{"id":226,"date":"2025-08-14T08:18:46","date_gmt":"2025-08-14T08:18:46","guid":{"rendered":"https:\/\/mom.univie.ac.at\/?p=226"},"modified":"2025-08-22T08:52:07","modified_gmt":"2025-08-22T08:52:07","slug":"who-wants-doctor-of-philosophy-as-servant-die-rezeption-gefluchteter-deutschsprachiger-frauen-in-australischen-tageszeitungen-1938-39","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/mom.univie.ac.at\/?p=226","title":{"rendered":"\u201eWho wants Doctor of Philosophy as Servant?\u201d Die Rezeption gefl\u00fcchteter deutschsprachiger Frauen in australischen Tageszeitungen &#8211; Diana R\u00f6thlinger, Olivia Schlatzer1938\/39"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese Aufsatzsammlung analysiert die Darstellung und Diskussion von Flucht und Migration in der australischen Presse der sp\u00e4ten 1930er Jahre. Im Zentrum steht die Frage, wie Presseberichte zur Konstruktion von Fremdheit, Zugeh\u00f6rigkeit und nationaler Identit\u00e4t beitrugen, insbesondere im Kontext globaler Fluchtbewegungen aus dem nationalsozialistischen Europa. Die Blogbeitr\u00e4ge untersuchen anhand diskursanalytischer Methoden, welche Narrative \u2013 etwa Bedrohung, \u00dcberfremdung, \u00f6konomische Belastung oder Humanit\u00e4t \u2013 in f\u00fchrenden australischen Zeitungen reproduziert und verhandelt wurden. Besonderes Augenmerk gilt dabei der restriktiven \u201eWhite Australia Policy\u201c und der grundlegenden Pr\u00e4gung nationaler Identit\u00e4t durch Medienrhetorik. Die unterschiedlichen Beitr\u00e4ge nehmen spezifische Fallbeispiele in den Blick, darunter die Berichterstattung \u00fcber die \u00c9vian-Konferenz, die Aufnahme j\u00fcdischer Fl\u00fcchtlinge, die Darstellung unbegleiteter Migrant:innen und die spezifischen Narrative zu einzelnen Gruppen oder Ereignissen. Ebenso werden die Wechselwirkungen von Politik, Presse und \u00d6ffentlichkeit sowie die Spielr\u00e4ume f\u00fcr solidarische oder ausgrenzende Diskurse beleuchtet. Methodisch basiert das Projekt auf der Auswertung digitalisierter Zeitungsquellen und einer multiperspektivischen Herangehensweise im Rahmen eines universit\u00e4ren Lehrprojekts. Insgesamt verdeutlicht die Beitr\u00e4ge die historische Verwobenheit von medialen Diskursen, migrationspolitischer Praxis und gesellschaftlicher Identit\u00e4tsbildung, deren Nachwirkungen bis in die Gegenwart reichen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1000\" height=\"612\" src=\"https:\/\/mom.univie.ac.at\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Image-2.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-230\" srcset=\"https:\/\/mom.univie.ac.at\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Image-2.jpg 1000w, https:\/\/mom.univie.ac.at\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Image-2-300x184.jpg 300w, https:\/\/mom.univie.ac.at\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Image-2-768x470.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Cooking Class at Stanthorpe State School March 1933. n.d. Cooking Class at Stanthorpe State School, The Queenslander, 9. M\u00e4rz 1933, 194280, State Library of Queensland.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading has-text-align-center\"><strong>\u201eWho&nbsp;wants Doctor of Philosophy<\/strong> <strong>as Servant?\u201d<\/strong><br><strong>Die Rezeption gefl\u00fcchteter deutschsprachiger Frauen in australischen Tageszeitungen 1938\/39<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-left wp-block-paragraph\">Diana R\u00f6thlinger, Olivia Schlatzer<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center has-black-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-1 wp-block-paragraph\"><strong>I. Einleitung<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-2 wp-block-paragraph\">Am 27. Juni 1939 schrieb die australische Tageszeitung\u00a0<em>The Daily News<\/em>: \u201eThe National Council of Jewish Women in Australia propose to ease the domestic situation by bringing out 100 Jewish refugee girls a year from Central Europe to train in domestic work and Australian ways.\u201d<a href=\"applewebdata:\/\/53654BF8-CE8C-4D2F-BC5E-444E6860967F#_ftn1\"><sup>[1]<\/sup><\/a>\u00a0Ein in der Zwischenkriegszeit angestiegener Bedarf an\u00a0<em>domestic servants<\/em> (Hausangestellten) in Australien sollte also durch die gezielte Migration und Besch\u00e4ftigung von vor dem Nationalsozialismus gefl\u00fcchteten J\u00fcdinnen gedeckt werden.<a href=\"applewebdata:\/\/53654BF8-CE8C-4D2F-BC5E-444E6860967F#_ftn2\"><sup>[2]<\/sup><\/a>\u00a0Diese mediale Perspektive auf gefl\u00fcchtete Frauen steht im scharfen Kontrast zu der in der Forschung herausgearbeiteten negativen medialen Rezeption sowie ablehnenden gesellschaftlichen Haltung gegen\u00fcber deutschsprachigen Gefl\u00fcchteten<a href=\"applewebdata:\/\/53654BF8-CE8C-4D2F-BC5E-444E6860967F#_ftn3\"><sup>[3]<\/sup><\/a>\u00a0der ausgehenden 1930er Jahre. Gefl\u00fcchtete seien in vielen Tages- und Wochenzeitungen \u2013 so die Annahme \u2013 antisemitisch stigmatisiert und als Arbeitsmarktkonkurrenz wahrgenommen worden.<a href=\"applewebdata:\/\/53654BF8-CE8C-4D2F-BC5E-444E6860967F#_ftn4\"><sup>[4]<\/sup><\/a>\u00a0Diese Ergebnisse scheinen vor dem Hintergrund des xenophoben zeitgen\u00f6ssischen Klimas plausibel, greifen jedoch, wie das obige Zitat demonstriert, nicht weit genug. Durch eine fehlende Ausdifferenzierung geschlechtsspezifischer Erfahrungen hat die Forschung jahrelang, so die These, eine m\u00e4nnliche Flucht- und Lebensrealit\u00e4t universalisiert, die es im Folgenden zu dekonstruieren gilt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-3 wp-block-paragraph\">Generell kann festgestellt werden, dass Migration, Flucht und die Nachwirkungen des Nationalsozialismus in Australien in den vergangenen Jahrzehnten umfassend untersucht wurden. Die australische Migrationspolitik sowie die Realit\u00e4t, der sich gefl\u00fcchtete Deutschsprachige ausgesetzt sahen, wurden bereits 1965 in Ursula Wiemanns unver\u00f6ffentlichter Master\u2019s thesis oder 1985 in Michael Blakeneys \u201eAustralia and the Jewish Refugees 1933\u20131948\u201d erforscht.<a href=\"applewebdata:\/\/53654BF8-CE8C-4D2F-BC5E-444E6860967F#_ftn5\"><sup>[5]<\/sup><\/a>&nbsp;Seit den 1990er und 2000er Jahren wurden zunehmend kanonische Gesamtdarstellungen \u00fcber Migration nach Australien, die Situation deutschsprachiger Gefl\u00fcchteter sowie j\u00fcdische(s) Leben in Australien ver\u00f6ffentlicht, so etwa von Paul Bartrop, Suzanne D. Rutland oder Eric Richards.<a href=\"applewebdata:\/\/53654BF8-CE8C-4D2F-BC5E-444E6860967F#_ftn6\"><sup>[6]<\/sup><\/a>&nbsp;Zuletzt er\u00f6ffneten Untersuchungen zu Aushandlungsprozessen und dem Einfluss der Ankommenden auf die australische Gesellschaft unter R\u00fcckgriff auf ihr kulturelles Kapital erg\u00e4nzende Perspektiven auf die gesellschaftlichen und lokalen Transformationsleistungen von Gefl\u00fcchteten.<a href=\"applewebdata:\/\/53654BF8-CE8C-4D2F-BC5E-444E6860967F#_ftn7\"><sup>[7]<\/sup><\/a>&nbsp;Trotz der sich intensivierten Auseinandersetzung mit deutschsprachigen Schutzsuchenden blieben dezidiert geschlechtsspezifische Perspektiven lange unbeachtet, sodass die Situation gefl\u00fcchteter Frauen erst vereinzelt in den Blick genommen wurde.<a href=\"applewebdata:\/\/53654BF8-CE8C-4D2F-BC5E-444E6860967F#_ftn8\"><sup>[8]<\/sup><\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-4 wp-block-paragraph\">Auch wurde sich erst seit den 2010er Jahren in einzelnen Projekten mit der medialen Rezeption gefl\u00fcchteter Deutschsprachiger auseinandergesetzt.<a href=\"applewebdata:\/\/53654BF8-CE8C-4D2F-BC5E-444E6860967F#_ftn9\"><sup>[9]<\/sup><\/a>&nbsp;Dabei lagen die zentralen Forschungsinteressen auf \u00f6ffentlichen Ressentiments, Rassismen, positiven Rezeptionen sowie auf Paradigmenwechseln im Zuge des \u201eAnschlusses\u201c, der Novemberpogrome sowie des Kriegsbeginns. Dass auch bei diesen Untersuchungen nicht zwischen \u2013 bin\u00e4r gesprochen \u2013 weiblichen und m\u00e4nnlichen Gefl\u00fcchteten differenziert wurde, f\u00fchrte jedoch, so die These, nicht zu einer geschlechtsneutralen Forschung \u00fcber gefl\u00fcchtete Deutschsprachige. Stattdessen reproduzierte die \u201egender blindness\u201d<a href=\"applewebdata:\/\/53654BF8-CE8C-4D2F-BC5E-444E6860967F#_ftn10\"><sup>[10]<\/sup><\/a>&nbsp;der Forschung den zeitgen\u00f6ssischen androzentrischen Blick auf die Gefl\u00fcchteten. Eine Untersuchung der medialen Rezeption gefl\u00fcchteter Frauen soll deshalb aufzeigen, inwiefern die bisher in der Forschung akzentuierten Diskussionsstr\u00e4nge vornehmlich auf gefl\u00fcchtete M\u00e4nner anwendbar sind. Demnach wird sich der Frage gewidmet, welche Kernnarrative den medialen Diskurs 1938\/39 \u00fcber Frauen \u2013 im Gegensatz zur androzentrischen Berichterstattung \u00fcber gefl\u00fcchtete Deutschsprachige \u2013 pr\u00e4gten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-5 wp-block-paragraph\">Um sich dieser Frage zu widmen, sollen in einem ersten Kapitel zun\u00e4chst Reaktionen der australischen Gesellschaft sowie der Politik auf die Fluchtbewegungen aus Zentraleuropa skizziert werden. Anschlie\u00dfend werden in einem dritten Kapitel anhand von Untersuchungen zur medialen Rezeption deutschsprachiger Gefl\u00fcchteter Kernmotive zusammengetragen, die die androzentrische Berichterstattung pr\u00e4gten und in einer androzentrischen Forschungslandschaft als universale Narrative herausgearbeitet wurden. Daran ankn\u00fcpfend sollen exemplarische Zeitungsartikel zu den in einer Berichterstattung \u00fcber gefl\u00fcchtete Frauen quantitativ vorherrschenden Themenschwerpunkten&nbsp;<em>domestic work<a href=\"applewebdata:\/\/53654BF8-CE8C-4D2F-BC5E-444E6860967F#_ftn11\"><sup><strong><sup>[11]<\/sup><\/strong><\/sup><\/a><\/em>, Ehe und soziale Netzwerke qualitativ analysiert werden. Hierbei soll sich herauskristallisieren, wie australische Tageszeitungen gefl\u00fcchtete Frauen rezipierten, welche Narrative sie diskursiv erzeugten und welche Geschlechterordnungen und integrativen Praktiken die Zeitungen herstellten.&nbsp;<em>Gender<\/em>&nbsp;soll dabei als Analysekategorie verwendet werden und einerseits als im Diskurs hervorgebrachte Kategorisierung verstanden werden, andererseits als Handlungsraum begriffen werden, in dem gefl\u00fcchtete Frauen potenziell&nbsp;<em>agency<\/em><a href=\"applewebdata:\/\/53654BF8-CE8C-4D2F-BC5E-444E6860967F#_ftn12\"><sup>[12]<\/sup><\/a>&nbsp;entfalten konnten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-6 wp-block-paragraph\">In einem abschlie\u00dfenden Fazit sollen die Kernelemente einer androzentrischen Berichterstattung mit der Rezeption weiblicher Gefl\u00fcchteter abgeglichen werden. Durch eine Gegen\u00fcberstellung soll nicht nur deutlich werden, welche Gemeinsamkeiten und Unterschiede die jeweiligen Berichterstattungen aufwiesen, sondern auch, inwiefern vergangene Forschung den zeitgen\u00f6ssischen androzentrischen Blick unkritisch adaptierte.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center has-black-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-7 wp-block-paragraph\"><strong>II. Die australische Gesellschaft zwischen Migration und \u201eWhiteness\u201d<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-8 wp-block-paragraph\">Um sich der Frage zu n\u00e4hern, welche Narrative den medialen Diskurs um weibliche Gefl\u00fcchtete pr\u00e4gten, muss dieser zun\u00e4chst durch eine Skizzierung der Fluchtbewegung nach Australien sowie im Rahmen einer xenophoben australischen Gesellschaft kontextualisiert werden.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-9 wp-block-paragraph\">Generell kann festgestellt werden, dass Australien durch den 1901 erlassenen <em>Immigration Restriction Act\u00a0<\/em>eine strenge Einwanderungspolitik verfolgte, die ausschlie\u00dflich britische, wei\u00dfe Migrant:innen tolerierte. Im Zuge dieser\u00a0<em>White Australian Policy<\/em>\u00a0wurde die Migration nach Australien an einen Korpus an Bedingungen gekn\u00fcpft. Besonders ein Sprachtest sollte nicht-wei\u00dfen Migrant:innen die Einreise verwehren und eine rassische Homogenit\u00e4t wahren.<a href=\"applewebdata:\/\/53654BF8-CE8C-4D2F-BC5E-444E6860967F#_ftn13\"><sup>[13]<\/sup><\/a>Dar\u00fcber hinaus war ein 1936 auf 200$ gesenktes\u00a0<em>landing money<\/em>\u00a0erforderlich, um ohne Gew\u00e4hrsperson nach Australien migrieren zu d\u00fcrfen.<a href=\"applewebdata:\/\/53654BF8-CE8C-4D2F-BC5E-444E6860967F#_ftn14\"><sup>[14]<\/sup><\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-10 wp-block-paragraph\">Mit eben jenen restriktiven Einwanderungsbedingungen sahen sich auch j\u00fcdische und nicht-j\u00fcdische vor dem Nationalsozialismus Fl\u00fcchtende konfrontiert, die keinen Fl\u00fcchtlingsstatus erhielten und demnach denselben Regelungen unterstanden wie regul\u00e4re Migrant:innen.<a href=\"applewebdata:\/\/53654BF8-CE8C-4D2F-BC5E-444E6860967F#_ftn15\"><sup>[15]<\/sup><\/a>&nbsp;Durch die rigorose Verfolgungspolitik vor allem als j\u00fcdisch Klassifizierter im Nationalsozialismus und die daraus resultierenden zunehmenden Fl\u00fcchtlingsstr\u00f6me der 1930er Jahre, die besonders durch den \u201eAnschluss\u201d \u00d6sterreichs im M\u00e4rz 1938 anschwollen, sah sich die Staatengemeinschaft gezwungen, die Fl\u00fcchtlingsthematik auf internationaler B\u00fchne zu besprechen.<a href=\"applewebdata:\/\/53654BF8-CE8C-4D2F-BC5E-444E6860967F#_ftn16\"><sup>[16]<\/sup><\/a>&nbsp;In der gescheiterten Konferenz von Evian im Juli 1938 bekr\u00e4ftigte der australische Handelsminister Thomas Walter White die&nbsp;<em>White Australian Policy<\/em>&nbsp;durch die vielzitierte Bemerkung, man habe \u201eno real racial problem\u201d und sei \u201enot desirous of importing one\u201d.<a href=\"applewebdata:\/\/53654BF8-CE8C-4D2F-BC5E-444E6860967F#_ftn17\"><sup>[17]<\/sup><\/a>&nbsp;Erst nach den Novemberpogromen 1938 verk\u00fcndete der Innenminister John McEwen, Australien sei gewillt, 15.000 aus Europa Fliehende \u00fcber die Dauer von drei Jahren aufzunehmen \u2013 eine Zusage, die durch den Ausbruch des Krieges im September 1939 nicht realisiert wurde.<a href=\"applewebdata:\/\/53654BF8-CE8C-4D2F-BC5E-444E6860967F#_ftn18\"><sup>[18]<\/sup><\/a>&nbsp;Insgesamt fl\u00fcchteten bis Kriegsbeginn ca. 7.000 Menschen aus Zentraleuropa nach Australien, die sich nach ihrer Flucht erneut einer antisemitischen und rassifizierenden Gesellschaft ausgesetzt sahen.<a href=\"applewebdata:\/\/53654BF8-CE8C-4D2F-BC5E-444E6860967F#_ftn19\"><sup>[19]<\/sup><\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-11 wp-block-paragraph\">Zwar wurden die Gefl\u00fcchteten besonders mit Ausbruch des Zweiten Weltkriegs und der Verabschiedung des&nbsp;<em>National Security Acts<\/em>&nbsp;einer Restigmatisierung ausgesetzt, da deutsche und \u00f6sterreichische Gefl\u00fcchtete nunmehr als \u201eenemy aliens\u201d kategorisiert, partiell interniert und demnach mit Staaten assoziiert wurden, vor deren Verfolgung sie urspr\u00fcnglich flohen.<a href=\"applewebdata:\/\/53654BF8-CE8C-4D2F-BC5E-444E6860967F#_ftn20\"><sup>[20]<\/sup><\/a>&nbsp;Mit einer rassistisch motivierten Ausgrenzung und antisemitischen Ablehnung sahen sich viele Gefl\u00fcchtete jedoch auch vor September 1939 konfrontiert.