mit der Tat in Verbindung gebracht und auf den 31. Oktober datiert, wodurch die Zeitung dem Lesenden gen\u00fcgend Raum l\u00e4sst, zwischen den Zeilen zu lesen. Indirekt wird implementiert, dass Grynszpan die Tat sowohl aus pers\u00f6nlichen und famili\u00e4ren Gr\u00fcnden als auch politischen Motiven ver\u00fcbte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-31 wp-block-paragraph\">Seine Aussage&nbsp;&nbsp;w\u00e4hrend der Tat: \u201eI am a Pole\u201c<a href=\"applewebdata:\/\/3EDEDF5F-52EA-459B-AA91-D5D31140E725#_ftn24\"><sup>[24]<\/sup><\/a>, lenkt zudem die Aufmerksamkeit auf die dehumanisierende Situation der Polen und die Vertreibung der j\u00fcdischen Menschen. Dies erweckt beim Lesenden Empathie f\u00fcr die Situation und ist somit bewusst von der Zeitung gew\u00e4hlt, sowohl die Wortwahl als auch die Platzierung und Anordnung der S\u00e4tze. Dies erm\u00f6glicht es den Leser:innen, Grynszpans Handlung als eine von pers\u00f6nlichen und famili\u00e4ren Umst\u00e4nden getriebene Tat zu verstehen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-32 wp-block-paragraph\">Ein weiterer Artikel des&nbsp;<strong>Sydney Morning Herald<\/strong>&nbsp;vom 2. Dezember 1938&nbsp;tr\u00e4gt den Titel \u201eGrynszpan\u00b4s story\u201c<a href=\"applewebdata:\/\/3EDEDF5F-52EA-459B-AA91-D5D31140E725#_ftn25\"><sup>[25]<\/sup><\/a>&nbsp;und hebt somit hervor, dass Grynszpan eine Plattform erh\u00e4lt, um seine Perspektive darzulegen.&nbsp;In diesem Artikel wird Dr. vom Rath in ein negatives Licht ger\u00fcckt, da Grynszpan angibt: \u201eHe called me jewish filth\u201c<a href=\"applewebdata:\/\/3EDEDF5F-52EA-459B-AA91-D5D31140E725#_ftn26\"><sup>[26]<\/sup><\/a>.&nbsp;Dar\u00fcber hinaus wird erw\u00e4hnt, dass Grynszpan besonders durch antisemitische Artikel in Julius Streichers<a href=\"applewebdata:\/\/3EDEDF5F-52EA-459B-AA91-D5D31140E725#_ftn27\"><sup>[27]<\/sup><\/a>&nbsp;Hetzblatt&nbsp;\u201e<em>Der St\u00fcrmer\u201c<\/em>&nbsp;aufgew\u00fchlt war:\u201e[\u2026] he had been particulary upset by articles in the `Sturmer` the journal of Herr Julius Streicher, the chief Nazi Jew-bailer.\u201c<a href=\"applewebdata:\/\/3EDEDF5F-52EA-459B-AA91-D5D31140E725#_ftn28\"><sup>[28]<\/sup><\/a>&nbsp;Diese Darstellung stellt Grynszpans Beweggr\u00fcnde in den Vordergrund und erzeugt Empathie f\u00fcr seine Lage, indem&nbsp;&nbsp;die erlebten Beleidigungen und die antisemitische Hetze hervorgehoben werden.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-33 wp-block-paragraph\">Gleichzeitig wird Dr. vom Rath, der zun\u00e4chst als Opfer dargestellt wurde, st\u00e4rker mit der NS-Ideologie in Verbindung gebracht. Damit ver\u00e4ndert der Artikel subtil die Wahrnehmung, indem Grynszpans Tat nicht nur als pers\u00f6nliche Reaktion, sondern auch als Antwort auf die systematische Verfolgung j\u00fcdischer Menschen durch das NS-Regime dargestellt wird. Die bewusste Betonung solcher Details lenkt den Fokus weg von der blo\u00dfen Tat hin zu den Umst\u00e4nden, die sie motivierten.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-34 wp-block-paragraph\">Diese narrative Entscheidung weckt beim Lesenden Verst\u00e4ndnis f\u00fcr Grynszpan und liefert eine differenzierte Perspektive der Ereignisse. Die Zeitung distanziert sich durch diese Darstellung teilweise von der dominanten Rhetorik, die Grynszpan als alleinigen Ausl\u00f6ser der Gewalt instrumentalisierte, und schafft Raum f\u00fcr eine kritischere Reflexion der nationalsozialistischen Propaganda.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-35 wp-block-paragraph\">Die&nbsp;<strong>West Australian&nbsp;<\/strong>schrieb am 17. November 1938&nbsp;\u00fcber den bevorstehenden Prozess gegen Herschel Grynszpan und \u00e4u\u00dferte Besorgnis \u00fcber dessen Schicksal. Der Artikel zitiert einen diplomatischen Korrespondenten der Australian Associated Press mit den Worten:&nbsp;\u201cThe trial is awaited with grave anxiety.&nbsp;It would not cause surprise if Germany demanded Grynszpan\u00b4s extradition, despite the fact that such a demand would be contrary to international law\u201d.<a href=\"applewebdata:\/\/3EDEDF5F-52EA-459B-AA91-D5D31140E725#_ftn29\"><sup>[29]<\/sup><\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-36 wp-block-paragraph\">Hier wird deutlich, dass die Zeitung die Sorge teilt, Grynszpan k\u00f6nnte nach Deutschland ausgeliefert werden, obwohl ein solcher Schritt internationales Recht brechen w\u00fcrde. Durch diese Aussage wird zudem die M\u00f6glichkeit betont, Deutschland f\u00fcr ein solches Vorgehen zur Verantwortung zu ziehen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-37 wp-block-paragraph\">Der Artikel bietet dar\u00fcber hinaus eine kritische Perspektive auf die Instrumentalisierung des Attentats durch die Nationalsozialisten dar. Es wird erw\u00e4hnt, dass:&nbsp;\u201eIt is known Dr. Vom Rath was a strong anti-Nazi.\u201d<a href=\"applewebdata:\/\/3EDEDF5F-52EA-459B-AA91-D5D31140E725#_ftn30\"><sup>[30]<\/sup><\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-38 wp-block-paragraph\">Das steht im Widerspruch zur nationalsozialistischen Darstellung, die seinen Tod propagandistisch ausschlachtete: \u201cThe suspicion had frequently been mentioned that Germany was seeking an incident to permit of an onslaught on Jewish capital, which doubtlessly is urgently required.