{"id":387,"date":"2025-08-29T08:02:50","date_gmt":"2025-08-29T08:02:50","guid":{"rendered":"https:\/\/mom.univie.ac.at\/?p=387"},"modified":"2025-08-29T12:25:43","modified_gmt":"2025-08-29T12:25:43","slug":"nazi-trash-season-1-erste-erfahrungen-aus-einem-zeithistorischen-lehrprojekt-nikolaus-hagen-ina-friedmann","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/mom.univie.ac.at\/?p=387","title":{"rendered":"Nazi Trash Season 1: Erste Erfahrungen aus einem zeithistorischen Lehrprojekt &#8211; Nikolaus Hagen &#038; Ina Friedmann"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong><em>Nazi Trash<\/em>&nbsp;Season 1: Erste Erfahrungen aus einem zeithistorischen Lehrprojekt<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nikolaus Hagen &amp; Ina Friedmann<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p class=\"has-ast-global-color-8-color has-text-color has-link-color wp-elements-1 wp-block-paragraph\">\u201eNazi Trash\u201c ist ein von Ina Friedmann und Nikolaus Hagen geleitetes Lehrprojekt am Institut f\u00fcr Zeitgeschichte der Universit\u00e4t Innsbruck. Unser Projekt startete im Sommersemester 2025 erstmals mit zwei parallelen Lehrveranstaltungen und einem gemeinsamen Blog, in&nbsp;dem studentische Beitr\u00e4ge, die aus dem Projekt hervorgehen und zugleich die Kursarbeiten darstellen, ver\u00f6ffentlicht werden. In diesem Beitrag wollen wir die Ziele und Inhalte des Projekts, das wir auch in den kommenden Studienjahren fortsetzen werden, vorstellen und unsere ersten Erfahrungen aus der Praxis teilen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"768\" height=\"559\" src=\"https:\/\/mom.univie.ac.at\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/StarfishHitlerVSKamenRiderX-768x559-1.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-391\" srcset=\"https:\/\/mom.univie.ac.at\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/StarfishHitlerVSKamenRiderX-768x559-1.png 768w, https:\/\/mom.univie.ac.at\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/StarfishHitlerVSKamenRiderX-768x559-1-300x218.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Der Serienheld Kamen Rider X trifft in Folge 26 der gleichnamigen japanischen Produktion von 1974 auf \u201eStarfish Hitler\u201c (Screenshot).<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center has-ast-global-color-8-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-2 wp-block-paragraph\"><strong>Was ist eigentlich \u201eNazi Trash\u201c?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-3 wp-block-paragraph\">Wie der Untertitel unseres Blogs \u201eNationalsozialismus und Holocaust in B-Movies und Videospielen\u201c bereits verr\u00e4t, geht es im weitesten Sinne um die Verhandlung von Geschichte in sogenannten Trashfilmen sowie in bestimmten PC- und Videogames. Was \u201eTrash\u201c in diesem Zusammenhang genau ist, l\u00e4sst sich allerdings nicht ganz eindeutig bestimmen. Der Begriff hat sowohl \u00f6konomische als auch \u00e4sthetische Bedeutungsebenen und wird teils synonym zu B-Movie, Exploitation Film, Low-Budget-Film und weiteren \u00e4hnlichen Gattungsbezeichnungen verwendet. Manche Genres, wie etwa Horror oder Splatter, gelten oft pauschal (und vielfach auch zu Unrecht) als \u201eTrash\u201c. Zudem gibt es durchaus handwerklich gut gemachte und teuer produzierte Filme und Games, die bewusst \u00e4sthetisch Anlehnungen an Billigproduktionen nehmen \u2013 teurer Trash, wenn man so will, ganz im Sinne von Dolly Partons bekanntem Ausspruch: \u201eIt costs a lot of money to look so cheap\u201c. Auch wenn eine gewisse begriffliche Unsicherheit bleibt, so hat \u201eTrash\u201c in all seinen Erscheinungsformen eine gro\u00dfe Fangemeinde und viele derart attribuierte Filme genie\u00dfen geradezu Kultstatus.