<a href=\"applewebdata:\/\/53654BF8-CE8C-4D2F-BC5E-444E6860967F#_ftn21\"><sup>[21]<\/sup><\/a>&nbsp;Da sich die australische Mehrheitsgesellschaft als genuin britisch und als \u201eHochburg der Wei\u00dfheit (Whiteness) im Pazifik\u201d<a href=\"applewebdata:\/\/53654BF8-CE8C-4D2F-BC5E-444E6860967F#_ftn22\"><sup>[22]<\/sup><\/a>&nbsp;begriff, standen die ankommenden Gefl\u00fcchteten unter einem hohen Assimilationsdruck.<a href=\"applewebdata:\/\/53654BF8-CE8C-4D2F-BC5E-444E6860967F#_ftn23\"><sup>[23]<\/sup><\/a>&nbsp;\u201eWhiteness\u201d darf dabei nicht als sichtbares, ph\u00e4notypisches Merkmal verstanden werden, sondern muss in Anlehnung an Ruth Frankenberg begriffen werden als sozial konstruierte, relationale Kategorie, eingebettet in eine rassifizierende Dominanzstruktur.<a href=\"applewebdata:\/\/53654BF8-CE8C-4D2F-BC5E-444E6860967F#_ftn24\"><sup>[24]<\/sup><\/a>&nbsp;Diese \u201eWhiteness\u201d wurde innerhalb der australischen Gesellschaft mit Britishness gleichgesetzt, sodass nicht-britische Migrant:innen und besonders als j\u00fcdisch klassifizierte Gefl\u00fcchtete trotz europ\u00e4ischer Herkunft als&nbsp;<em>racialized other<\/em>&nbsp;stigmatisiert wurden.<a href=\"applewebdata:\/\/53654BF8-CE8C-4D2F-BC5E-444E6860967F#_ftn25\"><sup>[25]<\/sup><\/a>&nbsp;F\u00fcr ankommende Gefl\u00fcchtete und Migrant:innen stand also wie bei marginalisierten Gemeinschaften die umfassende Adaption an die wei\u00dfe Mehrheitsgesellschaft im Zentrum. Die vollkommene Akkulturation und Loyalit\u00e4t gegen\u00fcber der neuen Heimat wurden f\u00fcr eine gesellschaftliche Integration vorausgesetzt.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center has-black-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-12 wp-block-paragraph\"><strong>III. Die androzentrischer Rezeption gefl\u00fcchteter Deutschsprachiger<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-13 wp-block-paragraph\">Um zu analysieren, inwiefern diese gesellschaftlichen Wahrnehmungen die Rezeption weiblicher Gefl\u00fcchteter in der australischen Presse pr\u00e4gten, soll im Folgenden eine androzentrische Rezeption<a href=\"applewebdata:\/\/53654BF8-CE8C-4D2F-BC5E-444E6860967F#_ftn26\"><sup>[26]<\/sup><\/a>&nbsp;als Kontrastfolie vorgestellt werden. Dazu sollen die von Michael Blakeney und die im Sammelband \u201eDie Fl\u00fcchtlingskrise der 1930er Jahre in australischen Tageszeitungen\u201d herausgearbeiteten Kernnarrative einer negativen sowie positiven Rezeption deutschsprachiger Gefl\u00fcchteter vorgestellt werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-14 wp-block-paragraph\">Zun\u00e4chst kann konstatiert werden, dass sowohl (rechts-)konservative als auch gem\u00e4\u00dfigte Tages- und Wochenzeitungen lange durch eine migrationskritische Grundhaltung gepr\u00e4gt waren. W\u00e4hrend vor 1938 noch ein versch\u00e4rfter medialer Ton pr\u00e4valierte, ver\u00e4nderte sich indes die Rezeption innerhalb der australischen Presse nach den Novemberpogrome 1938.<a href=\"applewebdata:\/\/53654BF8-CE8C-4D2F-BC5E-444E6860967F#_ftn27\"><sup>[27]<\/sup><\/a>Durch die Brutalit\u00e4t der nationalsozialistischen Verfolgungspolitik dominierte in vielen Tageszeitungen bis Kriegsausbruch eine migrationsfreundliche Haltung, w\u00e4hrend andere Zeitungen durch die sich intensivierende Fl\u00fcchtlingsbewegung 1939 wieder migrationsskeptische und sp\u00e4testens 1940 xenophobe Haltungen einnahmen.<a href=\"applewebdata:\/\/53654BF8-CE8C-4D2F-BC5E-444E6860967F#_ftn28\"><sup>[28]<\/sup><\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-15 wp-block-paragraph\">Besonders die migrationskritischen Berichterstattungen wurden durch das in Kapitel II beschriebene Paradigma einer homogenen australischen Gesellschaft gepr\u00e4gt. W\u00e4hrend fehlende Englischkenntnisse und daraus resultierende sprachliche Barrieren in vielen Zeitungen unpolemisch problematisiert wurden, betonten rechtskonservative Zeitungen wie&nbsp;<em>The Age<\/em>&nbsp;oder&nbsp;<em>Truth<\/em>, dass die Ankommenden nicht in die australische Kultur passen w\u00fcrden. Neben Aussehen und Lebensweise seien auch die divergenten Ethikstandards ein Problem.<a href=\"applewebdata:\/\/53654BF8-CE8C-4D2F-BC5E-444E6860967F#_ftn29\"><sup>[29]<\/sup><\/a>&nbsp;Mithin wurde eine Assimilationsf\u00e4higkeit in rechten Medien ausgeblendet.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-16 wp-block-paragraph\">Ferner dominierte in den (rechts-)konservativen Medien eine ablehnende Haltung gegen\u00fcber \u201eNicht-Wei\u00dfen\u201d. Diese rassistische Rezeption wurde ma\u00dfgeblich gepr\u00e4gt durch den in Kapitel II beschriebenen versch\u00e4rften Antisemitismus, den britischen Nationalismus und das Paradigma, eine wei\u00dfe Gesellschaft zu erhalten.<a href=\"applewebdata:\/\/53654BF8-CE8C-4D2F-BC5E-444E6860967F#_ftn30\"><sup>[30]<\/sup><\/a>&nbsp;Sowohl die linke als auch die rechte Presse reproduzierten antisemitische Narrative und unterstellten den Ankommenden entweder eine zu gro\u00dfe \u00f6konomische Macht oder eine fehlende Loyalit\u00e4t gegen\u00fcber der australischen Gesellschaft.<a href=\"applewebdata:\/\/53654BF8-CE8C-4D2F-BC5E-444E6860967F#_ftn31\"><sup>[31]<\/sup><\/a>&nbsp;\u00dcberdies wurde in rechtskonservativen Zeitungen eine Verbindung zwischen dem Kommunismus und dem (vermeintlichen) Judentum der ankommenden Gefl\u00fcchteten hergestellt. Mitunter wurden gar Argumentationslinien und Rhetorik der Nationalsozialist:innen unkritisch \u00fcbernommen.<a href=\"applewebdata:\/\/53654BF8-CE8C-4D2F-BC5E-444E6860967F#_ftn32\"><sup>[32]<\/sup><\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-17 wp-block-paragraph\">An diese xenophobe Rezeption kn\u00fcpfte die Kritik konservativer Medien an die Einbindung Gefl\u00fcchteter in den Arbeitsmarkt an. So verbreiteten Zeitungen das Narrativ, die Ankommenden w\u00fcrden australischen M\u00e4nnern Arbeitspl\u00e4tze streitig machen oder einheimische Konkurrenten durch unfaire Methoden aus dem industriellen Wettbewerb ausschlie\u00dfen.<a href=\"applewebdata:\/\/53654BF8-CE8C-4D2F-BC5E-444E6860967F#_ftn33\"><sup>[33]<\/sup><\/a>&nbsp;Besonders anhand der Frage einer Einbindung ausl\u00e4ndischer \u00c4rzte entbrannte eine mediale Debatte \u00fcber die Bedrohung einheimischer Jobs.<a href=\"applewebdata:\/\/53654BF8-CE8C-4D2F-BC5E-444E6860967F#_ftn34\"><sup>[34]<\/sup><\/a>&nbsp;Gegen einzelne staatliche Ma\u00dfnahmen zur Integration ausl\u00e4ndischer Fachkr\u00e4fte wurde nicht nur durch die Autor:innenschaft von&nbsp;<em>The Age<\/em>,&nbsp;<em>Truth&nbsp;<\/em>oder dem&nbsp;<em>Westaustralian Worker<\/em>&nbsp;protestiert, sondern auch durch in den Zeitungen abgedruckten Leser:innenbriefe.<a href=\"applewebdata:\/\/53654BF8-CE8C-4D2F-BC5E-444E6860967F#_ftn35\"><sup>[35]<\/sup><\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-18 wp-block-paragraph\">Der pro-migrantische Diskurs nach 1938 zeichnete sich demgegen\u00fcber durch einen Appell zur humanit\u00e4ren Hilfeleistung aus. Gleichwohl schlossen diese emotionalisierenden Argumente f\u00fcr eine migrationsfreundliche Politik wirtschaftlich-rationalistische Erw\u00e4gungen nicht aus. So wurde das Narrativ einer moralischen Verpflichtung gegen\u00fcber den Schutzsuchenden mit der N\u00fctzlichkeit ihres kulturellen Kapitals und ihrer Arbeitskraft verkn\u00fcpft. Besonders erfahrene Kaufleute oder Handwerker wurden im Rahmen dieser utilitaristischen Argumentationslinie als willkommene Einwandernde definiert.<a href=\"applewebdata:\/\/53654BF8-CE8C-4D2F-BC5E-444E6860967F#_ftn36\"><sup>[36]<\/sup><\/a>&nbsp;Dass die Schutzsuchenden den einheimischen Australier:innen ihre Arbeitspl\u00e4tze streitig machen k\u00f6nnten, wurde in vielen migrationsfreundlichen Berichterstattungen zur\u00fcckgewiesen.<a href=\"applewebdata:\/\/53654BF8-CE8C-4D2F-BC5E-444E6860967F#_ftn37\"><sup>[37]<\/sup><\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-19 wp-block-paragraph\">Zusammenfassend kann festgestellt werden, dass eine androzentrische Rezeption deutschsprachiger Gefl\u00fcchteter durchaus auf moralische Obligationen zur Hilfeleistung sowie den kulturellen und wirtschaftlichen Gewinn abhob, der die Aufnahme von Gefl\u00fcchteten implizierte. Zeitgleich wurde jedoch durch (rechts-)konservative Medien \u2013 besonders vor den Novemberpogromen 1938 und durch die Fluchtbewegungen 1938\/39 \u2013 die nationale und individuelle Gefahr durch ankommende Gefl\u00fcchtete betont. Die Rezeption der australischen Migrationspolitik war demnach stark mit wirtschaftlichen \u00dcberlegungen verkn\u00fcpft und st\u00fctzte sich auf die Pr\u00e4misse, dass durch Gefl\u00fcchtete kein zus\u00e4tzlicher wirtschaftlicher Druck f\u00fcr die einheimische Bev\u00f6lkerung entstehen sollte. Eine xenophobe und antisemitische Berichterstattung rekurrierte auf diese Arbeitsmarktkonkurrenz und lenkte den Blick auf den Erhalt einer britisch-homogenen, australischen Gesellschaft. Inwiefern diese Narrative auch die Rezeption weiblicher Gefl\u00fcchteter pr\u00e4gten, gilt es im Folgenden zu untersuchen.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center has-black-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-20 wp-block-paragraph\"><strong>IV. Die mediale Rezeption gefl\u00fcchteter Frauen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-21 wp-block-paragraph\">Um die Berichterstattung \u00fcber gefl\u00fcchtete Frauen in australischen (Tages-)Zeitungen zu analysieren, sollen im Folgenden Zeitungsartikel der Jahre 1938\/39 qualitativ analysiert werden. Anhand einer vorausgegangenen induktiven Entwicklung der in den Zeitungen pr\u00e4valenten Themenfelder&nbsp;<em>domestic work<\/em>, Ehe und soziale Netzwerke sollen exemplarische Artikel auf ihre Narrativit\u00e4t hin untersucht werden. Dabei soll \u00fcberpr\u00fcft werden, wie die australische Zeitungslandschaft<a href=\"applewebdata:\/\/53654BF8-CE8C-4D2F-BC5E-444E6860967F#_ftn38\"><sup>[38]<\/sup><\/a>gefl\u00fcchtete Frauen mit Blick auf die quantitativ vorherrschenden Themenschwerpunkte rezipierte und welche Relevanz die Kategorie&nbsp;<em>gender&nbsp;<\/em>f\u00fcr die Akkulturation in der neuen Gesellschaft hatte. Dar\u00fcber hinaus soll aufgezeigt werden, wie&nbsp;<em>gender&nbsp;<\/em>diskursiv konstruiert wurde und inwiefern&nbsp;<em>gender<\/em>,&nbsp;<em>race&nbsp;<\/em>und&nbsp;<em>class&nbsp;<\/em>in Assimilationsprozessen als miteinander verschr\u00e4nkte Kategorien zu bewerten sind.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-22 wp-block-paragraph\">Hierbei soll besonders auf die Untersuchungen Jill Matthews\u2018 rekurriert werden. Bereits 1978 er\u00f6rterte sie, inwiefern der Haushalt und die Familie f\u00fcr Migrantinnen die einzigen imaginierten Orte waren und somit ausl\u00e4ndische Frauen durch das&nbsp;<em>Immigration Department<\/em>&nbsp;in die australische&nbsp;<em>gender order<\/em><a href=\"applewebdata:\/\/53654BF8-CE8C-4D2F-BC5E-444E6860967F#_ftn39\"><sup>[39]<\/sup><\/a>&nbsp;integriert wurden.<a href=\"applewebdata:\/\/53654BF8-CE8C-4D2F-BC5E-444E6860967F#_ftn40\"><sup>[40]<\/sup><\/a>&nbsp;Unter Ber\u00fccksichtigung der von Matthews 1984 in \u201eGood and Mad Women\u201d weiter ausdifferenzierten australischen&nbsp;<em>gender order<\/em>&nbsp;des 20. Jahrhunderts, die sich auch innerhalb der rhetorischen Einbettung von Frauen in traditionelle Sph\u00e4ren ausbilde, soll die Bedeutung von<em>gender&nbsp;<\/em>in der medialen Rezeption in den Blick genommen werden. Dabei sollen Matthews\u2019 Ergebnisse nicht nur als Orientierungspunkt, sondern auch als Reibungsfl\u00e4che dienen: W\u00e4hrend Matthews Handlungsspielr\u00e4ume f\u00fcr Frauen besonders anhand der \u201econtradictions between rhetoric and practice\u201d<a href=\"applewebdata:\/\/53654BF8-CE8C-4D2F-BC5E-444E6860967F#_ftn41\"><sup>[41]<\/sup><\/a>&nbsp;markiert, soll im Folgenden die&nbsp;<em>agency&nbsp;<\/em>gefl\u00fcchteter Frauen gerade innerhalb der&nbsp;<em>gender order<\/em>&nbsp;ausgemacht werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-23 wp-block-paragraph\"><strong>IV.1. Domestic work<\/strong><br>Der Gro\u00dfteil der Zeitungsartikel, die sich mit weiblichen Gefl\u00fcchteten auseinandersetzen, thematisiert die Einbindung von gefl\u00fcchteten Frauen in den nationalen oder lokalen Arbeitsmarkt. Mit Blick auf die in Kapitel III vorgestellten Kernnarrative, die eine androzentrische Berichterstattung \u00fcber deutschsprachige Gefl\u00fcchtete pr\u00e4gten, scheint die quantitativ dominante Thematisierung der Besch\u00e4ftigung von Frauen nicht \u00fcberraschend. Wie sich zeigen wird, folgt die Rezeption der Arbeitsleistung gefl\u00fcchteter Frauen jedoch einem diametral entgegengesetzten Paradigma.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-24 wp-block-paragraph\">Zun\u00e4chst muss festgestellt werden, dass gefl\u00fcchtete Frauen \u00fcberwiegend Besch\u00e4ftigung im Bereich des\u00a0<em>domestic service<\/em> fanden.<a href=\"applewebdata:\/\/53654BF8-CE8C-4D2F-BC5E-444E6860967F#_ftn42\"><sup>[42]<\/sup><\/a>\u00a0Bereits im 19. Jahrhundert wurden vor allem britische Frauen angeworben, um als\u00a0<em>domestic servants<\/em>\u00a0in den australischen Arbeitsmarkt eingebunden zu werden oder in Anbetracht des M\u00e4nner\u00fcberschusses als Geb\u00e4rende die Reproduktion der britischen Bev\u00f6lkerung sicherzustellen. Bis in die Zwischenkriegsjahre persistierte eine Praxis der gezielten Rekrutierung hausarbeitserfahrener Britinnen, um Mittelschichtsfrauen zu unterst\u00fctzen oder als Co-Siedlerinnen l\u00e4ndliche Gebiete zu erschlie\u00dfen.<a href=\"applewebdata:\/\/53654BF8-CE8C-4D2F-BC5E-444E6860967F#_ftn43\"><sup>[43]<\/sup><\/a><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1000\" height=\"612\" src=\"https:\/\/mom.univie.ac.at\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Image-2-1.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-234\" srcset=\"https:\/\/mom.univie.ac.at\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Image-2-1.jpg 1000w, https:\/\/mom.univie.ac.at\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Image-2-1-300x184.jpg 300w, https:\/\/mom.univie.ac.at\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Image-2-1-768x470.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Image\u00a0\u00a01:\u00a0\u00a0Cooking Class at Stanthorpe State School March 1933. n.d. Cooking Class at Stanthorpe State School, The Queenslander, 9. M\u00e4rz 1933, 194280, State Library of\u00a0Queensland.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-25 wp-block-paragraph\">Da die Migrationszahlen britischer Frauen trotz eines hohen Bedarfs an&nbsp;<em>domestic servants<\/em>&nbsp;Ende der 1930er Jahre sanken, scheint es nicht verwunderlich, dass sich die australische Presse ausf\u00fchrlich mit dem Arbeitspotenzial weiblicher Gefl\u00fcchteter besch\u00e4ftigte.