\u201d<a href=\"applewebdata:\/\/3EDEDF5F-52EA-459B-AA91-D5D31140E725#_ftn31\"><sup>[31]<\/sup><\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-39 wp-block-paragraph\">Diese Aussage verdeutlicht, dass die&nbsp;<strong>West Australian<\/strong>&nbsp;die M\u00f6glichkeit einer bewussten Inszenierung durch das NS-Regime in Erw\u00e4gung zieht, um die antisemitischen Ma\u00dfnahmen zu legitimieren. Die Betonung, dass Grynszpan nicht gezielt vom Rath t\u00f6ten wollte, sondern vielmehr ein politisches Zeichen setzen wollte, verst\u00e4rkt die Kritik an der nationalsozialistischen Propaganda. Gleichzeitig wird die Doppelmoral des Regimes offengelegt, da vom Rath trotz seiner angeblichen Anti-Nazi-Haltung von Hitler \u00f6ffentlich betrauert wurde, um seinen Tod als Vorwand f\u00fcr die Novemberpogrome zu nutzen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-40 wp-block-paragraph\">Die&nbsp;<strong>Daily News<\/strong>&nbsp;vom 14. Februar 1939 bietet eine bemerkenswerte Perspektive auf die Propaganda im nationalsozialistischen Deutschland, indem sie eine direkte Beeinflussung der Presse durch den Staat thematisiert. Damit geht sie noch einen Schritt weiter als andere, bereits besprochene Zeitungen. Der Artikel bezeichnet Joseph Goebbels als \u201ePropaganda Minister Goebbels\u201c und beschreibt wie er \u201e[\u2026] launched one of his expert jobs of popular incitement. Hitler joined on a harangue against the Jews.\u201c<a href=\"applewebdata:\/\/3EDEDF5F-52EA-459B-AA91-D5D31140E725#_ftn32\"><sup>[32]<\/sup><\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-41 wp-block-paragraph\">Damit hebt die Zeitung hervor, dass die antisemitischen Ma\u00dfnahmen und die Darstellung Grynszpans durch das NS-Regime bewusst instrumentalisiert wurden.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-42 wp-block-paragraph\">Die&nbsp;<strong>Daily News<\/strong>&nbsp;widerlegt das Narrativ, dass Grynszpan allein f\u00fcr die Pogrome verantwortlich sei, indem sie deutlich macht, dass die Nationalsozialisten die Tat als Vorwand nutzten, um ihre antisemitische Propaganda zu verst\u00e4rken: \u201eThese ensued a Terror of revenge that made the world shudder.\u201d<a href=\"applewebdata:\/\/3EDEDF5F-52EA-459B-AA91-D5D31140E725#_ftn33\"><sup>[33]<\/sup><\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-43 wp-block-paragraph\">Besonders eindrucksvoll ist die Platzierung eines Zitats von Grynszpan selbst: \u201eIs this the price for the act of one desperate, foolish man like me? [\u2026]\u201c<a href=\"applewebdata:\/\/3EDEDF5F-52EA-459B-AA91-D5D31140E725#_ftn34\"><sup>[34]<\/sup><\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-44 wp-block-paragraph\">Diese rhetorische Frage wird genutzt, um die Absurdit\u00e4t und Unverh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfigkeit der nationalsozialistischen Reaktion hervorzuheben. Sie verdeutlicht, dass Grynszpan zwar eine individuelle Tat begangen hat, die Nationalsozialisten diese jedoch bewusst propagandistisch ausgeschlachtet&nbsp;&nbsp;und als Vorwand f\u00fcr ihre systematische Gewalt genutzt haben. Durch diese Darstellung positioniert sich die&nbsp;<strong>Daily News<\/strong>&nbsp;gegen die nationalsozialistische Propaganda und macht klar, dass die Pogrome nicht das Ergebnis einer einzelnen Tat waren, sondern Teil eines geplanten und inszenierten Programms. Diese narrative Entscheidung der Zeitung verdeutlicht eine kritische Distanz zur NS-Rhetorik und weckt Empathie f\u00fcr Grynszpan und die von den Nationalsozialisten verfolgten j\u00fcdischen Menschen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-45 wp-block-paragraph\">Ein weiterer Artikel der&nbsp;<strong>Daily News&nbsp;<\/strong>vom 14. Februar 1939 beschreibt Grynszpans Flucht aus Deutschland im Jahr 1936 und seine Hoffnung, in Paris ein normales Leben f\u00fchren zu k\u00f6nnen: \u201eto live and work like other people, not like a hunted beast\u201c<a href=\"applewebdata:\/\/3EDEDF5F-52EA-459B-AA91-D5D31140E725#_ftn35\"><sup>[35]<\/sup><\/a>.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-46 wp-block-paragraph\">Dieser Satz zeichnete das Bild von Grynszpan als das eines jungen Mannes, der sich nach Normalit\u00e4t sehnte, und schafft beim Leser Verst\u00e4ndnis f\u00fcr seine Situation.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-47 wp-block-paragraph\">Der Artikel beschreibt detailliert die Lage in Polen im Zusammenhang mit den Ereignissen im Oktober 1938, als Polen ein Dekret erlie\u00df, das bestimmte polnische Staatsb\u00fcrger im Ausland ausschloss: \u201cIn October [als Grynszpans Eltern ihm am 31.&nbsp;Oktober einen Brief schrieben] Poland issued a decree intended to rid the country of certain Poles living abroad. The Nazi Government hastened to deport all the Polish Jews it could lay hands on [\u2026]&nbsp;One such was Herrschel\u00b4s father.\u201d<a href=\"applewebdata:\/\/3EDEDF5F-52EA-459B-AA91-D5D31140E725#_ftn36\"><sup>[36]<\/sup><\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-48 wp-block-paragraph\">Diese Darstellung hebt die dramatische Verschlechterung der Situation hervor und betont die brutale Realit\u00e4t der Deportationen, was Empathie und Verst\u00e4ndnis beim Leser erzeugt.&nbsp;Grynszpans pers\u00f6nliche Verzweiflung wird ebenfalls verdeutlicht: \u201eHerrschel told the aunt and uncle with whom he was living in Paris that he wanted to kill himself.