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-4 wp-block-paragraph\">Ausgangspunkt und initiale Idee f\u00fcr unser Projekt war die Feststellung, dass Nazis in erstaunlich vielen Trash Filmen und Games eine bedeutende Rolle spielen. Sie geh\u00f6ren geradezu zu den klassischen B\u00f6sewichten und Antagonisten in diesem Genre. Von den kleinen Nebenrollen ohne inhaltliche Relevanz, wie etwa dem Nazi-Arzt im Trash-Klassiker&nbsp;<em>Braindead<\/em>von 1992, der lediglich an einem Riss in seinem Kittel und der dadurch entbl\u00f6\u00dften Hakenkreuzarmbinde zu erkennen ist, ganz zu schweigen. Im deutschen Kurzfilm&nbsp;<em>Der Goldene Nazivampir von Absam 2<\/em>&nbsp;von 2007 bek\u00e4mpft ein Okkultismusexperte des amerikanischen Milit\u00e4rgeheimdiensts w\u00e4hrend des Zweiten Weltkriegs nationalsozialistische Vampire in Tirol, die nach Unsterblichkeit streben. Der Film selbst ist von der legend\u00e4ren PC-Spielereihe&nbsp;<em>Wolfenstein&nbsp;<\/em>inspiriert (1981\u20132019), die ein ganzes Genre an \u201eNazi Trash\u201c Spielen und Filmen mitgepr\u00e4gt hat. Ein anderes Beispiel ist die Billigfilmproduktion&nbsp;<em>Hard Rock Zombies<\/em>&nbsp;von 1985, in der eine Rock Band auf den untoten Hitler und seine Familie trifft. Derartige Produktionen gehen, wie die kurzen Inhaltsangaben schon demonstrieren, bewusst \u00e4u\u00dferst lose oder auch satirisch \u00fcberspitzt mit historischen Fakten um, was sie von ernstgemeinten Historienfilmen und -spielen, die zumindest vorgeblich auf historischen Tatsachen zu beruhen, unterscheidet. Dieses Faktum wird der absoluten Mehrheit der Zuseherinnen und Zuseher bzw. Spielerinnen und Spieler selbstverst\u00e4ndlich bewusst sein. Nichtsdestotrotz d\u00fcrften auch solche Filme und Spiele einen gewissen Einfluss auf die Geschichtsbilder einer breiteren \u00d6ffentlichkeit nehmen und sind deshalb im weitesten Sinne auch als Geschichtsdarstellungen zu verstehen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-5 wp-block-paragraph\">F\u00fcr angehende Historikerinnen und Historiker, insbesondere auch zuk\u00fcnftigen Lehrpersonen, ist es zweifelsohne relevant, sich kritisch mit popul\u00e4ren Geschichtsdarstellungen auseinanderzusetzen und sich die Frage zu stellen: Auf welchen historischen Begebenheiten und den dazugeh\u00f6rigen Quellen basieren diese Darstellungen eigentlich?<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center has-black-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-6 wp-block-paragraph\"><strong>Das Lehrprojekt<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-7 wp-block-paragraph\">Bei der Konzeption unseres Lehrprojekts gab es zun\u00e4chst einige technisch-organisatorische Fragen zu kl\u00e4ren. Da war zum&nbsp;&nbsp;einen die Herausforderung, zwei separate Lehrveranstaltungen, die aus mehreren Gr\u00fcnden notwendig waren, mit jeweils unterschiedlicher LV-Leitung sinnvoll miteinander zu verbinden. Zum anderen musste das Projekt in die curricularen Rahmenbedingungen eingef\u00fcgt werden, aus denen sich wieder diverse Anforderungen an den Workload, die Anzahl der LV-Termine und die Pr\u00fcfungsmodalit\u00e4ten ableiteten.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-8 wp-block-paragraph\">Die an der Universit\u00e4t Innsbruck derzeit g\u00fcltigen Curricula, insbesondere f\u00fcr das Lehramt aber auch das Fachstudium, lassen kaum Spielraum f\u00fcr neue Formate jenseits der klassischen \u00dcbungen, (Pro-)Seminare und Vorlesungen. Das BA-\/BEd-Studium nach dem Bologna-Schema ist sehr eng durchgetaktet und von aufeinander aufbauenden Pflichtmodulen gepr\u00e4gt, die noch dazu auf mehrere historische F\u00e4cher (im Lehramt zudem auf ein zweites Studienfach) und unterschiedliche Institute aufgeteilt sind. Folglich ist es gerade im Grundstudium notwendig, dass die entsprechenden zeithistorischen Lehrveranstaltungen auch gewisse Kerninhalte abdecken.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-9 wp-block-paragraph\">Im Geschichtsstudium auf Bachelorniveau m\u00fcssen alle Lehramtsstudierenden eine einst\u00fcndige Pflicht\u00fcbung \u201eQuellen und Darstellungen der Zeitgeschichte\u201c (2,5 ECTS-AP) absolvieren. Im Fachstudium (BA) kann dieselbe Lehrveranstaltung freiwillig als Teil eines Pflichtmoduls (\u201eQuellen angewandt\u201c) gew\u00e4hlt werden. Das Ziel der Lehrveranstaltung ist im Curriculum folgenderma\u00dfen festgelegt:&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-10 wp-block-paragraph\"><em>\u201eLesen und Auswerten fachspezifischer Quellen und Darstellungen der Zeitgeschichte; Erkennen geschichtswissenschaftlicher Fragestellungen, Geschichtsbilder und historischer Narrative; Lesen und Auswerten historiographischer Texte sowie deren Analyse als historische Quelle.