<a href=\"applewebdata:\/\/53654BF8-CE8C-4D2F-BC5E-444E6860967F#_ftn44\"><sup>[44]<\/sup><\/a>&nbsp;So schildern die untersuchten Zeitungsartikel die Anstellung von Frauen in privaten Haushalten, ihre Adaption an die neue Umgebung und die F\u00e4higkeiten, die sie aus ihrem Heimatland mitbrachten. Besonders oft wird hierbei der individuelle sowie gesellschaftliche Nutzen ausl\u00e4ndischer Frauen betont. Eine Meldung der migrationsfreundlichen&nbsp;<em>Manjimup and Warren Times<\/em>&nbsp;vom 6. September 1939 betont exemplarisch die hohe Qualifikation und Anpassungsf\u00e4higkeit von f\u00fcnf jungen Frauen, die in Deutschland verfolgt wurden und nun in der Hausarbeit t\u00e4tig sind. Der Artikel schlie\u00dft mit dem Kommentar eines&nbsp;<em>secretary<\/em>&nbsp;der Church of England: \u201eI feel they will be an acquisition to Australia. What is Europe\u2019s loss will be Australia\u2019s gain\u201d<a href=\"applewebdata:\/\/53654BF8-CE8C-4D2F-BC5E-444E6860967F#_ftn45\"><sup>[45]<\/sup><\/a>. Auch andere Artikel akzentuieren die herausragende Anpassungsleistung gefl\u00fcchteter Frauen und den Beitrag, den sie auf dem Arbeitsmarkt leisten k\u00f6nnen.&nbsp;So schrieb die&nbsp;<em>Maryborough Chronicle<\/em>&nbsp;am 24. August 1939:&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-26 wp-block-paragraph\"><em>\u201e[T]hey have shown remarkable aptitude in picking up a good working knowledge of the language within a few weeks. Some people who were chary about employing foreign girls and passed them by are now lamenting their lack of foresight as they hear their more fortunate friends lavishing praise upon their new maids and cooks.\u201d<\/em><a href=\"applewebdata:\/\/53654BF8-CE8C-4D2F-BC5E-444E6860967F#_ftn46\"><em><sup><strong><sup>[46]<\/sup><\/strong><\/sup><\/em><\/a><em><\/em><em><\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-27 wp-block-paragraph\">Hier wird au\u00dferdem deutlich, welche Bedeutung Sprachkenntnisse f\u00fcr die Bewertung der gefl\u00fcchteten Frauen hatten. Besonders die schnelle Lernf\u00e4higkeit oder bereits im Heimatland angeeignete Sprachen werden in zahlreichen Artikeln und Berichten hervorgehoben.<a href=\"applewebdata:\/\/53654BF8-CE8C-4D2F-BC5E-444E6860967F#_ftn47\"><sup>[47]<\/sup><\/a>&nbsp;Durch die Betonung der schnell erworbenen Englischkenntnisse und der Bereitschaft, die Landessprache im \u00f6ffentlichen Raum zu sprechen, wird nicht nur eine Anpassungs<em>f\u00e4higkeit<\/em>, sondern auch eine Anpassungs<em>bereitschaft<\/em>&nbsp;unterstellt.<a href=\"applewebdata:\/\/53654BF8-CE8C-4D2F-BC5E-444E6860967F#_ftn48\"><sup>[48]<\/sup><\/a>&nbsp;\u00c4hnliches zeigt sich in einem langen Bericht \u00fcber Frauen, die nach ihrer Flucht begonnen haben, auf Farmen zu arbeiten.&nbsp;Eine interviewte Frau gibt im&nbsp;<em>Sydney Morning Herald<\/em>&nbsp;an:&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-28 wp-block-paragraph\"><em>\u201eI do not think I could look Viennese food in the face now. Recently my husband and I were honoured guests in Sydney at the flat of some friends who had fled from Austria after we did. They thought to please us by preparing a typical Viennese meal. But I could not eat it. I had become accustomed to the simple dishes of the average Australian.\u201d<\/em><a href=\"applewebdata:\/\/53654BF8-CE8C-4D2F-BC5E-444E6860967F#_ftn49\"><em><sup><strong><sup>[49]<\/sup><\/strong><\/sup><\/em><\/a><em><\/em><em><\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-29 wp-block-paragraph\">Die australische Kultur werde, so suggeriert das Interview, also nicht nur in der \u00d6ffentlichkeit oder am Arbeitsplatz durch die symbolische Nutzung der englischen Sprache adaptiert. Auch in privaten Bereichen, wie der heimischen K\u00fcche, wird die Ursprungskultur durch eine gen\u00fcgsame australische&nbsp;<em>working men\u2018s culture<\/em>&nbsp;ersetzt.<a href=\"applewebdata:\/\/53654BF8-CE8C-4D2F-BC5E-444E6860967F#_ftn50\"><sup>[50]<\/sup><\/a>&nbsp;Auch wenn die untersuchten Artikel Zeitungen entstammen, die 1938\/39 gem\u00e4\u00dfigt oder liberal auftraten, ist das Ausma\u00df der positiven Rezeption der Anpassungsleistung gefl\u00fcchteter Frauen im Gegensatz zur androzentrischen Rezeption augenf\u00e4llig. Bemerkenswert ist \u00fcberdies, dass die kulturellen Begegnungen der Ankommenden und die Formation neuer Identit\u00e4ten im Koordinatensystem einer Assimilationstheorie imaginiert werden. In der medialen Rezeption weiblicher Gefl\u00fcchteter spiegelt sich ausschlie\u00dflich die Erwartung einer umfassenden Anpassung an die neue Heimat. Identit\u00e4tsbezogene Hybridit\u00e4ten und fluide kulturelle Identifikationen, die, wie Philipp Strobl deutlich macht, realiteres Ergebnis der Akkulturation waren, werden ausgeblendet.<a href=\"applewebdata:\/\/53654BF8-CE8C-4D2F-BC5E-444E6860967F#_ftn51\"><sup>[51]<\/sup><\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-30 wp-block-paragraph\">Dass das Narrativ anpassungsf\u00e4higer und vor allem -bereiter gefl\u00fcchteter Frauen in fast allen untersuchten Zeitungsartikeln im Vordergrund steht, korrespondiert mit der Beobachtung, dass eine ausf\u00fchrliche Debatte \u00fcber&nbsp;<em>race<\/em>&nbsp;und&nbsp;<em>nationality<\/em>&nbsp;der in den Arbeitsmarkt integrierten Frauen nicht stattfindet. Einige der Zeitungsartikel scheinen durch die Betonung der Sprachf\u00e4higkeiten der Gefl\u00fcchteten und durch Zitate, die ihre Arbeits- und Anpassungsbereitschaft hervorheben, antizipierte feindliche Argumentationsmuster zu entkr\u00e4ften. Anstatt die Gefl\u00fcchteten als rassifizierte Konkurrenz auf einem umk\u00e4mpften Terrain zu bewerten, werden die Frauen in und durch die mediale Rezeption integriert.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-31 wp-block-paragraph\">Diese Akzeptanz und Integration gefl\u00fcchteter Frauen kn\u00fcpfen, wie anhand der Betonung ihrer N\u00fctzlichkeit deutlich wird, an ein wirtschaftliches Kalk\u00fcl an. Im Gegensatz zum als \u00fcberf\u00fcllt imaginierten maskulinen Arbeitsmarkt pr\u00e4dominierte schon seit den fr\u00fchen 1930er Jahren eine mediale Diskussion \u00fcber den Bedarf an&nbsp;<em>domestic servants<\/em>&nbsp;und die M\u00f6glichkeit, britische Frauen nach Australien migrieren zu lassen. Zudem pr\u00e4gte ein maskulines Monopol die Interpretation von (Haushalts-)Arbeit und Wirtschaft.<a href=\"applewebdata:\/\/53654BF8-CE8C-4D2F-BC5E-444E6860967F#_ftn52\"><sup>[52]<\/sup><\/a>&nbsp;Die unbezahlte oder bezahlte Arbeit in der h\u00e4uslichen Sph\u00e4re wurde nicht als gleichrangige Leistung anerkannt, sodass die Besch\u00e4ftigung gefl\u00fcchteter Frauen im&nbsp;<em>domestic service<\/em>&nbsp;nicht als Konkurrenz f\u00fcr die \u201eechten\u201d Arbeitspl\u00e4tze bewertet wurde.<a href=\"applewebdata:\/\/53654BF8-CE8C-4D2F-BC5E-444E6860967F#_ftn53\"><sup>[53]<\/sup><\/a>&nbsp;Dar\u00fcber hinaus wird in den untersuchten Zeitungsartikeln sogar die Angst vor einer Arbeitsmarktkonkurrenz vorweggenommen. Im bereits zitierten Artikel des&nbsp;<em>Maryborough Chronicle<\/em>&nbsp;wird betont, die Frauen seien gl\u00fccklich, als&nbsp;<em>domestic servants<\/em>&nbsp;zu arbeiten, \u201eas long as there is a shortage of first class Australian girls.\u201c<a href=\"applewebdata:\/\/53654BF8-CE8C-4D2F-BC5E-444E6860967F#_ftn54\"><sup>[54]<\/sup><\/a>&nbsp;Auch hier wird also antizipierter Kritik an einer vermeintlichen Verdr\u00e4ngung australischer Frauen aus der Lohnarbeit begegnet.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-32 wp-block-paragraph\">Nur vereinzelt besch\u00e4ftigen sich Artikel explizit mit der Arbeitsmarktkonkurrenz von Frauen.<a href=\"applewebdata:\/\/53654BF8-CE8C-4D2F-BC5E-444E6860967F#_ftn55\"><sup>[55]<\/sup><\/a>&nbsp;Eine Nachricht, die in&nbsp;<em>The Sun<\/em>&nbsp;am 28. Juli 1939, einen Tag sp\u00e4ter im&nbsp;<em>Newcastle Morning Herald and Miners&#8217; Advocate<\/em>&nbsp;und am 3. August in&nbsp;<em>The Daily Mercury<\/em>&nbsp;ver\u00f6ffentlicht wurde, greift die Behauptung der&nbsp;<em>Domestic Employees\u2018 Union<\/em>&nbsp;auf, gefl\u00fcchtete Frauen w\u00fcrden heimische Frauen durch die Akzeptanz niedriger L\u00f6hne aus ihren Jobs dr\u00e4ngen.<a href=\"applewebdata:\/\/53654BF8-CE8C-4D2F-BC5E-444E6860967F#_ftn56\"><sup>[56]<\/sup><\/a>&nbsp;Auch wenn die Zeitungsartikel neutral berichten und die Behauptung nicht weiter kommentieren, wurde im&nbsp;<em>Singleton Argus<\/em>&nbsp;am 14. August ein Leserbrief ver\u00f6ffentlicht, der davor warnt, dass die Prinzipien des Zusammenlebens und der Lebensstandard von Australier:innen durch derartige Praktiken gef\u00e4hrdet w\u00fcrden.<a href=\"applewebdata:\/\/53654BF8-CE8C-4D2F-BC5E-444E6860967F#_ftn57\"><sup>[57]<\/sup><\/a>&nbsp;An diesem Leserbrief ist bemerkenswert, dass sich der\/die Verfasser:in zwar gegen die \u00dcbervorteilung von britischen Australier:innen wehrt, sich jedoch nicht prinzipiell gegen Migration ausspricht und am Ende lediglich \u201eFAIR PLAY\u201c<a href=\"applewebdata:\/\/53654BF8-CE8C-4D2F-BC5E-444E6860967F#_ftn58\"><sup>[58]<\/sup><\/a>&nbsp;gefordert wird. Selbst die migrationskritischen Stimmen scheinen also mit Blick auf gefl\u00fcchtete Frauen keinen derart scharfen Ton anzuschlagen, wie es bei einer androzentrischen Wahrnehmung der Fall ist.<a href=\"applewebdata:\/\/53654BF8-CE8C-4D2F-BC5E-444E6860967F#_ftn59\"><sup>[59]<\/sup><\/a><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"742\" height=\"563\" src=\"https:\/\/mom.univie.ac.at\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Image-3-1.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-239\" srcset=\"https:\/\/mom.univie.ac.at\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Image-3-1.png 742w, https:\/\/mom.univie.ac.at\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Image-3-1-300x228.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 742px) 100vw, 742px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Image 3:\u00a0\u00a0\u201eWho Wants Doctor Of Philosophy As Servant?\u201d The Newcastle Sun, 29. Juli 1939, 7, Trove, National Library of Australia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-33 wp-block-paragraph\">Bis auf den Leserbrief konnte einzig eine weitere Nachricht, die am 4.\/6. M\u00e4rz 1939 in&nbsp;<em>The Sydney Morning Herald<\/em>\/<em>The Mercury<\/em>&nbsp;ver\u00f6ffentlicht wurde, als negative Rezeption von gefl\u00fcchteten Frauen auf dem Arbeitsmarkt identifiziert werden. Hierin wird ein Viehz\u00fcchter zitiert, der zwei j\u00fcdischen Frauen aus Deutschland Anstellungen als&nbsp;<em>domestic worker<\/em>zusicherte. Die Frauen haben jedoch nach ihrer Ankunft die Arbeit im Druckereiunternehmen eines j\u00fcdischen Gefl\u00fcchteten aufgenommen.<a href=\"applewebdata:\/\/53654BF8-CE8C-4D2F-BC5E-444E6860967F#_ftn60\"><sup>[60]<\/sup><\/a>&nbsp;Der Artikel des&nbsp;<em>Sydney Morning Herald<\/em>&nbsp;mit der \u00dcberschrift \u201eUndertakings not honoured\u201c schlie\u00dft mit der Behauptung: \u201eA city employment agent said that refugee women consistently refused domestic work, and demanded only superior or professional work.\u201c<a href=\"applewebdata:\/\/53654BF8-CE8C-4D2F-BC5E-444E6860967F#_ftn61\"><sup>[61]<\/sup><\/a>&nbsp;Diese vereinzelte Kritik, gefl\u00fcchtete Frauen seien nicht mit Haushaltsarbeit zufrieden, kn\u00fcpft an ein weiteres Narrativ an, das neben dem utilitaristischen Nutzen und der Anpassungsf\u00e4higkeit gefl\u00fcchteter Frauen in nahezu jedem Artikel hervorgehoben wird: ihre professionelle Erfahrung und (universit\u00e4re) Bildung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-34 wp-block-paragraph\">Durch die hohen Fluchtkosten, die Notwendigkeit sozialer Netzwerke und das erforderliche&nbsp;<em>landing money<\/em>&nbsp;war es besonders die bildungsb\u00fcrgerliche Mittel- und Oberschicht, die aus Deutschland und \u00d6sterreich nach Australien floh.<a href=\"applewebdata:\/\/53654BF8-CE8C-4D2F-BC5E-444E6860967F#_ftn62\"><sup>[62]<\/sup><\/a>Neben sozialem und \u00f6konomischem Kapital zeichneten sich die Gefl\u00fcchteten durch ihr kulturelles Kapital aus, das lokale Gemeinschaften, den Arbeitsmarkt und Kulturinstitutionen nachhaltig pr\u00e4gen sollte.<a href=\"applewebdata:\/\/53654BF8-CE8C-4D2F-BC5E-444E6860967F#_ftn63\"><sup>[63]<\/sup><\/a>&nbsp;Obgleich Konrad Kwiet feststellt, dass nahezu alle Gefl\u00fcchteten ihren Status wiedererlangen konnten, sahen sich \u00c4rzte, Anw\u00e4lte, K\u00fcnstler oder Unternehmer zun\u00e4chst mit einem ma\u00dfgeblichen sozialen Abstieg konfrontiert, aber auch k\u00fcnstlerisch, professionell oder akademisch besch\u00e4ftigte Frauen erlebten einen betr\u00e4chtlichen Statusverlust.<a href=\"applewebdata:\/\/53654BF8-CE8C-4D2F-BC5E-444E6860967F#_ftn64\"><sup>[64]<\/sup><\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-35 wp-block-paragraph\">Die nach Australien gefl\u00fcchteten deutschsprachigen Frauen waren ebenso wie (ihre) M\u00e4nner \u00fcberwiegend Teil der Mittel- und Oberschicht. Diese Zugeh\u00f6rigkeit der gefl\u00fcchteten Frauen zu einer bildungsb\u00fcrgerlichen Elite wird auch in zahlreichen Artikeln deutlich, die Universit\u00e4tsabschl\u00fcsse, die Beherrschung von Fremdsprachen, ihre professionelle Erfahrung und die kulturelle Distinguiertheit hervorheben, die die Frauen mitbrachten.<a href=\"applewebdata:\/\/53654BF8-CE8C-4D2F-BC5E-444E6860967F#_ftn65\"><sup>[65]<\/sup><\/a>&nbsp;Ankn\u00fcpfend daran schrieb die&nbsp;<em>News<\/em>&nbsp;am 16. November 1938, dass \u00f6sterreichische und deutsche graduierte Frauen durch die&nbsp;<em>University Women Graduates\u2018 Association<\/em>&nbsp;nach Australien gebracht werden sollen, um Hausarbeit zu verrichten.&nbsp;Unter den Bewerberinnen seien \u201ea doctor of philosophy, a young lawyer who speaks four languages, and trained teachers\u201c<a href=\"applewebdata:\/\/53654BF8-CE8C-4D2F-BC5E-444E6860967F#_ftn66\"><sup>[66]<\/sup><\/a>.&nbsp;Der Artikel betont nicht nur, wie bereits oben ausgef\u00fchrt, dass die ausl\u00e4ndischen den einheimischen Frauen keine Arbeitspl\u00e4tze streitig machen, sondern hebt auch die Qualifikationen hervor, die einige der Frauen trotz ihrer Universit\u00e4tsabschl\u00fcsse in Haushaltsarbeit und Kindererziehung innehaben. Besonders die Bereitschaft, trotz der professionellen Qualifikationen in der Hausarbeit arbeiten zu wollen, scheint in den untersuchten Zeitungen zentral zu sein.&nbsp;Die&nbsp;<em>Manjimup and Warren Times<\/em>&nbsp;schreibt \u00fcber eine Linguistin, die sechs Sprachen und perfektes Englisch beherrsche: \u201e[S]he would not mind this, for in Germany she had done domestic work in the morning while studying in the afternoon.\u201d<a href=\"applewebdata:\/\/53654BF8-CE8C-4D2F-BC5E-444E6860967F#_ftn67\"><sup>[67]<\/sup><\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-36 wp-block-paragraph\">W\u00e4hrend also die Hochschulbildung der gefl\u00fcchteten Frauen ein wiederkehrendes Thema in den Zeitungsartikeln darstellt, wird diese nicht zwingend als Qualifikation f\u00fcr den allgemeinen Arbeitsmarkt begriffen. Stattdessen werden Englischkenntnisse oder Kenntnisse im Umgang mit Kindern sowie Erfahrungen im&nbsp;<em>domestic work<\/em>&nbsp;hervorgehoben, um die Einbindungsm\u00f6glichkeiten der Frauen in den h\u00e4uslichen Arbeitsmarkt zu markieren.<a href=\"applewebdata:\/\/53654BF8-CE8C-4D2F-BC5E-444E6860967F#_ftn68\"><sup>[68]<\/sup><\/a>&nbsp;<em>The Advertiser&nbsp;<\/em>ver\u00f6ffentlichte am 2. November 1938 einen Artikel, in dem gerade die kulturellen Qualit\u00e4ten der graduierten Frauen als Nachteil f\u00fcr den Arbeitsmarkt bezeichnet werden, da \u201ethose trained in domestic work are the most acceptable as immigrants.