\u201d<a href=\"applewebdata:\/\/3EDEDF5F-52EA-459B-AA91-D5D31140E725#_ftn37\"><sup>[37]<\/sup><\/a>Diese Aussage unterstreicht die Hilflosigkeit und die unertr\u00e4gliche Situation, in der er sich befand. Der Artikel verdeutlicht klar die nationalsozialistische Perspektive, indem Grynszpans Tat wie folgt beschrieben wird: \u201cThe official Nazi reaction, however, was that this was a howling act of \u201eJewsh provocation\u201d<a href=\"applewebdata:\/\/3EDEDF5F-52EA-459B-AA91-D5D31140E725#_ftn38\"><sup>[38]<\/sup><\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-49 wp-block-paragraph\">Die Verwendung des Wortes&nbsp;<em>\u201ehowever\u201d<\/em>&nbsp;signalisiert, dass die Zeitung diese Auffassung als spezifisch nationalsozialistisch und bewusst propagandistisch darstellt. Durch diese sprachliche Differenzierung zeigt der Artikel, dass die Tat Grynszpans von den Nationalsozialisten instrumentalisiert wurde, um ihre antisemitische Agenda voranzutreiben.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-50 wp-block-paragraph\"><strong>4.2. Kriminalisierende und vereinfachenden Darstellungen\u00a0<\/strong><br>Die Zeitschrift\u00a0<strong>Sun<\/strong>\u00a0ver\u00f6ffentlichte am 8. November 1938 einen Artikel mit dem Titel: \u201eKill any German. Young Jew\u00b4s intent\u201d<a href=\"applewebdata:\/\/3EDEDF5F-52EA-459B-AA91-D5D31140E725#_ftn39\"><sup>[39]<\/sup><\/a>, der\u00a0Herschel Grynszpan in \u00e4u\u00dferst negativem Licht darstellt. Bereits der Titel vermittelt den Eindruck, dass Grynszpan wahllos und ohne Motiv irgendeinen Deutschen t\u00f6ten wollte, und verzichtet bewusst darauf, seinen Namen zu nennen \u2013 er wird lediglich als \u201eYoung Jew\u201c bezeichnet.\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-51 wp-block-paragraph\">In Australien wurden Menschen nicht grunds\u00e4tzlich zu \u201eJuden\u201c \u201egemacht\u201c, sondern der Begriff wurde aus dem NS-Deutschland aufgegriffen. Die \u00dcbernahme dieses Begriffes diente allerdings in der australischen Presse dazu, Menschen als andersartig hervorzuheben, was antisemitische Untert\u00f6ne transportierte.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-52 wp-block-paragraph\">Der Artikel beschreibt ihn weiterhin als&nbsp;<em>\u201eassassin<\/em><a href=\"applewebdata:\/\/3EDEDF5F-52EA-459B-AA91-D5D31140E725#_ftn40\"><sup>[40]<\/sup><\/a><em>\u201c<\/em>, was eine gezielte und emotionsgeladene Charakterisierung seiner Tat darstellt. Die Informationen im Artikel sind scheinbar willk\u00fcrlich angeordnet und durch fettgedruckte Abschnitte wie&nbsp;<em>\u201eSorry he missed\u201c<\/em><a href=\"applewebdata:\/\/3EDEDF5F-52EA-459B-AA91-D5D31140E725#_ftn41\"><sup>[41]<\/sup><\/a>&nbsp;und&nbsp;<em>\u201eFive shots fired\u201c<\/em><a href=\"applewebdata:\/\/3EDEDF5F-52EA-459B-AA91-D5D31140E725#_ftn42\"><sup>[42]<\/sup><\/a>&nbsp;hervorgehoben, was die Tat selbst in den Fokus r\u00fcckt und ihre Motive offenbar au\u00dfer Acht l\u00e4sst. Dadurch entsteht bei Lesenden der Eindruck, Grynszpan habe aus purer Lust am T\u00f6ten gehandelt oder sei unberechenbar und gef\u00e4hrlich.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-53 wp-block-paragraph\">Dies wird durch die Aussage untermauert: \u201ethe shooting was perpetrated on the Embassy premises and these are technically `German territory`\u201c<a href=\"applewebdata:\/\/3EDEDF5F-52EA-459B-AA91-D5D31140E725#_ftn43\"><sup>[43]<\/sup><\/a>&nbsp;Der Artikel stellt somit die Tat als Angriff auf deutsches Territorium dar, was die rechtliche Schwere des Vorfalls betonen soll. Interessanterweise erw\u00e4hnt der Artikel, dass Grynszpans Onkel und Tante, bei denen er lebte, festgenommen wurden: \u201eA Porter seized Grynszpan, whose uncle and aunt have since been arrested for harbouring an alien\u201c<a href=\"applewebdata:\/\/3EDEDF5F-52EA-459B-AA91-D5D31140E725#_ftn44\"><sup>[44]<\/sup><\/a>.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-54 wp-block-paragraph\">Der Begriff&nbsp;<em>\u201ealien\u201c<\/em>&nbsp;unterstreicht die Fremdartigkeit Grynszpans und verweist auf seine staatenlose Situation. Dies wird bewusst neben der Aussage: \u201eI am a Pole\u201c,&nbsp;platziert, um seine Herkunft zu betonen. Dadurch wird indirekt ein Narrativ geschaffen, das m\u00f6glicherweise australische Leser:innen beeinflussen sollte, skeptisch gegen\u00fcber der Aufnahme von Ausl\u00e4nder:innen zu sein.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-55 wp-block-paragraph\">Der Artikel hebt zudem hervor, dass Hitler pers\u00f6nlich die Botschaft angerufen hat, um sich nach vom Raths Zustand zu erkundigen, und au\u00dferdem seine eigenen \u00c4rzte mit der Betreuung des Botschafters beauftragt hat: \u201e[he] sent his own medical attendant `Dr. Erandt`and another distinguished doctor to attend vom Rath\u201c.<a href=\"applewebdata:\/\/3EDEDF5F-52EA-459B-AA91-D5D31140E725#_ftn45\"><sup>[45]<\/sup><\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-56 wp-block-paragraph\">Die Verwendung des Begriffs&nbsp;<em>\u201edistinguished\u201c<\/em>&nbsp;verst\u00e4rkt den Eindruck von Hitlers F\u00fcrsorglichkeit, die bewusst positiv dargestellt wird.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-57 wp-block-paragraph\">Insgesamt lenkt der Artikel den Fokus auf die Tat und deren vermeintliche Bedrohlichkeit, w\u00e4hrend Grynszpan auf ein stereotypisches Bild eines gewaltbereiten, irrational handelnden \u201eFremden\u201c reduziert wird.