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-11 wp-block-paragraph\">Dieses \u00dcbungsformat bietet zwar einen gro\u00dfen inhaltlichen und methodischen Spielraum, gleichzeitig setzen der geringe zeitliche Umfang und der bescheidene Workload ambitionierten Vorhaben enge Grenzen. \u00dcblicherweise wird die Lehrveranstaltung (je nach Semester) zu maximal acht zweist\u00fcndigen LV-Einheiten geblockt. Grunds\u00e4tzliches Ziel dieses LV-Formats ist es, die Studierenden mit den Spezifika des zeithistorischen Arbeitens und besonderen Quellengattungen, die sich mitunter von anderen historischen Kernf\u00e4chern unterscheiden, vertraut zu machen. Ein Vorteil gegen\u00fcber klassischen Proseminaren ist, dass die Studierenden am Ende nicht zwangsl\u00e4ufig eine klassische (PS-)Arbeit schreiben m\u00fcssen, sondern von Essays bis zu Portfolios oder auch einzelnen Quellenbeschreibungen verschiedenste schriftliche Leistungen denkbar sind. Die Kombination \u201eDarstellungen\u201c und \u201eQuellen\u201c gab damit den Weg f\u00fcr das inhaltliche Ziel schon vor: Studierende sollten entsprechende Trash-Filme oder -Games ausw\u00e4hlen und auf ihre historischen Grundlagen hin quellenkritisch untersuchen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-12 wp-block-paragraph\">Im Sommersemester 2025 haben wir zwei inhaltlich identisch konzipierte \u201eUE Quellen und Darstellungen der Zeitgeschichte: Nazi Trash\u201c angeboten. An drei Terminen haben wir beide Lehrveranstaltungsgruppen zusammengef\u00fchrt und uns jeweils einen Film gemeinsam angesehen und anschlie\u00dfend in der Gro\u00dfgruppe besprochen. Wir haben uns dabei insbesondere auf die historischen Elemente im jeweiligen Film konzentriert und versucht diese kritisch historisch einzuordnen. Als einf\u00fchrendes Beispiel diente uns der bereits genannte Kurzfilm&nbsp;<em>Der Goldene Nazivampir von Absam 2<\/em>. Dieser enth\u00e4lt, obwohl es sich um einen Slapstick-Trash-Film handelt, zahlreiche Ankn\u00fcpfungspunkte an bzw. Referenzen zu realen historischen Begebenheiten. Etwa an die okkulten Forschungen des SS-Ahnenerbes oder auch an die Geheimmissionen des amerikanischen Geheimdienstes OSS in Tirol. In diesen gemeinsamen Einheiten ging es uns darum, die Studierenden auf solche Ankn\u00fcpfungspunkte aufmerksam zu machen und ihren Blick daf\u00fcr zu sch\u00e4rfen. In ihren eigenen Arbeiten sollten sie dann derartige historische Referenzen am Beispiel eines selbst ausgew\u00e4hlten Films oder eines Games mit R\u00fccksicht auf Forschungsliteratur und historische Quellen kritisch pr\u00fcfen und einordnen. Die restlichen LV-Termine wurden getrennt in zwei Gruppen durchgef\u00fchrt. In diesen weiteren Einheiten ging es vor allem darum, die Studierenden mit wichtigen Quellentypen der Zeitgeschichte, insbesondere zur Geschichte von Nationalsozialismus und Holocaust, bekannt zu machen. Dazu geh\u00f6rte eine kurze Einf\u00fchrung in zentrale Archive und Archivbest\u00e4nde, aber auch in digitale Repositorien und Hilfsmittel, wie NS-Quellen.at, Arolsen Archives oder das Yale Fortunoff Video Archive for Holocaust Testimonies.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-13 wp-block-paragraph\">Schon bei Beginn der Planungen fiel auch die Entscheidung, die Ergebnisse der Lehrveranstaltung in Form eines Blogs, f\u00fcr den die Studierendenden Beitr\u00e4ge verfassen w\u00fcrden, zu publizieren. Das bot sich aus mehreren Gr\u00fcnden an: Zum einen bot es sich an, die technischen M\u00f6glichkeiten der Einbettung von Filmclips und Screenshots auch zu n\u00fctzen, zum anderen wollten wir auch eine Abwechslung zu den vielen klassischen Seminar- und Abschlussarbeiten bieten. Dazu war es allerdings notwendig, in der Lehrveranstaltung eine Einf\u00fchrung in das Verfassen von Blogbeitr\u00e4gen bzw. wissenschaftlichen Essays geben, da die wenigsten Studierenden mit dieser Form des Schreibens und Publizierens vertraut waren.