\u201c<a href=\"applewebdata:\/\/53654BF8-CE8C-4D2F-BC5E-444E6860967F#_ftn69\"><sup>[69]<\/sup><\/a>&nbsp;W\u00e4hrend sich mit Blick auf das kulturelle Kapital der Frauen zwar eine generelle W\u00fcrdigung in der medialen Rezeption der Frauen abzeichnet, ist in den Artikeln eine Anerkennung der F\u00e4higkeiten, die die Frauen trotzdem als&nbsp;<em>domestic servants<\/em>&nbsp;qualifizieren und legitimieren, elementar. Der soziale Abstieg der Frauen wird in keinem Fall kritisch kommentiert. Auch wenn die diametralen Besch\u00e4ftigungsbereiche durchaus mit sp\u00f6ttischem Unterton wahrgenommen werden (so zum Beispiel durch \u00dcberschriften wie \u201eWho wants Doctor of Philosophy as Servant?\u201c<a href=\"applewebdata:\/\/53654BF8-CE8C-4D2F-BC5E-444E6860967F#_ftn70\"><sup>[70]<\/sup><\/a>), findet weder eine Auseinandersetzung mit der Bereicherung des Arbeits- und Gemeinschaftslebens durch den Gewinn an gebildeten Frauen mit kulturellem Kapital statt, noch wird die spezifische Situation der Frauen und ihr individueller Statusverlust thematisiert.<a href=\"applewebdata:\/\/53654BF8-CE8C-4D2F-BC5E-444E6860967F#_ftn71\"><sup>[71]<\/sup><\/a>&nbsp;Dass dieser Statusverlust marginalisiert wird und gerade solche Interviews zitiert werden, in denen Frauen ihren Zuspruch gegen\u00fcber der neuen Besch\u00e4ftigung sowie der kulturellen Assimilation bekr\u00e4ftigen, steht im starken Kontrast zu der erlebten Erfahrung, die viele Gefl\u00fcchtete in Oral History-Interviews teilen. So berichten als&nbsp;<em>domestic servants&nbsp;<\/em>besch\u00e4ftigt gewesene Frauen nicht nur von den Schwierigkeiten, die mit dem Statusverlust oder Sprachbarrieren einhergingen, sondern auch von radikaler Ausbeutung und Hunger.<a href=\"applewebdata:\/\/53654BF8-CE8C-4D2F-BC5E-444E6860967F#_ftn72\"><sup>[72]<\/sup><\/a>&nbsp;Hieraus kann geschlussfolgert werden, dass die Tageszeitungen nicht nur die institutionellen Probleme ignorierten, die aus fehlendem Arbeitsschutz oder Sprachproblemen resultieren, sondern auch die spezifischen Erfahrungen (weiblicher) Gefl\u00fcchteter umdeuteten und in ein der Besch\u00e4ftigung von Gefl\u00fcchteten im&nbsp;<em>domestic work<\/em>&nbsp;zum Vorteil gereichendes, integratives Narrativ zwangen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-37 wp-block-paragraph\">Hieran ankn\u00fcpfend kann festgestellt werden, dass neben dem Statusverlust auch die berufliche Zukunft der Gefl\u00fcchteten nicht thematisiert wird.&nbsp;Einzig der Artikel der&nbsp;<em>Maryborough Chronicle<\/em>&nbsp;vom 24. August 1939 behauptet: \u201eThey will, not of course, remain in service, and as soon as their knowledge of English suffices, will seek more profitable work.\u201d<a href=\"applewebdata:\/\/53654BF8-CE8C-4D2F-BC5E-444E6860967F#_ftn73\"><sup>[73]<\/sup><\/a>&nbsp;Die anderen Artikel besch\u00e4ftigen sich ausschlie\u00dflich mit der Assimilation der Frauen und scheinen so potenzielle Konkurrenzen zwischen heimischen und gefl\u00fcchteten Frauen ausschlie\u00dfen zu wollen. Ungeachtet der Tatsache, dass&nbsp;<em>domestic work<\/em>&nbsp;normalerweise nur eine tempor\u00e4re Besch\u00e4ftigung, besonders von jungen Frauen der Arbeiterklasse, war, wird der Eindruck vermittelt, die ankommenden Frauen w\u00fcrden weder einen Besch\u00e4ftigungswechsel noch einen sozialen Aufstieg anstreben.<a href=\"applewebdata:\/\/53654BF8-CE8C-4D2F-BC5E-444E6860967F#_ftn74\"><sup>[74]<\/sup><\/a>&nbsp;Das Bild einer gegenw\u00e4rtigen Zufriedenheit und eines wechselseitigen Gewinns der Frauen, ihrer Arbeitgeber:innen sowie der australischen Gesellschaft bleibt unangetastet.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-38 wp-block-paragraph\">In Anlehnung an Jill Matthews\u2018 \u00dcberlegungen zu weiblicher Migration kann mit Blick auf das Themenfeld&nbsp;<em>domestic work<\/em>zusammenfassend festgestellt werden, dass gefl\u00fcchtete Frauen im Koordinatensystem der australischen&nbsp;<em>gender order<\/em>&nbsp;zu \u201eguten\u201c, d. i. assimilierten, Frauen transformiert werden sollten. Die Anpassung von Frauen muss unter intersektionalen Gesichtspunkten betrachtet werden und hing stark von der bereitwilligen Akzeptanz eines traditionell-weiblichen Lebensentwurfs ab. Eine \u00e4hnliche These stellt auch Rachel Harris in ihrer Untersuchung \u00fcber die Erfahrungen deutscher und italienischer Frauen im Australien des Zweiten Weltkriegs auf. Harris stellt fest, dass die Bewertung von gefl\u00fcchteten Frauen und ihre Integration in die australische Gesellschaft vor allem von der Akzeptanz moralisch-femininer Charakteristika abhing. Darunter fasst sie exemplarisch die Pflichterf\u00fcllungen im Haushalt, M\u00fctterlichkeit und sexuelle Anst\u00e4ndigkeit.<a href=\"applewebdata:\/\/53654BF8-CE8C-4D2F-BC5E-444E6860967F#_ftn75\"><sup>[75]<\/sup><\/a>&nbsp;Gleichzeitig muss Harris\u2018 intersektionale Konvergenz von vergeschlechtlichter Erwartung und nationaler Integration um die Kategorie der Klasse erweitert werden. Die Einbindung von Frauen in&nbsp;<em>domestic work&nbsp;<\/em>und die Betonung der Bereitschaft akademisierter Frauen, als Haush\u00e4lterinnen t\u00e4tig zu sein, reflektiert die Anforderung, sich in das australische&nbsp;<em>working men\u2019s paradise<\/em>&nbsp;zu integrieren und sich von einem vergangenen privilegierten Status zu verabschieden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-39 wp-block-paragraph\">Die mediale Rezeption gefl\u00fcchteter Frauen best\u00e4tigte und reproduzierte also nicht nur durch die unkritische Einbettung von Frauen in die Sph\u00e4re der Haushaltsarbeit traditionelle Geschlechterarrangements, sondern verkn\u00fcpfte die geschlechtsspezifische Arbeit zeitgleich mit einer klassenbezogene Neuorientierung und einer erw\u00fcnschten Assimiliationsf\u00e4higkeit an die britisch-englischsprachige Mehrheitsgesellschaft. Diese Assimilation muss unter intersektionalen Gesichtspunkten verstanden werden und zielte, wie sich anhand des&nbsp;<em>domestic work<\/em>&nbsp;zeigt, auf&nbsp;<em>race<\/em>,&nbsp;<em>class&nbsp;<\/em>und&nbsp;<em>gender<\/em>. Um als integrierbare Subjekte definiert zu werden, mussten Frauen Besch\u00e4ftigung in der als weiblich klassifizierten beruflichen Sph\u00e4re des&nbsp;<em>domestic work<\/em>&nbsp;finden und damit zeitgleich einen sozialen Abstieg tolerieren. Obgleich dieser Statusverlust und die akzeptierten Besch\u00e4ftigungsfelder durch die Erwartungshaltung der australischen Gesellschaft determiniert waren und die Frauen demnach einer restriktiven Machtformation unterlagen, kann indessen gerade die Haushaltsarbeit als Handlungsraum verstanden werden, in dem Frauen eine Zugeh\u00f6rigkeit zur australischen Gesellschaft unter Beweis stellen konnten. Der ungedeckte Bedarf an&nbsp;<em>domestic servants<\/em>&nbsp;und die Bereitwilligkeit, gefl\u00fcchtete Frauen in den Arbeitsmarkt zu integrieren, er\u00f6ffneten den Frauen die M\u00f6glichkeit, die eingeforderte Loyalit\u00e4t und nationale Zugeh\u00f6rigkeit unter Beweis zu stellen. Damit konnte also gerade in diesem hegemonialen Arrangement potenziell&nbsp;<em>agency&nbsp;<\/em>ausge\u00fcbt werden.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-40 wp-block-paragraph\"><strong>IV.2. Ehe<\/strong><br>W\u00e4hrend die Rezeption der gefl\u00fcchteten Frauen in Bezug auf ihre Eingliederung in den Arbeitsmarkt \u2013 vor allem im Kontrast zu einer androzentrischen Perspektive \u2013 \u00fcberwiegend positiv ausfiel, wurden die Eheschlie\u00dfungsversuche gefl\u00fcchteter Frauen scharf kritisiert. Im Folgenden soll sich dieser Rezeption von gefl\u00fcchteten Frauen als potenzielle Ehepartnerinnen britischer M\u00e4nner in der australischen Presse gen\u00e4hert werden. Hierbei muss ber\u00fccksichtigt werden, dass die untersuchten Artikel ausschlie\u00dflich die Situation des Heiratsmarktes in Europa adressieren. Eine Transferleistung oder ausdr\u00fcckliche Kritik der Situation in Australien bleibt aus. Dennoch scheint es lohnend, auch die Rezeption ausl\u00e4ndischer Konflikte in den Blick zu nehmen. Da die Verfasser:innen der Artikel und ihre Themenselektion konkrete Intentionen verfolgten, spielen die medialen Reproduktionen vermeintlicher oder tats\u00e4chlicher europ\u00e4ischer Problemsituationen durchaus eine Rolle. Dass das Thema Ehe mit der vermehrten Ankunft gefl\u00fcchteter Deutschsprachiger 1939 zur Diskussion gestellt wurde, l\u00e4sst also darauf schlie\u00dfen, dass es auch mit Blick auf Australien als relevant bewertet wurde und die Thematisierung die Stimmungslage der Lesenden beeinflussen konnte.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-41 wp-block-paragraph\">Besonders der&nbsp;<em>Daily Mercury<\/em>&nbsp;und&nbsp;<em>The Evening News<\/em>&nbsp;besch\u00e4ftigten sich okkasionell mit gefl\u00fcchteten Frauen und dem europ\u00e4ischen Heiratsmarkt.&nbsp;<em>The Evening News<\/em>&nbsp;berichtete am 28. M\u00e4rz 1939 \u00fcber f\u00fcnf Wienerinnen, die in einer englischen Regionalzeitung nach britischen Ehem\u00e4nnern suchten, sowie \u00fcber die Kritik britischer Frauen an ihrem Inserat.<a href=\"applewebdata:\/\/53654BF8-CE8C-4D2F-BC5E-444E6860967F#_ftn76\"><sup>[76]<\/sup><\/a>&nbsp;(\u201eSome suggest that there are not enough British husbands to go round, anyway, and they do not see why five foreigners should have privileges in the marriage market.\u201c<a href=\"applewebdata:\/\/53654BF8-CE8C-4D2F-BC5E-444E6860967F#_ftn77\"><sup>[77]<\/sup><\/a>) Besonders der im Artikel zitierte Einwand, \u201e[h]usbands are as scarce for women as jobs are for men\u201d<a href=\"applewebdata:\/\/53654BF8-CE8C-4D2F-BC5E-444E6860967F#_ftn78\"><sup>[78]<\/sup><\/a>, scheint eminent: W\u00e4hrend die Eingliederung von Frauen in den Arbeitsmarkt durch ihre Obligation zur Hausarbeit keine breite Kritik hervorruft, scheint die Inanspruchnahme des Heiratsmarktes durch gefl\u00fcchtete Frauen in Gro\u00dfbritannien als Bedrohung wahrgenommen worden zu sein. Diese Bedrohungslage wird durch die umfassende Zitation der Einw\u00e4nde von Frauen in der australischen Presse reproduziert. Dadurch wird der Heiratsmarkt als geschlechtsspezifisches, durch Gefl\u00fcchtete bedrohtes \u00c4quivalent zum m\u00e4nnlichen Arbeitsmarkt stilisiert.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-42 wp-block-paragraph\">Diese wahrgenommene Bedrohung fu\u00dft wiederum auf nationalistisch-rassistischen Kriterien. So wird im Artikel die Forderung einer britischen Frau angef\u00fchrt, \u201e[l]et us have British jobs for British men, British husbands for British girls, and British-born mothers for British babies.\u201d<a href=\"applewebdata:\/\/53654BF8-CE8C-4D2F-BC5E-444E6860967F#_ftn79\"><sup>[79]<\/sup><\/a>&nbsp;Gefl\u00fcchtete Frauen werden also nicht nur als Konkurrenz auf dem Partnermarkt wahrgenommen, sondern durch ihr reproduktives Potenzial auch als Bedrohung f\u00fcr die \u201eethnische Reinheit\u201c und den \u201enationalen K\u00f6rper\u201c. W\u00e4hrend staatliche Bem\u00fchungen in den Zwischenkriegsjahren darauf abzielten, britische Migrantinnen wegen ihrer reproduktiven F\u00e4higkeiten anzuwerben, wird diese Politik mit Blick auf gefl\u00fcchtete \u201enicht-wei\u00dfe\u201d Frauen medial kritisiert.<a href=\"applewebdata:\/\/53654BF8-CE8C-4D2F-BC5E-444E6860967F#_ftn80\"><sup>[80]<\/sup><\/a>&nbsp;Obgleich die Reproduktion der australischen Gesellschaft nicht konkret adressiert wird, k\u00f6nnten innerhalb der untersuchten Zeitungsartikel auch mit Blick auf Australien potenzielle \u00c4ngste vor den rassifizierten Anderen evoziert worden sein.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-43 wp-block-paragraph\">Zum nationalen Problem w\u00fcrden gefl\u00fcchtete Frauen gem\u00e4\u00df der untersuchten Zeitungsartikel auch durch ihre vermeintliche Spionaget\u00e4tigkeit. Am 23. Juni 1939 ver\u00f6ffentlichte der&nbsp;<em>Daily Mercury<\/em>&nbsp;einen Artikel, in welchem behauptet wurde, j\u00fcdische Frauen w\u00fcrden Deutschland mit ihrem Verm\u00f6gen verlassen d\u00fcrfen \u201eif they [&#8230;]&nbsp;[m]arry a French or British husband and obey faithfully the orders that will be sent to [them]\u201d<a href=\"applewebdata:\/\/53654BF8-CE8C-4D2F-BC5E-444E6860967F#_ftn81\"><sup>[81]<\/sup><\/a>.&nbsp;Auch wenn dieser Artikel erneut ausschlie\u00dflich auf die Situation in Westeuropa Bezug nimmt, tr\u00e4gt er potenziell zu einer Atmosph\u00e4re der Angst um die nationale Sicherheit durch \u201eEindringlinge\u201c bei und greift bereits die ab Kriegsbeginn aufkommenden Debatten \u00fcber die f\u00fcnfte Kolonne<a href=\"applewebdata:\/\/53654BF8-CE8C-4D2F-BC5E-444E6860967F#_ftn82\"><sup>[82]<\/sup><\/a>&nbsp;und die nationale Unterwanderung durch \u201eenemy aliens\u201c voraus.<a href=\"applewebdata:\/\/53654BF8-CE8C-4D2F-BC5E-444E6860967F#_ftn83\"><sup>[83]<\/sup><\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-44 wp-block-paragraph\">Neben der Bedrohung der rassischen Reinheit und der nationalen Sicherheit wird schlie\u00dflich auch eine moralische Gef\u00e4hrdung durch gefl\u00fcchtete Frauen unterstellt. So berichten der&nbsp;<em>Daily Mercury<\/em>&nbsp;und der&nbsp;<em>Advocate<\/em>&nbsp;\u00fcber britische M\u00e4nner, die gefl\u00fcchtete Frauen heirateten, obwohl sie bereits Frauen und Kinder haben. Heiratsagenturen vermitteln deutsche j\u00fcdische Frauen gem\u00e4\u00df der Berichterstattung an britische M\u00e4nner, die f\u00fcr die Scheinehe finanziell entlohnt w\u00fcrden, w\u00e4hrend gefl\u00fcchtete Frauen im Gegenzug eine britische Staatsangeh\u00f6rigkeit erlangen. Die Artikel betonen die Rechtswidrigkeit dieser Praxis und heben hervor, dass die M\u00e4nner wegen Bigamie angeklagt worden seien.<a href=\"applewebdata:\/\/53654BF8-CE8C-4D2F-BC5E-444E6860967F#_ftn84\"><sup>[84]<\/sup><\/a>&nbsp;Obwohl die gefl\u00fcchteten Frauen nicht explizit illegaler Praktiken beschuldigt werden, zielt die Berichterstattung der australischen Presse auf die Kriminalit\u00e4t und moralische Fragw\u00fcrdigkeit der Praktiken zum Erwerb einer britischen Staatsb\u00fcrgerschaft ab. Die Zeitungen konnten so potenziell Angst um ein sittliches Gemeinwesen gesch\u00fcrt und nicht ausdr\u00fccklich, aber latent, gefl\u00fcchtete Frauen f\u00fcr Demoralisierungsprozesse verantwortlich gemacht haben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-45 wp-block-paragraph\">Einzig&nbsp;<em>The Evening News&nbsp;<\/em>charakterisiert die gefl\u00fcchteten Frauen explizit als unschuldig. Am 8. April 1939 ver\u00f6ffentlicht die Zeitung einen Artikel, in welchem sie schildert, dass sich die Ehem\u00e4nner einverst\u00e4ndlich erkl\u00e4ren sollten, sich den Frauen nach der Scheinhochzeit nicht anzun\u00e4hern, dass diese Abmachung in vielen F\u00e4llen jedoch nicht eingehalten wurde. So soll eine \u00f6sterreichische J\u00fcdin von ihrem britischen \u201eEhemann\u201d erpresst worden sein.<a href=\"applewebdata:\/\/53654BF8-CE8C-4D2F-BC5E-444E6860967F#_ftn85\"><sup>[85]<\/sup><\/a>&nbsp;Die&nbsp;<em>Evening News&nbsp;<\/em>markiert die gefl\u00fcchteten Frauen als Opfer korrupter Heiratsagenturen sowie ihrer Umst\u00e4nde, indem sie feststellt,&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-46 wp-block-paragraph\">\u201e[a]mong the women who have made use of these \u2018ready-made\u2019 husbands to get into France or Britain, are members of the Austrian nobility who had fallen foul of the new regime. The majority of them would have been allowed to remain in France or Britain without question, because they had irreproachable characters and sufficient means to maintain themselves. It was purely through panic that they had recourse to Ury and his organisation.