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-58 wp-block-paragraph\">Diese Darstellung in&nbsp;<strong>The<\/strong>&nbsp;<strong>Sun<\/strong>&nbsp;verdeutlicht, wie Narrative genutzt werden, um Grynszpan zu kriminalisieren und die nationalsozialistische Rhetorik indirekt zu unterst\u00fctzen, indem die Tat isoliert betrachtet und die politischen sowie sozialen Hintergr\u00fcnde ausgeblendet werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-59 wp-block-paragraph\">Die Berichterstattung der Zeitschrift&nbsp;<strong>Argus<\/strong>&nbsp;vom 11. November 1938 beschreibt die antisemitischen Ausschreitungen als eine \u201enormal reaction to an outrageous murder\u201c<a href=\"applewebdata:\/\/3EDEDF5F-52EA-459B-AA91-D5D31140E725#_ftn46\"><sup>[46]<\/sup><\/a>. Diese Formulierung \u00fcbernimmt die NS-Rhetorik nahezu unver\u00e4ndert und rechtfertigt indirekt die Gewalt gegen j\u00fcdische Menschen als \u201eemotionale\u201c Antwort. Der Pogrom wird als unmittelbare Folge des Attentats dargestellt, wodurch die nationalsozialistische Propaganda \u00fcbernommen wird, indem Grynszpan f\u00fcr die Ausschreitungen verantwortlich gemacht wird:&nbsp;<em>\u201eA campaign against the Jews, almost unparalleled in its violence, has broken out in all parts of the Reich.&nbsp;<\/em><em>It is the sequel to the fatal shooting of Herr von Rath, a secretary at the German Embassy in Paris, by a young Jew.\u201d<\/em><a href=\"applewebdata:\/\/3EDEDF5F-52EA-459B-AA91-D5D31140E725#_ftn47\"><sup>[47]<\/sup><\/a><em><\/em><em><\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-60 wp-block-paragraph\">Diese Darstellung verdeutlicht, wie unkritisch NS-Narrative \u00fcbernommen wurden, indem Grynszpan als S\u00fcndenbock dargestellt wird, ohne die politische Inszenierung durch das NS-Regime zu hinterfragen. Die Wortwahl und der Aufbau des Artikels verst\u00e4rken den Eindruck, dass die antisemitischen als zwangsl\u00e4ufige und nachvollziehbare Konsequenz der Tat pr\u00e4sentiert werden, wodurch die eigentliche Verantwortung der Nationalsozialisten f\u00fcr die Pogrome verschleiert wird.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-61 wp-block-paragraph\"><strong>The Age<\/strong>&nbsp;ver\u00f6ffentlichte am 21. November 1938 einen Artikel mit dem Titel: \u201eProvoked new pogrom\u201c<a href=\"applewebdata:\/\/3EDEDF5F-52EA-459B-AA91-D5D31140E725#_ftn48\"><sup>[48]<\/sup><\/a>&nbsp;begleitet von einem Foto, das Herschel Grynszpan nach der Tat zeigt, wie er abgef\u00fchrt wird. Bereits der Titel deutet auf eine eindeutige Schuldzuweisung hin, indem er suggeriert, Grynszpan habe die Pogrome provoziert. Die Verwendung des Wortes \u201eprovoked\u201c verst\u00e4rkt diese Botschaft, indem sie die Verantwortung f\u00fcr die Ausschreitungen auf ihn projiziert.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-62 wp-block-paragraph\">Im Artikel wird dies durch die Aussage untermauert: \u201e[\u2026] an act which provoked further outbursts against jews in Germany [\u2026]\u201d<a href=\"applewebdata:\/\/3EDEDF5F-52EA-459B-AA91-D5D31140E725#_ftn49\"><sup>[49]<\/sup><\/a>&nbsp;Diese Darstellung stellt die Tat Grynszpans als direkten Ausl\u00f6ser der Pogrome dar und \u00fcbernimmt damit unkritisch das Narrativ der nationalsozialistischen Propaganda, die Grynszpan gezielt als S\u00fcndenbock f\u00fcr die eskalierende Gewalt instrumentalisiert hat. Durch die Kombination aus dem Titel, der visuellen Darstellung und der Wortwahl wird ein Bild erzeugt, das Grynszpan nicht nur f\u00fcr die Tat selbst, sondern auch f\u00fcr die Pogrome verantwortlich macht. Diese Darstellung ignoriert die systematische Planung der Pogrome durch das NS-Regime und reduziert die Ereignisse auf eine vermeintlich spontane Reaktion auf Grynszpans Tat.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-63 wp-block-paragraph\">Die&nbsp;<strong>Daily Telegraph<\/strong>&nbsp;ver\u00f6ffentlichte am 15. Februar 1939 einen Artikel mit dem Titel \u201eGerman\u00b4s Killer. Adjuged sane man\u201c<a href=\"applewebdata:\/\/3EDEDF5F-52EA-459B-AA91-D5D31140E725#_ftn50\"><sup>[50]<\/sup><\/a>, der Herschel Grynszpan in einem stark negativ konnotierten Licht darstellt. Schon der Titel erzeugt durch die Wortwahl \u201eKiller\u201c eine gezielte Abwertung, die Grynszpan nicht nur als T\u00e4ter, sondern als jemanden pr\u00e4sentiert, der absichtlich und brutal gehandelt habe.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-64 wp-block-paragraph\">Zudem wird durch&nbsp;<em>\u201eAdjudged Sane Man\u201c<\/em>&nbsp;angedeutet, dass eine psychiatrische Begutachtung zu dem Ergebnis f\u00fchrte, dass er f\u00fcr seine Tat verantwortlich gemacht wird \u2013 was impliziert, dass er schuldig ist. Direkt unter dem Titel hei\u00dft es: \u201eVon Rath\u00b4s murder was the signal for pogroms in Germany\u201c<a href=\"applewebdata:\/\/3EDEDF5F-52EA-459B-AA91-D5D31140E725#_ftn51\"><sup>[51]<\/sup><\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-65 wp-block-paragraph\">Die Platzierung dieser Aussage direkt unter der \u00dcberschrift ist kein Zufall, da sie Grynszpan implizit f\u00fcr die Pogrome mitverantwortlich macht. Diese Darstellung \u00fcbernimmt die nationalsozialistische Propaganda, die Grynszpans Tat als Vorwand nutzte, um die antisemitischen Ausschreitungen zu rechtfertigen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-66 wp-block-paragraph\">Im Artikel von&nbsp;<strong>The Sun<\/strong>&nbsp;vom 20.