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center has-black-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-14 wp-block-paragraph\"><strong>Herausforderungen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-15 wp-block-paragraph\">Wie jede neu konzipierte Lehrveranstaltung, so bot und bietet auch dieses Projekt einige Herausforderungen. Einige davon, wie etwa der undokumentierte Einsatz von KI-Tools durch Studierende, sind keineswegs ein spezifisches Problem dieses Projekts, aber traten doch in einem geh\u00e4uften Ausma\u00df auf. Schon bei der Themenfindung verlie\u00dfen sich einige Studierende ganz offensichtlich auf KI-Chatbots, in manchen F\u00e4llen, ohne sich die gew\u00e4hlten Filme \u00fcberhaupt selbst zuvor angesehen zu haben. Beim Verfassen der Beitr\u00e4ge und bei der \u00dcberarbeitung wurde ebenfalls von vielen Studierenden auf die entsprechenden KI-Tools zur\u00fcckgegriffen, \u00fcberwiegend ohne diesen Einsatz, wie von uns gefordert, entsprechend transparent zu dokumentieren.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-16 wp-block-paragraph\">Vor Beginn der Lehrveranstaltungen war es f\u00fcr uns schwierig einzusch\u00e4tzen, auf wie viel Interesse dieses Projekt sto\u00dfen w\u00fcrde. Ehrlicherweise haben wir das studentische Interesse stark \u00fcbersch\u00e4tzt und wollten urspr\u00fcnglich sogar drei Lehrveranstaltungen anbieten, da wir von bis zu 75 teilnehmenden Studierenden ausgingen. Letztlich war es nicht einmal die H\u00e4lfte, die sich angemeldet haben, was sich in Hinblick auf das Blog, das einigen Aufwand bedeutet, aber letztlich als positiv erwiesen hat.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-17 wp-block-paragraph\">Erstaunt hat uns auch, dass einige Studierende wenig Bezug zum Medium Film oder zu Videospielen hatten. W\u00e4hrend es nachvollziehbar ist, dass Trashfilme nicht jedermanns Sache sind, war es doch \u00fcberraschend zu h\u00f6ren, dass relativ viele Studierende angaben, in ihrer Freizeit \u00fcberhaupt keine Unterhaltungsfilme anzuschauen oder PC-Games zu spielen. Auch Filme, die wohl mittlerweile eher als Klassiker der \u00e4lteren Generation einzusch\u00e4tzen sind, wie der nur am Rande in der LV behandelte und kommerziell \u00e4u\u00dferst erfolgreiche Spielfilm&nbsp;<em>Inglorious Basterds&nbsp;<\/em>(2009), waren einem gro\u00dfen Teil der Studierenden unbekannt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-18 wp-block-paragraph\">Dazu kam, dass die Besch\u00e4ftigung mit fiktionalen Darstellungsformen wie Filmen und Games (aber auch Romanen, Kurzgeschichten udgl.) im Geschichtsstudium in der Regel sehr wenig oder gar keinen Platz einnimmt. Hier hat der kulturwissenschaftliche Boom der letzten Jahrzehnte offenbar wenig Einfluss auf die Ausbildung von angehenden Historikerinnen und Historikern genommen. Wir mussten uns in den gemeinsamen Einheiten folglich mehr grundlegenden filmischen Aspekten widmen, als wir das antizipiert und geplant hatten \u2013 schlie\u00dflich kommen wir auch selbst nicht aus der Medien- und Filmwissenschaft. Einige Studierende taten sich beispielsweise schwer damit, den satirischen Gehalt einzelner Filme \u00fcberhaupt zu erkennen. Die Gattung Kurzfilm war den meisten nicht vertraut, auch viele popkulturelle Referenzen in den Filmen wurden, sicherlich teilweise auch altersbedingt, nicht verstanden bzw. erkannt.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center has-black-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-19 wp-block-paragraph\"><strong>Erste Ergebnisse und weitere Schritte<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-20 wp-block-paragraph\">Es ist ganz klar das Ziel unserer Lehrveranstaltungen, auch Studierenden ohne bereits vorhandenem Interesse an \u201eNazi Trash\u201c das Thema und die vielf\u00e4ltigen M\u00f6glichkeiten der Auseinandersetzung damit, aber durchaus auch den Nutzen f\u00fcr etwaige eigene sp\u00e4tere Unterrichtseinheiten n\u00e4herzubringen. Gerade hierin liegt aber ein zentrales Problem: Zusammen mit der Anforderung, grundlegende historische Analysefertigkeiten zu vermitteln, bleibt zu wenig Zeit, parallel sozusagen die kulturellen Grundlagen des \u201eTrash\u201c von Null an aufzubereiten. Hier die passende Balance zu finden, ist also unser n\u00e4chstes Projekt im Rahmen von Nazi Trash.