\u201d<a href=\"applewebdata:\/\/53654BF8-CE8C-4D2F-BC5E-444E6860967F#_ftn86\"><sup>[86]<\/sup><\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-47 wp-block-paragraph\">Durch Schlagzeilen wie \u201eBlackmailed Refugees\u201d<a href=\"applewebdata:\/\/53654BF8-CE8C-4D2F-BC5E-444E6860967F#_ftn87\"><sup>[87]<\/sup><\/a>&nbsp;oder \u201eExploitation of Refugees\u201d<a href=\"applewebdata:\/\/53654BF8-CE8C-4D2F-BC5E-444E6860967F#_ftn88\"><sup>[88]<\/sup><\/a>&nbsp;werden in der&nbsp;<em>Evening News<\/em>also nicht die gefl\u00fcchteten Frauen f\u00fcr eine vermeintliche Demoralisierung verantwortlich gemacht, sondern die M\u00e4nner, die die Not der Frauen f\u00fcr kapitalorientierte Zwecke missbrauchen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-48 wp-block-paragraph\">Zusammenfassend wird in der australischen Zeitungslandschaft also eine vermeintliche dreifache europ\u00e4ische Bedrohungslage durch die Einmischung gefl\u00fcchteter Frauen in den Heiratsmarkt heraufbeschworen: Die Rasse werde durch die Konkurrenz ausl\u00e4ndischer Frauen auf dem Heiratsmarkt, die Nation durch ihre vermeintliche Spionaget\u00e4tigkeit und die Sittlichkeit durch die illegale Praxis der an den Heiratsvermittlungen beteiligten Parteien bedroht. Durch die Adressierung dieser Problemlage in australischen (Tages-)Zeitungen k\u00f6nnten schlie\u00dflich \u00c4ngste vor einer \u00e4hnlichen Gef\u00e4hrdung der australischen Gesellschaft gesch\u00fcrt worden sein. Dass der Heiratsmarkt als weibliches \u00c4quivalent zum m\u00e4nnlich konnotierten Arbeitsmarkt charakterisiert wird, kann auf die unterschiedliche Bedeutung von Ehe und Arbeit f\u00fcr M\u00e4nner und Frauen zur\u00fcckgef\u00fchrt werden. W\u00e4hrend M\u00e4nner sich durch ihre N\u00fctzlichkeit als professionelle Arbeitskr\u00e4fte als Staatsb\u00fcrger qualifizieren k\u00f6nnten, k\u00f6nnen gefl\u00fcchtete Frauen durch die Ehe mit britischen M\u00e4nnern eine britische Staatsangeh\u00f6rigkeit erlangen. W\u00e4hrend also die Einbindung von gefl\u00fcchteten M\u00e4nnern in den Arbeitsmarkt als rassische Bedrohung wahrgenommen wird, ist die Ehe gefl\u00fcchteter Frauen durch das Nationalit\u00e4tenrecht sowie durch ihre reproduktiven F\u00e4higkeiten eine Bedrohung der australischen \u201eWhiteness\u201d.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"752\" src=\"https:\/\/mom.univie.ac.at\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Image-1-1-1024x752.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-236\" srcset=\"https:\/\/mom.univie.ac.at\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Image-1-1-1024x752.jpg 1024w, https:\/\/mom.univie.ac.at\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Image-1-1-300x220.jpg 300w, https:\/\/mom.univie.ac.at\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Image-1-1-768x564.jpg 768w, https:\/\/mom.univie.ac.at\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Image-1-1.jpg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Image 2: Jewish wedding at Synagogue, 29. Dezember 1936, Sam Hood, 19954, Mitchell Library, State Library of New South Wales.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-49 wp-block-paragraph\">Dabei kn\u00fcpft der Diskurs um Ehe auf zweierlei Weise an die von Jill Matthews beschriebene&nbsp;<em>gender order<\/em>&nbsp;an. Einerseits endete die erw\u00fcnschte Assimilation von nicht-britischen Frauen dort, wo sie transgressiv dieselben Rechte beanspruchen, die britischen Frauen zuerkannt wurden, sodass die&nbsp;<em>gender order<\/em>&nbsp;mit einer&nbsp;<em>race order<\/em>&nbsp;konvergierte. Andererseits zeugt die quantitativ vorherrschende mediale Rezeption des Themas Ehe im Zusammenhang mit weiblichen Gefl\u00fcchteten gleichzeitig davon, dass die Ehe als konstitutiv f\u00fcr weibliche Gefl\u00fcchtete imaginiert wurde und sie gerade hier einer gesellschaftlichen sowie medialen Bewertung ausgesetzt waren. Frauen wurden zwar in dem spezifisch weiblichen Bezugsrahmen der Ehe als Bedrohung dargestellt, jedoch nicht etwa, da sie Ehen eingingen, sondern, da sie keine&nbsp;<em>angemessenen&nbsp;<\/em>Ehen eingingen. Eine&nbsp;<em>gender order<\/em>, die Frauen in traditionelle weibliche Sph\u00e4ren dr\u00e4ngte, blieb also auch hier unangetastet. Ebenso wie im Fall des&nbsp;<em>domestic works<\/em>&nbsp;d\u00fcrfen Frauen indessen nicht allein als Opfer einer repressiven&nbsp;<em>gender order<\/em>&nbsp;verstanden werden. Wie bereits dargestellt, war es n\u00e4mlich gerade die Ehe, die Frauen \u2013 im Gegensatz zu M\u00e4nnern \u2013 die M\u00f6glichkeit einer britischen Staatsb\u00fcrgerschaft er\u00f6ffnete. Erneut kann also festgestellt werden, dass Frauen gerade innerhalb der hegemonialen Geschlechterarrangements&nbsp;<em>agency&nbsp;<\/em>aus\u00fcben konnten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-50 wp-block-paragraph\"><strong>IV.3. Soziale Netzwerke und Vereine<\/strong><br>Neben den Themen Haushaltsarbeit und Ehe dominierte zuletzt die Thematisierung sozialer Netzwerke die australische Presselandschaft der ausgehenden 1930er Jahre. Soziale Netzwerke stellten nicht nur f\u00fcr weibliche Gefl\u00fcchtete eine entscheidende Grundlage dar, um sich in einer neuen, mitunter feindlichen Umgebung zurechtzufinden. Aufgrund rechtlicher und wirtschaftlicher Einschr\u00e4nkungen sowie sozialer Vorbehalte waren viele Gefl\u00fcchtete auf informelle und institutionalisierte Unterst\u00fctzungsangebote angewiesen, die ihnen den Zugang zu Arbeit, Wohnraum und sozialer Integration erleichterten oder \u00fcberhaupt erst erm\u00f6glichten.<a href=\"applewebdata:\/\/53654BF8-CE8C-4D2F-BC5E-444E6860967F#_ftn89\"><sup>[89]<\/sup><\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-51 wp-block-paragraph\">In der medialen Rezeption wird vor allem die Einbindung von Frauen durch die\u00a0<em>Women\u2019s Graduates\u2019 Association<\/em> hervorgehoben.<a href=\"applewebdata:\/\/53654BF8-CE8C-4D2F-BC5E-444E6860967F#_ftn90\"><sup>[90]<\/sup><\/a>\u00a0So beschreibt ein Artikel mit der \u00dcberschrift \u201ePlan to bring university refugees here\u201d die Anstrengungen, die die Vereinsgruppe Adelaide unternimmt, um gefl\u00fcchtete Universit\u00e4tsabsolventinnen in den\u00a0<em>domestic service<\/em>\u00a0einzubinden.<a href=\"applewebdata:\/\/53654BF8-CE8C-4D2F-BC5E-444E6860967F#_ftn91\"><sup>[91]<\/sup><\/a>\u00a0Dabei bleibt der Statusverlust der Frauen, ebenso wie die Tatsache, dass gerade die Absolventinnenvereine graduierte Frauen in Haushaltsbesch\u00e4ftigungen vermitteln wollen, ungew\u00fcrdigt.<a href=\"applewebdata:\/\/53654BF8-CE8C-4D2F-BC5E-444E6860967F#_ftn92\"><sup>[92]<\/sup><\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-52 wp-block-paragraph\">Ebenso werden in den Jahren 1938\/39 kaum Berichte publiziert, die die Integration von Frauen in das kulturelle Leben und den akademischen Diskurs der Graduierten- und Frauennetzwerke thematisieren. Obwohl gefl\u00fcchtete Frauen, wie Gertrude Lange, kulturelles Kapital in bestehende Netzwerke einbrachten, Vortr\u00e4ge hielten und so zu einem Wissenstransfer beitrugen, schweigt die Presse \u00fcber den individuellen Beitrag, den gefl\u00fcchtete Frauen leisteten, oder die Kenntnisse, die sie in die Netzwerkarbeit einbrachten.<a href=\"applewebdata:\/\/53654BF8-CE8C-4D2F-BC5E-444E6860967F#_ftn93\"><sup>[93]<\/sup><\/a>&nbsp;Stattdessen werden sie fast ausschlie\u00dflich als passiv und hilfsbed\u00fcrftig charakterisiert. Einzig ein Artikel, der sich mit der Arbeit der&nbsp;<em>Federated Housewives\u2019 Association of Australia<\/em>&nbsp;auseinandersetzt, fokussiert den Gewinn, der aus der Integration von Gefl\u00fcchteten in Frauennetzwerke resultiert. Demnach gew\u00e4hrte die Vorsitzende Eleanor Glencross neu angekommenen Frauen Ehrenmitgliedschaften, um die Gefl\u00fcchteten in die australische Gemeinschaft zu integrieren und sie durch die Bereitstellung eines sozialen Auffangbeckens vor Einsamkeit zu bewahren.&nbsp;Gleichzeitig betont Glencross, der Verein brauche \u201ethe best intelligence that they can bring into the community.\u201d<a href=\"applewebdata:\/\/53654BF8-CE8C-4D2F-BC5E-444E6860967F#_ftn94\"><sup>[94]<\/sup><\/a>&nbsp;Hier wird also das Wissen sowie das kulturelle Kapital der Schutzsuchenden gew\u00fcrdigt und ein wechselseitiger Austausch von Erfahrung bef\u00fcrwortet. Gleichwohl bleibt eine solche Darstellung die Ausnahme, sodass die Gefl\u00fcchteten \u00fcberwiegend als einzige Profiteurinnen der Netzwerkarbeit beschrieben werden. Nicht selten werden sie aufgrund ihres spezifischen Schutzstatus gar durch die g\u00e4ngige Formulierung \u201ewomen and children\u201d infantilisiert.<a href=\"applewebdata:\/\/53654BF8-CE8C-4D2F-BC5E-444E6860967F#_ftn95\"><sup>[95]<\/sup><\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-53 wp-block-paragraph\">Zuletzt thematisiert die australische Presse Freizeit- und Sportvereine, die ebenfalls R\u00e4ume zur sozialen Vernetzung boten. So verzeichnete der&nbsp;<em>Maccabean Girls\u2019 Gymnasium Club<\/em>&nbsp;1939 einen gro\u00dfen Zuwachs an neuen Mitgliedern, insbesondere unter jungen gefl\u00fcchteten Frauen. Ein Zeitungsartikel aus dem&nbsp;<em>Australian Jewish Herald<\/em>&nbsp;betonte, dass diese Frauen sich trotz anf\u00e4nglicher Sprachbarrieren aktiv am Vereinsleben beteiligten.<a href=\"applewebdata:\/\/53654BF8-CE8C-4D2F-BC5E-444E6860967F#_ftn96\"><sup>[96]<\/sup><\/a>&nbsp;Hier wird also \u2013 wie bereits in Kapitel IV.1 dargelegt \u2013 das Bild einer Assimilationsbereitschaft ankommender Frauen vermittelt, die Interesse demonstrieren, sich in (j\u00fcdisch-)australischen Gemeinschaften einzubringen. Auch der partiell voreingenommenen j\u00fcdischen Leserschaft wird also in der australischen Presse die Integrationsbereitschaft ankommender Frauen vermittelt.<a href=\"applewebdata:\/\/53654BF8-CE8C-4D2F-BC5E-444E6860967F#_ftn97\"><sup>[97]<\/sup><\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-54 wp-block-paragraph\">Aus diesen Darstellungen geht hervor, dass gefl\u00fcchtete Frauen in der australischen Presse im Zusammenhang mit sozialen Netzwerken vor allem als passive Hilfsbed\u00fcrftige rezipiert wurden. Die F\u00e4higkeiten, Leistungen und das individuelle Wissen, das Frauen mitbrachten, werden nicht thematisiert. Auch bleibt in den untersuchten Zeitungsartikeln unbeachtet, dass gerade Absolventinnenorganisationen durch die gezielte Vermittlung von Gefl\u00fcchteten in die&nbsp;<em>domestic work economy<\/em>zu einem erheblichen Statusverlust von graduierter Frauen beitrugen. Wie bereits in Kapitel IV.1 deutlich wurde, steht stattdessen die diskursive Integration von Frauen im Zentrum, sodass ihre Anpassungsbereitschaft fokussiert wird, anstatt die potenzielle Konkurrenz zu adressieren, die sie darstellen. Die Frauen wurden so nicht nur realiter, sondern auch innerhalb der australischen Presse deklassiert, da die narrative Einpassung der Gefl\u00fcchteten in die australische&nbsp;<em>working class society<\/em>&nbsp;die Ausblendung ihres kulturellen Kapitals einerseits und ihrer urspr\u00fcnglichen Angeh\u00f6rigkeit einer bildungsb\u00fcrgerlichen Oberschicht andererseits voraussetzte. Anhand der sozialen Netzwerke zeigt sich also erneut die Intersektionalit\u00e4t von Geschlecht und Klasse: Durch die essentialisierende Infantilisierung von Frauen als besonders schutz- und hilfsbed\u00fcrftig wurde ihnen ihr kulturelles Kapital und dadurch auch ihr sozialer Status aberkannt. Auch hier zeigt sich erneut die diskursive Einbettung in die australische<em>&nbsp;gender order<\/em>&nbsp;und die machtproduktive Formation einer spezifischen Weiblichkeit anhand typisierender Eigenschaften. Gleichzeitig wurden durch diese Stereotypisierungen sogar in (rechts-)konservativen Medien Hilfsleistungen gegen\u00fcber gefl\u00fcchteten Frauen unkritisch gew\u00fcrdigt.<a href=\"applewebdata:\/\/53654BF8-CE8C-4D2F-BC5E-444E6860967F#_ftn98\"><sup>[98]<\/sup><\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-55 wp-block-paragraph\">Daran ankn\u00fcpfend kann mit Bezug auf die sozialen Netzwerke konstatiert werden, dass das formal-restriktive Geschlechterarrangement individuelle Handlungsr\u00e4ume er\u00f6ffnete. Gerade durch die Perspektivierung als hilfsbed\u00fcrftig wurden Frauen durch ein breites konfessionelles und nicht-konfessionelles Netzwerk aufgefangen, das, wie im Fall der&nbsp;<em>Women\u2019s Graduate\u2019s Association<\/em>, durch formale Similarit\u00e4ten bereit war, finanzielle, soziale und emotionale Unterst\u00fctzungsarbeit zu leisten. Vor dem Hintergrund, dass sich die Integration f\u00fcr Gefl\u00fcchtete selbst in bestehende Minderheitengemeinschaften schwierig gestaltete, war der durch \u201eweibliche Solidarit\u00e4t\u201d und geschlechtsbezogene Empathie vergr\u00f6\u00dferte Unterst\u00fctzer:innenpool von eminentem Vorteil.<a href=\"applewebdata:\/\/53654BF8-CE8C-4D2F-BC5E-444E6860967F#_ftn99\"><sup>[99]<\/sup><\/a><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center has-black-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-56 wp-block-paragraph\"><strong>IV. Fazit<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-57 wp-block-paragraph\">Zusammenfassend kann festgestellt werden, dass sich die Rezeption m\u00e4nnlicher und weiblicher deutschsprachiger Gefl\u00fcchteter in australischen Tageszeitungen elementar unterschied. W\u00e4hrend m\u00e4nnliche Gefl\u00fcchtete, die durch eine androzentrische Wahrnehmung in der Zeitungslandschaft fokussiert wurden, unter anderem mit Skepsis, Anfeindungen oder gar Rassismus begegnet wurden, hob die Berichterstattung \u00fcber Frauen vor allem auf die Assimilationsbereitschaft der Gefl\u00fcchteten ab.