&nbsp;Januar 1939 hei\u00dft es: \u201eThe gaol sentence by a French court on the uncle and aunt of Herrschel Grynszpan (the young Polish Jew who killed Herr vom Rath in Paris, and precipitated the anti-Jewish pogrom in the Reich) for harboring an unregistered foreigner, serves to focus attention on the stringest regulations governing the lives of aliens in France.\u201d<a href=\"applewebdata:\/\/3EDEDF5F-52EA-459B-AA91-D5D31140E725#_ftn52\"><sup>[52]<\/sup><\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-67 wp-block-paragraph\">Hier wird Grynszpan erneut als verantwortlich f\u00fcr die Pogrome dargestellt, indem behauptet wird, seine Tat habe diese \u201eausgel\u00f6st\u201c (<em>\u201eprecipitated\u201c<\/em>). Die Formulierung \u201eunregistered foreigner\u201c reduziert Grynszpan auf seine staatenlose Identit\u00e4t, obwohl er lediglich bei seiner Familie untergekommen war. Dadurch wird der Fokus auf einen m\u00f6glichen Gesetzesversto\u00df gelegt und die rechtliche Dimension der Situation hervorgehoben.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-68 wp-block-paragraph\">Gleichzeitig betont der Artikel die strengen Regelungen f\u00fcr Ausl\u00e4nder:innen in Frankreich, was im Kontext auch als eine unterschwellige Botschaft an die Leser:innen interpretiert werden k\u00f6nnte, Vorbehalte gegen\u00fcber der Aufnahme von Migrant:innen zu hegen. Diese Darstellung entmenschlicht Grynszpan und seine Familie und verdeckt die gr\u00f6\u00dferen politischen und sozialen Hintergr\u00fcnde, die zu den Ereignissen f\u00fchrten.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center has-black-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-69 wp-block-paragraph\"><strong>5. Unterschiede<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-70 wp-block-paragraph\">Beim Vergleich der Zeitungsartikel wird deutlich, dass sich die Publikationen, die in die kontextualisierende und empathische Kategorie fallen, stark von jenen unterscheiden, die Grynszpan kriminalisieren und vereinfachend darstellen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-71 wp-block-paragraph\">Der&nbsp;<em><strong>Sydney Morning Herald<\/strong><\/em>&nbsp;titelte am 9. November 1938:&nbsp;<em>\u201eNazis angry. [\u2026] Reprisals on Jews\u201d,<\/em><a href=\"applewebdata:\/\/3EDEDF5F-52EA-459B-AA91-D5D31140E725#_ftn53\"><sup>[53]<\/sup><\/a><em>&nbsp;und<\/em>&nbsp;bezeichnete die Tat als \u201ewounding\u201c, was eine abgeschw\u00e4chte Darstellung vermittelt.<a href=\"applewebdata:\/\/3EDEDF5F-52EA-459B-AA91-D5D31140E725#_ftn54\"><sup>[54]<\/sup><\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-72 wp-block-paragraph\"><em>Empathische Artikel wie im<\/em>&nbsp;<strong>Sun News-Pictorial<\/strong>&nbsp;<em>vom 10. November 1938<\/em><a href=\"applewebdata:\/\/3EDEDF5F-52EA-459B-AA91-D5D31140E725#_ftn55\"><sup>[55]<\/sup><\/a><em>&nbsp;zitieren Grynszpan direkt, betonen seine pers\u00f6nlichen Motive und wecken bei den Lesenden Verst\u00e4ndnis f\u00fcr seine Situation.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-73 wp-block-paragraph\">Im Gegensatz dazu verwenden andere Zeitungen negativ konnotierte Begriffe, die Grynszpan als aggressiven T\u00e4ter inszenieren. Artikel mit Titeln wie&nbsp;<em>\u201eDiplomat shot\u201c<\/em><a href=\"applewebdata:\/\/3EDEDF5F-52EA-459B-AA91-D5D31140E725#_ftn56\"><sup>[56]<\/sup><\/a>&nbsp;oder&nbsp;<em>\u201eYoung Pole&#8217;s Act of Vengeance. German Anger at Shooting of Diplomat\u201c<\/em><a href=\"applewebdata:\/\/3EDEDF5F-52EA-459B-AA91-D5D31140E725#_ftn57\"><sup>[57]<\/sup><\/a><em>&nbsp;<\/em>lenken die Aufmerksamkeit gezielt auf die Tat und betonen das Bild eines kaltbl\u00fctigen Attent\u00e4ters.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-74 wp-block-paragraph\">Die Wortwahl beeinflusst die Leser:innen entsprechend: W\u00e4hrend&nbsp;<em>\u201ewounding\u201c<\/em>&nbsp;eine abgeschw\u00e4chte, neutralere Darstellung vermittelt, erzeugen Begriffe wie&nbsp;<em>\u201ekilling\u201c<\/em>&nbsp;oder&nbsp;<em>\u201eshot\u201c<\/em>&nbsp;eine eindeutig kriminalisierende und negative gef\u00e4rbte Wirkung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-75 wp-block-paragraph\">Ein Beispiel&nbsp;f\u00fcr diese Berichterstattung ist der Artikel in&nbsp;<em><strong>The Sun<\/strong><\/em>&nbsp;vom 8. November 1938, der unter dem Titel&nbsp;<em>\u201eKill any German. Young Jew\u2019s intent\u201c<\/em><a href=\"applewebdata:\/\/3EDEDF5F-52EA-459B-AA91-D5D31140E725#_ftn58\"><sup>[58]<\/sup><\/a>&nbsp;ver\u00f6ffentlicht wurde. Der Titel vermittelt den Eindruck, dass Grynszpan wahllos deutsche Staatsb\u00fcrger:innen t\u00f6ten wollte, und vermeidet es, seinen Namen zu nennen, wodurch er auf seine j\u00fcdische Identit\u00e4t reduziert wird. Die Verwendung des Begriffs&nbsp;<em>\u201eassassin\u201c<\/em><a href=\"applewebdata:\/\/3EDEDF5F-52EA-459B-AA91-D5D31140E725#_ftn59\"><sup>[59]<\/sup><\/a>&nbsp;verst\u00e4rkt diese kriminalisierende Darstellung zus\u00e4tzlich.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-76 wp-block-paragraph\">Solche Artikel \u00fcbernehmen unkritisch die NS-Propaganda und machen Grynszpan zum S\u00fcndenbock der Pogrome. Diese Unterschiede zeigen, wie stark die Wortwahl die Wahrnehmung von Grynszpans Tat beeinflusst \u2013 von empathischer Kontextualisierung bis hin zur unkritischen \u00dcbernahme nationalsozialistischer Narrative.