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-21 wp-block-paragraph\">Das Finale der Season 1 unseres Projekts, um im entsprechenden Jargon zu bleiben, steht uns noch bevor. In den kommenden Wochen gehen die ersten Beitr\u00e4ge unserer Studierenden auf unserem Blog online. Die interessierte Leserschaft erwarten sehr vielf\u00e4ltige Beitr\u00e4ge. Armin Groh hat sich in seinem Beitrag etwa dem Spielfilm&nbsp;<em>Iron Sky<\/em> gewidmet, der bei seinem Erscheinen im Jahr 2012, sehr viel mediale Aufmerksamkeit erhalten hat. Der Film ist, wie der Autor an mehreren Beispielen herausarbeitet, eine Persiflage auf unterschiedliche rechtsextreme Verschw\u00f6rungsmythen. Darunter eher obskure, wie jene von den \u201eReichsflugscheiben\u201c, aber auch sehr verbreitete antisemitische Narrative, wie die Rede von der \u201eNew World Order\u201c. In einem weiteren Beitrag arbeitet Armin Haas anhand von \u201etrashigen\u201c japanischen Film- und TV-Produktion heraus, wie Japans m\u00e4chtige Kulturindustrie unter anderem auch zur (globalen) Verbreitung problematischer Geschichtsbilder dient.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-22 wp-block-paragraph\">Wir und die Autorinnen und Autoren freuen uns auf eine interessierte Leserschaft und entsprechende R\u00fcckmeldungen: <a href=\"https:\/\/nazitrash.hypotheses.org\">https:\/\/nazitrash.hypotheses.org<\/a><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>MMag. Dr. Ina Friedmann<\/strong> ist Senior Scientist am Institut f\u00fcr Zeitgeschichte der Universit\u00e4t Innsbruck.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"496\" height=\"783\" src=\"https:\/\/mom.univie.ac.at\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/img_20240115_123358.jpg__496x783_q85_crop_subsampling-2_upscale.jpg.webp\" alt=\"\" class=\"wp-image-396\" style=\"width:121px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/mom.univie.ac.at\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/img_20240115_123358.jpg__496x783_q85_crop_subsampling-2_upscale.jpg.webp 496w, https:\/\/mom.univie.ac.at\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/img_20240115_123358.jpg__496x783_q85_crop_subsampling-2_upscale.jpg-190x300.webp 190w\" sizes=\"auto, (max-width: 496px) 100vw, 496px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Dr. Nikolaus Hagen<\/strong> ist Assistenzprofessor am Institut f\u00fcr Zeitgeschichte der Universit\u00e4t Innsbruck.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"888\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/mom.univie.ac.at\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/photo_hagen.jpg__992x1144_q85_crop_subsampling-2_upscale.jpg-888x1024.webp\" alt=\"\" class=\"wp-image-397\" style=\"width:196px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/mom.univie.ac.at\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/photo_hagen.jpg__992x1144_q85_crop_subsampling-2_upscale.jpg-888x1024.webp 888w, https:\/\/mom.univie.ac.at\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/photo_hagen.jpg__992x1144_q85_crop_subsampling-2_upscale.jpg-260x300.webp 260w, https:\/\/mom.univie.ac.at\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/photo_hagen.jpg__992x1144_q85_crop_subsampling-2_upscale.jpg-768x886.webp 768w, https:\/\/mom.univie.ac.at\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/photo_hagen.jpg__992x1144_q85_crop_subsampling-2_upscale.jpg.webp 992w\" sizes=\"auto, (max-width: 888px) 100vw, 888px\" \/><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nazi Trash&nbsp;Season 1: Erste Erfahrungen aus einem zeithistorischen Lehrprojekt Nikolaus Hagen &amp; 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