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-58 wp-block-paragraph\">Wie in Kapitel III deutlich wurde, wurde besonders der Arbeitsmarkt und die Konkurrenz durch ankommende M\u00e4nner im Rahmen einer androzentrischen Rezeption Gefl\u00fcchteter adressiert. Gefl\u00fcchtete wurden von (rechts-)konservativen Zeitungen als Bedrohung und wirtschaftliche Belastung charakterisiert und ihre&nbsp;<em>race&nbsp;<\/em>zum Differenzkriterium stilisiert. Die \u201enicht-wei\u00dfen\u201d Gefl\u00fcchteten seien demnach Eindringlinge, denen nicht dieselben Besch\u00e4ftigungschancen zust\u00fcnden wie den britisch-australischen Einheimischen. Diese xenophobe Ablehnung Gefl\u00fcchteter l\u00e4sst sich bei der Rezeption allein weiblicher Gefl\u00fcchteter nicht feststellen. Stattdessen wurden neben dem Nutzen gefl\u00fcchteter Frauen f\u00fcr die&nbsp;<em>domestic work economy<\/em>&nbsp;ihre hohe Anpassungsbereitschaft und Qualifizierung hervorgehoben. Dies kann einerseits, wie in Kapitel IV.1 dargestellt, auf den gro\u00dfen Bedarf an&nbsp;<em>domestic servants<\/em>&nbsp;zur\u00fcckgef\u00fchrt werden, der in der Zwischenkriegszeit nicht mehr allein durch britische Migrantinnen gedeckt werden konnte. Andererseits wurden gefl\u00fcchtete Frauen in der m\u00e4nnerzentrierten australischen Gesellschaft nicht als ernsthafte Bedrohung eines Arbeitsmarktes angesehen, der ausschlie\u00dflich nicht-h\u00e4usliche T\u00e4tigkeiten w\u00fcrdigte. Frauen, die vor allem als schutzbed\u00fcrftig galten, wurden demnach nur in Ausnahmef\u00e4llen als echte Gefahr f\u00fcr einheimische Arbeiterinnen wahrgenommen. Im Gegensatz zur artifiziellen Konstruktion eines Rassenkonfliktes, der durch die Gegen\u00fcberstellung einheimischer und ankommender Arbeitender im Falle der androzentrischen Berichterstattung gesch\u00fcrt wurde, bleibt eine derart xenophobe Haltung in der Rezeption von Frauen aus. Die Hervorhebung ihrer Sprachkenntnisse und ihrer Anpassungsleistungen \u00fcberschattet die Thematisierung ihrer&nbsp;<em>race<\/em>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-59 wp-block-paragraph\">Andererseits bleibt das kulturelle Kapital, das die ankommenden Frauen mitbrachten, durch das Beharren auf einer Besch\u00e4ftigung in der h\u00e4uslichen Sph\u00e4re ungew\u00fcrdigt. Durch Interviewzitate und Berichte \u00fcber die Zufriedenheit von Frauen im&nbsp;<em>domestic work<\/em>&nbsp;wird betont, dass Universit\u00e4tsabsolventinnen nach ihrer Ankunft keine hochqualifizierten Besch\u00e4ftigungen anstreben und der soziale Abstieg der Mittel- und Oberschichtsfrauen bleibt unkommentiert. Selbst in Zeitungsartikeln, die die Arbeit von Absolventinnenvereinen thematisieren, werden das kulturelle Kapital und ein gegenseitiger Wissenstransfer ausgeblendet. Untersuchungen \u00fcber eine androzentrische Rezeption Gefl\u00fcchteter zeigen kontr\u00e4r dazu, dass gerade das kulturelle Kapital von M\u00e4nnern in migrationsfreundlichen Zeitungen anerkannt wird und damit ihre m\u00f6gliche Einbindung in eine professionelle Berufswelt thematisiert wird.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-60 wp-block-paragraph\">F\u00fcr den Arbeitsmarkt l\u00e4sst sich also feststellen, dass Frauen in den (Tages-)Zeitungen durch ihre imaginierte Zugeh\u00f6rigkeit zur h\u00e4uslichen \u00d6konomie als durchaus integrierbar rezipiert wurden und auch die interviewten Frauen selbst das strategische Ziel verfolgten, auf ihre Anpassungsbereitschaft hinzuweisen. Gleichzeitig wurde durch die geschlechtsspezifische Rezeption ein Idealtypus von Weiblichkeit diskursiv hervorgebracht, der die bestehende australische&nbsp;<em>gender order<\/em>&nbsp;reproduzierte. Gefl\u00fcchtete Frauen wurden nicht nur durch die mediale Rezeption in diese Geschlechterordnung eingebettet, sondern auch durch die faktische Aufnahme von Besch\u00e4ftigungen im Hausarbeitssektor. Neben der diskursiven Integration in die australische Geschlechterordnung und damit in die australische Gesellschaft konnten sie also durch die Erf\u00fcllung der Erwartungshaltung auch realiter eine Integration in die australische Gesellschaft vollziehen, die M\u00e4nnern durch eine gr\u00f6\u00dfere gesellschaftliche Ablehnungshaltung erschwert wurde. Gerade in der \u00f6konomischen Geschlechterordnung er\u00f6ffneten sich f\u00fcr Frauen also Potenziale, um&nbsp;<em>agency&nbsp;<\/em>auszu\u00fcben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-61 wp-block-paragraph\">W\u00e4hrend Frauen folglich mit Bezug auf ihre Arbeitsm\u00f6glichkeit nahezu durchweg positiv rezipiert werden, \u00e4nderte sich die Wahrnehmung der Presse durch die Thematisierung der Heiratsanstrengungen Gefl\u00fcchteter. Durch die Berichterstattung \u00fcber den europ\u00e4ischen Heiratsmarkt und die Praxis gefl\u00fcchteter Frauen, sich durch die Heirat mit britischen oder franz\u00f6sischen M\u00e4nnern die entsprechende Staatsb\u00fcrgerschaft anzueignen, warf die Presse ein Schlaglicht auf eine potenziell \u00e4hnliche Bedrohungslage in Australien. Gefl\u00fcchtete Frauen wurden dabei nicht nur als Konkurrenz f\u00fcr einheimische Frauen wahrgenommen, sondern auch als Bedrohung f\u00fcr die \u201eWhiteness\u201d der Nation. Durch diese rassifizierte Aufladung eines vermeintlichen Wettbewerbs zwischen britischen und ausl\u00e4ndischen Frauen um britische M\u00e4nner wurde der Partnermarkt als vergeschlechtlichtes \u00c4quivalent zum m\u00e4nnlichen Arbeitsmarkt charakterisiert. Die Vorrangstellung einheimischer und die Dominanz \u201eWei\u00dfer\u201d wurden, so das vermittelte Bild der Presse, auf beiden M\u00e4rkten durch das Eindringen von Gefl\u00fcchteten angetastet. Gleichzeitig wurde die&nbsp;<em>gender order<\/em>&nbsp;durch die geschlechtsspezifische Gegen\u00fcberstellung von Arbeit und Ehe reproduziert. Auch wenn Hochzeiten von Frauen und britischen M\u00e4nnern als potenzielle Gefahr definiert wurden, war es nicht die Verortung von Frauen in der ehelichen Rolle, die die negative Rezeption evozierte, sondern die Transgression einer&nbsp;<em>race order<\/em>. Gerade die Tatsache, dass die Ehe im Fall der weiblichen Rezeption als Brennpunkt eines \u201eRassenkonfliktes\u201d verstanden wurde, hebt hervor, inwiefern Weiblichkeit diskursiv gepr\u00e4gt wurde. Dass gleichzeitig in der Ehe durch das Erlangen einer britischen Nationalit\u00e4t&nbsp;<em>agency&nbsp;<\/em>ausge\u00fcbt werden konnte, demonstriert \u00fcberdies, dass das hegemoniale Geschlechterarrangement auch im Ehekontext Handlungsr\u00e4ume schuf, die M\u00e4nnern versperrt blieben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-62 wp-block-paragraph\">Zuletzt kann anhand der Thematisierung sozialer Netzwerke festgestellt werden, dass Frauen in der australischen Presse als besonders schutzbed\u00fcrftig portr\u00e4tiert wurden. W\u00e4hrend eine moralisch-humanit\u00e4re Verpflichtung in der androzentrischen Berichterstattung nur in migrationsfreundlichen Zeitungen thematisiert wurde, wurden Hilfeleistungen gegen\u00fcber gefl\u00fcchteten Frauen selbst in konservativen Zeitungen unkritisch behandelt. Frauen wurden so zwar einerseits in eine geschlechtsstereotypische Ordnung eingebettet, zeitgleich \u00f6ffnete diese Ordnung jedoch auch M\u00f6glichkeiten einer vereinfachten Integration und Aufnahme in die australische Gesellschaft.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-63 wp-block-paragraph\">W\u00e4hrend Mich\u00e8le Langfield feststellt, dass britische M\u00e4nner und Jungen im ausgehenden 19. und beginnenden 20. Jahrhundert in staatlichen und nichtstaatlichen Migrationsbem\u00fchungen vorgezogen wurden, \u00e4nderte sich der Idealtypus des Migranten folglich durch die Fl\u00fcchtlingsbewegungen 1938\/39 fundamental.<a href=\"applewebdata:\/\/53654BF8-CE8C-4D2F-BC5E-444E6860967F#_ftn100\"><sup>[100]<\/sup><\/a>&nbsp;Durch die Ankunft nicht-britischer \u201eMigrant:innen\u201d war es nicht l\u00e4nger der arbeitende Mann, der das Bild des optimalen Ankommenden pr\u00e4gte. Stattdessen wurden Frauen vorgezogen, die anpassungsf\u00e4hig und sprachbegabt waren und sich zur Haushaltsarbeit bereiterkl\u00e4rten. Die ideale Gefl\u00fcchtete sollte bereitwillig die anspruchsvolle bildungsb\u00fcrgerliche Haltung ablegen und sich mit der Deklassierung bei zeitgleicher Integration in die australische Gesellschaft zufriedengeben. Die alte Kultur sollte \u00fcberwunden werden und stattdessen durch eine gen\u00fcgsame&nbsp;<em>working class culture<\/em>&nbsp;ersetzt werden. Die Assimilation sollte jedoch dort enden, wo sie die australische \u201eWhiteness\u201d durch eine Ehe mit einem britischen Mann gef\u00e4hrdete. Die ideale Migrantin blieb also trotz der \u2013 im Vergleich zur androzentrischen Rezeption \u2013 positiven Berichterstattung und integrativen Narrativit\u00e4t der Presse ein Schwellensubjekt und balancierte auf der Grenze zwischen Aufnahme und \u201eothering\u201d, zwischen Assimilation und Abgrenzung. Um diese Komplexit\u00e4t der medialen Rezeption gefl\u00fcchteter Deutschsprachiger gerecht zu werden, reicht eine universalisierende, vermeintlich geschlechtsneutrale Forschungsperspektive nicht aus. Erst durch einen intersektionalen Blick auf die Bedeutung von Geschlecht kann die Vielschichtigkeit der Wahrnehmung Gefl\u00fcchteter und der subjektkonstituierende Pressediskurs gew\u00fcrdigt werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-64 wp-block-paragraph\">Inwiefern dieser Diskurs die allgemeine Perzeption der australischen Bev\u00f6lkerung widerspiegelte und ob die Berichterstattung das Ergebnis oder die Produzentin einer mehrheitsgesellschaftlichen Wahrnehmung von Frauen und M\u00e4nnern war, kann an dieser Stelle nicht beantwortet werden. Auch bleibt offen, inwiefern sich die Rezeption durch die Klassifizierung weiblicher Gefl\u00fcchteter als \u201eenemy aliens\u201d nach Kriegsbeginn wandelte. Derlei Untersuchungen k\u00f6nnten weitere fruchtbare Ergebnisse f\u00fcr ein besseres Verst\u00e4ndnis der Wechselwirkungen zwischen Geschlecht, Migration und medialer Repr\u00e4sentation liefern und zur geschichtswissenschaftlichen Forschungslandschaft \u00fcber Flucht und Intersektionalit\u00e4t im 20. Jahrhundert beitragen.<a><\/a><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"applewebdata:\/\/53654BF8-CE8C-4D2F-BC5E-444E6860967F#_ftnref1\"><sup>[1]<\/sup><\/a>&nbsp;Anon., \u201eJewish Girls Coming as Domestics,\u201d&nbsp;<em>The Daily News<\/em>, 27. Juni 1939, 3.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"applewebdata:\/\/53654BF8-CE8C-4D2F-BC5E-444E6860967F#_ftnref2\"><sup>[2]<\/sup><\/a>&nbsp;Vgl.: Jill Julius Matthews,&nbsp;<em>Good And Mad Women. The Historical Construction of Femininity in the Twentieth-Century Australia<\/em>&nbsp;(Sydney, London, Boston: George Allen &amp; Unwin, 1984), 68-71.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"applewebdata:\/\/53654BF8-CE8C-4D2F-BC5E-444E6860967F#_ftnref3\"><sup>[3]<\/sup><\/a>&nbsp;Im Folgenden soll der Begriff \u201eGefl\u00fcchtete\u201d dem Begriff \u201eFl\u00fcchtlinge\u201d vorgezogen werden. Zum einen scheint \u201eGefl\u00fcchtete\u201d die geschlechterinklusivere Formulierung. Andererseits soll so die gegenw\u00e4rtige negative Aufladung des Begriffs \u201eFl\u00fcchtling\u201d vermieden werden. \u201eGefl\u00fcchtete\u201d verweist zudem durch die Herleitung vom Partizip Perfekt auf den Abschluss der Fluchtbewegung durch die Ankunft im Aufnahmeland und ist somit weniger exkludierend und stigmatisierend.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"applewebdata:\/\/53654BF8-CE8C-4D2F-BC5E-444E6860967F#_ftnref4\"><sup>[4]<\/sup><\/a>&nbsp;Vgl. u. a.: Eva Knabl, Sarah Petutschnig und David R\u00f6ck, \u201e\u2018But Sympathy cannot go so far as to Permit them to pour into Australia like a Cataract\u2019\u2013 Die negative Rezeption von Fl\u00fcchtlingen in australischen Medien,\u201d In&nbsp;<em>Die Fl\u00fcchtlingskrise der 1930er Jahre in australischen Tageszeitungen. Eine medienhistorische Diskursanalyse<\/em>, hrsg. von Philipp Strobl (Hamburg: Verlag Dr. Kovac, 2018), 81\u201390.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"applewebdata:\/\/53654BF8-CE8C-4D2F-BC5E-444E6860967F#_ftnref5\"><sup>[5]<\/sup><\/a>&nbsp;Siehe: Ursula Wiemann,<em>&nbsp;German and Austrian Refugees in Melbourne 1933-1947<\/em>&nbsp;(MA-thesis, University of<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Melbourne, 1965). \u2013 Michael Blakeney,&nbsp;<em>Australia and the Jewish Refugees 1933-1948&nbsp;<\/em>(Sydney: Croo Helm Australia, 2001).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"applewebdata:\/\/53654BF8-CE8C-4D2F-BC5E-444E6860967F#_ftnref6\"><sup>[6]<\/sup><\/a>&nbsp;Siehe: Paul R. Bartrop,&nbsp;<em>Australia and the Holocaust 1933\u201345<\/em>&nbsp;(Melbourne: Australian Scholarly Publishing, 1994). \u2013 Suzanne D. Rutland,&nbsp;<em>The Jews in Australia<\/em>&nbsp;(Cambridge: University Press, 2005). \u2013 Eric Richards,&nbsp;<em>Destination Australia: Migration to Australia Since 1901<\/em>&nbsp;(Sydney: University of New South Wales Press, 2008). Zudem muss an dieser Stelle das Standardwerk Klaus Neumanns erw\u00e4hnt werden: Klaus Neumann,&nbsp;<em>Across the Seas: Australia\u2019s response to refugees: a history&nbsp;<\/em>(Melbourne: Black Ink Publishing, 2014).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"applewebdata:\/\/53654BF8-CE8C-4D2F-BC5E-444E6860967F#_ftnref7\"><sup>[7]<\/sup><\/a>&nbsp;Fr\u00fche Untersuchungen bereits durch: Suzanne D. Rutland, \u201eA Changing Community &#8211; the Impact of the Refugees on Australian Jewry: New South Wales &#8211; a case study,\u201d&nbsp;<em>Australian Journal of Politics &amp; History&nbsp;<\/em>31, 1 (1985): 90-108. \u2013 Konrad Kwiet, \u201eThe Second Time Around: Re-Acculturation of German-Jewish Refugees in Australia,\u201d&nbsp;<em>The Journal of Holocaust Education<\/em>&nbsp;10, 1 (2001): 34-49. \u2013 Birgit Lang,&nbsp;<em>Eine Fahrt ins Blaue: Deutschsprachiges Theater und Kabarett im australischen Exil (1933-1988)<\/em>&nbsp;(Berlin: Weidler, 2008). \u2013 Seit den 2010er Jahren vermehrt durch: Philipp Strobl, \u201eMigration, Knowledge Transfer, and the Emergence of Australian Post-War Skiing. The Story of Charles William Anton,\u201d The International Journal of the History of Sport 33, 16 (2016): 2005-2025. \u2013 Philipp Strobl, \u201e\u2018But the Main thing is I had the Knowledge\u2019: Getrude Langer, Cultural Transformation and the Emerging Art Sector in Postwar Queensland (Australia),\u201d&nbsp;<em>Australian and New Zealand Journal of Art<\/em>&nbsp;18, 1 (2018): 16-30. \u2013 Philipp Strobl, \u201eAustrian-Jewish Refugees in Pre- and Wartime Australia. Ambivalent Experiences of Encounter,\u201d&nbsp;<em>Zeitgeschichte<\/em>&nbsp;21, (2021): 253-271. \u2013 Philipp Strobl,&nbsp;<em>A History of Displaced Knowledge: Austrian Refugees from National Socialism in Australia<\/em>(Leiden; Boston: Brill, 2025).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"applewebdata:\/\/53654BF8-CE8C-4D2F-BC5E-444E6860967F#_ftnref8\"><sup>[8]<\/sup><\/a>&nbsp;So exemplarisch: Jessica Stroja, \u201eSettlement of refugee women and children following the Second World War: challenges to the family,\u201d The History of the Family, 22, 4 (2017): 510-530. \u2013 Rachel Harris, \u201e\u2018You\u2019re better out of the way\u2019: the experiences of German and Italian women in South Australia, 1939\u201345,\u201d&nbsp;<em>History Australia<\/em>, 16, 2 (2019): 287-307. \u2013 Mich\u00e8le Langfield, \u201e\u2019A Chance to Bloom&#8217;: Female Migration and Salvationists in Australia and Canada, 1890s to 1939,\u201d&nbsp;<em>Australian Feminist Studies<\/em>&nbsp;17, 39 (2002): 287-303. \u2013 Weitere vergeschlechtlichte Perspektiven auf Australien der Zwischenkriegszeit er\u00f6ffnet Emily Turner-Graham in: \u201e\u2018The German Woman Has the Inner Energy to Work for Germanness\u2019: Race, Gender and National Socialism in Interwar Australia,\u201d<em>&nbsp;Lilith<\/em>&nbsp;15 (2006): 97\u2013116.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"applewebdata:\/\/53654BF8-CE8C-4D2F-BC5E-444E6860967F#_ftnref9\"><sup>[9]<\/sup><\/a>&nbsp;Eine Ausnahme bildet: Beverly Joan Hooper,&nbsp;<em>Australian Reactions to German Persecution of the Jews and Refugee Immigration: 1933-1947<\/em>, Master\u2019s thesis (Australian National University, 1972).&nbsp;Auch Michael Blakeney widmete sich vereinzelt der Presse: Blakeney,&nbsp;<em>Jewish Refugees<\/em>, 70-76 u. 145-147. \u2013 Besonders Hochschulprojekte erforschten seit den 2010er Jahren die mediale Rezeption gefl\u00fcchteter Deutschsprachiger: Philipp Strobl (Hrsg.),&nbsp;<em>Die Fl\u00fcchtlingskrise der 1930er Jahre in australischen Tageszeitungen.