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center has-black-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-77 wp-block-paragraph\"><strong>\u00a06. Schlussfolgerung<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-78 wp-block-paragraph\">Die Berichterstattung \u00fcber das Attentat von Herschel Grynszpan in australischen Zeitungen offenbart eine breite Palette journalistischer Strategien. Empathische Artikel betonten seine pers\u00f6nliche Verzweiflung, famili\u00e4ren Umst\u00e4nde und die erlebte Diskriminierung, wodurch Lesende seine Motive besser nachvollziehen konnten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-79 wp-block-paragraph\">Kriminalisierende Berichte hingegen blenden diese Kontexte aus, wodurch Grynszpans Tat isoliert erscheint und Empathie erschwert wird. Ohne diese wichtigen Zusammenh\u00e4nge bleibt f\u00fcr die Leser:innen unklar, warum Grynszpan gehandelt hat, und es entsteht der Eindruck, er habe die Tat grundlos begangen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-80 wp-block-paragraph\">Viele dieser Berichte \u00fcbernehmen unkritisch die NS-Propaganda, stellen Grynszpan als alleinigen Ausl\u00f6ser der Pogrome dar und reduzieren ihn auf seine Rolle als \u201ej\u00fcdischer Attent\u00e4ter\u201c. Dabei schwingen unterschwellig ausl\u00e4nderfeindliche T\u00f6ne mit, die von den Leser:innen aufgegriffen und auf ihre eigene Wahrnehmung von \u201eFremdsein\u201c \u00fcbertragen werden k\u00f6nnen, wodurch die systematische Verfolgung durch das NS-Regime in den Hintergrund r\u00fcckt.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-81 wp-block-paragraph\">In der Forschung wurde herausgearbeitet, dass die nationalsozialistische Deutung des Attentats nicht nur innerhalb Deutschlands dominierte, sondern auch in der Presse anderer Staaten wie Frankreich lanciert wurde.<a href=\"applewebdata:\/\/3EDEDF5F-52EA-459B-AA91-D5D31140E725#_ftn60\"><sup>[60]<\/sup><\/a>&nbsp;Dagegen h\u00e4lt Maurus f\u00fcr die US-amerikanische \u00d6ffentlichkeit fest, dass \u201eopinion mobilized on Grynszpan&#8217;s behalf.&nbsp;A famous journalist at the New York Herald-Tribune<em>,&nbsp;<\/em>Dorothy Thompson, took up his cause and appealed for help.\u201d<a href=\"applewebdata:\/\/3EDEDF5F-52EA-459B-AA91-D5D31140E725#_ftn61\"><sup>[61]<\/sup><\/a>&nbsp;Obwohl sich Australien wie die USA einer direkten Einflussnahme durch Nazi-Deutschland entzog, hat die Analyse gezeigt, dass die Rezeption des Attentats in der australischen Presse ambivalent war; nationalsozialistische Narrative wurden durchaus in einigen Publikationen aufgegriffen.&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-82 wp-block-paragraph\">Die Rezeption Grynszpans in australischen Medien verdeutlicht, wie unterschiedlich journalistische Darstellungen historische Ereignisse pr\u00e4gen k\u00f6nnen und zeigt die Bedeutung kritischer Berichterstattung bei komplexen Geschehnissen. Sie macht zudem deutlich, wie schnell Einzelpersonen als S\u00fcndenb\u00f6cke f\u00fcr systematische Gewalt instrumentalisiert werden k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"applewebdata:\/\/3EDEDF5F-52EA-459B-AA91-D5D31140E725#_ftnref1\"><sup>[1]<\/sup><\/a>&nbsp;Raphael Gross,&nbsp;<em>November 1938. Die Katastrophe vor der Katastrophe (<\/em>Beck Verlag M\u00fcnchen, 2013), 32-33.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"applewebdata:\/\/3EDEDF5F-52EA-459B-AA91-D5D31140E725#_ftnref2\"><sup>[2]<\/sup><\/a>&nbsp;Ebd. 33.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"applewebdata:\/\/3EDEDF5F-52EA-459B-AA91-D5D31140E725#_ftnref3\"><sup>[3]<\/sup><\/a>&nbsp;Ebd. 34.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"applewebdata:\/\/3EDEDF5F-52EA-459B-AA91-D5D31140E725#_ftnref4\"><sup>[4]<\/sup><\/a>&nbsp;Ebd<em>.&nbsp;<\/em>35.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"applewebdata:\/\/3EDEDF5F-52EA-459B-AA91-D5D31140E725#_ftnref5\"><sup>[5]<\/sup><\/a>&nbsp;Karl Friedrich Kaul,&nbsp;<em>Der Fall des Herschel Grynszpan&nbsp;<\/em>(Akademie-Verlag Berlin, 1965), 11.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"applewebdata:\/\/3EDEDF5F-52EA-459B-AA91-D5D31140E725#_ftnref6\"><sup>[6]<\/sup><\/a>&nbsp;Ebd. 12-14.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"applewebdata:\/\/3EDEDF5F-52EA-459B-AA91-D5D31140E725#_ftnref7\"><sup>[7]<\/sup><\/a>&nbsp;Alan E. Steinweis. &#8220;The Trials of Herschel Grynszpan: Anti-Jewish Policy and German Propaganda, 1938-1942.&#8221;&nbsp;<em>German Studies Review<\/em>&nbsp;31,3 (2008): 471-488, https:\/\/www-jstor-org.uaccess.univie.ac.at\/stable\/27668588 (20.04.25).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"applewebdata:\/\/3EDEDF5F-52EA-459B-AA91-D5D31140E725#_ftnref8\"><sup>[8]<\/sup><\/a>&nbsp;Verwendet werden die Werke von&nbsp;Karl Friedrich Kaul,&nbsp;<em>Der Fall des Herschel Grynszpan<\/em>&nbsp;(Akad.-Verlag 1965);&nbsp;Raphae Gross,&nbsp;<em>November 1938.&nbsp;<\/em><em>Die Katastrophe vor der Katastrophe<\/em>&nbsp;(Beck 2013) und Philipp Strobl, \u201eCollective Refugee Agency and the Negotiation of Migration Laws in Wartime Australia\u201d, in&nbsp;<em>The Historical Journal<\/em>&nbsp;68\/3 (2025), S. 627\u2013646.