&nbsp;<\/em><em>Eine medienhistorische Diskursanalyse<\/em>&nbsp;(Hamburg: Verlag Dr. Kovac, 2019). \u2013 Philipp Strobl (Hrsg.),&nbsp;<em>They trusted us but not too much.&nbsp;<\/em><em>Transnationale Studien zur Rezeption deutschsprachiger Fl\u00fcchtlinge in englischsprachigen Medien<\/em>&nbsp;(Hildesheim, Universit\u00e4tsverlag, 2020). Eine systematische Untersuchung blieb bisher jedoch aus.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"applewebdata:\/\/53654BF8-CE8C-4D2F-BC5E-444E6860967F#_ftnref10\"><sup>[10]<\/sup><\/a>&nbsp;Zu \u201egender blindness\u201d in der australischen Migrationsforschung siehe: Mich\u00e8le Langfield, \u201eGender blind?&nbsp;Australian immigration policy and practice, 1901\u20101930,\u201d&nbsp;<em>Journal of Australian Studies<\/em>&nbsp;27, 79 (2003): 143-152, hier: 144.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"applewebdata:\/\/53654BF8-CE8C-4D2F-BC5E-444E6860967F#_ftnref11\"><sup>[11]<\/sup><\/a>&nbsp;Im Folgenden werden&nbsp;<em>domestic service<\/em>&nbsp;und&nbsp;<em>domestic work<\/em>&nbsp;synonym verwendet.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"applewebdata:\/\/53654BF8-CE8C-4D2F-BC5E-444E6860967F#_ftnref12\"><sup>[12]<\/sup><\/a>&nbsp;Agency meint hier den Handlungsanspruch eines Individuums in einer formal eingeschr\u00e4nkten Umgebung, also die Chance, durch die eigenen Taten die Umwelt und die \u00e4u\u00dferen Entwicklungen zumindest partiell zu beeinflussen. Dabei soll agency stets im Kontext von sozialen Strukturen und \u00e4u\u00dferen Einfl\u00fcssen betrachtet werden und nicht als essentialisierte Eigenschaft.&nbsp;Vgl.: Barry Barnes,&nbsp;<em>Understanding Agency: Social Theory and Responsible Action<\/em>&nbsp;(London: Sage Publications, 2000). \u2013 Eberhard Raithelhuber, \u201eVon Akteuren und agency.&nbsp;Eine sozialtheoretische Einordnung der structure\/agency\u2010Debatte,\u201d In&nbsp;<em>Vom Adressaten zum Akteu<\/em>r<em>,&nbsp;<\/em>hrsg. von Hans G. Homfeldt (Opladen: Verlag Barbara Budrich, 2008), 17\u201045.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"applewebdata:\/\/53654BF8-CE8C-4D2F-BC5E-444E6860967F#_ftnref13\"><sup>[13]<\/sup><\/a>&nbsp;Vgl.: Blakeney,&nbsp;<em>Jewish Refugees<\/em>, 25.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"applewebdata:\/\/53654BF8-CE8C-4D2F-BC5E-444E6860967F#_ftnref14\"><sup>[14]<\/sup><\/a>&nbsp;Durch eine Gew\u00e4hrsperson in Australien konnte der Betrag auf 50$ reduziert werden.&nbsp;Vgl. ebd.: 103.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"applewebdata:\/\/53654BF8-CE8C-4D2F-BC5E-444E6860967F#_ftnref15\"><sup>[15]<\/sup><\/a>&nbsp;Vgl.: Wiemann,&nbsp;<em>German and Austrian Refugees<\/em>, 28ff.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"applewebdata:\/\/53654BF8-CE8C-4D2F-BC5E-444E6860967F#_ftnref16\"><sup>[16]<\/sup><\/a>&nbsp;Vgl.: Neumann,&nbsp;<em>Across the Seas<\/em>, 34f.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"applewebdata:\/\/53654BF8-CE8C-4D2F-BC5E-444E6860967F#_ftnref17\"><sup>[17]<\/sup><\/a>&nbsp;Zit. nach: T. W. White, \u2018Proceeding of the Intergovernmental Committee, Evian\u2019, 20, in: Neumann,&nbsp;<em>Across the Seas<\/em>, 35.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"applewebdata:\/\/53654BF8-CE8C-4D2F-BC5E-444E6860967F#_ftnref18\"><sup>[18]<\/sup><\/a>&nbsp;Vgl. ebd.: 38. \u2013 Vgl.: Blakeney,&nbsp;<em>Jewish Refugees<\/em>, 114.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"applewebdata:\/\/53654BF8-CE8C-4D2F-BC5E-444E6860967F#_ftnref19\"><sup>[19]<\/sup><\/a>&nbsp;Vgl. ebd.: 158-162.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"applewebdata:\/\/53654BF8-CE8C-4D2F-BC5E-444E6860967F#_ftnref20\"><sup>[20]<\/sup><\/a>&nbsp;Vgl.: Neumann,&nbsp;<em>Across the Sea<\/em>, 56ff.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"applewebdata:\/\/53654BF8-CE8C-4D2F-BC5E-444E6860967F#_ftnref21\"><sup>[21]<\/sup><\/a>&nbsp;Vgl.: Blakeney,&nbsp;<em>Jewish Refugees<\/em>, 53 u. 70-79.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"applewebdata:\/\/53654BF8-CE8C-4D2F-BC5E-444E6860967F#_ftnref22\"><sup>[22]<\/sup><\/a>&nbsp;Vgl.: Lang,&nbsp;<em>Fahrt ins Blaue<\/em>, 47.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"applewebdata:\/\/53654BF8-CE8C-4D2F-BC5E-444E6860967F#_ftnref23\"><sup>[23]<\/sup><\/a>&nbsp;Vgl.: Wiemann,&nbsp;<em>German and Austrian Refugees<\/em>, 48f. \u2013 Vgl. zu den Begriffen \u201eBritish\u201d, \u201eWhite\u201d und \u201eEuropean\u201d auch: Ann Curthoys, \u201eWhite, British, and European: historicising identity in settler societies,\u201d In&nbsp;<em>Creating White Australia<\/em>, hrsg. von Jane Carey und Claire McLisky (Sydney: Sydney University Press, 2009), 3-18.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"applewebdata:\/\/53654BF8-CE8C-4D2F-BC5E-444E6860967F#_ftnref24\"><sup>[24]<\/sup><\/a>&nbsp;Ruth Frankenberg, \u201eThe Mirage of an Unmarked Whiteness,\u201d In&nbsp;<em>The Making and Unmaking of Whiteness<\/em>, hrsg. von Birgit Brander Rasmussen et al.&nbsp;(Durham: Duke University Press, 2001), 72-96, hier: 75f.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"applewebdata:\/\/53654BF8-CE8C-4D2F-BC5E-444E6860967F#_ftnref25\"><sup>[25]<\/sup><\/a>&nbsp;Zur Frage der \u201eWhiteness\u201d von J\u00fcd:innen in Australien siehe: Sarah Edith Charak,&nbsp;<em>Anglo-Jews and Eastern European Jews in a White Australia<\/em>, Bachelor\u2019s thesis (University of Sydney, 2019), 74-77. \u2013 Jon Stratton, \u201cThe Colour of Jews: Jews, Race and the White Australia Policy,\u201d<em>&nbsp;Journal of Australian Studies<\/em>&nbsp;20, 50\u201351 (1996): 51-65. \u2013 Der Assimilationszwang der australischen Gesellschaft wird besonders an den j\u00fcdischen Gemeinschaften deutlich: Um antisemitische Ressentiments oder den Vorwurf abzuwehren, J\u00fcdinnen und Juden seien Australien gegen\u00fcber nicht loyal genug, wurde eine radikale Anpassung an die Mehrheitsgesellschaft und damit die Anglikanisierung des australischen Judentums angestrebt.&nbsp;Vgl.: Rutland,&nbsp;<em>Jews in Australia<\/em>, 5. \u2013&nbsp;<a>Bartrop,&nbsp;<em>Australia and the Holocaust<\/em>, 13-17<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"applewebdata:\/\/53654BF8-CE8C-4D2F-BC5E-444E6860967F#_ftnref26\"><sup>[26]<\/sup><\/a>&nbsp;Im Folgenden wird von einer androzentrischen Rezeption gesprochen, um zu verdeutlichen, inwiefern eine universalisierende Rezeption Gefl\u00fcchteter sowie die Forschung \u00fcber Gefl\u00fcchtete durch eine \u201egender blindness\u201d gepr\u00e4gt war und ist, die die Existenz und Lebensrealit\u00e4t weiblicher Gefl\u00fcchteter weitgehend ignoriert.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"applewebdata:\/\/53654BF8-CE8C-4D2F-BC5E-444E6860967F#_ftnref27\"><sup>[27]<\/sup><\/a>&nbsp;Vgl. ebd.: 83f. \u2013 Vgl. auch.: Philipp Ratz, \u201eDer November 1938 in ausgew\u00e4hlten Zeitungen aus dem Raum Queensland (Australien),\u201d In \u201e<em>They trusted us \u2013 but not too much\u201c: Transnationale Studien zur Rezeption deutschsprachiger Fl\u00fcchtlinge in englischsprachigen Medien in den 1930er Jahren<\/em>, hrsg. von Philipp Strobl (Hildesheim: Universit\u00e4tsverlag Hildesheim, 2020).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"applewebdata:\/\/53654BF8-CE8C-4D2F-BC5E-444E6860967F#_ftnref28\"><sup>[28]<\/sup><\/a>&nbsp;Vgl.: Blakeney,&nbsp;<em>Jewish Refugees<\/em>, 71.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"applewebdata:\/\/53654BF8-CE8C-4D2F-BC5E-444E6860967F#_ftnref29\"><sup>[29]<\/sup><\/a>&nbsp;Vgl.: Blakeney,&nbsp;<em>Jewish Refugees<\/em>, 75f. \u2013 Knabl et al.,&nbsp;<em>But Sympathy cannot go so far<\/em>, 81ff.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"applewebdata:\/\/53654BF8-CE8C-4D2F-BC5E-444E6860967F#_ftnref30\"><sup>[30]<\/sup><\/a>&nbsp;Vgl. ebd.: 82f.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"applewebdata:\/\/53654BF8-CE8C-4D2F-BC5E-444E6860967F#_ftnref31\"><sup>[31]<\/sup><\/a>&nbsp;Vgl. ebd.: 84f.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"applewebdata:\/\/53654BF8-CE8C-4D2F-BC5E-444E6860967F#_ftnref32\"><sup>[32]<\/sup><\/a>&nbsp;Vgl. ebd.: 86ff. \u2013 Vgl.: Blakeney,&nbsp;<em>Jewish Refugees<\/em>, 72ff.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"applewebdata:\/\/53654BF8-CE8C-4D2F-BC5E-444E6860967F#_ftnref33\"><sup>[33]<\/sup><\/a>&nbsp;Vgl. ebd.: 75.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"applewebdata:\/\/53654BF8-CE8C-4D2F-BC5E-444E6860967F#_ftnref34\"><sup>[34]<\/sup><\/a>&nbsp;Vgl.: Hooper,&nbsp;<em>Australian Reactions<\/em>, 1972, 70.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"applewebdata:\/\/53654BF8-CE8C-4D2F-BC5E-444E6860967F#_ftnref35\"><sup>[35]<\/sup><\/a>&nbsp;Vgl.: Knabl et al.,&nbsp;<em>But Sympathy cannot go so far<\/em>, 80ff.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"applewebdata:\/\/53654BF8-CE8C-4D2F-BC5E-444E6860967F#_ftnref36\"><sup>[36]<\/sup><\/a>&nbsp;Vgl.: Stefan Moser, Alexander Renner und Christopher Scheel, \u201eGegenstimmen zu Fremdenfeindlichkeit in der australischen Presse. Eine Diskursanalyse,\u201d In&nbsp;<em>Die Fl\u00fcchtlingskrise der 1930er Jahre in australischen Tageszeitungen. Eine medienhistorische Diskursanalyse<\/em>, hrsg. von Philipp Strobl (Hamburg: Verlag Dr. Kovac, 2018), 91\u2013105, hier: 93-96.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"applewebdata:\/\/53654BF8-CE8C-4D2F-BC5E-444E6860967F#_ftnref37\"><sup>[37]<\/sup><\/a>&nbsp;Vgl. ebd.: 96f.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"applewebdata:\/\/53654BF8-CE8C-4D2F-BC5E-444E6860967F#_ftnref38\"><sup>[38]<\/sup><\/a>&nbsp;Da im Gegensatz zur androzentrischen Rezeption von Gefl\u00fcchteten vergleichsweise kongruente Narrative die Wahrnehmung weiblicher Gefl\u00fcchteter in der Presse pr\u00e4gten, sollen im Folgenden nicht einzelne Zeitungen untersucht werden. Trotz des universalisierenden Charakters einer solchen Analyse sollen abweichende Berichterstattungen einbezogen werden. Anhand dieser soll jedoch deutlich werden, inwiefern sich die \u00fcbrige Zeitungslandschaft durch \u00fcbereinstimmende Kernerz\u00e4hlungen definierte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"applewebdata:\/\/53654BF8-CE8C-4D2F-BC5E-444E6860967F#_ftnref39\"><sup>[39]<\/sup><\/a>&nbsp;Gem\u00e4\u00df Jill Mathews determiniert die \u201egender order\u201d \u201ethe definition or the meaning of \u2018women\u2019 and \u2018men\u2019 in any particular society by sanctioning the patterns of relations between women and men as gender groups, and between individual women and men as members of those specific groups.\u201d&nbsp;Matthews,&nbsp;<em>Historical Construction of Femininity<\/em>, 23. Da Matthews\u2018 konstruktivistischer Ansatz auch darauf abzielt, zu erkl\u00e4ren, wie Frauen hervorgebracht werden, eignen sich ihre Werke aus zweierlei Gr\u00fcnden hervorragend f\u00fcr eine Analyse: Zum einen zielt Matthews konkret auf die historisierbare Geschlechterordnung der australischen Gesellschaft ab. \u00dcberdies kann durch eine konstruktivistische Perspektive auf Geschlecht beleuchtet werden, inwiefern die australische Presse in Diskursen Geschlecht und damit eine spezifische Perzeption von Weiblichkeit hervorbringt. Durch eine Konvergenz von Matthews\u2018&nbsp;<em>gender order<\/em>&nbsp;mit poststrukturalistischer Theorie kann also der Pressediskurs nicht nur auf seine Narrativit\u00e4t hin untersucht werden, sondern auch als Institution eines produktiven Machtbegriffs verstanden werden. Zu diskursiver Machtformation siehe: Michel Foucault, Der Wille zum Wissen. Sexualit\u00e4t und Wahrheit 1 (Frankfurt am Main: Suhrkamp Taschenbuch Wissenschaft, 2012), 18ff.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"applewebdata:\/\/53654BF8-CE8C-4D2F-BC5E-444E6860967F#_ftnref40\"><sup>[40]<\/sup><\/a>&nbsp;Vgl.: Jill Julius Matthews,&nbsp;<em>Good and mad women: a study of the gender order in South Australia 1920-1970<\/em>, Ph. D thesis (University of Adelaide, 1979), 204-207.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"applewebdata:\/\/53654BF8-CE8C-4D2F-BC5E-444E6860967F#_ftnref41\"><sup>[41]<\/sup><\/a>&nbsp;Ebd.: 273.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"applewebdata:\/\/53654BF8-CE8C-4D2F-BC5E-444E6860967F#_ftnref42\"><sup>[42]<\/sup><\/a>&nbsp;Vgl.: Strobl,&nbsp;<em>A History of Displaced Knowledge,<\/em>&nbsp;212.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"applewebdata:\/\/53654BF8-CE8C-4D2F-BC5E-444E6860967F#_ftnref43\"><sup>[43]<\/sup><\/a>&nbsp;Vgl.: Langfield,&nbsp;<em>Chance to Bloom<\/em>, 290. \u2013&nbsp;Langfield,&nbsp;<em>Gender Blindness<\/em>,&nbsp;145-147.&nbsp;Auch Werbeanzeigen&nbsp;und Poster wurden in England verbreitet, die die Migration nach Australien bewarben. Frauen wurden in diesen als&nbsp;<em>domestic servants<\/em>&nbsp;oder Ehefrauen im Haushalt imaginiert.&nbsp;Vgl. ebd.: 146 u. 149.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"applewebdata:\/\/53654BF8-CE8C-4D2F-BC5E-444E6860967F#_ftnref44\"><sup>[44]<\/sup><\/a>&nbsp;Vgl.: Richards,&nbsp;<em>Destination<\/em>, 132.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"applewebdata:\/\/53654BF8-CE8C-4D2F-BC5E-444E6860967F#_ftnref45\"><sup>[45]<\/sup><\/a>&nbsp;Anon., \u201eGerman Refugees,\u201d&nbsp;<em>Manjimup and Warren Times<\/em>, 6. September.1939, 6.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"applewebdata:\/\/53654BF8-CE8C-4D2F-BC5E-444E6860967F#_ftnref46\"><sup>[46]<\/sup><\/a>&nbsp;Anon.,&nbsp;\u201eOur Brisbane Letter,\u201d&nbsp;<em>Maryborough Chronicle, Wide Bay and Burnett Advertiser<\/em>, 24. August.1939, 11.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"applewebdata:\/\/53654BF8-CE8C-4D2F-BC5E-444E6860967F#_ftnref47\"><sup>[47]<\/sup><\/a>&nbsp;Vgl. z. B.: Marian March, \u201eWith Notebook and Pencil,\u201d&nbsp;<em>The Advertiser<\/em>, 16. Mai 1939, 6. \u2013 Anon., \u201ePlan to bring University Refugees here,\u201d&nbsp;<em>News<\/em>, 16. November 1938, 7. \u2013&nbsp;<em>Anon<\/em>., \u201eWho Wants Doctor Of Philosophy As Servant?,\u201d&nbsp;<em>The Newcastle Sun<\/em>, 29.&nbsp;Juli 1939, 7.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"applewebdata:\/\/53654BF8-CE8C-4D2F-BC5E-444E6860967F#_ftnref48\"><sup>[48]<\/sup><\/a>&nbsp;Nicht nur die australische Mehrheitsgesellschaft erwartete, dass Ankommende in der \u00d6ffentlichkeit Englisch sprechen. Auch gaben j\u00fcdische Gemeinden die Instruktion, in der \u00d6ffentlichkeit auf die eigenen Muttersprachen zu verzichten, und machten darauf aufmerksam, dass die gefl\u00fcchteten Individuen nicht nur die j\u00fcdischen Gemeinden repr\u00e4sentieren w\u00fcrden, sondern auch die Gesamtheit der Gefl\u00fcchteten. Vgl.: Rutland,&nbsp;<em>Jews in Australia<\/em>, 62. \u2013 Kwiet,&nbsp;<em>Re-Acculturation<\/em>, 39. Auch in der australischen Presse wird diese Erwartungshaltung deutlich: Anon., \u201eJewish Girls Coming as Domestics,\u201d<em>&nbsp;The Daily News<\/em>, 27.&nbsp;Juni 1939, 3.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"applewebdata:\/\/53654BF8-CE8C-4D2F-BC5E-444E6860967F#_ftnref49\"><sup>[49]<\/sup><\/a>&nbsp;Anon, \u201eWhere Refugee Women Cook Irish Stew,\u201d&nbsp;<em>The Sydney Morning Herald<\/em>, 31. Juli 1939, 12.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"applewebdata:\/\/53654BF8-CE8C-4D2F-BC5E-444E6860967F#_ftnref50\"><sup>[50]<\/sup><\/a>&nbsp;Vgl. auch: Matthews,&nbsp;<em>Good and man women<\/em>, 273f.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"applewebdata:\/\/53654BF8-CE8C-4D2F-BC5E-444E6860967F#_ftnref51\"><sup>[51]<\/sup><\/a>&nbsp;Vgl.: Strobl,&nbsp;<em>Austrian-Jewish Refugees<\/em>, 7ff. \u2013 Vgl auch: Lang,&nbsp;<em>Fahrt ins Blaue<\/em>, 23ff.&nbsp;Inwiefern in der androzentrischen medialen Rezeption ebenfalls partiell das Bild einer absoluten Assimilation entworfen wurde, kann an dieser Stelle nicht beantwortet werden. In jedem Fall ist davon auszugehen, dass zumindest die Erwartungshaltung einer vollst\u00e4ndigen Akkulturation auch f\u00fcr M\u00e4nner galt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"applewebdata:\/\/53654BF8-CE8C-4D2F-BC5E-444E6860967F#_ftnref52\"><sup>[52]<\/sup><\/a>&nbsp;Vgl.: Matthews,&nbsp;<em>Historical Construction of Femininity<\/em>, 58.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"applewebdata:\/\/53654BF8-CE8C-4D2F-BC5E-444E6860967F#_ftnref53\"><sup>[53]<\/sup><\/a>&nbsp;Au\u00dferdem muss reflektiert werden, dass es vor allem M\u00e4nner sind, die Zeitungsartikel oder Leserbriefe verfassen.&nbsp;<em>Domestic servants<\/em>, die sich potenziell von den ankommenden Frauen bedroht f\u00fchlten, w\u00e4ren durch die \u00fcberwiegend m\u00e4nnliche Autor:innenschaft ohnehin schwerlich zu Wort gekommen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"applewebdata:\/\/53654BF8-CE8C-4D2F-BC5E-444E6860967F#_ftnref54\"><sup>[54]<\/sup><\/a>&nbsp;Anon.,<em>&nbsp;Brisbane Letter<\/em>, 11. Siehe au\u00dferdem: Anon., \u201ePlan to bring University Refugees here,\u201d&nbsp;<em>News<\/em>, 16. November 1938, 7.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"applewebdata:\/\/53654BF8-CE8C-4D2F-BC5E-444E6860967F#_ftnref55\"><sup>[55]<\/sup><\/a>&nbsp;So exemplarisch in&nbsp;<em>The Sun<\/em>: Anon., \u201eDisplaced by Alien Immigrants,\u201d&nbsp;<em>The Sun<\/em>, 5. November 1938, 2.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"applewebdata:\/\/53654BF8-CE8C-4D2F-BC5E-444E6860967F#_ftnref56\"><sup>[56]<\/sup><\/a>&nbsp;Vgl.: Anon., \u201eRefugees at 5s Week,\u201d&nbsp;<em>The Sun<\/em>, 28. Juli 1939, 3. \u2013 Anon., \u201eRefugee Domestics at 5\/ a week,\u201d&nbsp;<em>Newcastle Morning Herald and Miners\u2019 Advocate<\/em>, 29. Juli 1939, 13. \u2013 Anon., \u201eRefugee Women accept low wages,\u201d&nbsp;<em>Daily Mercury<\/em>, 3. August 1939, 8.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"applewebdata:\/\/53654BF8-CE8C-4D2F-BC5E-444E6860967F#_ftnref57\"><sup>[57]<\/sup><\/a>&nbsp;Vgl.: Anon., \u201eReader\u2019s Opinions. Immigration at a price,\u201d&nbsp;<em>Singleton Argus<\/em>, 14. August 1939, 3.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"applewebdata:\/\/53654BF8-CE8C-4D2F-BC5E-444E6860967F#_ftnref58\"><sup>[58]<\/sup><\/a>&nbsp;Ebd.: 3.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"applewebdata:\/\/53654BF8-CE8C-4D2F-BC5E-444E6860967F#_ftnref59\"><sup>[59]<\/sup><\/a>&nbsp;Vgl.: Knabl et al.,&nbsp;<em>But Sympathy cannot go so far<\/em>, 81ff.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"applewebdata:\/\/53654BF8-CE8C-4D2F-BC5E-444E6860967F#_ftnref60\"><sup>[60]<\/sup><\/a>&nbsp;Vgl.: Anon., \u201eRefugee Jews. Undertakings not Honoured,\u201d&nbsp;<em>The Sydney Morning Herald<\/em>, 4. M\u00e4rz 1939, 13. \u2013 Anon., \u201eJewish Refugees. Obligations not Honoured,\u201d&nbsp;<em>The Mercury<\/em>, 6. M\u00e4rz 1939, 6.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"applewebdata:\/\/53654BF8-CE8C-4D2F-BC5E-444E6860967F#_ftnref61\"><sup>[61]<\/sup><\/a>&nbsp;Ebd.: 13.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"applewebdata:\/\/53654BF8-CE8C-4D2F-BC5E-444E6860967F#_ftnref62\"><sup>[62]<\/sup><\/a>&nbsp;Vgl.: Strobl,&nbsp;<em>Austrian-Jewish Refugees<\/em>, 10. \u2013 Richards,&nbsp;<em>Destination<\/em>, 147.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"applewebdata:\/\/53654BF8-CE8C-4D2F-BC5E-444E6860967F#_ftnref63\"><sup>[63]<\/sup><\/a>&nbsp;Vgl. f\u00fcr die Bourdieu\u2019schen Kapitalsorten siehe: Pierre Bourdieu, \u201e\u00d6konomisches Kapital, kulturelles Kapital, soziales Kapital,\u201d In&nbsp;<em>Handbuch Bildungs- und Erziehungssoziologie<\/em>, hrsg. von Ullrich Bauer et al. (Wiesbaden: Springer VS, 2012). \u2013 Vgl.:&nbsp;Lang,&nbsp;<em>Fahrt ins Blaue<\/em>,&nbsp;45.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"applewebdata:\/\/53654BF8-CE8C-4D2F-BC5E-444E6860967F#_ftnref64\"><sup>[64]<\/sup><\/a>&nbsp;Vgl.: Strobl,&nbsp;<em>Austrian-Jewish Refugees<\/em>, 10. \u2013 Kwiet,&nbsp;<em>Re-Acculturation<\/em>, 36. \u2013 Wiemann,&nbsp;<em>German and Austrian Refugees<\/em>, 148.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"applewebdata:\/\/53654BF8-CE8C-4D2F-BC5E-444E6860967F#_ftnref65\"><sup>[65]<\/sup><\/a>&nbsp;Vgl.: Anon., \u201eWomen\u2019s Realm,\u201d&nbsp;<em>The West Australian<\/em>, 4. Juli 1939, 5. \u2013 March,&nbsp;<em>With Notebook and Pencil<\/em>, 6. \u2013 Anon.,&nbsp;<em>Who Wants Doctor Of Philosophy As Servant?<\/em>, 7. \u2013 Anon.,<em>&nbsp;Plan to bring University Refugees here<\/em>, 7.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"applewebdata:\/\/53654BF8-CE8C-4D2F-BC5E-444E6860967F#_ftnref66\"><sup>[66]<\/sup><\/a>&nbsp;Ebd.: 7.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"applewebdata:\/\/53654BF8-CE8C-4D2F-BC5E-444E6860967F#_ftnref67\"><sup>[67]<\/sup><\/a>&nbsp;Anon.,&nbsp;<em>German Refugees<\/em>, 6.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"applewebdata:\/\/53654BF8-CE8C-4D2F-BC5E-444E6860967F#_ftnref68\"><sup>[68]<\/sup><\/a>Vgl. hierzu auch:&nbsp;Marian March,&nbsp;<em>With Notebook and Pencil<\/em>, 7.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"applewebdata:\/\/53654BF8-CE8C-4D2F-BC5E-444E6860967F#_ftnref69\"><sup>[69]<\/sup><\/a>&nbsp;Marian March,&nbsp;\u201eWomen\u2019s News and Views.&nbsp;Problems of Refugee Women Graduates,\u201d&nbsp;<em>The Advertiser<\/em>, 2.&nbsp;November 1938, 12.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"applewebdata:\/\/53654BF8-CE8C-4D2F-BC5E-444E6860967F#_ftnref70\"><sup>[70]<\/sup><\/a>&nbsp;Anon.,&nbsp;<em>Who Wants Doctor Of Philosophy As Servant?<\/em>, 7.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"applewebdata:\/\/53654BF8-CE8C-4D2F-BC5E-444E6860967F#_ftnref71\"><sup>[71]<\/sup><\/a>&nbsp;Auch Organisationen f\u00fcr Universit\u00e4tsabsolventinnen werben Frauen ausschlie\u00dflich f\u00fcr&nbsp;<em>domestic work<\/em>&nbsp;an. Vgl. dazu: Kapitel IV.3. \u2013 Eine Ausnahme bildet ein Artikel des&nbsp;<em>Australian Worker<\/em>, in welchem in Frage gestellt wird, wieso gebildete Frauen&nbsp;<em>domestic work<\/em>&nbsp;annehmen sollten.&nbsp;Vgl.: Anon., \u201eThe South Australian Worker,\u201d&nbsp;<em>The Australian Worker<\/em>, 23. November 1938, 15.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"applewebdata:\/\/53654BF8-CE8C-4D2F-BC5E-444E6860967F#_ftnref72\"><sup>[72]<\/sup><\/a>&nbsp;Strobl,&nbsp;<em>A History of Displaced Knowledge,<\/em>&nbsp;188 u. 218f. \u2013 Einzig mit Bezug auf England wird die Ausbeutung von gefl\u00fcchteten Frauen beschrieben: Anon., \u201eExploiting Refugees,\u201d&nbsp;<em>Daily Mercury<\/em>, 5.&nbsp;Januar 1939, 9.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"applewebdata:\/\/53654BF8-CE8C-4D2F-BC5E-444E6860967F#_ftnref73\"><sup>[73]<\/sup><\/a>&nbsp;Anon.,&nbsp;<em>Our Brisbane Letter<\/em>, 11.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"applewebdata:\/\/53654BF8-CE8C-4D2F-BC5E-444E6860967F#_ftnref74\"><sup>[74]<\/sup><\/a>&nbsp;Vgl.: Matthews,&nbsp;<em>Historical Construction of Femininity<\/em>, 70.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"applewebdata:\/\/53654BF8-CE8C-4D2F-BC5E-444E6860967F#_ftnref75\"><sup>[75]<\/sup><\/a>&nbsp;Vgl.: Harris,&nbsp;<em>German and Italian women<\/em>, 306.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"applewebdata:\/\/53654BF8-CE8C-4D2F-BC5E-444E6860967F#_ftnref76\"><sup>[76]<\/sup><\/a>&nbsp;Dass dieselbe Nachricht am 17. Juli 1939, also vier Monate nach Erstberichterstattung, im&nbsp;<em>Daily Mercury<\/em>&nbsp;abgedruckt wurde, ist besonders bemerkenswert und verweist auf die andauernde Relevanz des Themas.&nbsp;Vgl.: Anon., \u201eRefugees Stealing Husbands?,\u201d&nbsp;<em>The Evening News<\/em>, 28. M\u00e4rz 1939, 2.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&nbsp;\u2013 Anon., \u201eRefugee Girls Seek British Husbands,\u201d&nbsp;<em>Daily Mercury<\/em>, 17. Juli 1939, 3.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"applewebdata:\/\/53654BF8-CE8C-4D2F-BC5E-444E6860967F#_ftnref77\"><sup>[77]<\/sup><\/a>&nbsp;Anon., \u201eRefugees Stealing Husbands?,\u201d&nbsp;<em>The Evening News<\/em>, 28. M\u00e4rz 1939, 2.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"applewebdata:\/\/53654BF8-CE8C-4D2F-BC5E-444E6860967F#_ftnref78\"><sup>[78]<\/sup><\/a>&nbsp;Ebd.: 2.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"applewebdata:\/\/53654BF8-CE8C-4D2F-BC5E-444E6860967F#_ftnref79\"><sup>[79]<\/sup><\/a>&nbsp;Ebd.: 2.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"applewebdata:\/\/53654BF8-CE8C-4D2F-BC5E-444E6860967F#_ftnref80\"><sup>[80]<\/sup><\/a>&nbsp;Vgl.: Langfield,&nbsp;<em>Gender Blindness<\/em>, 145-149.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"applewebdata:\/\/53654BF8-CE8C-4D2F-BC5E-444E6860967F#_ftnref81\"><sup>[81]<\/sup><\/a>&nbsp;Anon., \u201eSpy Gangs,\u201d&nbsp;<em>Daily Mercury<\/em>, 23.&nbsp;Juni 1939, 3.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"applewebdata:\/\/53654BF8-CE8C-4D2F-BC5E-444E6860967F#_ftnref82\"><sup>[82]<\/sup><\/a>&nbsp;Als \u201ef\u00fcnfte Kolonne\u201d wurden Deutsche oder \u00d6sterreicher:innen bezeichnet, die vermeintlich als Spion:innen f\u00fcr das Deutsche Reich arbeiteten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"applewebdata:\/\/53654BF8-CE8C-4D2F-BC5E-444E6860967F#_ftnref83\"><sup>[83]<\/sup><\/a>&nbsp;Vgl.: Neumann,&nbsp;<em>Across the Sea<\/em>, 56ff. \u2013 Wieman,&nbsp;<em>German and Austrian Refugees<\/em>, 219f.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"applewebdata:\/\/53654BF8-CE8C-4D2F-BC5E-444E6860967F#_ftnref84\"><sup>[84]<\/sup><\/a>&nbsp;Vgl.: Anon., \u201eMarriage with Refugees,\u201d&nbsp;<em>Daily Mercury<\/em>, 17. Januar 1939, 5. \u2013 Anon., \u201eHusbands Bought,\u201d&nbsp;<em>Advocate<\/em>, 20. Januar 1939, 1.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"applewebdata:\/\/53654BF8-CE8C-4D2F-BC5E-444E6860967F#_ftnref85\"><sup>[85]<\/sup><\/a>&nbsp;Vgl.: Anon., \u201eBlackmailed Refugees,\u201d&nbsp;<em>The Evening News<\/em>, 8. April 1939, 4.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"applewebdata:\/\/53654BF8-CE8C-4D2F-BC5E-444E6860967F#_ftnref86\"><sup>[86]<\/sup><\/a>&nbsp;Ebd.: 4.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"applewebdata:\/\/53654BF8-CE8C-4D2F-BC5E-444E6860967F#_ftnref87\"><sup>[87]<\/sup><\/a>&nbsp;Ebd.: 4.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"applewebdata:\/\/53654BF8-CE8C-4D2F-BC5E-444E6860967F#_ftnref88\"><sup>[88]<\/sup><\/a>&nbsp;Anon., \u201eHusbands and Wives for sale,\u201d&nbsp;<em>The Evening News<\/em>, 16. August 1939, 10.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"applewebdata:\/\/53654BF8-CE8C-4D2F-BC5E-444E6860967F#_ftnref89\"><sup>[89]<\/sup><\/a>&nbsp;Vgl.: Langfield,&nbsp;<em>Chance to Bloom<\/em>, 290ff.&nbsp;Besonders die&nbsp;<em>Australian Jewish Welfare Society<\/em>&nbsp;\u00fcbernahm eine zentrale Rolle bei der Versorgung der Gefl\u00fcchteten. Vgl.: Bartrop,<em>&nbsp;Australia and the Holocaust<\/em>, 32ff.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"applewebdata:\/\/53654BF8-CE8C-4D2F-BC5E-444E6860967F#_ftnref90\"><sup>[90]<\/sup><\/a>&nbsp;Neben der&nbsp;<em>Graduate\u2019s Association<\/em>&nbsp;wird selbstverst\u00e4ndlich auch \u00fcber andere j\u00fcdische und nicht-j\u00fcdische Netzwerke berichtet.&nbsp;Vgl. hierzu: Anon., \u201eCouncil of Jewish Women,\u201d&nbsp;<em>The Australian Jewish Herald<\/em>, 8. Dezember 1938, 12. \u2013 Anon., \u201eJewish Girls Coming As Domestics,\u201d&nbsp;<em>The Daily News<\/em>, 27. Juni 1939, 3. \u2013 Anon., \u201eGraduates on Assistiance for Refugees,\u201d&nbsp;<em>The Herald<\/em>, 23. November 1939, 25.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"applewebdata:\/\/53654BF8-CE8C-4D2F-BC5E-444E6860967F#_ftnref91\"><sup>[91]<\/sup><\/a>&nbsp;Vgl.: Anon.,&nbsp;<em>Plan to bring University Refugees here<\/em>, 7. \u2013 Einzig ein Artikel des&nbsp;<em>Australian Jewish Herald<\/em>&nbsp;hebt die Besch\u00e4ftigung einer Krankenpflegerin in ihrem Ursprungsberuf hervor: Anon., \u201eAustralian Jewish Welfare Society,\u201d&nbsp;<em>The Australian Jewish Herald<\/em>, 19.&nbsp;Oktober 1939, 3.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"applewebdata:\/\/53654BF8-CE8C-4D2F-BC5E-444E6860967F#_ftnref92\"><sup>[92]<\/sup><\/a>&nbsp;Vgl. auch: Anon., \u201eAdelaide Women Will Bring European Graduates To Australia,\u201d&nbsp;<em>Sunraysia Daily<\/em>, 17. November 1938, 3.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"applewebdata:\/\/53654BF8-CE8C-4D2F-BC5E-444E6860967F#_ftnref93\"><sup>[93]<\/sup><\/a>&nbsp;Vgl.: Strobl,&nbsp;<em>But the Main Thing<\/em>, 16-30.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"applewebdata:\/\/53654BF8-CE8C-4D2F-BC5E-444E6860967F#_ftnref94\"><sup>[94]<\/sup><\/a>&nbsp;Anon., \u201eLonely Migrants,\u201d&nbsp;<em>Daily Mercury<\/em>, 21. Juli 1939, 10.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"applewebdata:\/\/53654BF8-CE8C-4D2F-BC5E-444E6860967F#_ftnref95\"><sup>[95]<\/sup><\/a>&nbsp;Vgl.: Anon., \u201eWomen\u2019s Realm,\u201d&nbsp;<em>The West Australian<\/em>, 1. Juni 1939, 8.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"applewebdata:\/\/53654BF8-CE8C-4D2F-BC5E-444E6860967F#_ftnref96\"><sup>[96]<\/sup><\/a>&nbsp;Vgl.: Anon., \u201eClub Notes From N.S.W.,\u201d&nbsp;<em>The Australian Jewish Herald<\/em>, 1.&nbsp;Juni 1939, 8.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"applewebdata:\/\/53654BF8-CE8C-4D2F-BC5E-444E6860967F#_ftnref97\"><sup>[97]<\/sup><\/a>&nbsp;Zur Voreingenommenheit j\u00fcdischer Gemeinden gegen\u00fcber Gefl\u00fcchteten siehe: Bartrop,&nbsp;<em>Australia and the Holocaust<\/em>, 13-17<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"applewebdata:\/\/53654BF8-CE8C-4D2F-BC5E-444E6860967F#_ftnref98\"><sup>[98]<\/sup><\/a>&nbsp;Vgl.: Anon., \u201eAustrian Girls,\u201d&nbsp;<em>The Argus<\/em>, 20.&nbsp;August 1938, 5.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"applewebdata:\/\/53654BF8-CE8C-4D2F-BC5E-444E6860967F#_ftnref99\"><sup>[99]<\/sup><\/a>&nbsp;Vgl.: Lang,&nbsp;<em>Fahrt ins Blaue<\/em>, 50-55.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"applewebdata:\/\/53654BF8-CE8C-4D2F-BC5E-444E6860967F#_ftnref100\"><sup>[100]<\/sup><\/a>&nbsp;Vgl.: Langfield,&nbsp;<em>Chance to Bloom<\/em>, 287-303.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Diese Aufsatzsammlung analysiert die Darstellung und Diskussion von Flucht und Migration in der australischen Presse der sp\u00e4ten 1930er Jahre. 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