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"applewebdata:\/\/3EDEDF5F-52EA-459B-AA91-D5D31140E725#_ftnref9\"><sup>[9]<\/sup><\/a>&nbsp;Michael Grau,&nbsp;\u201eEin Attentat mit Folgen,\u201c&nbsp;<em>J\u00fcdische Allgemeinheit<\/em>, (2018): https:\/\/www.juedische-allgemeine.de\/juedische-welt\/ein-attentat-mit-folgen\/ (07.02.25).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"applewebdata:\/\/3EDEDF5F-52EA-459B-AA91-D5D31140E725#_ftnref10\"><sup>[10]<\/sup><\/a>&nbsp;Harlan Greene, \u201eThe German officer\u2019s Boy\u201d in&nbsp;<em>The German Officer\u00b4s Boy<\/em>, ed.&nbsp;Harlan Greene (University of Wisconsin Press, 2005) 1-95, 8-9.&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"applewebdata:\/\/3EDEDF5F-52EA-459B-AA91-D5D31140E725#_ftnref11\"><sup>[11]<\/sup><\/a>&nbsp;Kaul,&nbsp;<em>Der Fall des Herschel Grynszpan,<\/em>&nbsp;7-8.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"applewebdata:\/\/3EDEDF5F-52EA-459B-AA91-D5D31140E725#_ftnref12\"><sup>[12]<\/sup><\/a>&nbsp;Ebd. 8.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"applewebdata:\/\/3EDEDF5F-52EA-459B-AA91-D5D31140E725#_ftnref13\"><sup>[13]<\/sup><\/a>&nbsp;Ebd. 9.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"applewebdata:\/\/3EDEDF5F-52EA-459B-AA91-D5D31140E725#_ftnref14\"><sup>[14]<\/sup><\/a>&nbsp;Ebd, 9.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"applewebdata:\/\/3EDEDF5F-52EA-459B-AA91-D5D31140E725#_ftnref15\"><sup>[15]<\/sup><\/a>&nbsp;Miriam R\u00fcrup, \u201eNationalsozialistische Verfolgung (1933-1945),\u201c&nbsp;<em>Bundeszentrale f\u00fcr politische Bildung,<\/em>&nbsp;(2022): https:\/\/www.bpb.de\/shop\/zeitschriften\/izpb\/juedisches-leben\/504520\/nationalsozialistische-verfolgung-1933-1945\/ (12.01.25).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"applewebdata:\/\/3EDEDF5F-52EA-459B-AA91-D5D31140E725#_ftnref16\"><sup>[16]<\/sup><\/a>&nbsp;Paul R. Bartrop,&nbsp;<em>The Holocaust and Australia: Refugees, Rejection, and Memory<\/em>&nbsp;(Bloomsbury Academic London, 2022), 5.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"applewebdata:\/\/3EDEDF5F-52EA-459B-AA91-D5D31140E725#_ftnref17\"><sup>[17]<\/sup><\/a>&nbsp;Ebd. 217.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"applewebdata:\/\/3EDEDF5F-52EA-459B-AA91-D5D31140E725#_ftnref18\"><sup>[18]<\/sup><\/a>&nbsp;Philipp Strobl, \u201cCollective Refugee Agency and the Negotiation of Migration Laws in Wartime Australia, 1939\u2013 1943,\u201d&nbsp;<em>The Historical Journal<\/em>&nbsp;(in Begutachtung als Teil der Special Issue: \u201cThe Refugee Political\u201d: Changing Regimes of Citizenship, Property, and Collective Politics in Global History, ca. 1930-60\u201d).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"applewebdata:\/\/3EDEDF5F-52EA-459B-AA91-D5D31140E725#_ftnref19\"><sup>[19]<\/sup><\/a>&nbsp;Philipp Mayring,&nbsp;<em>Einf\u00fchrung in die Sozialforschung<\/em>&nbsp;(Beltz Verlagsgruppe Weinheim, 20025), 115.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"applewebdata:\/\/3EDEDF5F-52EA-459B-AA91-D5D31140E725#_ftnref20\"><sup>[20]<\/sup><\/a>&nbsp;Sydney Morning Herald ,9.11.1938, p. 17.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"applewebdata:\/\/3EDEDF5F-52EA-459B-AA91-D5D31140E725#_ftnref21\"><sup>[21]<\/sup><\/a>&nbsp;Ebd.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"applewebdata:\/\/3EDEDF5F-52EA-459B-AA91-D5D31140E725#_ftnref22\"><sup>[22]<\/sup><\/a>&nbsp;Ebd.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"applewebdata:\/\/3EDEDF5F-52EA-459B-AA91-D5D31140E725#_ftnref23\"><sup>[23]<\/sup><\/a>&nbsp;Ebd.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"applewebdata:\/\/3EDEDF5F-52EA-459B-AA91-D5D31140E725#_ftnref24\"><sup>[24]<\/sup><\/a>&nbsp;Ebd.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"applewebdata:\/\/3EDEDF5F-52EA-459B-AA91-D5D31140E725#_ftnref25\"><sup>[25]<\/sup><\/a>&nbsp;Sydney Morning Herald, 2.12.1938, p. 11.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"applewebdata:\/\/3EDEDF5F-52EA-459B-AA91-D5D31140E725#_ftnref26\"><sup>[26]<\/sup><\/a>&nbsp;Ebd.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"applewebdata:\/\/3EDEDF5F-52EA-459B-AA91-D5D31140E725#_ftnref27\"><sup>[27]<\/sup><\/a>&nbsp;Streicher war schon fr\u00fch in der NSDAP aktiv, gr\u00fcndete die Wochenzeitung \u201eder St\u00fcrmer\u201c und war ab 1933 Leiter des \u201eZentralkomitees zur Abwehr der j\u00fcdischen Greuel- und Boykotthetze\u201c. Vgl. Stefan Kuhn, \u201eJulius Streicher 1885-1946,\u201c&nbsp;<em>Deutsches Historisches Museum Berlin<\/em>(2014): https:\/\/www.dhm.de\/lemo\/biografie\/julius-streicher 20.04.25.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"applewebdata:\/\/3EDEDF5F-52EA-459B-AA91-D5D31140E725#_ftnref28\"><sup>[28]<\/sup><\/a>&nbsp;Sydney Morning Herald, 2.12.1938, p. 11.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"applewebdata:\/\/3EDEDF5F-52EA-459B-AA91-D5D31140E725#_ftnref29\"><sup>[29]<\/sup><\/a>&nbsp;West Australian, 17.11.1938, p. 19.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"applewebdata:\/\/3EDEDF5F-52EA-459B-AA91-D5D31140E725#_ftnref30\"><sup>[30]<\/sup><\/a>&nbsp;Ebd.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"applewebdata:\/\/3EDEDF5F-52EA-459B-AA91-D5D31140E725#_ftnref31\"><sup>[31]<\/sup><\/a>&nbsp;Ebd.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"applewebdata:\/\/3EDEDF5F-52EA-459B-AA91-D5D31140E725#_ftnref32\"><sup>[32]<\/sup><\/a>&nbsp;Daily News, 14.02.1939, p. 5.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"applewebdata:\/\/3EDEDF5F-52EA-459B-AA91-D5D31140E725#_ftnref33\"><sup>[33]<\/sup><\/a>&nbsp;Ebd.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"applewebdata:\/\/3EDEDF5F-52EA-459B-AA91-D5D31140E725#_ftnref34\"><sup>[34]<\/sup><\/a>&nbsp;Ebd.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"applewebdata:\/\/3EDEDF5F-52EA-459B-AA91-D5D31140E725#_ftnref35\"><sup>[35]<\/sup><\/a>&nbsp;Ebd.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"applewebdata:\/\/3EDEDF5F-52EA-459B-AA91-D5D31140E725#_ftnref36\"><sup>[36]<\/sup><\/a>&nbsp;Ebd.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"applewebdata:\/\/3EDEDF5F-52EA-459B-AA91-D5D31140E725#_ftnref37\"><sup>[37]<\/sup><\/a>&nbsp;Ebd.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"applewebdata:\/\/3EDEDF5F-52EA-459B-AA91-D5D31140E725#_ftnref38\"><sup>[38]<\/sup><\/a>&nbsp;Ebd.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"applewebdata:\/\/3EDEDF5F-52EA-459B-AA91-D5D31140E725#_ftnref39\"><sup>[39]<\/sup><\/a>&nbsp;Sun, 8.11.1938, p. 5.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"applewebdata:\/\/3EDEDF5F-52EA-459B-AA91-D5D31140E725#_ftnref40\"><sup>[40]<\/sup><\/a>&nbsp;Ebd.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"applewebdata:\/\/3EDEDF5F-52EA-459B-AA91-D5D31140E725#_ftnref41\"><sup>[41]<\/sup><\/a>&nbsp;Ebd.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"applewebdata:\/\/3EDEDF5F-52EA-459B-AA91-D5D31140E725#_ftnref42\"><sup>[42]<\/sup><\/a>&nbsp;Ebd.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"applewebdata:\/\/3EDEDF5F-52EA-459B-AA91-D5D31140E725#_ftnref43\"><sup>[43]<\/sup><\/a>&nbsp;Ebd.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"applewebdata:\/\/3EDEDF5F-52EA-459B-AA91-D5D31140E725#_ftnref44\"><sup>[44]<\/sup><\/a>&nbsp;Ebd.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"applewebdata:\/\/3EDEDF5F-52EA-459B-AA91-D5D31140E725#_ftnref45\"><sup>[45]<\/sup><\/a>&nbsp;Ebd.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"applewebdata:\/\/3EDEDF5F-52EA-459B-AA91-D5D31140E725#_ftnref46\"><sup>[46]<\/sup><\/a>&nbsp;Argus, 11.11.1938, p. 1.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"applewebdata:\/\/3EDEDF5F-52EA-459B-AA91-D5D31140E725#_ftnref47\"><sup>[47]<\/sup><\/a>&nbsp;Ebd.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"applewebdata:\/\/3EDEDF5F-52EA-459B-AA91-D5D31140E725#_ftnref48\"><sup>[48]<\/sup><\/a>&nbsp;The Age, 21.11.1938, p. 11.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"applewebdata:\/\/3EDEDF5F-52EA-459B-AA91-D5D31140E725#_ftnref49\"><sup>[49]<\/sup><\/a>&nbsp;Ebd.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"applewebdata:\/\/3EDEDF5F-52EA-459B-AA91-D5D31140E725#_ftnref50\"><sup>[50]<\/sup><\/a>&nbsp;Daily Telegraph, 15.02.1939, p. 3.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"applewebdata:\/\/3EDEDF5F-52EA-459B-AA91-D5D31140E725#_ftnref51\"><sup>[51]<\/sup><\/a>&nbsp;Ebd.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"applewebdata:\/\/3EDEDF5F-52EA-459B-AA91-D5D31140E725#_ftnref52\"><sup>[52]<\/sup><\/a>&nbsp;The Sun, 20. 01.1939, p. 4.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"applewebdata:\/\/3EDEDF5F-52EA-459B-AA91-D5D31140E725#_ftnref53\"><sup>[53]<\/sup><\/a>&nbsp;Sydney Morning Herald, 9.11.1938, p. 17.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"applewebdata:\/\/3EDEDF5F-52EA-459B-AA91-D5D31140E725#_ftnref54\"><sup>[54]<\/sup><\/a>&nbsp;Ebd.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"applewebdata:\/\/3EDEDF5F-52EA-459B-AA91-D5D31140E725#_ftnref55\"><sup>[55]<\/sup><\/a>&nbsp;Sun News-Pictorial, 10.11.1938, p. 16; \u201c<em>I shot not for hate but for the love of my parents whom the Nazis treated badly and also for the whole Jewish people\u201c.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"applewebdata:\/\/3EDEDF5F-52EA-459B-AA91-D5D31140E725#_ftnref56\"><sup>[56]<\/sup><\/a>&nbsp;The Sun, 8.11.1938, p. 5.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"applewebdata:\/\/3EDEDF5F-52EA-459B-AA91-D5D31140E725#_ftnref57\"><sup>[57]<\/sup><\/a>&nbsp;Advertiser, 9.11.1938, p. 25.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"applewebdata:\/\/3EDEDF5F-52EA-459B-AA91-D5D31140E725#_ftnref58\"><sup>[58]<\/sup><\/a>&nbsp;Sun, 8.11.1938, p. 5.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"applewebdata:\/\/3EDEDF5F-52EA-459B-AA91-D5D31140E725#_ftnref59\"><sup>[59]<\/sup><\/a>&nbsp;Ebd.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"applewebdata:\/\/3EDEDF5F-52EA-459B-AA91-D5D31140E725#_ftnref60\"><sup>[60]<\/sup><\/a>&nbsp;Vgl. Alan E. Steinweis, \u201eThe Trials of Herschel Grynszpan,\u201d 471, 476-479.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"applewebdata:\/\/3EDEDF5F-52EA-459B-AA91-D5D31140E725#_ftnref61\"><sup>[61]<\/sup><\/a>&nbsp;Maurus Michael Robert, \u201cThe strange story of Herschel Grynszpan,\u201d In&nbsp;<em>The Origins of Holocaust,&nbsp;<\/em>ed. De Gruyter Saur (Berlin, Boston 2011), 601.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Diese Aufsatzsammlung analysiert die Darstellung und Diskussion von Flucht und Migration in der australischen Presse der sp\u00e4ten 1930er Jahre. 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